Fritz Lenders

...schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 35 ) Rettungskommando

.. der Kommandant schnitt das Ohr des armen Mannes bis auf den Knochen auf, um zu sehen.. was es zu sehen gab.

Da sich durch den grausamen Schnitt natürlich das Blut im Gehörgang des Soldaten sammelte, war nichts zu sehen.
Außerdem war das Loch auch irgendwie zu klein , um den Augen des Erforschers seine Geheimnisse preiszugeben.

Der Kommandant setzte seine Zange am unteren Bereich der Ohrmuschel an und zog die Wunde mit Gewalt auseinander.
Der Schrei des Soldaten überschlug sich um mehrere Oktaven und wurde zum wahnsinnigen Gekreische.

" Es ist ja wirklich nicht mehr zum Aushalten. Du machst mir ja das ganze Lager verrückt. Wir werden das jetzt sofort abstellen. "

Mit diesen zynischen Worten zwang er den Gequälten mit Gewalt..,  seinen Mund zu öffnen und verhinderte ein zubeissen der Zähne, indem er ein Holzstück zwischen die Zahnreihen presste.
Dann schob er sein Messer bis zum Anschlag in den Hals des Soldaten und  schnitt von links nach rechts quer durch den Innenraum des Halses.
Plötzlich verstummte das Schreien und es war nur noch ein merkwürdiges Krächzen zu vernehmen.

" Na also,  es hat also nochmals funktioniert. Mir hat es mal ein Heiler erklärt, als ich eine kleine Befragung durchführen mußte. Hinten im Hals sind so schwingende Bänder, welche Töne erzeugen. Wenn die durchtrennt sind, gibt es kein Gekreische mehr. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welchen Lärm die Zofe des Bischofs damals machte. Manche Leute haben einfach kein Gefühl für ihre Mitmenschen und schreien hemmungslos durch die Gegend. Aber mit so einem kleinen Schnitt wird die Angelegenheit für alle Beteiligten  erträglich "

Während der Sadist so vor sich hin plapperte und im Ohr herumstocherte.. und während der Soldat weinend und krächzend in den Seilen hing.. schlichen sich von zwei Seiten ein paar ziemlich grün getarnte Soldaten aus der Burg durch das Gebüsch.

" Na schau, was haben wir denn da ? "

Der Anführer zog ein kleines Metallgebilde aus dem Ohr.
Interessiert hielt er das winzige Gerät gegen den Leuchtstrahl des Feuers.

" Und das soll jetzt also für uns bedrohlich sein?  Hmmm ? Irgendwie schwer zu glauben. Eine Kugel aus Metall. ? Na ich würde sagen, wir lassen jetzt mal die Bäume ihre Arbeit machen und schicken deine Arme und Beine in Richtung Wald. Vielleicht verhindert das kleine Schauspiel.., daß noch Irgendwer auf blöde Gedanken kommt."

Doch als er den Befehl gab, die Halteseile der Bäume zu kappen.., fielen plötzlich wieder zwei Bischofssoldaten wie vom Blitz getroffen um.
Die getarnten Soldaten der Burg hatten mit ihren Pistolen, welche durch Schalldämpfer fast lautlos waren, den zwei Männern, welche die Halterungen durchtrennen wollten, aus einer Entfernung von knapp 30 Metern in den Kopf geschossen.


Leider wollte es der Zufall, daß in dieser Sekunde mehrere Augenpaare in diese Richtung in den Wald blickten , weil keiner das ausreissen der Arme sehen wollte.
Daher sahen die Männer eben nun jetzt das Mündungsfeuer von den zwei Pistolen.

Der erschreckte Ruf eines der Bischofskrieger alarmierte die Truppe zur Vorsicht.

Geistesgegenwärtig ließ sich der Kommandant nach hinten zwischen die Zelte fallen und robbte wie ein Salamander ins Gebüsch.
Obwohl er eigentlich nur als kranker Sadist bezeichnet werden konnte.., hatte er dennoch die Gabe, Geschehnisse sofort und analytisch genau beurteilen zu können.
 Deshalb war er auch der Anführer der Truppe und nicht irgend ein anderer der Garde.

" Alle Männer   bilden jeweils Viererteams und  verteilen sich im Kreis um das Lager, jeweils  25 Meter in den Wald hinein und Abstand 20 Meter zu den Nachbarteams
Es wird auf keinen Fall einer der Angreifer getötet !!  Ich will diese Bestien lebend in meinem Zelt haben. Denkt an eure  Kameraden !  Und nun los,   auf zur  Jagd . "

Es war schon ersichtlich, daß der Kommandant wußte , was er seinen Leuten auftrug.
Mit dieser Gruppierung rund um das Lager,  wäre es unmöglich, für einen Eingreiftrupp, zu entkommen.

Theoretisch.

Leider waren da so kleine , gemeine Nebelgranaten . 
Und zusätzlich Tränengas Angriff in die Gebüsche, in denen sich die Leute zu gruppieren versuchten.

Während sich der Anführer weiter in das Dickicht schlängelte und versuchte so weit wie möglich aus dem Feuerschein zu verschwinden.., begann im Umkreis um das Lager ein unkontrollierbares Husten.
Tausende Tränen durchnässten den moosigen Waldboden.

Der Kommandant bekam auch etwas von dem süßlich schmeckenden, aber so grausam in den Augen brennenden  Tränengas ab.
Doch  er drückte seinen Kopf so fest er konnte in das Moos.
Mit Gewalt verdrängte er das Husten, welches sein Versteck verraten hätte.

