Fritz Lenders

... schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 46 ) Nachtangriff ...

... Bruno wäre beinahe das Herz stehen geblieben, als er hörte, was Adelheid zu Armina sagte.

" Nein, ich lasse euch nicht alleine in den Wald. Wer weiß, ob und wieviele der Bischhofssoldaten sich schon im Gebüsch herumtreiben. "

" Papa,  in der näheren Umgebung ist jedenfalls keine Bewegung im Wald. Die kleinen Kästen an den Bäumen hätten uns schon rechtzeitig gewarnt."

Armina war schon klar, daß sich ihr Vater zurecht Sorgen um sie Beide machte.
Sie zog ihn rüber in ihr Zimmer und zog die Schublade unter dem Bett ganz heraus.
Darin befanden sich  die verschiedensten Schutzausrüstungen, welche Helene für Armina hinterlassen hatte.
Auch der halboffene Helm mit dem herunterklappbaren Visier.
Ebenfalls hatte sie noch die Brille, welche vor Tagen im Wald gefunden wurde.

Gemeinsam mit ihrem Vater und mit Adelheid.., probierten sie die verschiedenen Geräte aus. 
In der Nacht, auf dem Dorfplatz stehend.., wirkte sowohl beim Nachtsichtvisier des Helmes, als auch bei der leichten Brille des abgestürzten Piloten , die ganze Umgebung hell.

Lediglich ein Unterschied war festzustellen.

Beim Visier des Helmes hatte man eine totale Rundumsicht und war der Kopf außerdem natürlich auch geschützt,

während die Brille leicht von der Nase rutschen konnte und irgendwie doch eher für einen Spaziergang konstruiert wurde.. oder einem Nachtflug mit dem Hubschrauber..

 

Die Umgebung wurde ziemlich hell.

Unwirklich grünlich strahlend.., aber dennoch hell.

Zusätzlich fanden sie heraus, daß das Zielfernrohr am Schießgerät eine interessante Fähigkeit hervorrief.
Ein Lauschgerät, welches mittels Richtmikrofon die Töne des anvisierten Objektes ertönen ließ.

Man konnte nicht so einfach hören, was sich so in der Entfernung abspielte  sondern die Zielvorrichtung verband sich automatisch mit dem Ohrknopf.., sobald eine Nähe zu den elektronischen Teilen entstand.

Also sobald das Ohr mit dem Knopf im Innersten.. mit dem Zielfernrohr am Gewehr eine Entfernung von 50 cm unterschritt.

Armina  zielte nämlich in den Wald und sah einen kleinen Fuchs durchs Unterholz schleichen.

Entfernung knapp 400 Meter, wie sie im Display angezeigt bekam.
Und trotzdem konnte sie die leisen Geräusche hören, welche das Tier beim Durchstreifen  des Waldes verursachte.

Ziemlich interessant.

Trotzdem hatte Bruno ziemliche Bedenken, die zwei Frauen alleine in die Finsternis gehen zu lassen.

Andrerseits konnte er das Dorf auch nicht alleine lassen.

Sollten wirklich Bischofskrieger in der Gegend auftauchen, würde er mit der Scorpio ziemlich schlagkräftig dazwischen funken.

Während sie noch diskutierten und auch Adelheid Bruno erklärte, daß sie mit aber auch ohne Begleitung,  in Richtung Burg aufbrechen würde, weil sie ihren Mann und die Menschen auf der Festung nicht alleine lassen würde, erklang aus den Ohrknöpfen von Bruno und  Armina , Everies Stimme.

" Armina, wann sind unsere Leute in Richtung Burg aufgebrochen ? Wir haben den Kontakt plötzlich verloren. "


" Die Drei sind vor knapp 30 Minuten losgefahren. Die zwei Soldaten  gemeinsm mit einem Motorrad und die Helferin von Helene, also die Krankenschwester.. mit dem Quad. Den Anhänger und eines der Motorräder haben sie zurück gelassen, weil sie so leise wie möglich zurück zur Burg gelangen wollten "

Armina ahnte nichts Gutes.
Auch Everie  äußerte sich diesbezüglich recht verhalten.

