Fritz Lenders

... schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 25 ) Hinterhalt

...
ein bisschen rumalbernd setzten sie den Weg fort.
Wenn sie durch das dichtere Gebüsch marschierten, würden sie in knapp einer Stunde auf die befestigte Straße stoßen, die ins Dorf führte.

Armina sauste leichtfüßig dahin...
...jedoch ihr Begleiter, der Späher von vor ein paar Tage, hielt etwas Abstand zu dem Mädchen.

Die Neugier zerfrass ihn zwar von innen heraus.., weil er unbedingt wissen wollte, was sich alles im Rucksack befand,
jedoch waren seine Augen auch immer auf den Stromschocker gerichtet, welcher ein bischen aus Arminas  Tasche , die seitlich an der Weste angebracht war, heraus lugte.
Zweimal die Freuden eines Stromschlages erleben zu dürfen, waren wirklich mehr als ausreichend.

Bruno hingegen ging es gar nicht so gut.
Er marschierte zwar tapfer im selben Tempo dahin wie die anderen Beiden..
jedoch spürte er in seiner Brust etwas Ungutes rumoren.

Obwohl er zwar schon auch recht robust war und er für Schmerzen nur ein müdes Lächeln übrig hatte...,
war diesmal die Beklemmung, die ihn umschlang, etwas völlig anderes.

Irgendwie hatte er so Schwindelgefühle im Kopf und andrerseits war da eine noch nie dagewesene Kurzatmigkeit.
Alles in Allem fühlte er sich, als würde er im Nebel auf wakligem Griesbrei marschieren.
Eine Situation.., als wenn er träumen würde.

Ach was. 
Er schüttelte den Kopf.
Blödes Selbstmitleid konnte er nicht ausstehen.
Auch nicht bei sich selber.

Außerdem beschäftigte ihn auch noch nebenbei die Drohne, welche sie dauernd von Oben beobachtete.

Dieses metallisch dunkel glnzende Flugding.
Aber Armina, die er leise anflüsterte.., winkte nur ab.

" Papa, mach dir keine Gedanken. Das Gerät ist aus der Burg und wird uns nur ein Stück`chen begleiten. Nichts Böses "

Armina winkte nach Oben. Vielleicht würde Helene sie sehen.Wäre ja schön.
Und als sie jetzt im dickeren Gestrüpp verschwanden, drehte die Drohne auch ab.

Noch eine Stunde bis zur Straße und dann noch vielleicht drei Stunden leichten Sparziergang bis ins Dorf.
Armina konnte es fast nicht abwarten, endlich in ihrem Zimmer zu sein und den Rucksack auszupacken.
Ihr Vater würde Augen machen und bestimmt zu beten beginnen, wenn sie ihm die Leuchten und den Monitor vorführte.

Und irgendwie mußte sie innerlich glucksend lachen, bei der Vorstellung, wie Ihr Vater auf * Cindy Lauper "  reagieren würde.
Bunte Haare waren zu der jetzigen Zeit in der sie sich befanden.. eher selten zu sehen.
Ganz zu schweigen davon.., lebende Bilder auf Folie zu betrachten.
Huhuuu...
das würde echt witzig werden.

Jedoch bekamen ihre Gedanken bald eine andere Wendung.

Der Anführer der Bischoffstruppe befahl nämlich  5 Männern, Armina und deren zwei Begleitern, hinten im Wald den Weg zur Straße abzuschneiden.
Wie er sehen konnte, flog die Drohne schon wieder zur Burg zurück.

Was auch immer dieses fliegende Mistding war, es befand sich zumindest wieder da, wo es hingehörte.
Da gab es also keine Probleme.

Und die zwei,  begleitenden  Dorfmenschen konnten wohl kaum verhindern, daß das Mädchen zum ihm ins Waldlager verschleppt wurde.

Normalerweise wäre er ja gerne selber mitgekommen, aber erstens durfte er sich keinesfalls von seinen Soldaten entfernen, damit er sicherstellen konnte, daß deren Moral nicht untergraben wurde.
Den blöden Versuch von gestern, aus der Burg, seine Männer mit Wein und Speisen zu verführen hatte er ja noch zu gut im Kopf...
Und zweitens hatte er Angst, daß sich ein Aufstand anbahnen könnte, wäre er auch nur drei Schritte von seinen Soldaten entfernt.

