Fritz Lenders

... schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 30 ) Neugestaltung

... noch bevor die Männer endlich ihren Schlaf fanden, mußte sie nochmals  auf den Gängen der Burg um Hilfe bitten, weil sie die Kammer für ihre Notdurft nicht fanden.

In den Hof wollten sie nicht gehen und unter dem Bett stand auch keine Schüssel, wie man es schon oft von den edlen Häusern gehört hatte.
Also mußte einer der Soldaten  wohl oder übel um Rat gefragt werden.
So konnten die Leute des Bischoffs also auch noch Bekanntschaft machen, mit Toilettenanlagen.., entworfen von  Adelheid von Tannenburg.

Zum ersten mal machten die Männer Erfahrung  mit Kammern der Notdurft, bei denen man sein Geschäft im Sitzen verrichten mußte.

Ebenfalls interessant war, daß sich an einer kurzen Kordel ein Hebel nach unten ziehen ließ, welcher Wasser über die schräge Rutsche, die nach außen führte, fließen ließ.

Zum Reinigen des Allerwertesten war ebenfalls ein kleines Gefäß vorhanden, welches unaufhörlich überlief und kleinste Mengen an Wasser in die selbe Richtung nach außen laufen ließ.

Die Soldaten wusten wirklich nicht mehr, warum sie so einfach und so unhygienisch gelebt hatten, wo doch die Sauberkeit ein solch wundervolles Lebensgefühl aufkommen ließ.

In diesem wohligen Bewustsein schliefen die Männer ein und konnten es am nächsten Morgen irgendwie nicht fassen, daß sie nicht mit Geplärre und Drohungen aufwachten,
sondern ein sanfter Gong die Leute zum Frühstück rief.

Naja, nicht der Gong rief die Männer.. sondern die darauffolgende, durch die ganze Burg zu hörende Stimme, welche einen guten Morgen wünschte und die Menschen zum gemeinsamen Frühstück in den Mannschaftsraum leitete.

Auf langen Tischen waren Teller und Tassen angerichtet und an einem Büffe durfte man sich selber bedienen.

Herrlich duftendes, frisches Brot, geröstete Scheiben von scheinbar auch einer Art von Brot , Toastbrot, genauer gesagt.
Verschiedene Säfte.
Milch sowohl warm als auch kalt und an der einen Seite fremd aber aromatisch duftend.. Kannen voll Tee  und auf der anderen Seite Kaffee.
In kleinen Schalen Zucker und Marmelade. etwas weiter hinten Wurst, Schinken und gerösteter Speck.

Aha, dachten sich die Männer.
Sicher wird ein hoher Gast erwartet.

Daher wollten sie sich auch nicht am Büffet bedienen.
Erst als einer der fremden Soldaten sie ermutigte, zuzugreifen.. , wagten sie es , sich ein bischen was zu nehmen.
Nicht zu viel.
Nur das Nötigste.
Natürlich frische , kalte Milch dazu.

Was den Männern auffiel, war die Sache, daß sich die meisten von dem heißen, schwarzen Getränk nahmen, welches ebenfalls einen herrlich Duft verbreitete.
Na gut, dachten sich die Männer.., dann probieren wir eben dieses fremde , schwarze Zeug mal aus.

Wie auch vor ein paar Tagen Gundelheid.. erging es diesmal den Männern des Bischofs.
Sie ließen den Kaffee über ihre Zunge in den Hals laufen und erwarteten anschließend.. einen üblen Erstickungstod.
So konnte wirklich nur übelstes Gift schmecken.

Doch komischerweise gewöhnten sich die 5 recht schnell an den bitteren Geschmack und mit etwas Milch und Zucker vermischt, war das Getränk gar nicht so schlecht.
Zusätzlich hatte der Kaffee auch eine aufputschende Wirkung, weil die Leute Koffeein ja noch nicht gewöhnt waren.

Noch ein kleines Problem waren die verschiedenen Besteckteile.
Aber die anderen Soldaten machten es so wie sie es von der Zeit im Jahre 2031 gewohnt waren..
und die 5 Gäste.., sozusagen.., schauten sich einfach Alles ab.

Nach dem Früstück trafen sie Helene und Adelheid im Burghof.

Die beiden Frauen diskutierten über den Anblick der Burg von außen.
Dadurch an den Türmen die schwarzen Solarfolien die hellen Steine überdeckten, wirkte das Gebäude ziemlich düster.

Helene hatte eine Drohne, von außen die Bilder an die Monitore werfen lassen und erkannte, daß sich wirklich ein dunkles, ja sogar furchteinfößendes Bild ergab.
Die Maschienenkanonen an den Türmen konnten das Bild auch nicht gerade entschärfen.

Adelheid hielt sich vor Schreck die Hände vor den Mund.

" So werden wir die Menschen nicht auf unsere Seite locken können "

Adelheid stellte sich vor ihrem geistigen Auge vor, wie ein feuerspeiender Drache die Menschen am Burgtor begrüßen würde.
Ja..., so könnte es wirklich wirken.

" Was können wir unternehmen, um die schwarzen Türme freundlicher zu gestalten ?

Sie drehte sich zu Helene um und da die Männer hinzugetreten waren, blickte die Burgherrin eben auch die Leute des Bischofs mit an.