" Armina, kannst du für ein paar Kilometer die Strecke abfahren, in welcher die Drei zur Burg wollten ? Du müßtest nur zwei Dinge unbedingt beachten. Erstens nur mit Elektromotor fahren wegen der Geräusche und Zweitens, unbedingt den Schutzhelm mit dem Visier aufsetzen, damit du keine Beleuchtung verwenden mußt. Nur beachte bitte, daß du nicht zu nahe an die Burg heran fährst, weil sich rundum, im ganzen Gelände des Waldes die Soldaten des Bischofs aufhalten. Wir bleiben im Kontakt. "

Brunos Zuckergehalt im Blut veränderte sich schlagartig.
Er wollte seine Tochter keiner Gefahr aussetzen, andrerseits jedoch auch Hilfe zuteil kommen lassen, falls die Drei Burgsoldaten in Gefahr geraten waren.

" Bitte, mein Ein und Alles..., versprich mir, daß du jeder Gefahr soweit wie möglich aus dem Wege gehst. Ich kenne dich und ich weiß was dein Temperament oft mit dir anstellt. Adelheid.., versprechen sie mir bitte auch, Armina von unnötigen Aktionen abzuhalten "

Bruno flehte seine Worte sozusagen in die Psyche der zwei Frauen.
Hätte es das Wort Hypnose damals schon gegeben.., es wäre der Situation gerecht geworden.

 

" Kann ich Ihnen wenigstens den Ohrknopf mitgeben, denn vielleicht werden ihr in der Dunkelheit durch irgend einen Umstand getrennt, dann habt ihr wenigstens Sprechkontakt."

 

Mit fahrigen Fingern zog sich Bruno den Metallsender aus dem Gehörgang und drückte das Teil Adelheid in die Hand.

 

Seine Tochter klärte die Burgherrin kurz über die Funktion des Senders auf und anschließend mußten sich beide sputen um  noch vor Sonnenaufgang die Gegend absuchen zu können.

Schnell liefen sie ins Zimmer des Mädchens zurück und kleideten sich an.

 


Armina und  Adelheid schlüpften beide in die Schutzwesten und trugen auch Beide diese wundervollen Stiefel aus den Beständen von Helene.
Ebenfalls zogen sie sich die schnittfesten, leichten Handschuhe an und jede von Ihnen schulterte ihre Waffe.

Armina hängte sich das Präzisionsgewehr auf den Rücken und verstaute ziemlich viel Munition in dem kleinen Rucksäck`chen, welches sie auch von der Ärztin bekommen hatte und welches sich umgedreht also nach vorne, über der Brust tragen ließ. 
Adelheid  klickte den Köcher, gefüllt mit  30 Pfeilen an den Gürtel an ihrer Hüfte und schlüpfte  durch die Bespannung des Bogens, so daß auch dieser auf ihrem Rücken seinen Platz fand.

Die Burgherrin war ein bischen unbeweglich, weil Armina sie in eine dieser praktischen Kampfhosen gezwängt hatte und auch die Jacke mit dem Tarnmuster  schaffte etwas Platzmangel.

Zuvor war es schon fast akrobatisch anzusehen, als Armina  Adelheid dabei half, in die neuen Unterwäscheteile zu schlüpfen. 
Momentan glaubte die Frau aus der Burg.., in den langen , wärmenden Unterhosen und dem Bustier.. zu ersticken.
Immerhin war sie es gewohnt.., stets nur ein Kleid mit minimalst wärmendem Unterrock zu tragen.
Unterwäsche war nicht vorhanden.

Einerseits nicht unpraktisch, falls die Blase den Körper wieder mal peinigen  wollte, andrerseits aber auch immer wieder für böse Verkühlungen sorgend.

