Jürgen Malodisdach

Menschheit ( 17 )

So endete die 16. Fortsetzung

 

Jetzt war erst einmal eine Ruhepause angesagt. Nach der gemeinsamen Mahlzeit machte sich die Anstrengungen und Erlebnisse der letzten Stunden bemerkbar. Der Schlaf überfiel alle im Minutentakt. Im Kontakt mit Prof Tan legte der eine Pause von acht Stunden fest. Das tat allen gut. Beim Erwachen war die Situation des Sonnenstandes und der Temperaturen noch fast so wie vorher. Die Umwandlung des Landers in eine flugfähige Transportmaschine für die Besatzungsmitglieder war abgeschlossen

 

 

Hier geht es heute weiter mit der.......

 

EM 800 ( 17 )

 

 

Die Vorbereitung mit den notwendigen Maßnahmen lief auf Hochtouren. Die Computer und Forschungssonden waren gekoppelt und für die Weiterreise eingerichtet. Es ging weiter. Die riesige Drohne erhob sich, erst vorsichtig, dann zügig auf eine berechnete Höhe von fünftausend Meter. So konnten die Forscher die Landschaften unter ihnen betrachten und in vielfältigen Arten aufnehmen und archivieren.

Auf der Erde hätte man in diesen Höhen große mit Schnee bedeckte Berge und andere Flächen sehen können. Hier auf diesem fremden Himmelskörper gab es das nicht. Nicht einmal grüne Wiesen, kleine Seen oder Wasserläufe waren zu sehen. Alles erschien grau, schwarz oder bräunlich. Dabei sollte nach den Computerberechnungen die durchschnittliche Breite des Gebirges bei etwa 250 km liegen. Die Länge war noch nicht berechenbar. Die höchsten Gipfel waren bei ca. 4500 m zu erwarten. Sie flogen nicht so sehr schnell. Wollten ja möglichst viel sehen und aufnehmen.

Was sie bisher nicht sahen, waren irgend welche Lebewesen. Das war insofern erstaunlich, als es nicht ganz verständlich war, daß es hier keinerlei Leben geben sollte.

Allerdings hatten die Geräte zur Ortung von Bewegungen in dieser Welt auf den verschiedensten Wellenbereichen schon öfter undefinierbare Aufnahmen machen können. Keine Ahnung war dabei das Einzige, was die Computerspezies nach Anfragen von sich gaben.

So sahen die Forscher unentwegt aus den Fenstern und auf die Bildschirme der Kamerabilder, um irgend etwas Neues zu entdecken.

Dabei bemerkten sie , daß die Helligkeiten draußen abnahm. Das geschah dann aber so plötzlich, daß man doch erstaunt war, mit einem mal nichts mehr sehen oder erkennen zu können. Die Drohne flog nach ihren automatischen Werten die eingestellten Routen ab. Hier war aber ein unbekanntes Terrain. So war es besser, wenn es gelänge, das Ende des Gebirges zu erreichen. Es hatte ja keinen Zweck im Dunkeln zu fliegen, wo man nichts mehr erkennen konnte.

Einer der Forscher behauptete aber, daß er in der Dunkelheit irgend welche hellen Lichter oder Flecken gesehen zu haben. War sich aber nicht ganz sicher, da Niemand außer ihm die gleichen Eindrücke empfunden zu haben. schien So blieb es beim Vielleicht und die Aussicht auf eine Wiederholung, später einmal.

Festgestellt wurde aber, das der Zeitraum der Helligkeitsperiode volle 28 Stunden nach der alten Berechnung der Erde , lang war. Das waren erste Erkenntnisse. Die nächste Überraschung bemerkten die Forscher, daß es empfindlich kalt geworden war. Ihr Fluggerät war sechs Stunden nach der Landung vollkommen mit einer dicken Eisschicht bedeckt war. Dieses Eis war so hart, das es der Auftaumechanismus lange nicht schaffte, alles zu enteisen.

Die Dunkelheit dauerte über sechs Stunden bis sich die Sonne wieder zeigte. Komisch war nur, daß die an der gleichen Stelle wieder zeigte, wo sie unter gegangen war. Dabei legte sie den gleichen Weg, diesmal aber rückwärts, offenbar in der gleichen Bahn zurück.

Daß hatten die Forscher noch nie erlebt. Hier war noch viel Forschung und Wissen zu betreiben notwendig. Wie konnte das geschehen. Das Abtauen der Eisflächen ging dann doch sehr schnell vonstatten. Ein Zeichen für die hohe Wärmemenge, die das bewerkstelligte.

