Jürgen Malodisdach

Menschheit ( 14 )

 

So endete die 13. Fortsetzung

 

Dann fragte er plötzlich, lebst du noch und wie schmeckt die Umgebung ? Da lächelte sie etwas und sagte dann ganz langsam, pfui Deibel stinkt das hier und husten muß ich auch gleich noch einmal. Der zweite Forscher hatte inzwischen auch seinen Helm abnehmen dürfen. Bestätigte ihre Worte. Es riecht wie verbrannte Kohle oder Waldbrand gemischt mit Essigaroma. Sehr gewöhnungs bedürftig. Und ein Stück weiter liegt nur noch eine dicke Nebelwand. Hallo Professor, sagten beide, wir haben hier noch eine Menge zu tun und zu ertragen.

 

Hier geht es heute weiter mit der.......

 

EM 800 ( 14 )

 

Tan fragte sie noch, ist denn irgendwo Wasser zu sehen. Nein,absolut nicht. Wir sind ein ganzes Stück weiter gegangen meinten die beiden Forscher. Sie fragten sich auch, wieso die Luft sehr feucht war, aber ein Gewässer, gleich welcher Art, ist nicht zu sehen.

Die Beiden waren schon fast ein km gelaufen. Sahen das Raumschiff schon lange nicht mehr. Verirren konnten sie sich nicht . Jede ihrer Schritte wurde registriert und aufgezeichnet. Für den Rückweg brauchten sie sich nur an die Aufzeichnungen zu halten.

Energie war auch genügend vorhanden, die Geräte konnten also nicht ausfallen. So gingen sie unter ständiger Kontrolle immer weiter. Erstaunlich war, daß die Nebelwand langsam einen rötlichen Farbton annahm. Außerdem war ein leises undefinierbares Rauschen oder auch Grollen zu hören. Eine Ursache war indes nicht zu sehen. Es wurde auch Zusehens wärmer. Nach Aussagen ihrer Controller waren sie schon bei 36 Grad angekommen.

Der Boden dampfte richtig und stieg etwas an. So als würden sie immer bergauf gehen. Und plötzlich , die Kosmonautin konnte gerade noch einen Arm seitlich ausstrecken um ihren Begleiter zu hindern weiter zu laufen, schoß vor ihnen , nur vielleicht hundert Meter, eine Feuersäule aus dem Boden. Sie waren sehr überrascht.

Das Grollen wurde stärker und eine zweite Feuerwand schoß in die Höhe. Sank aber gleich wieder zurück. Sie gaben eine Beschreibung dieser Situation an den Prof weiter. Erhielten die Erlaubnis etwas weiter zu gehen, wenn keine Gefahr für das Leben bestand. Nur noch ein kleines Stück gingen sie bergauf.

Dann standen sie am Rande eines Abgrunds. Sahen in die Tiefe, in der sich eine rot glühende zähe Masse träge dahin wälzte. Aber nur ein Stück, dann kam sie wieder zurück. So ging es immer hinundher. Ihre Meßgeräte sagten. Daß sich das Alles tausend sechshundert Meter in der Tiefe abspielte.

Die Spalte mit diesem Feuerstrom war nach allen Seiten unendlich lang. Wie ein Fluß, der träge dahin waberte. Für die Expedition bedeutete das, das hier ihre Forschungen und das Bleiben oder Vorwärtskommen nicht möglich war. Sie werden sich neue Wege für ihre Erkundigungen suchen müssen.

Sie gingen zum RS zurück um auch Tan ihre Erfahrungen und Aufzeichnungen mitzuteilen. Natürlich waren sie auch neugierig, was andere Forschergruppen so in Erfahrung gebracht haben. Fünf Forscher waren mit einer verhältnismäßig langsam fliegenden Drohne unterwegs. Sie suchten die nähere Umgebung des Landeplatzes des RS ab.

Sahen auch die Feuerwalze an der Abrißkante . Sie stellten fest, daß diese Kante immer mehr abbröckelt und so das RS bald erreicht werden könnte. Das war eine riesengroße Gefahr für das ganze Unternehmen.

Da ein Start wegen des Mangels an Treibstoffen nicht möglich war, drohte hier bald die Vernichtung Danach flogen sie in die entgegen gesetzte Richtung. Legten über 300 km zurück. Nach ihren Aussagen änderte sich die Oberflächenstruktur und Beschaffenheit nicht. Der Boden war hart wie Stein , mit Magma oder Ähnlichem überzogen. Manchmal waren Straßen- oder Wegstrukturen zu erkennen. Einen Sinn oder auch nur vernünftige Erklärungen dafür hatten sie nicht. Dann kamen sie in eine Gegend, wo ein Meter hohe Stümpfe aus dem Boden ragten. Ungleichmäßig wie abgebrochene Bäume oder sonstigen Gewächsen.

Es gab aber so etwas hier überhaupt nicht. Sogar Fragmente eingefallener Gebäude waren zu sehen. Auch nicht zu erklären. Was alle Mitglieder der Expedition wunderte, war der Umstand des Vorhandenseins der atembare Luft. Es stank zwar unangenehm und nach einiger Zeit mußten einige Mitglieder ihre Helme aufsetzen. Die mitgebrachten Reserven guter Atemluft schaffte dann wieder eine bessere Laune. Wie kann auf diesem Trümmerplaneten so ein Gasgemisch vorhanden sein. Damals auf der Erde wurde Atemluft durch Assimilation vieler Pflanzen, Bäume und Kleinlebewesen aus den Meeren erzeugt. Hier gab es aber so etwas nicht. Es fehlte ja auch das Licht einer Sonne dazu. Diese diffuse bräunliche Helligkeit drückte noch mehr auf die gesamte Stimmung aller Menschen.