Geschützt durch den Nebel der Granaten, schnitten die Burgleute den Soldaten aus seinen Seilen und  trugen ihn zu zweit aus dem Gefahrenbereich.
Der arme Mann bekam irgendwie so gar nichts mehr mit.
Er war in einer totalen Schockstarre und wußte nicht mehr zwischen Realität und Traum.., besser gesagt.. Albtraum.., zu unterscheiden.

Einer der Bischofsleute schoß einen Pfeil so auf gut Glück in die Richtung, aus der er ein Rascheln hörte.
Und tatsächlich erwischte es den letzten der vier Burgsoldaten.
Der Pfeil durchschlug die Schulter des Mannes.., knapp 1 cm  neben der Schutzweste.

 "Ich bin getroffen.. "   hörten seine Kameraden den kurzen Satz, flüsternd durch die Ohrknöpfe.

Sein Vordermann drehte sich um und erkannte den  fibrierenden Pfeil in der Schulter seines Kollegen.
Ein kurzer Schnitt mit dem Kampfmesser und schon war nur noch die Spitze des Geschosses in der Schulter.

Zwar schmerzhaft pochend aber nicht lebensbedrohlich.

der helfende Soldat riss ein kleines Päckchen auf, welches er aus seiner Seitentasche zog und rieb die Stelle an der der Pfeil die schulter durchstochen hatte mit einer gelartigen Substanz ein.

Wunddesinfizierend und schmerzblockend.


Weiter ging es mit der beschwerlichen Last des schwerverletzten , ehemaligen Bischofssoldaten, in Richtung Burg.

Noch höchstens 100 Meter bis zum Quad.
Als sie den verletzten Bischofsmann zwischen sich auf die Sitzbank hoben, war das Schlimmste ausgestanden.

Als dann das Elektrogefährt lösfuhr.., begann der gequälte Soldat aus dem Wald.. leise zu weinen.
Schmerzen spürte er im Moment nicht, weil sein Körper voller Adrenalin aufgeputscht war.

Außerdem hatten ihm seine retter provisorisch ein Verbandspäckchen um die Hand gewickelt.

Auf seinem Ohr klebte ein großer Wundverband, welcher den halben Kopf bedeckte.


Aber die psychische Tortur machte ihm zu schaffen.
Er war eigentlich in der Nähe.., verrückt zu werden.

Welchen Schaden er wirklich davon getragen hatte, würde sich erst in ein paar Tagen herausstellen.

Als sie ein paar Minuten später durch das Tor in die Burg einfuhren, war Helene schon vorbereitet.
Sie hatte den Operationsbereich  bereits sterilisiert und die Geräte für einen schnellen Einsatz auf dem kleinen Wagen neben dem OP- Tisch aufgereit.
Doch als sie den armen Mann endlich vor sich liegen hatte und ihn mit einer kreislaufunterstützenden Spritze stabilisierte.., wurde ihr das Ausmaß der Verletzungen erst so richtig klar.

So etwas konnten keine Menschen anrichten.

Die Hand des Mannes war so richtig zerfetzt.
Mit einer ungeheueren Gewalt auseinander gerissen bis auf die Gelenkwurzeln hinab.

Er würde diese Hand nie wieder richtig einsetzen können.

Momentan war es sogar fraglich, ob seine Hand überhaupt behalten würde.
Ähnlich schlimm sah auch das Ohr aus.
Sie würde viele Stunden damit verbringen..
... zumindest zu versuchen, die  Verletzungen zu reparieren.

Was jedoch das Krächzen des Mannes betraf, ließ Helene einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen.
Erst verstand sie nicht, warum der Mann solche Laute von sich gab.

Und bei jedem der merkwürdigen Laute lief Blut aus seinem Mund.
Als sie jedoch den Mundraum untersuchte und der Blutung auf den Grund gehen wollte, erkannte sie durch die winzige Kamera, welche den Halsraum untersuchte.., daß die Stimmbänder nicht nur durchschnitten waren.. sondern, daß sie mit brutaler Gewalt , richtiggehend zerfetzt waren.

Dieser Kommnandant war nicht nur gefährlich sondern ein kranker Verrückter.
Hoffentlich würden sie nie schutzlos in die Hände dieses Verbrechers geraten.

Helene begriff in dieser Minute.., daß es für die Burg werder ein Verhandeln noch eine Einigung geben würde.
Die Bischofsleute wollten nicht nur die Burg erobern.. sondern sie wollten  Leichen sehen.
Schrecklich zu Tode gefolterte Leichen.

Helene bekam unglaubliche Angst.
Angst um sich selber aber noch mehr Angst um Armina.

Was wäre, wenn der Anführer einen Zusammenhang erkannte?
Wenn er Armina in seine Gewalt brachte....?

 

Helene beschloß  sofort nach der Versorgung des Soldaten und auch des entfernen der Pfeilspitze , aus der Schulter eines ihrer eigenen Kameraden..., 

mit Armina Kontakt aufzunehmen.

Sie mußte das Mädchen warnen und ihr unbedingt einen Ohrknopf mit einer Drohne schicken.

 

Das Dorf war nahe genug, um mit einer Drohne jederzeit einen Angriff für den Moment stoppen zu können.

Besser wäre es natürlich, Armina zu sich in die Burg zu holen.

Aber dies war im Moment ausgeschlossen.

 

Außerdem  spürte Helene, daß sich das Dorf des Mädchens als perfekte Außenstation  einsetzen ließ.

Vom Dorf aus konnten sie eine neue Marschrichtung der Menschheit planen und durchführen.

 

Naja.., zumindest versuchen es zu tun ...

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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