Zum Schluß muste sie noch in die , ihre Füße eng umschließenden Socken schlüpfen.

Adelheid fühlte sich etwas unbehaglich.

Ein Blick in den neuen Spiegel, welcher Arminas Zimmer so optisch aufwertete und irgendwie vergrößerte.., ließ die Burgherrin aufstöhnen.
Also , viel war von der schönen Frau nicht mehr übrig.
Sie würde sich eher in die Richtung... * Krieger aus dem Morgenland *  einordnen.

Armina stellte sich neben Adelheid und gemeinsam betrachteten sie sich im Spiegel.

" Männer mit langen Haaren, würde ich mal sagen. Oder was meinst du ? "

Sie lachte Adelheid sanft an...

" Ja, Krieger aus der Ferne. Aber ziemlich gut aussehend. "

Sie drehte sich Armina zu und bließ ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. 

" Du mußt auch mir versprechen, daß du keine riskanten Sachen unternimmst. Gemeinsam werden wir in die Dunkelheit fahren.. aber auch gemeinsam wieder zurückkommen. Bitte. Versprich es mir !! "

Adelheid fuhr mit den behandschuhten Händen Armina  über die Haare. 
Sie umarmten sich so innig, wie es die Ausrüstung eben  zuließ und küßten sich ein letztes mal.
Ihre Zungen schenkten sich gegenseitig etwas Liebe und den Honig der Sinne.

Gemeinsam beschlossen sie, auf die Ellbogen, Knie und Schienbeinschützer zu verzichten.

Bruno war drüben in seinem Zimmer damit beschäftig, sich anzuziehen, deshalb schlichen die Beiden schnell aus dem Haus um sich nicht durch traurge Blicke von ihrem Vorhaben abhalten zu lassen.

Langsam  fuhren sie in die Nacht hinein, welche für die jungen Frauen jedoch grünlich hell leuchtete.

Armina stellte den Kontakt zur Burg her und teilte Everie mit, daß sie sich schon auf dem Weg durch den Wald befanden.

Zudem teilte sie dem Professor mit, daß ihr Vater Adelheid den Ohrsender überlassen hatte.

Während Everie ein neues Verbindungswort in den Sprachassistenten eintippte.., also Adelheids Namen..,  klärte er nebenbei die Frauen über den Stand der Dinge bei der Burg auf.

Adelheid wurde schnell klar, daß  selbst moderne Waffen keinen Rundumschutz darstellen konnten. 

Everie besprach kurz mit der Burgherrin die Blessuren an der Anlage.
Sie erfuhr dabei auch, daß die Schäden an der Burgmauer erheblich seien.
An drei Stellen hatten die Katapulte die Mauer durchschlagen. 
Beide Maschienenkanonen waren unbrauchbar geworden, weil sich ein Gesteinsregen über die technisch komplizierten Waffen ergossen hatte.

Der Waffentechniker war mit fliegenden Fingern dabei, die Geräte zu reparieren.

Momentan hatten sie nur eine Maschienenkanone im Einsatz, welche von Turm an der Felsenschlucht abgezogen wurde und nun ihre Feuerzungen in Richtug Wald verspuckte.

Außerhalb der Burg hatte es sicher schon um die 50 Tote und Schwerverletzte gegeben.., aber die Horden des Bischofs griffen weiter an , wie tollwütige Hyänen.

In der Burg selber hatte es auch Verluste gegeben und zudem waren einige Ausfälle auf heimtückische Attaken von innerhalb zu verzeichnen.

Mehrere Tote wurden mit durchtrennten Kehlen gefunden.
Die meisten stammten interessanter Weise aus der ehemaligen Bischhofsmannschaft, welche in die Burg geflüchtet waren.

Soldaten der Zeitreisenden, sowie auch Krieger der Burg waren gerade dabei, die Räumlichkeiten von Keller bis zum Dach zu durchsuchen, um die Meuchelmörder zu stellen.