Es passierten Dinge von seiten der Burg, die schon angsteinflößend waren.
Andrerseits konnte von ihnen selber jedoch auch  jede Aktion auch mit Gegenaktionen beantwortet werden.

Den kindischen Draht, welcher die Männer zappeln ließ, hatten sie innerhalb 5 Minuten weggerissen.
Auch die Drohne war durch einen Schuß vom Bogenschützen recht schnell vom Himmel geholt.

Jedoch wurde nicht der Vorgang erklärt, warum dieses Ding so ruhig und laitlos fliegen konnte.

Sie hatten die Drohne in die kleinsten Bestandteile zerlegt.., jedoch das  Rätsel nicht lösen können, warum sie flog und welche Kraft die vier Schrauben so drehen ließ.
Und die sprechenden Kästen erwiesen sich als einfache, an die Bäume montierte schwarze Truhen.
Nichts besonderes.
Innen ein bischen Metall und scheinbar mit Technik aus dem Ausland bestück, von dem man so manche wunderliche Sache hörte.., .
Nichts, was also mit Magie oder Übersinnlichem zu tun hatte.
Und nichts, was nicht zerstört werden konnte.

In etwa einer Stunde würde er dem blonden Mädchen den ersten Fingernagel ausgerissen haben.

Der Gedanke daran ließ ihn heftiger atmen.
Er nahm sich vor, ihr zuerst eine Kostprobe von den Schmerzen zu präsentieren und erst danach eine  Frage zu stellen.

Es muste die Ernsthaftigkeit der Situation stets als Erstes präsentiert werden.
Die Vorfreude darauf machte ihn irgendwie ziemlich heiß.

Vermutlich würde das Mädchen mit großen Augen darum betteln, sie gehen zu lassen.

Aber wenn er ihr seine kleine Zange an den Fingeragel ansetzte.. würden hoffentlich die ersten Tränen kullern.

Und genaugenommen war es für ihn völlig egal, welche Antworten ihm das Mädchen präsentierte.

Sie konnte sich jetzt schon von ihren Fingernägeln verabschieden, denn er würde ihr so oder so alle 10 Nägel ausreissen und sich daraus eine neue Halskette basteln lassen.

Hoffentlich hatte sie schöne, gepfegte Nägel..

und hoffentlich hatte sie genügend Tränenflüssigkeit vorrätig.

Tränen waren das süßeste Getränk seiner kranken Triebe.
Seine sadistische Neigung würde Futter bekommen.
Bestes und lang anhaltendes Futter.



Allerdings waren sich seine 5 Soldaten absolut nicht so sicher, daß die Entführung des Mädchen ein so leichtes Spiel sein würde.
Die Dorfmenschen sollte man generell nicht unterschätzen.
Sie lebten immer in der Nähe des Waldes und hatten somit  Vorteile, sich in der Natur zurechtzufinden.
Außerdem wurden die Bischoffsmänner durch die Waffen, welche sie mit rumschleppten, zusätzlich behindert.

Sie nahmen sich vor, kurz und bündig die beiden Männer niederzumetzeln und hatten kein schlechtes Gewissen dabei, sich mit zwei Morden zu belasten.
Warum auch ?
Würde der Überfall schief gehen, wären 5 nackte Rücken.. an Pfähle gebunden... das Spektakel des Abends.
Und die klatschenden Peitschen würden ihnen nicht sanft in den Schlaf helfen.

Bestimmt nicht.

Also war ein gezielter, präzise ausgeführter Schuß eines Pfeiles, in die Brust der Männer.. die bessere Alternative.
Pfeile konnten sie jederzeit wieder besorgen.
Aber zerfetzte Haut am Rücken nicht.

Und schon nach etwa 25 Minuten Fußmarsch, quer durch den Wald in die Richtung von Arminas Weg... konnten sie zwischen den Bäumen die hell leuchtenden Haare des Mädchens sehen.

Vielleich knapp 500 - 600 Meter von Ihnen entfernt.

