Fritz Lenders

....schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 33 ) Plan...

... Armina und Helene blickten sich an wie zwei Verliebte.


Dazu konnte man auch ganz gut erkennen, daß beide Frauen so rosige Wangen und die typischen leuchtenden, strahlenden Augen hatten.
Helene riss sich los von der Magie der Sekunde...


" Armina, du mußt jetzt deinen Vater holen und ihn bitten, sich auf dein Bett zu legen.  "

Armina rief ihren Vater ins Zimmer und dieser streckte drei Sekunden nach dem Rufen  schon vorsichtig den Kopf zur Türe rein.

" Was gibt es denn .., warum schreist du so. Aha, du redest schon wieder mit der Wand. "

Bruno betrat das Zimmer.., mit vorsichtigem Blick auf die Monitorfolie über Arminas Bett.


Die Ärztin sprach jetzt Bruno direkt an...

" Sie müssen ihren Pullover ausziehen und sich auf das Bett legen. Armina wird ihnen sechs  metallische Knöpfe auf die Brust legen, damit wir mal ein wenig in sie hineinhorchen können und sehen, was das Herz so treibt. "

Helene wante sich auch gleich wieder an Armina..

" Armina..,  du nimmst die Metallknöpfe aus der Schachtel, schmierst sie unten etwas mit der cremigen Substamz ein und verteilst sie auf dem Brustkorb und dem Bauch deines Vaters..., danach  stellst du den Kontakt zu den Knöpfen mit dem Funkgerät her. Einfach das Funkkästchen nahe an die Knöpfe halten und über den gelben, leuchtenden  Knopf streichen. "

Sobald Armina ihren Vater mit den Dingern, nach Helenes Anweisungen dekoriert hatte und mit dem Funkkästchen die Töne einfing.., teilte sich der Monitor an der Wand und Armina sah ein graues, pulsierendes Bild und hörte erschreckend pochende Töne auf der einen Hälfte der  Bildfläche.

" Armina, das ist das Herz , die Lunge und die Organe deines Vaters. Es ist für dich natürlich nicht normal, in den Körper eines Menschen zu horchen. Aber ich kann dir versichern, das Herz hat eigentlich keinen schlechten Rhytmus. Jetzt hältst du das Funkgerät mal fest an den Puls deines Vaters, am Handgelenk. Das kennst du ja noch von vor 2 Tagen. "

Armina kam sich ein bischen vor wie eine Assistenzärztin.
Bruno hingegen kam sich vor wie ein Schlachtvieh.
Ausgebreitet auf dem Bett seiner Tochter und ausgeliefert an eine sprechende Wand.
Naja.., die Zeiten hatten sich rasant geändert.

Eine Sekunde später hörte man ein Rauschen über den Lautsprecher...
Das Blut lief natürlich nicht geräuschlos an den Metalldedektoren vorbei.

" Armina, nimm mal aus der Schachtel das kleine Röhrchen. Daran ist ein  kleiner Knopf zum drücken. Aber erst mußt du das Röhrchen mit einem Tuch aus der anderen , kleinen Box abreiben. Also sterilisieren. Den Begriff erkläre ich dir später mal. Dann drehst du die Hälfte des Röhrchens  nach links, während du den anderen Teil festhältst. Dadurch wird im Innenraum eine winzige, kaum einen halben Milimeter lange Klinge gespannt , womit wir deinem Vater in den Finger piken werden.. "

" Nein, ich lasse mir nicht meinen Finger aufschlitzen. "

Bruno komentierte die Anweisung von Helene panisch.

" Es wird nichts passieren. Nur ein winziger Tropfen Blut wird zu sehen sein. Und spüren werden sie weniger wie einen Mückenstich. Vertrauen sie mir und meiner Assistentin.. "

Helene mußte leise lachen und Armina bekam dunkelrote Ohren vor Stolz. * Assistentin *... welch ein schönes Wort.

Bruno hingegen konnte dem Vorgang nichts Gutes abgewinnen.