Während des Gespräches sausten die Frauen auf dem Quad fast lautlos über den finsteren Waldweg durch die Nacht.
Fast schon an der Stelle angekommen, wo Armina vor ein paar Tagen ihr Gefährt im Gebüsch untergestellt hatte, sahen sie dann das Drama.

Die zwei Soldaten lagen mit Pfeilen gespickt auf dem Waldweg, das Motorrad war scheinbar durch den Sturz in die Wiese geschleudert worden.
Ein paar Meter weiter vorne stand das Quad  mitten auf der Strasse.
Fast wirkte es, als ob die Krankenschwester, welche das Fahrzeug fuhr.., einfach ein bischen Pause machen wollte. Etwas die Beine vertreten.

Armina sprang von Ihrem  Fahrzeug und überprüfte die Pulsschläge der Soldaten.

Nichts zu machen, keine Regung.. kein Lebenszeichen mehr.
Die zwei Soldaten hatten beim Aufbruch darauf verzichtet, in ihre Schutzwesten zu schlüpfen.

Drüben beim Quad erfuhr Adelheid das personifizierte Grauen.

Die Krankenschwester saß auf ihrem Fahrzeug, ein Holzpflock ragte aus dem untersten Teil ihres Bauches. 
Im Kopfbereich klaffte eine schreckliche Schnittwunde vom Haaransatz  quer durch das Gesicht bis hinunter zum Kinn.

Die Lippen waren total durchtrennt, das Blut überall an der Kleidung glitzerte grünlich im Nachtsichtmodus.
Die Frau hatte sich zwar ihre Weste übergezogen, jedoch war das Pech einfach auf ihrer Seite gewesen, als einer der Angreifer scheinbar panisch und wahllos mit seinem Schwert herumgedroschen hatte.

Das Schwert lag seitlich neben dem Fahrzeug.
Scheinbar hatte der Angreifer sein scharfes Kampfmesser verloren und danach einfach zu dem erstbesten Holzstück gegriffen, welches  ihm in der Dunkelheit in die Hände fiel und damit zugestochen.

Sicherlich war der Tod der  Soldatenfrau grausam gewesen.

Armina und Adelheid zogen die drei Soldaten in das Gebüsch und deckten sie mit der Tarnfolie ab, welche Armina mitgenommen hatte, um gegebenenfalls das Fahrzeug zu verstecken.

Anschließend blieb nicht mehr viel Zeit.

Armina erkläre Adelheid im Schnelldurchlauf, wie das Quad funktionierte und wies die Burgfrau an,  vorsichtig hinter ihr herzufahren.
Armina fuhr mit dem Gerät, welches die Krankenschwester gefahren hatte und Adelheid fuhr mit dem zweiten Fahrzeug hinter ihr her.

Mit klopfendem Herzen.
Nein.., eher mit totaler Panik in den Adern.

Jederzeit konnten wieder solch mörderische Truppen am Weg auftauchen.

Doch Armina wollte nur die Fahrzeuge etwas vom Ort des Überfalles wegbringen.
Einfach die Geräte in Sicherheit wissen.

Sie fuhren ungefähr 3 Kilometer in die Nacht, bis zu der Stelle, wo sich der Weg gabelte. 
Links ging die Strasse in das Dorf und rechts führte der Weg zu den umliegenden Feldern.

Die zwei Frauen versteckten die zwei Quads hinten im Gebüsch auf der rechten Seite.

Sollte Jemand nach den Maschienen suchen, würde er sehr viel Zeit mitbringen müssen.
Zu Fuß machten sich die Zwei dann auf den Weg, zurück zum Motorrad.

 

Das Schwert des Bischofmannes lag noch immer auf der Strasse und dort sollte es auch liegen bleiben, um eventuell, suchende Männer.. auf der Jagd nach Motormaschienen.. in die Irre zu locken.

