Margitta Lange

Erinnerung an MAX


Ich wollte nur einmal schauen.
Mein Besuch im Tierheim hatte Folgen.

Er war ein Welpe mit einem dünnen Schwanz, der
das Aussehen eines Rattenschwanzes hatte.
Keine Schönheit!
Er war damals der einzige Hund, der im Tierheim
auf einen neuen Besitzer und auf ein neues Zuhause wartete.
Man erzählte mir, dass er in den Mainwiesen, sehr verängstigt,
mit einem total verfilzten Fell aufgefunden wurde.
Ich wollte schon gehen, schaute aber noch einmal
nach ihm, betrat seinen Zwinger, da geschah es!
Auf seinen kurzen Beinchen kam er tollpatschig zu mir, schaute mich
aus warmen, braunen Augen an, legte seine Schnauze auf meine Füße
leckte sie mit seiner kleinen Zunge, sowie meine Hände und mein
Gesicht überdeckte er mit nassen Küssen.
Es war um mich geschehen!
Ich ging mit einem Hund nach Hause!

Die Familie war perplex. Wir gaben ihm den Namen - MAX -.
Zu Hause, hob er gleich sein Beinchen und markierte sein neues Heim.
Das war das erste und letzte Mal, dass er es tat.

Der erste Tierarztbesuch.
Max war gesund, noch keine 6 Monate, hatte noch seine Milchzähnchen.
Der Arzt meinte, er muss in seinen Impfpass die Rasse eintragen,  
aber welche?

Er entschied sich für: Terrier-Mix , Mischlingshund. Für ihn war nicht
feststellbar,
welche Rassen sich miteinander gepaart hatten.
Die Hunderasse ist wichtig für die Anmeldung beim Städtischen Kassen
und Steueramt 
für die Festsetzung der Hundesteuer. Max bekam eine
Hundesteuermarke mit einer individuellen Kennnummer, die immer am
Halsband getragen werden musste.
Unser Max entwickelte sich zu einer wunderschönen, mittelgroßen
Promenadenmischung mit mehrfarbigem Fell und einer langhaarigen Rute.
Er wurde eine Schönheit!
Oft fragte man mich nach seinem Stammbaum.
Meine Antwort: - Maximilian vom Wasserturm-.
Man glaubte es mir. Das Tierheim hieß und heißt heute noch:
- Tierheim am Wasserturm-.

Max liebte Auto fahren über alles! Wenn wir die Koffer packten,
wer lag zuerst darin, unser Hund.
Koffer packen war unmöglich, so kam Max ins Auto.

Ich erinnere mich an eine Fahrt nach Dänemark. Damals gab es
noch die Grenzkontrollen. Dem Zollbeamten mussten wir den Impfpass
von Max vorzeigen. Er las laut den Namen - Max - und dieser antwortete
mit einem kräftigen WUFF. Damit war dem Beamten klar, dass es sich
um den im Pass eingetragenen Hund handelte.

Max liebte das Wasser. Bis zum Bauch traute er sich hinein. 
Tauchte mit dem Kopf unter in den Main und hatte jedesmal einen großen
Stein in seiner Schnauze, den er mit seinen Pfoten ausgebuddelt hatte.
Diesen trug er dann über eine weite Strecke voller Stolz.
Stöckchen werfen interessierte ihn nicht. Das Wurfspiel machten wir mit
Steinchen, die er uns dann wieder brachte und vor die Füße legte.
Er konnte gar nicht genug davon bekommen.
Es waren so schöne Jahre mit ihm! Keinen Tag habe ich es bereut, dass ich
Max aus dem Tierheim holte.
Er liebte uns und wir liebten ihn!
16 Jahre durften wir diese Liebe zu einander teilen.

Max schlief in meinen Armen ein.
Einen neuen Hund haben wir uns nicht mehr angeschafft.
Der Abschied war zu schmerzhaft!











 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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