Ann-Kathrin Heine

Was wäre, wenn ... ?

Pandemie. Was bedeutet Pandemie? 

Das Wort Pandemie ist ein feminines Substantiv, 

das eine sich weit ausbreitende, ganze Landstriche, Länder erfassende Seuche beschreibt. 

 

Aber was wäre, wenn man eine neue Definition niederschreibt, die ganz und gar abweicht von Viren, Bakterien und Krankheit. 

Was wäre, wenn man anfängt viel weiter zu denken? Was wäre, wenn man anfängt, 

die eigentliche Seuche zu erkennen? 

Was wäre, wenn man anfängt, 

all das was man glaubt zu kennen zu überdenken? 

Dann träge die Seuche einen neuen Namen, 

dessen Sinn die wenigsten hinterfragen, 

denn sie ist verankert in unseren Köpfen, 

verankert in unserem System. 

 

Was würde Pandemie also konkret bedeuten, 

wenn mans neu definiert? 

Das Wort Pandemie wäre ein feminines Substantiv, 

das eine sich weit ausbreitende, ganze Landstriche, Länder erfassende Blindheit beschreibt. 

 

Eine Blindheit, die man von Kindheit an 

beigebracht bekommt:

Bloß nicht den Sinn des Lebens hinterfragen, 

einfach seinen Teil zur Gesellschaft beitragen, 

damit man hineinpasst in ein feststehendes Schema, sich kleinmacht, damit man in das Konzept reinpasst, in dem man glaubt, man wäre frei. 

Dabei ist man, wenn man‘s genau nimmt, das exakte Gegenteil, denn jeder einzelne von uns

repräsentiert nur ein‘ ganz klein‘ Teil vom Einheitsbrei, 

in dem alles genormt ist und alles 

nach dem Abbild eines Ideals geformt ist, 

dem sowieso niemand entspricht. 

Und dennoch ist da keiner, der 

mit diesem Weltbild bricht, 

denn wir sehen es sozusagen 

fast schon als unsere Pflicht, 

wegzusehen und nicht zu hinterfragen, 

wenn das System sich widerspricht. 

So werden wir erzogen selbstständig zu denken 

und trotzdem hineingepresst in ein Konstrukt, 

das versucht uns zu lenken, 

uns suggeriert, man sei nur dann 

ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, wenn 

man einwandfrei funktioniert. 

 

Doch was wäre, wenn man dieses Konstrukt 

mal verwirft und sich fragt, 

was man selbst eigentlich will? 

Dann sitzt man da und man stellt fest, 

dass alles, von dem man geglaubt hat es zu wollen, 

nur Fassade ist, man überladen ist 

mit Dingen, die ein’ eigentlich nicht erfülln‘ 

wenn man mal ehrlich zu sich selbst wär’. 

Doch wir haben perfektioniert uns selbst 

was vorzulügen, uns einem System zu fügen, 

das uns vorgibt wie erstrebenswert es sei, 

über mehr materiellen Schwachsinn zu verfügen, 

als wir eigentlich gebrauchen könn’ und 

jemals überhaupt verbrauchen könnten. 

Wir sind geblendet von Dingen, die 

eigentlich kein’ Wert haben, denn nur so 

vergessen wir uns selbst auch mal zu fragen, 

wohin’s uns eigentlich verschlägt und was von dem 

uns eigentlich erschlägt, von dem wir glauben 

es zu brauchen, um noch glücklicher zu sein. 

 

Und jedes Mal wenn wir denken wir seien 

endlich mal zufrieden kommt ein neues Ziel daher. 

Dann sitzt man da und man stellt fest: 

Uns kann nie etwas genügen 

und wir wollen IMMER immer mehr.

Und vielleicht ist ja dieser unerträgliche Drang 

nach dem Glücklichsein selbst 

das, was uns wirklich vom glücklich sein abhält,

denn sind wir mal ehrlich: 

Irgendwas könnte doch immer irgendwie 

noch besser sein, doch wir

gestehen uns das selbst nie ein,

denn irgendwo wollen wir doch alle besser sein 

als dieses besser-sein-wollen. 

Und genau deshalb wird es Zeit 

nach Veränderung zu greifen. 

Einen Weg zu beschreiten, der aufräumt 

mit diesem unerträglichen Streben 

nach bedingter Vollständigkeit, denn 

dieses Streben allein macht es zur Unmöglichkeit

zu bekommen, was im Grunde jeder haben will. 

Ich spreche von Zufriedenheit. 

Wann ist endlich Schluss mit Überfluss und 

diesem Drang nach Überlegenheit? 

Denn all das ist doch der eigentliche Ursprung 

des Gefühls von Unvollkommenheit. 

 

Es ist an der Zeit für ein bisschen mehr Menschlichkeit, denn an manchen Tagen frage ich mich, 

was von mir selbst wirklich noch bleibt, außer 

das was mein Besitz nach außen hin zeigt. 

Und an anderen Tagen frage ich mich, 

wie ich diesem Teufelskreis entfliehen kann. 

Ich kritisiere, aber halte mich selbst nicht wirklich dran und eigentlich bin auch nur ein ganz kleiner Teil 

vom Einheitsbrei, der nicht aufhören kann 

mit diesem Streben nach bedingter Vollständigkeit. 

 

Und nun sitz ich hier und frage mich, kann man 

jemals vollständig sein? 

Was ist überhaupt Vollständigkeit und 

wann hat man diesen Punkt erreicht? 

Ich will so vieles sein und doch 

find‘ ich nicht die Gelegenheit 

dazu, mich selbst zu überwinden. 

Vielleicht wird es Zeit, mich einfach damit 

abzufinden, dass es nicht so einfach ist 

sein‘ rechtmäßigen Platz zu finden, wenn

man’s nicht schafft ein gesundes Mittelmaß zu finden.

 

Denn irgendwie scheint es kein’ Weg zu geben, 

sich aus dieser Sackgasse herauszuwinden, oder vielleicht liegt es auch bei mir allein herauszufinden, 

an welcher Stelle ich falsch abgebogen bin denn 

ich bin genauso Teil des Überfluss‘,  obwohl

ich eigentlich kein Teil davon sein muss.

Wenn ich wollte könnt ich’s ändern, denn 

ich seh ja das Problem, aber ich bin einfach zu bequem um dem System den Rücken zuzudrehen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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