 

Armina hoffte nun inständigst, daß die Maschiene, auf der die Soldaten dahingemetzelt wurden.., nicht Schaden davon  getragen hatte, als es zum Sturz kam.

Aber nein. Es war Alles in Ordnung und der Elektromotor surrte leise in die Nacht.



Nach  wenigen Minuten saßen die Frauen auf der Maschiene und Armina fuhr weiter, Richtung Burgbereich.

Adelheid schmiegte sich an das fahrende Mädchen und fast verschmolzen sie, wie zu einer  einzigen Person.

Wenn die Lage nicht so ernst gewesen wäre.., könnte sich Adelheid durchaus vorstellen.., mit Armina öfters durch die Nacht zu sausen.

Es war so ein Gefühl.., welches Wölfe fühlen müssten.., wenn sie Nachts durch die Wälder dahin rannten.

So frei.. so unbesiegbar.. so ganz besonders... !



Die Soldaten des Bischofs hatten nach dem Überfall in totaler Panik die Flucht ergriffen.

Drei Bischofsvasallen waren vor 45 Minuten auf der Strasse in Richtung Dorf unterwegs, als sie vor sich unbekannte Geräusche hörten. 

Da sie sich eigentlich noch im Wald befanden und gerade eben durch die dichte Baumreihe  auf die Waldstrasse gelangen wollten, wurden sie von den Nachtsichtgeräten der Burgsoldaten nicht erfasst.

Einfach übersehen, weil ja auch Niemand mit einem Kontakt gerechnet hatte..


Panisch schossen sie soviele Pfeile, in Richtung der unbekannten  Laute der  Fahrzeuge, wie möglich.
Als dann das Getöse, des umstürzenden Motorrades die Angelegenheit in ein Chaos verwandelte.. schlug der dritte Krieger des Kommandanten, welcher gerade durch  die Gebüsche als Erster  auf die Strasse gelangte..  mit seinem Schwert wie von Sinnen in Richtung  der dunkelgrauen, nur erahnbaren Schatten des Quad`s .

Der Schrei der Frau hörte sich schrecklich an.

Was wiederum dem Mann noch mehr Angst durch die Knochen jagte..!
Er verlor in der Panik sein kurzes  Schwert und griff zu einem Holzstück, welches ihm in die, in der Finsternis  herumtastenden Hände fiel.
So kraftvoll wie möglich, rammte er den abgesplitterten Ast in die Seite der Soldatenfrau.
Schlagartig verstummte der Schrei und wich einem gurgendeln Röcheln.

Dann war Alles still.

Die Soldaten versuchten zu ertasten, ob die Männer oder was auch immer es waren.., noch lebten.

Einer der Drei hatte einen Funkenstein und entzündete ein Strohbüschel.

Grauenhaft.

Die Frau hing mit aufgeschlitztem Gesicht über dem Lenker des Quad und die beiden Soldaten waren mit Pfeilen gespickt neben ihrem Motorrad  gestorben.

Voller Angst vor eventuell  nachfahrenden weiteren Soldaten, liefen die Drei durch die Nacht in Richtung Lager des Kommandanten zurück.

Sie mußten ihre Kameraden warnen, daß sich außerhalb der Burg weitere  feindliche Krieger aufhielten, die gefährlich werden konnten...!



Armina fuhr mit Adelheid hinter sich auf dem Motorrad sitzend,   irgendwie fast hinter den flüchtenden Männern , ebenfalls Richtung Burgbereich und somit auch Richtung Lager im Wald.

Durch ihre Nachtsichtgeräte konnten die Frauen schon von weitem das flackern des Feuers erkennen.


Zu Fuß schlichen sich die Frauen bis zu einer Entfernung von etwa 300 Metern an das Lager heran.

Armina richtete ihr Gewehr für den Einsatz auf dem  Boden aus.

Durch das aufgeklappte Zweibein vorne am Lauf hatte sie schnell eine gute Abschussposition gefunden.
Abwechselnd sahen sie durch das Zielfernrohr hinüber zum Gesehen im Lager.
Gemeinsam hörten sie auch das Geplärre.

