Katja Baumgärtner

Das Schicksal

 

 

 

Ein Regenwurm nahm sich als Regenwurm zu wörtlich. Seiner Meinung nach durfte er nur Regenwurm sein, wenn es regnete. Er bewegte sich nicht, wenn kein Regentropfen vom Himmel fiel. Eigentlich ist das sehr gefährlich, könnte man meinen, aber wahrscheinlich ist es das Schicksal eines Regenwurms nicht gefressen zu werden oder gar bei Trockenheit aus zu sterben, wenn kein Tropfen Wasser vom Himmel fällt. Doch dieser Regenwurm war der lebendige Beweis für die 100% Überlebenschance eines Regenwurmes, der nur Wurm sein durfte, wenn es regnete.

So kam wieder ein Tag, an dem kein Regen fiel. Der Regenwurm bewegte sich aus diesem Grund nicht und lag nur da. Es regnete einen Tag nicht, es regnete zwei Tage nicht, es regnete eine Woche lang nicht. Die Zeit verging. Da bemerkte der Regenwurm eine Regenwurmfrau. Sie ruhte. Dies fand der Regenwurm sehr tapfer, denn es war schon sehr anstrengend und gefährlich, sich nicht zu bewegen. Er wunderte sich nur, dass sie ihm nicht früher aufgefallen war, da er sie sehr schön fand. Sich mit ihr anfreunden, konnte er nicht, denn er war ein Wurm, der nur bei Regen Wurm sein durfte.

Einige Zeit später kroch die Regenwurmfrau weiter. Sie drehte sich noch einmal um und lächelte den Regenwurm an. Der Regenwurm verstand nicht, weswegen sie sich weiterhin nicht rührte, denn es regnete immer noch nicht. Er wollte ihr nachschreien, doch das ging ja nicht, er war immerhin ein Regenwurm. Die Regenwurmfrau war bald nicht mehr zu sehen, worüber der Regenwurm sehr traurig war. Ihm war nicht bewusst, dass, wenn er wirklich ein Regenwurm sein wollte, sie sehen weder schön finden noch traurig sein durfte. Der Regenwurm dachte er verhielt sich all die Jahre wie ein Regenwurm, der nur Wurm sein durfte, wenn es regnete.

Ein Windstoß kam und eine klebrige Flüssigkeit wehte über den Regenwurm, die ihn versteinerte. Sein Gesicht sah sehr traurig aus. Der Regenwurm dachte an die Regenwurmfrau. An diesem Tag regnete es .

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