Wiederwillig hielt er seiner Tochter den Finger hin und hielt die Luft an. In diesem Moment hörte man aus dem Lautsprecher gleich ein rasantes Ansteigen der Herztöne.

" Armina, drücke jetzt auf das obere Ende des Röhrchens und streife anschließend mit  einer kleinen Glasplatte das Blut ab. Die Platten findest du auch in der Box. Danach  nimmst du eine zweite Platte und presst beide fest zusammen. Und  nach 10 Sekunden  leuchtest du mit dem blinkenden Teil des Funkgerätes langsam darüber.. Verstanden ? "

Armina nickte.

Sie bereitete zuerst die Glasplättchen vor und danach ließ sie das Messerchen aus der Röhre auf Brunos Finger sausen. .
Der leise Schrei ihres Vaters brachte sie schon wieder zum Schmunzeln.
Das anschließende einfangen des Blutes stellte kein Problem dar.
Auch das Abscannen zur Diagnose war nicht schwer.

Und kurz darauf erklärte Helen dem Mädchen, daß das Herz ihres Vaters recht in Ordnung sei, jedoch die Blutwerte nicht zufriedenstellend waren.
Er hatte ziemlich hohe Zuckerwerte.. und mußte dringends genauer untersucht werden.
Nicht zuhause sondern in der Burg.

Helene würde am nächsten Tag mit zwei Begleitern ins Dorf kommen. Mit den Motorrädern.
Von dort aus würden dann Armina mit dem Quad, sammt ihren Vater und als Eskorte die drei Motorräder, in Richtung Burg aufbrechen.

" Übrigens Armina.., hast du die Turnschuhe schon anprobiert, die ich dir mitgegeben habe ? Die mußt du unbedingt anziehen und einlaufen. denn am Anfang sind sie ziemlich steiff aber nach einer gewissen Zeit wirst du sie gar nicht mehr ausziehen wollen. Deine Hausschuhe sind eigentlich nur für den Innenraum des Hauses gedacht "

Helene lächelte Armina und deren Vater mit einer Wärme zu, daß sich schon fast die Raumtemperatur veränderte...

Nach herzlichster Verabschiedung  von Helene, war Armina nun damit beschäftigt.., die medizinischen Geräte und Utensilien wieder einzuräumen.
Und ihr Vater auf dem Bett  lag da wie eine Wasserleiche.

" Jetzt habe ich also von der Mauer meinen Körper untersuchen lassen. Und von meiner Tochter.. der Heilerin. Übrigens, das hat ganz schön weh getan, als du mir in den Finger gestochen hast. Kann ich dann jetzt nochmal die Musik von der Frau anhören ? "

Ein  paar Sekunden später erklang   - Marianne Rosenberg -  durch den Raum. Die momentane Lieblingssängerin von Bruno.
Doch nach dem Lied fanden sie durch Zufall die Musik von  - Sarah Brightman -  und das haute Bruno dann vollends von den Socken.

Die Zukunft mußte ein herrliches Leben für die Menschen gewesen sein. 
Es konnte doch nicht sein, daß  sich die Menschen ihren Lebensraum zerstörten.., wenn sie doch so wundervolle Musik erklingen lassen konnten.
Bruno bat seine Tochter.., die Lautstärke etwas zu erhöhen, damit er in der Küche etwas hören konnte.

Voller Schwung packte er drüben dann die Küchenhilfe an den Hüften und wirbelte sie im Takt der Klänge durch den Raum.
Bruno fühlte sich plötzlich so beschwingt.

Seit dem Tod seiner Frau hatte er keine Lust mehr verspürt... sich anderen Frauen zu nähern.
Aber plötzlich.. durch die Musik und auch durch den Kontakt mit der Zukunft.. war er irgendwie so aufgedreht.
So liebesbedürftig.

Komisch.., jetzt plötzlich .
Und dabei fiel ihm auf daß sich die Küchenhilfe ziemlich gut anfühlte. 
Außerdem war sie nicht gerade häßlich...

