Karl-Konrad Knooshood

Welcome To Coronotopia - Teil 4


Der Hashtag der Hölle, der uns auf unserem TV-Bildschirm und im Internet, immer günstig sichtbar neben dem Senderlogo platziert, entgegenschlägt, mit der moralischen Wucht eines Düsenjets, ist nervig. Jaja, #WirbleibenZuhause. Übrigens hätte da die Stunde der Patrioten…sorry, talscher Fext: die Stunde des guten, qualitativ hochwertigen TV-Programms schlagen können. Statt des üblichen Schrotts aus Daily-Soaps, Scripted Reality, Drittes-Reich-Dokumentationen und einer politisch einseitigen Berichterstattung und ihrem verlängerten Arm, dem Kabarett und der 200.000. Wiederholung von LINDENSTRASSE hätte man vielleicht selten ausgestrahlte, umstrittene oder sogar alte Propaganda-Filme (natürlich mit dem historisch distanzierten, ethisch einordnenden Kommentar versehen) aus Ost (UdSSR) und West (Nazideutschland) oder neue Dokumentationen unter Vermeidung des zeitgeistigen Einfärbens zeigen können. So ein alter RIEFENSTAHL-Klassiker…

 

Okay, das war nur ein Scherz. Propagandafilme sind eben fiese Machwerke der Hölle – und gehören nicht gezeigt. Wie wäre es stattdessen mit einigen Stummfilmklassikern?

 

Nein. Ohnehin haben Streaming-Dienste wie AMAZON PRIME und das bekanntere NETFLIX (ferner auch WATCHEVER oder TV NOW) dem alten, lahmen Fernsehen längst den Rang abgelaufen. Wenn nicht gerade DSDS kommt (ohne XAVIER ist es einfach nicht mehr dasselbe; was hat der arme Kerl denn schon gemacht? Ein wenig die Migranten kritisiert, na und? Meinungsfreiheit), verlässt man sich, insbesondere bei den ÖR, den Schmonzetten aus eigener Fertigung. Was bleibt da? AMAZON und andere Versandplattformen plündern, die Post und anderweitige Versandindustrie profitieren von dieser Art bequemer Bestellung per Online-Klicks. Einfach ein paar DVDs und BLURAYs bestellen! Und gut ist! Und NETFLIX-Abo nicht vergessen! Ist doch sooo günstig! Unter 'nem 10er pro Monat hat man den einfachen Zugang, Premium-Pakete kosten entsprechend mehr, logisch. Und lesen, lesen, lesen.

Endlich krieg ich mal den MATUSSEK ("White Rabbit") fertig, den SARRAZIN ("Feindliche Übernahme"), den BRODER ("Wer, wenn nicht ich?"), den ABDEL-SAMAD ("Integration – Protokoll eines Scheiterns"), den FRANKFURT (HARRY G.) ("Bullshit"), den MURRAY ("Der Selbstmord Europas"), den SIEFERLE ("Finis Germania"), den SIEFERLE ("Das Migrationsproblem") etc. gelesen! Zwischendurch den KAFKA – Katharsis. Dazu zur Abwechslung den selbstverliebten eitlen Pfau HABECK mit seinem "Wer wir sein könnten", zum Abgewöhnen und den MAAS und die DITFURTH ("Haltung und Widerstand")... Dazwischen noch die Bücher aus dieser reizvollen "1001"-Reihe (deutscher Sprachraum: publiziert vom Schweizer Verlag EDITION OLMS, ZÜRICH), die "1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist", die "1001 Songs – Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist", die "1001 Alben – Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist", die "1001 Whiskeysorten, die Sie probiert haben sollten, bevor das Leben vorbei ist" – und natürlich, der Klassiker überhaupt: "1001 Bücher, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist"…


Letzter Teil, der ins Satirische aber auch Makabre geht. In die Bücher der Reihe "1001..." bin ich
tatsächlich sehr vernarrt. Es sind, logischerweise, dicke Schinken, zwar broschiert, nicht gebunden, dafür
aber mit einem Gewicht von mindestens 800 Gramm! Dafür lohnt sich der Lesegenuss: Viele bunte Bilder,
viele Hintergrundinformationen und viel, viel Text und Empfehlungen zu 1001 Songs/Liedern, die man mal
gehört haben sollte, eh man den Löffel abgibt, 1001 klassische Musikalben, 1001 Pop-Rock-etc.-
Musikalben, 1001 Bücher, Comics, Whiskeysorten, Weine, Filme, TV-Shows und Serien...Angefangen hatte
alles damals mit dem Wälzer "1001 Plätze/Orte, die man gesehen haben sollte, eh das Leben vorbei ist".
Das Original kommt, wie vieles Gutes, aus dem englischsprachigen Raum, der USA hauptsächlich, ist ins
Deutsche übersetzt und im Schweizer Verlag EDITION OLMS, ZÜRICH erschienen. Immer wieder launig
und als Nachschlagewerk schön, wenn man mal nicht die schwere, bittere Realitätslektüre möchte, die
man sonst versucht. Und wenn man den düsteren KAFKA nicht will - oder LEM oder wie sie alle heißen,
die SHAKESPEAREs dieser Welt. Ein Abschluss zur Zerstreuung. Da man eh nichts zu tun hatte (ich
musste nur zu meinem Nebenjob, war und bin aber sehr glücklich über diese Beschäftigung, denn sie
strukturierte mir den Tag etwas besser), war es eine Zeit der inneren Einkehr.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Karl-Konrad Knooshood).
Der Beitrag wurde von Karl-Konrad Knooshood auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Zeit - Im Fluss des Jahres von Rainer F. Storm



"Zeit - Im Fluss des Jahres" heißt die Anthologie, in der heiter und leicht, gelegentlich auch nachdenklich, der Wandel der Jahreszeiten, sowie Erinnerungen an die Heimatstadt von Rainer F. Storm, wie auch Aufenthalte am Meer und in den Bergen reflektiert werden.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Corona / Coronavirus (SARS-CoV-2)" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Karl-Konrad Knooshood

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Protokoll eines verfallenden Landes: Die Schriftstellerin von Karl-Konrad Knooshood (Sonstige)
Davids Land von Monika Klemmstein (Abschied)