Sie musten mindestens bis auf 50 Meter an die Drei herankommen, um mit Pfeilen die Sachen zu erleichern.

Es war erkennbar, daß sich Arminas Truppe in Richtung Strasse bewegte.

Die Soldaten liefen in einem Bogen, hinten, vor dem dichteren Teil des Waldes herum und sparten sich somit einiges an Weg.

Die Distanz zu Armina schrumpfte sichtlich.

Aber sie mußten leider auch immer vorsichtiger werden.. immer leiser durchs Gehölz laufen.

Seitenstechen und Kurzatmigkeit machten den Soldaten die Sache nicht besonders leicht.
Noch etwa 200 Meter.


Und plötzlich stieg einer der Bischofsvasallen auf einen morschen Zweig.
Das Geräusch des brechenden Astes knallte wie ein Schuß durch den Wald.

Sein Begleiter schlug ihm mit seinem Bogen und den Pfeilen im Köcher, deftig auf den Kopf.

Doch zu spät.

Armina riß den Kopf herum und konnte kurz das glitzern eines Helmes seitlich von ihnen im Wald sehen.

" los! Lauft so schnell ihr könnt "

Sie schubste ihren Vater in Richtung Waldlichtung.

Sie musten die freifläche überqueren.

Vielleicht 150 Meter gefährlicher Sprint.

Dann Richtung Graben..
Innsgesamt noch knapp einen Kilometer bis zur Straße.


Aber was würden sie dann machen ?
Waffen hatten sie nur spärlich dabei.
Naja, ein Messer, einen leichten Bogen und das Kurzschwert von Armina.

Damit würden sie keinen Krieg gewinnen.

Jedenfalls mußten sie um ihr Leben rennen.

Richtig rennen.

Und wie sich schnell bemerken ließ.. begannen auch die Männer des Bischofs zu rennen.
Sie wälzten sich wie wilde Stiere durch das Gestrüpp und würden sie recht schnell einholen.

Unauffälligkeit war nun nicht mehr nötig.

Vorne war eine Senke.., der Graben.
Ebenfalls von dichtem Grün bewachsen war er fast nicht zu sehen.
Eine circa 5 Meter  Passage,  zwischen zwei Bäumen in Richtung Senke mußte passiert werden.

Das Gras und Gestrüpp war etwa 60 cm hoch und hinderte ziemlich am laufen.

Jedoch konnte sich das nun als ein kleiner Vorteil erweisen.

Helene hatte ihr doch so eine Schnur eingepackt. Angeblich unzerreissbar.

Es würde sich gleich herausfinden lassen.

Armina warf den Rucksack  von der Schulter und rief ihrem Begleiter zu, er solle schnell helfen.

Ihren Vater schickte sie schon mal vor, da er sich etwas langsamer durch das Gras in die Böschung des Grabens wälzte.

Und wie sie es sich schon vorgestellt hatte, purzelte er schon ab der Hälfte der Senke in Richtung nach unten.
Sie kramte das dünne Seil heraus und rief dem Mann gegenüber von ihr  zu , er solle das Ende in 50 cm Höhe am Baum festbinden.

Also so in der Höhe, daß man im Eifer des Gefechtes nicht gleich erkennen konnte, daß Etwas durchs Gestrüpp gespannt war.

Die Angreifer waren etwa 150 Meter von Ihnen entfernt.


Armina spannte das Seil und befestigte ihr Seilende ebenfalls, am anderen Baum.
Es war fast nicht zu erkennen.
Dünn und straff spannte sich das Nylongeflecht zwischen Farn und Unterholz.

Direkt an der Kante zum Graben runter.

Die Verfolger konnten ja nur den Weg nehmen, den auch Armina und ihr Vater lief.

Außen herum wäre zu umständlich gewesen und auch ein Umweg, denn dann hätten die verfolger Armina nie wieder eingeholt.

Sie würden auf jeden Fall zwischen den Bäumen durchlaufen.

Hoffentlich schnell.

 

" Komm , los, wir müssen weiter. "


Armina schlüpfte in die Schlaufen des Rucksackes und rannte los.
Runter in den Graben.
Die Böschung ging knapp 10 Meter, ziemlich steil Richtung unten.
Dann ein kleines Rinnsal und auf der anderen Seite wieder nach Oben.