Diesmal begann Brunos Herz aus einem anderen Grund schneller zu schlagen.
Zusätzlich schlug ihm auch die zum tanzen verführte Frau.. spielerisch und nicht fest.. auf die Wange.

" Bruno.., laß mich sofort los.. oder ich schlitze dich mit dem Küchenmesser auf wie einen alten Sack... "

Und sie lachte dabei so fröhlich.

** endlich hatte der Mann seine Scheu etwas abgelegt. Hatte ja lange genug gedauert **  ... dachte sie sich. 


Ebenso von den Klängen eingefangen.. wie auch die Zuhörer des Dorfes, die sich am geöffneten Fenster drängten.

Tja.. bis    - Angus Young -    seinen Gitarreneinsatz hatte. 
ACDC  konnte den Menschen von damals schon ganz schön Angst machen.

Auf der Burg unterhielten sich  gerade Professor Everie und der Burgherr Hermreich.

" es ist zwar gut, daß die Menschen den Weg zur Burg suchen.., aber diese Vier sind etwas zu gleichmäßig verletzt.. "
Helmreich legte Everie seine Bedenken dar.

Die Schnitte sind so glatt und so so gleichzeitig entstanden und auch der gebrochene Arm war mehr wie ein Zufall.

Bei dem Mann mit seinem Holzast im Körper  konnten sie sich schon vorstellen, daß es ein wirklicher Unfall war.
Jedenfalls mußten sie sich vorsehen.
Einen Spion in der Burg konnten sie sich auf keinen Fall leisten.

Als sie dann die Männer fragten, wo sie sich genau verletzt hatte,,., dauerte die Befragung nicht lange.

Innerhalb von 15 Minuten gestanden die Leute, vom Anführer verletzt worden zu sein um sich Zugang zur Burg zu verschaffen.


Auch der Soldat auf der Krankenstation, den Helene ziemlich schnell von seinem Holzstück befreit hatte, seinen angekratzten Darm geflickt hatte und auch den entzündeten Blinddarm per endoskopischer, 20 Minuten dauernder Operation  entfernt hatte... war sofort geständig.

Aber alle vier versicherten, daß sie nie wieder zur Bischofsgarde zurück wollten.
Nie wieder.
Jedoch mußte Everie und sein Team auf die Hilfe der zwei Männer bestehen, welche zurück in den Wald sollten

Sie versicherten nochmals eindringlich.. daß von seiten Burg jede Hilfe zuteil werden würde.., sollte sich ein Gefahrenmoment ergeben.

Einer der Soldaten erklärte dem Mann mit dem zerschnittenen Arm eines der Scharfschützengewehre.


Der Bischofsmann durfte sogar durch das Fernrohr blicken und sah seine Kameraden wie auf Armlänge von ihm entfernt.

" und damit könnte ich also jetzt eine der kleinen Kugeln bis in den Wald schleudern "     fragte der Mann  erstaunt.

" Ja, der Wald ist knapp 170 Meter entfernt. Bei guten Windverhältnissen können wir damit auf eine Distanz von etwa 600 Metern zielsicher treffen "

Er schlug dem Soldaten aus den feindlich Reihen freundlich auf die Schulter.

" wir passen auf euch auf "

 Zur selben Zeit unterhielt sich der Anführer der Bischofstruppen mit einem seiner Hauptmänner.

" ich sage dir, die Leute in der Burg haben innerhalb kürzester Zeit herausgefunden.., daß die Männer von uns geschickt wurden. Ich weiß nicht wie sie anschließend zu Informationen kommen wollen, aber das werden wir erfahren. Wenn die zwei zurück sind , werden sie sofort getrennt. Ich werde dem Einem dann mal auf den Zahn fühlen, was es so zu erzählen gibt !! "

Bei den Worten des Kommandanten.., Betreff des   * auf den Zahn fühlen`s  *  wurde der ganze Körper des Hauptmannes von einer Gänsehaut überzogen.
Von oben bis unten..
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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