Das Team hatte sich sehr schnell mit der neuen Situation angefreundet. Eine Stunde nach dem Sonnenaufgang trauten sich die Menschen , ihr sicheres Plätzchen in der Drohne zu verlassen. Sie wollten ihre Umgebung erforschen. Wollten sehen ,was es hier Neues gab und wo die Computer die ganze Mannschaft im Dunkeln nach dem Überflug des Gebirges zur Landung gebracht hatte.

Ein paar km vom Landeplatz der Drohne waren die Ausläufer des Gebirges nur noch schwach zu erkennen. Nachdem sich alle ihrer wärmender Kleidung entledigt und freundliche sommerliche Sachen angezogen hatten, besahen sie sich die Umgebung etwas genauer.

Hier gab es erstmals kleine Büsche und vereinzelt auch kleinere baumähnliche Gewächse zu sehen. Die hatten doch mitunter Ähnlichkeiten, wie sie verschiedene Gewächse der guten alten Erde, hatten.

Man war sich einig, daß es viele gleichartige Pflanzen unterschiedlicher Arten und Lebensformen auf den unendlichen Himmelskörpern des Weltalls geben kann. Nach der Kälte der Nacht hatte die wärmende und helle Sonne sehr schnell erreicht, daß der ganze Boden auf dem sie sich bewegten, nicht nur grün sondern auch vielfarbig und sogar richtig bunt wurde .

Überall sprießte eine Vielfalt von kleinen Gräsern und auch bunten Blumen aus dem Boden. Sogar riechen konnte man das. Aber Vorsicht war geboten. Niemand kennt ja die Eigenschaften dieser vielen Gewächse.

Bevor die Experten der Forscher hier ihre Untersuchungen und Expertisen abgegeben haben, sollte sich niemand zu nahe mit den Pflanzen beschäftigen. Es ist wohl nicht angebracht, sich einer Gefahr auszusetzen, Krankheiten, Allergien oder sonstiges Unwohlsein zu bekommen.

Trotzdem waren die Erscheinungsformen so vielfältig, daß sich alle fragten, sogar laut diskutierten, wieso es hier keine Lebewesen gab. Jedenfalls wurden bisher keine gesichtet. Das sollten sie sich lieber nicht gewünscht haben.

Denn im nächsten Augenblick gab es eine Neuheit, die den Forschern erst einmal das Blut in den Adern gerinnen ließ. Die waren in ihren Gesprächen so vertieft, daß sie ein kräftiges Schnaufen total überhört hatten. Als es absolut nicht mehr zu überhören war, wollten sie sich überzeugen, wo diese Geräusche wohl herkommen.

Es kam von hinten. Der Erste drehte sich um, von dem Geräusch und einem fast abenteuerlichen Geruch angelockt. Ihm blieb aber der letzte Bissen seines Frühstücks im Halse stecken, als etwas Wolliges über seine Schultern fiel. Was da hinter ihm stand hatte er so noch nie gesehen. Die Anderen wohl auch nicht.

Eine eisige Stille breitete sich aus. Jetzt hätte jeder sogar das Gras wachsen hören können, wenn sein Gehör das ermöglicht hätte. Da stand etwas. Braun, schwarz, weiß mit grünen Flecken und stank fürchterlich. Sagte kein Ton. War über zwei Meter hoch, zottelig. Mit einem riesigen Maul und gelben Zähnen. Die waren teilweise spitz, teilweise groß und breit.

Aus diesem Maul kam ein rosa Saft, schmierig und eklig anzusehen und noch mehr zu riechen. Füße oder auch Pfoten waren da noch unten dran, das waren kleine Baumstämme mit riesigen Krallen. Dieses Tier war geschätzte vier Meter lang. Dazu ein Schwanz , den es auch als Waffe benutzen könnte. Voll gespickt mit Haken ähnlichen langen Haaren.

Aber alles was das Tier machte, war Schnaufen. Die Forscher waren sprachlos. Hatten sie zuerst nach ihren Waffen gegriffen, wohl aus Angst, aus Sorge, warum auch immer. Jetzt ließen sie es sein. Gingen nur ein paar Schritte zurück. Was ist das, fragte einer. Vielleicht eine Kuh, nein. Ein Löwe, eine Bärenart. Ein Riesenschaf, eine Pferdeart oder was. Indessen stand dieses Monstrum wie hilflos herum und schnaufte. Tat kein Schritt.

Guckte nur in die Welt und ließ urplötzlich ein paar Töne oder auch Geräusche aus seinem Maul zu hören. Das war Brüllen, Bellen, Jaulen, Trompeten, Wiehern, Schreien, fast böse aber auch weinerlich anzuhören.