Fast hätten sie ihre Kräfte verlassen.
Der Rucksack hatte doch schon ein beträchtliches Gewicht.
Und dann auch noch das unangenehme Ziehen an der Schulter.
Armina betete, daß sie nicht blutete.
Sie wollte ihr schönes, neues Gewand nicht vollbluten.
Obwohl dies vermutlich das kleinere  Übel gewesen wäre.
Und tatsächlich spürte sie dennoch, das Blut über ihren Rücken laufen.

Egal.
Sie schob ihren Vater, der vor ihr war.. mit den Armen in Richtung Oben.
Gerade auf der Anhöhe angekommen, sahen sie, wie die Bischofsleute durch das Dickicht hindurch brachen und zum Graben rannten.

Dadurch, daß die Bischofsleute schon Blickkontakt hatten und dadurch daß sich der Abstand zu dem Mädchen nur noch auf vielleicht  30-40 Meter belief... 

ohne natürlich  den Graben mit einzuberechnen..., 

wurde den verfolgenden Männern zusätzlich Adrenalin durch die Blutbahnen gejagt.

Das Opfer vor Augen und in greiffbarer Nähe, verschaffte den Männern einen unglaublichen Kraft und Konditionskick.

Sie steigerten ihr Tempo wie zu einem Kurzsprint... und spürten kurz vor der Senke.. plötzlich ihre Füße in die Luft fliegen.

Und voller Freude sah Armina, wie drei der Fünf Männer, welche etwas weiter vorne liefen.., durch das Seil ... sozusagen,... vom Boden abhoben.


Wie etwas zu groß geratene Wildschweine wurden ihnen die Füße förmlich unterm Laufen weggezogen.
Sie hoben ab und sausten im Steilflug, die knapp 10 Meter in die Senke hinab.

Sich mehrmals überschlagend und dabei erschreckt grunzend...

Besser ausgedrückt , sie schriehen wie abgestochene Schweine.
Naja.. Wildschweine eben.

Armina riss das Funkgerät vom Gürtel und drückte den Kippschalter, welchen ihr Helene erklärt hatte.
Und fast sofort hörte sie die Stimme der Ärztin..

"  Hallo Armina, was ist los ? "

" Hilf uns.., wir werden angegriffen von den Soldaten"

Armina lief unterm Reden weiter.
Hinter Bruno und ihrem Begleiter her.

" Armina, wieviele Männer sind es ? "    hörte sie die Stimme  der Ärztin.

" Ich glaube 5 oder sechs Männer. Und sie werden uns bald eingeholt haben.. ! Hilf uns.  Bitte... "

" Armina, drücke den grünen Knopf ganz nach innen. Es ist ein Ortungssignal , Wir sind unterwegs. "

Die Ärztin lief in den Innenhof der Burg.

Unterm Laufen schlüpfte sie in ihre Weste.

 "Wir brauchen die Motorräder und das Quad. 5 Männer greiffen Armina an . Schnell ! "

Helene sprang auf das erste Geländemotorrad und sauste in Richtung der sich senkenden Burgbrücke.
Ihr Motorrad sprang in hohem Bogen die noch fehlenden 2 Meter nach unten und raste in Richtung Wald.
Gefolgt von den anderen 3 Krafträdern brachen sie schon nach knapp 30 Sekunden durch das Dickicht um Armina zu Hilfe zu eilen.

Und das Quad wiederum fuhr auf der befestigten  Straße, ganz links außen, an den wartenden Bischofsmännern in weitem Bogen herum.

Die Angreifer, die Bischofgruppe am Waldrand verfolgten das Spektakel mit dröhnenden Herzen und viele verschiedene Hilfsgebete in Richtung der Geister des Waldes verließen die Stimmbänder der Männer.

Hatten sie vorher schon ziemlich Bedenken, Betreff der Eroberung der Burg...,
wurde diese nun um Längen übertroffen.

Zu phänomenal war der Eindruck, als das Geländemotorrad  die etwa 2 Meter nach  so voller Tempo und völlig unbeschadet nach unten sauste.