Wie sich die Situation darstellte, dürfte es sich bei dem herumschreienden Mann  tasächlich um einen der Anführer, wenn nicht sogar um den Kommandanten höchstpersönlich handeln.
Durch das Richtmikrophon konnten sie das Gespräch ziemlich gut mitverfolgen..


" Ich habe präzise Anweisungen gegeben. Jeder Kontakt mit Waffen, Geräten oder Dingen aus der Burg wird sofort gemeldet und die Gegenstände unverzüglich gesichert und zu mir gebracht.. "

Die Stimme des Anführers überschlug sich hysterisch und er schlug mit der Faust in das Gesicht des einen der Soldaten.
Immer kreischender brüllte er die Drei an.

" Wenn ich die Geräte nicht mehr auffinde, ist es mit eurem Leben vorbei "

Die Drei standen zitternd vor ihrem Kommandanten und wünschten sich.., einfach tot umzufallen.



" Zieh deinen verdammten Lederwams aus... und bücke dich zu Boden "



Der Kommandant holte zu seinem ersten Schlag mit der Peitsche aus.



" Den holen wir uns , "     flüsterte Armina zu Adelheid.

" ich muß aber näher heran. Die Entfernung ist zu weit. Du beobachtest mich ja ohnehin durch deine Brille und siehst ja, ab wann meine Pfeile fliegen. "
Die Burgfrau robbte sich ziemlich nahe an das Geschehen, durch den Wald.
Bis auf knapp unter 200 Meter  schlängelte sie sich durch das weiche Moos des Waldes.

Der vorgebeugte Bischofskrieger stand neben seinem Kameraden.
Dieser wiederum stand mit der Schulter an einen Baum gelehnt , vor Angst und Schwäche zitternd.

Als der Anführer zu seinem vierten  Schlag ausholte....
...wuchs plötzlich aus dem Kopf des vorgebeugten Mannes eine bunte  Schlange.

Sozusagen.

Ein neongelb-oranger Pfeil bohrte sich durch den Kopf des Soldaten...!

Er bohrte sich direkt in den kleinen, dünnen Knochenbereich neben dem Auge an der Seite..,

zwängte sich, die Stirnhöhlen durchstoßend und durch die Gehirnmasse tobend.., am Hinterhopf durch den Schädelknochen des ausgepeitschten Mannes...,


bohrte sich knapp oberhalb der  Hüfte des daneben stehenden Kameraden..., durch dessenLendenwirbelsäule und durch dessen Rückenmark... hindurch


und bohrte sich enorm kräftig in die Rinde des Baumes, neben den Beiden.



Wie starre Figuren standen die Zwei , zusammen  festgenagelt am Baum.
Der Eine war schon tot, bevor er den Schmerz realisierte.., der Andere schrie wie von Sinnen.

So surrealistisch wie ein Horrorbild aus der Hölle.

In diesem Moment geschah das zweite Spektakel...

Die mit der Lederknute  zum Schlag auf den Rücken des Soldaten erhobene Hand des Anführers... wurde plötzlich, unwirklich aussehend gewendet.
In der Luft einfach umgedreht.

Die Peitsche flog in eine Richtung.., 
zwei der Finger an der Hand flogen in die andere Gegend des Waldes.
Blut schoß aus der , so plötzlich veränderten Hand des Tyrannen.

Und  irgendwie hatten die anderen, zusehenden Soldaten plötzlich schon fast das Bedürfnis... Applaus zu klatschen.

Armina lud mit fahrigen Händen eine weitere Kugel in die Kammer des Gewehres und schoß einem weiteren Soldaten das Gehirn aus dem Schädel.

Adelheid lief so schnell sie konnte.. zurück zu Armina.
Um Lärm und Auffallen muste sie sich keine Gedanken mehr machen.

Im Lager war die Hölle los...
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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