So etwas gab es auf der Erde nicht. Was kann das sein. Vielleicht ein Riesenhund oder auch eine Wolfsart ? Keiner wußte eine plausible Antwort. Und so sahen sich die Forscher dieses Urvieh unentwegt an. Konnten den Gestank des Tieres kaum ertragen. Wußten im Moment auch nicht , was sie tun sollten. Jedenfalls stellten sie fest, das offenbar keine Gefahr von diesem Tier ausging. Ihre Waffen steckten sie tief unter ihre Kleidung, sodas sie nicht in ihren Bewegungen behindert waren. Waffen , die eine große Gefahr für alle waren. Für den eventuellen Angreifer wie auch für den Schützen.

Es gab in den Grundsetzen der Raumschiffsbesatzung und aller dazu gehörenden Personen die strikte Anweisung für die Benutzung von Waffen. Im Raumschiff waren sowieso keine Waffen erlaubt. Sie waren alle unter Verschluß gesichert. Nur in besonderen Situationen wurden die Forscher bei ihren Unternehmungen damit ausgerüstet.

Hier auf diesem fremden, für die Menschen neuen Umgebungen unter nicht vorher sehbaren Gefahren, durften sie mitgeführt werden.

Die Menschen der ehemaligen Erde hatten nicht das Recht auf fremden Himmelskörpern grundlos von Waffen Gebrauch zu machen. Alle zehn Wissenschaftler dieser Forschungsgruppe standen vor diesem fremden Tier.

Sahen sein langes wolliges Fellkleid an. Der rosafarbene Saft, vielleicht auch Speichel, machte einen abscheulichen Eindruck auf die Betrachter. Die Nase war mehr platt als hoch. Ohren hatte das Tier, die an etwas kleinere Elefantenohren erinnerten. Und Augen, ja die Augen waren das Seltsamste Organ des Tieres. Groß und rund , fast weiß, nur mit einem rötlichen inneren Ring , gaben einen Eindruck von Angst und oder Freundlichkeit wieder.

Was war das für ein seltsames Tier auf diesem fremden Planeten. Dann plötzlich fing das Tier an am ganzen Körper, besonders an den Beinen zu zittern. Knickte erst vorn, dann hinten ein und plumpste unter seinem Gewicht zu Boden . Dabei stieß es wieder diese unheimlichen Laute aus , die schon beim ersten mal allen einen gehörigen Schrecken verpaßt hatten.

Wäre das auf der Erde passiert, hätten erfahrene Ranger gesagt, daß das Schreie der Angst, der Hilflosigkeit, ja einer Todesahnung hatte. Und dann geschah das Unheimliche. In dieser , für alle beteiligten Situation gab es plötzlich ein Gedränge und Geschubse und lautes Geschimpfe mit vielen unverstandenen Lauten. Die Forscher fühlten sich von dem liegenden Tier abgedrängt, ja weg geschubst. Waren umringt von fast nackten Wesen. Die waren eher als klein zu bezeichnen. Nicht größer als eins fünfzig. Kahlköpfig auf fast viereckigen Köpfen. Große breite Oberkörper, kräftige Arme und starke, eher plumpe Beine. Die Haut war dunkelbraun.

Sie drängten die Forscher weg von dem Tier. Wollten von den Erdenmenschen nichts wissen, kümmerten sich nur um das Tier. Die Situation hätte eskalieren können, wenn sich die beiden Gruppen der unterschiedlichen Lebewesen gegenseitig angegriffen hätten. So aber, abgesehen von unheimlich lautstark von allen Beteiligten hervor gebrachte Töne, Worte, Unverständliches, aber nichts feindliches oder gefährliches.

Dann aber, trat unerwartet eine absolute Stille ein und die Beteiligten standen sich, wie zum Kampf bereit , gegenüber. Aber nichts geschah.

 

 

Es geht immer noch weiter. Später.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Es wurde sehr viel geschrieben über jene Jahre der unseligen Diktatur eines wahnwitzigen Politikers, der glaubte, den Menschen das Heil zu bringen. Das meiste davon beschreibt diese Zeit aus zweiter Hand! Ich war dabei, ungeschminkt und nicht vorher »gecasted«. Es ist ein Lebensabschnitt eines grünen Jahzehnts aus zeitlicher Entfernung gesehen, ein kritischer Rückblick, naturgemäß nicht immer objektiv. Dabei gab es Begegnungen mit Menschen, die mein Leben beeinflussten, positiv wie auch negativ. All das zusammen ist ein Konglomerat von Gefühlen, die mein frühes Jugendleben ausmachten. Ich will versuchen, diese Erlebnisse in verschiedenen Episoden wiederzugeben.

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