Georges Ettlin

Die Selbstfindung

Der Moment der Selbstfindung soll eine wichtige Station in unserer Lebensgeschichte sein, deshalb
habe ich, weil ich mich nicht fand, ein Inserat geschrieben mit der Frage, ob da jemand mein Selbst
vielleicht gefunden hätte. Es meldeten sich nur ein Student der Psychologie, er brauchte mein verlorenes Ich
für seine Doktorarbeit.Eigentlich hätte ich eine Antwort lieber von einem Philosophen erwartet, aber
da war niemand, der sich für mein Problem als Philosoph von der philosophischen Seite aus interessierte.
Nun gut, ich suchte mich bei Google, die wussten aber auch nur verkürzte, verstümmelte
Tatsachen zu meinemSelbst ...Ich aber suchte keine Fakten, sondern einzig und allein nur mein Selbst.
Im Spiegel fand ichr mein Abbild und was in mir drinnen ist, fand ich im Spiegelbild nicht,
im Fundbüro zu suchen wäre ein Witz.
In einem Albtraum glaubte ich mein Selbst erhascht zu haben, es floh ins Dunkle  und in meinen Händen blieben nur Laub, Erde und ein
nasser Wanderstiefel. Beim Aufwachen war mein Selbst aber  schon wider verschwunden.
Nun frage ich die Leser halt, ob sie mein Selbst  gefunden hätten:
Es sieht gut aus, ist jünger als mein
Körper, die Seele könnte aber aus einer fernen Ewigkeit stammen. Humor und Liebe sind da sichtbar, auch Schalk und
Ironie. Grundsätzlich liebt mein Selbst als Person gesehen alle Frauen, weil diese gefühlt- menschlicher sind, bei den Männern
ist es vorsichtig- distanziert und ehe geistig interessiert, männlichen Körpern erlaubt mein Selbst keine Annäherung.

Ich glaube,Mein Selbst ist nicht schüchtern, mutig, lustbetont und geht jedem Schmerz gerne aus dem Wege.
Wenn Du mein Selbst freudlich begrüsst und gut behandelst, dann lächelt es, den Frauen
gibt es sicherlich auch gelegentlich einen lieben Kuss.

 



***

c/G.E.
 

Gemälde Öl auf Leinwand 1976 "Das Fenster"
von Georges Ettlin
Georges Ettlin, Anmerkung zur Geschichte

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