" Blumen..., ganz einfach Blumen  an den Zinnen der Türme und ebenso beim Eingangstor. "

Wo Blumen blühen, würden keine bösen Menschen herrschen, erklärte einer der Männer den beiden Frauen.
Und ja, es war doch auch logisch.
Tyrannen und Sadisten mochten nichts weiblich Verspieltes in deren Nähe.

" Vielleicht lassen wir das mit den Blumen bei den Zinnen. Aber ich stelle mir vor, daß sich Planzen , die aus Blumenkisten wachsen, welche an den Fensterlbänken befestigt sind.., ein schönes Bild ergeben.
Grünes Efeu an den schattigeren Bereichen und Geranien im hellen Teil der Burg."

Den Bereich um die Zugbrücke wollte sie mit roten Rosen einsäumen.
Blumen zum Empfang.
Adelheid hatte ein gutes Gefühl...

          *** schwarze Burg und rote Rosen ***

Dies würde sich auch auf einem Wappen sehr gut ausmachen.
Hurtig besprachen die beiden Frauen und die drei Männer aus dem ehemaligem Gartenbereich des Bischofs.. wie vorzugehen sei.
Der Mann mit der malträtierten Schulter würde im Moment nicht so sehr mit anpacken können,
aber er konnte Setzlinge einpflanzen..,
die Blumenkästen abmessen und auch überlegen, wie die Sonne um die Burg verlief, und somit bestimmen welche Pflanzen wo eingesetzt werden konnten.

Adelheid wollte auch den Innenhof der Burg umgestalten.
Unbedingt.

Irgendwie ergab sich die Situation, daß das Dekorieren der Burg mehr Aufmerkasamkeit erforderte.., als das strategische Vorgehen des Angriffes bereffend.

Denn als Die beiden Frauen gerade die Detaills durchgingen.. wurde draußen an der Freifläche.., am Waldrand, eine Ramme durch das Grün geschoben.
Neben der Ramme, die eingesetzt werden konnte, um Burgmauern einzureissen, fuhren zwei riesige Schutzvorrichtungen links und rechts auf.

Die Schutzwägen waren für mindestens jeweils 10-15 Mann geeignet, die so zur Burg gelangen könnten, ohne von Oben beschossen zu werden. 
Konstruiert aus 15cm dicken Bohlen und auf Rollen zu bewegen.
Noch etwas weiter hinten erkannte man das Katapult, welches wieder so einigermaßen Instand gesetzt war.

Auch die Bögen, welche jeweils von 3 Männern bedient werden mußten, waren wieder präsent. 
Nur diesmal nicht nur der eine Bogen, sondern 6 Stück.
Bei jeder der  6 Vierergruppen, die im Halbkreis noch immer die Burg beobachteten.., wurde ein Bogen im Boden verankert.

Naja, jetzt wurde den angreiffenden Männern wenigstens etwas  psychologische Hilfe zuteil.
Denn der Aufmarsch von soviel Kampfgeräten stärkte das Selbstbewustsein der Bischofsgarde schon gewaltig.

Von einem Ohr zum anderen grinsend, stand der Kommandant am Waldrand und beobachtete den Aufmarsch seiner Mannen.

Jetzt..., genau jetzt würde den Burgidioten hoffentlich das Herz in die Hose rutschen.
Seiner Schätzung nach würde sich ein kurzer, heftiger Kampf über den ganzen Tag hinziehen...

Aber am Ende würde die Burg in Schutt und Asche liegen und  hoffentlich die arrogante Burgherrin an ihren langen Haaren am Sattel seines Pferdes festgebunden..., durch den Wald geschleift werden.

Oja, das würde ein Freudenfest seiner Triebe ergeben.
Aufgewühlt spielte er mit seiner Zange, die er in der kleinen Tasche am Gürtel trug.
Vielleicht könnte er dem Weib noch etwas auf die Zähne fühlen.
Während ihr Mann, festgebunden am Stamm, in der Mitte im Lager..,  dabei zusehen durfte.

Der Sadist wurde richtig ungeduldig.

Doch leider ertönte genau in diesem Moment seiner schönsten Tagträume.. die Stimme eines Mannes durch solch komische Trichter, zwischen den Burgzinnen..

"  Hallo liebe Kameraden.., ich bin`s   * Anselm vom Garten *..,  ich möchte euch eine Botschaft aus der Burg mitteilen.. "

"Verdammt"  , dachte sich der Kommandant..   " das war der Mistkerl mit seiner komisch angebundenen Schlinge am Arm.  Ich hätte ihn totschlagen sollen. Ihn und auch seine unfähigenn Idioten von Kameraden , die so feige in die Burg geflüchtet waren. "

Und die Stimme aus der Burg rief weiter in Richtung der Soldaten...

 " Wir sind von der Burg aufgenommen worden, als wir verletzt und voller Angst.., nicht mehr wußten was wir tun sollten.."

Irgendwie erklang ein bischen ein Geräusch, als wenn der Mann leise geschluchzt hätte.

" Wir sind wie Freunde aufgenommen  worden.., verarztet worden und dürfen bleiben "

Der Mann war nun oben auf dem Turm zu sehen.
Er winkte den Soldaten zu...

" wir haben neue Bekleidung bekommen und Arbeit.. wir sind nun frei "

Der Mann winkte herab zu seinen ehemaligen Kameraden... und deutete auf seine neue Bekleidung...

" Schießen.. sofort schießen.. "  rief der Kommandant  hysterisch.., mit sich überschlagender Stimme




 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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