Nun sollten sie hier auch noch Energieträger finden, abbauen und für das Raumschiff zubereiten. Und das auch noch schnell, denn es drohte die Vernichtung des RS. Dann war wirklich alles verloren.

Der Bericht dieser Forschergruppe war alles Andere als ermutigend für die gesamte Besatzung. Prof Tan arbeitete mit der Gruppe der leitenden Wissenschaftler nach stundenlangen Überlegungen einen Plan für die folgenden drei Monate aus. Das waren vor allem eine schnelle und hoch qualifizierte Arbeit zu Erkenntnissen dieses Trümmerplaneten. Schnellste Auswertung der Erkenntnisse und die umfangreiche Erkundung der nächsten Tausend Km ihres Standortes.

Die Gruppen dafür wurden festgelegt. Zuerst mußten die Maschinen für den schnelleren Transport der Forschergruppen gebaut werden. Das konnte sehr schnell geschehen. Die hoch moderne Technologie , durch selbst schaffende Aggregate und Maschinen gleich welcher Art, lief ja sowieso schon. Alles Computer gesteuert. Menschen hätten das in dieser kurzen Zeit nicht konstruieren und zusammen fügen können. Computer erneuerten und verbesserten sich selbst. Fertigten aus vorhandenen Einzelteilen alle erforderlichen Geräte und Maschinen.

Am nächsten Morgen, das ist gut gemeint, denn es gab ja keinen neuen Morgen. Immer sah alles gleich aus. Auf der Erde gab es Sonnenauf- und Untergänge, die Temperaturen änderten sich auch in den Jahreszeiten. Gab es hier alles nicht. Die Großraumdrohne erhob sich mit zehn Wissenschaftlern und den notwendigen Utensilien zeitig zum Erkundungsflug ab. Dieses Ding konnte nicht nur schnell und weit fliegen. Es konnte sich auch verwandeln in Boden- und sogar in wassertaugliche Fahrzeuge. Falls es doch irgendwo hier Wasser geben sollte, wäre das angebracht.

So gingen die ersten 500 km schnell vorbei. Bestätigten die Erkenntnisse und Aussagen der gestrigen Forschungen. Überall nur Gestein mit verbrannten Bodenstrukturen . Dazwischen manchmal Schneisen oder Straßen ähnlichen Formationen. Keinerlei Gewächse, Gewässer , schon gar nicht irgendwelcher Tiere oder beweglicher Materie. Gleich welcher Art. auch das Licht änderte sich nicht. Alles war bräunlich und ab einer bestimmten, noch nicht fest gestellter Höhe, war alles in eine undurchdringliche Nebelstruktur getaucht. Der Flug verlief ohne Zwischenfälle. Nach 1000 km wäre der tägliche Auftrag erfüllt gewesen. Anfrage an den Prof zur Erweiterung des Forschungsauftrages wurde positiv beschieden. Wenn ihr alle gesund und aufnahmefähig seid, erteilte er die Genehmigung zum Weiterflug nach eigenem Ermessen. So geschah es, daß die Gruppe nochmal 800 km flog. Dann erfolgte die Landung. Ohne Probleme. Die Türen öffneten sich und die Forscher gingen die Stufen zum Landeplatz herab.

Sie waren froh, wieder einmal stehen zu können. Aber auch verwundert. Der Boden war hier doch etwas anders, nicht so warm. Mehr wie ein fester Sandstrand an einem Meer der Erde. Immer noch hart aber nicht so unangenehm, wie der verbrannte Lavaboden unterm Raumschiff. Das hier war kein Lavaboden.

Auch die Luft war etwas anders, angenehmer und nicht so säuerlich. Sonst war die Gegend aber genauso trostlos wie der am Raumschiff. Das Licht war auch nicht anders. Von Vegetation keine Spur.

Da wo der Himmel vermutet wurde., war hier auch der undurchdringliche Nebel zu sehen. 1800 km waren sie geflogen. Tan gab die Erlaubnis zur Übernachtung. Für den nächsten Tag konnte der Flug nach eigenem Ermessen fortgesetzt werden.

Das Abendessen auf einem fremden Himmelskörper unter nicht so schönen Bedingungen wie ein Picknick auf der Erde, war gar nicht so unangenehm. Zwar waren alle müde aber so ist das Leben eben unter anderen Bedingungen.

Dann hing jeder seinen eigenen Gedanken nach. Viele Stunden. Mitten in der Nacht, aber die gab es ja nicht, wurden die Forscher von unheimlichen Geräuschen geweckt. Der ganze Boden vibrierte und dazu ein Lärm, ein Getöse, als würde ein Erdbeben oder ein Riese unter dem Fluggerät der Forscher alles aufwühlen.

Zur Vorsicht mahnen, das alle aus ihren Nachtlagern aufsprangen und nach draußen wollten. Aber das ging nicht so leicht. Die Tür klemmte . Das gab es noch nie, dann doch, die Treppe senkte sich auf den Boden . Die Forscher standen im Türrahmen, keiner Bewegung fähig.

Sahen nichts, einfach gar nichts. Sekunden- oder minutenlang. Dann begriffen sie es plötzlich. Es war hell, gleißend hell um sie herum. Sie mußten ihre Helme aufsetzen , die mit dem Sonnenschutz.

Dann kamen alle die Stufen herunter. Ungläubig und sprachlos. Erst langsam gewöhnten sie sich an das Neue. Aber dann etwas Euphorie. Wo kam diese Helligkeit her.

Und sofort eine Nachricht und Anfrage an die Zentrale, zu Prof Tan und eine neue Enttäuschung. Dort ist es genauso finster und rotbraun wie vorher und es stinkt wie gehabt.

 

 

Es geht immer noch weiter. Später.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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