Jedes Pferd hätte sich dabei sicher die Beine gebrochen.

Sie waren sich fast sicher, daß diesen Krieg von Ihnen keiner überleben würde.
Es sei denn .. es geschah ein Wunder.

Oder sie würden.., sobald der Kommandant schlief.. einfach davonlaufen.
Aber dies würde Ihnen auch zugleich den Tod vermutlich auf ihre Fersen jagen.
So oder so.., es waren keine guten Gedanken, die sich in den Köpfen der Männer breit machten.

Und auch das Quad war im Wald verschwunden.
Laut Ortungsnavi  würde das Quad im Bogen um die Hauptstraße herumfahren, auf den kleineren Weg und ganz hinten an einer Gabelung auf die Zufahrtsstraße zum Dorf stoßen.
Es dürfte sich kein Kontakt mit den Angreiffern ergeben.

Und mit etwas Glück würde Armina genau am Straßenrand auf den Soldaten aus der Burg stossen.

Die Geländemotorräder sausten durch das Grün des Waldes.

Währenddessen rannten Armina und ihre zwei Begleiter um ihr Leben.
Einer der Bischofsmänner hatte sich bei dem Sturz in den Graben vermutlich die Schulter ausgerenkt und der zweite fliegende Geselle  blutete aus einer klaffenden Wunde an der Stirn.
Was wiederum zur Folge hatte, daß der dritte, in den Graben gesauste Kumpane.., sich um seine Kameraden kümerte.
Nun liefen also nur noch zwei Krieger an den drei am Boden kauernden gesellen vorbei, nach oben und hinter Armina und ihrem Vater, nebst Begleiter , her.

Hinten im Wald, enstand ein merkwürdiges Getöse.

 

Die Geländemotorräder sprangen den Abhang  in den Graben hinunter.

Aber ungefähr 100 Meter weiter rechts und an einer flacheren Stelle.

Dennoch sah es für die im Graben liegenden Männer brutal aus, wie sich die Motorräder zwischen  spritzenden Erdbrocken und Getöse den Weg nach oben eroberten.

So einen Auftritt hatten die Bischofsleute in ihrem Leben noch nie gesehen.

Selbst wenn kräftige Kampfpferde durch das Gelände sprangen, sah es nicht so furchteinflößend aus.

Obwohl ein Pferd zwar wesentlich wuchtigere Konturen hatte.. war es dennoch ein gewohnter Anblick.

Motorräder hingegen absolut ungewohnt.

Eher teuflisch anmutend.

Es entstand nun also ein Wettrennen.

Armina mit Freunden, gegen Bischofstruppe und hinten die unheimlichen Maschienen auf zwei Rädern.

 

Wer würde das Rennen wohl gewinnen ?


Schon sah man die Straße durch das Gebüsch leuchten.
Noch kaum 100 Meter.
Armina spürte  ihre Beine nicht mehr.
Laufen war nun wirklich nicht der Lieblingssport von Ihr.
Fechten und rumtollen schon.


Aber Laufen ?

Auf der Straße konnte man von Weitem das Quad erkennen, welches sich mit ziemlichen Tempo näherte.
Und in dem Moment, als Armina durch das Gebüsch in weitem Sprung auf der etwas tiefer liegenden  Straße  landete.
Sprangen ebenfalls die Geländemotorräder auf den steinigen Untergrund.

Welch ein Anblick des Himmels.


Armina wußte in dieser Sekunde.., daß sie unbedingt irgendwann so ein Metallgerät fahren möchte.
Komme was wolle...!!

Sie hatte noch nie, auch nicht annähernd... so etwas kriegerisch anmutendes gesehen.

 


Mit spritzenden Steinchen, aufgewirbelt durch die Räder.. und in einer Staubwolke.. , hervorgerufen durch das apruppte Bremsen der Zweiräder...,
bot sich ein Anblick , der an Dramatik nicht übertroffen werden konnte.


Die Motorradfahrer sprangen von ihren Maschienen und hielten ihre kurzen Maschienenpistolen in Anschlag,
Zielrichtung Waldrand.

Armina, ihr Vater und der Begleiter standen atemlos auf der Straße.. 
Und als sie sich schon gerettet fühlten,
sauste ein Pfeil durch das Grün des Waldrandes und bohrte sich in die Schulter des Begleiters von Armina.

Bedrohlich nahe der Brustmitte.
Röchelnd sank er zu Boden.

Mit einer Maschienengewehrsalve durch das Grün des Waldes.. antworteten die Soldaten der Burg auf den Angriff.
Und wie man durch einen Schrei sofort hören und erahnen konnte, wurden die Männer, drüben im Wald von den Kugeln getroffen.
Zumindest einer.

Doch Armina konnte sich darüber nicht freuen, denn in dieser Sekunde brach auch ihr Vater  auf der Straße zusammen.

" Papa... , bitte sei nicht getroffen "
Armina beugte sich zu ihrem Vater in den Staub der Straße..

" Bitte Papa.., sag mir wo du verletzt bist.. "
Sie konnte keinen Pfeil erkennen und auch kein Blut sehen.

Helene, die ebenfalls vom Motorrad gesprungen war, lief zu Bruno und fühlte seinen Puls.
Rasend und holprig fühlte sich Brunos Pulsschlag an.
Und seine Lippen färbten sich wieder blau.

Helene kramte in der Satteltasche am Motorrad.
Mit einem Griff fand sie ein Gerät, eine Sprayflasche welches sie in den Mund von Bruno schob und mit einem Druck ein Mittel zur Erweiterung der Atemwege in seine Lungen pumpte.

" Armina, schau mal her. Dies ist ein Asthmaspray. Es hilft gegen Atemnot und wird deinem Vater helfen , falls wieder so ein Schock entsteht. Er wird sich gleich etwas besser fühlen. Wir müssen uns jetzt schleunigst um die Verwundeten kümmern und außerdem deinen Begleiter in die Burg schaffen."

Sie drehte sich zu dem Begleiter von Armina um, der im Moment von den Soldaten versorgt wurde.
Der Pfeil in der Schulter war nur noch minimal zu sehen, weil ihn die Soldaten gekürzt hatten.
Er würde es überleben. 
Aus dem Wald hörte man winseln.
Kugeln im Körper konnten auch ziemlich schmmerzhaft sein.
Die Zeit drängte.

" Armina, traust du dir zu.., deinen Vater mit dem Quad nach Hause zu fahren ? Du hattest ja eine kleine Einweisung. "

Bruno stand mit  weichen Beinen und immer noch blaulippig neben dem Vierrad.

Wie eine Kuh.. mit großen Augen starrte er das Motorgerät an.

" Ja, ich schaffe es, Ich bringe meinen Vater auf alle Fälle sicher heim. "

Und wieder dieses Gefühl .. eine unbesiegbare, tapfere Kriegerin zu sein.
Sie war so aufgewühlt.. so  unglaublich  stolz... !!

Armina sprang auf die Sitzbank und ihrem Vater halfen die Soldaten auf den Platz hinter seiner Tochter.
Die Männer erklärten ihm, daß er sich ganz fest an Armina klammern müsse und ansonsten einfach Vertrauen in sein Kind haben solle.
Bruno befand sich ja immer noch in seinem Wattezustand und überließ sein Leben und seine Gesundheit gerne seiner Tochter.

Mit den Händen klammerte er sich an die Gurte des Rucksackes, den seine Tochter an den Schultern hängen hatte. 

Als Armina den Hebel am Griff nach vorne schob.. bewegte sich das Quad langsam beschleunigend in Richtung Heimatdorf.

Und mit etwas trockenen Lippen, leierte Bruno lautlos sein Gebet an die Geister des Walder herunter.

Mit jeder Steigerung des Tempos.., steigerten sich Brunos Gebete.

Knapp  25 Minuten später . als Armina in die Strasse zum Dorf einbog.. sprangen die Leute kreischend und schreiend in ihre Häuser.

Das Gefährt aus der Zukunft bremste dramatisch und verursachte eine Staubwolke.

Und als der Staub langsam nach unten sank.. saßen Bruno und seine Tochter auf dem  Vierrad und blickten in die Runde..
als ob sie täglich mit dem Gerät zum einkaufen fahren würden.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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