Fritz Lenders

... schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 49 ) Anselm

...  was wäre, wenn diese Frau seiner damaligen Ehefrau nur ähnlich sehen würde ?
Er war sich absolut nicht mehr im Klaren, was er denken sollte.

Wenn nur dieser Heiler endlich aufhören könnte...   so freundlich zu sein.

Während er sich zusätzlich auch überlegte, wohin seine Bekleidungssachen verschwunden waren, fiel im siedenheiß ein, daß auch sein Gürteltäsch`chen verschwunden war.
Dies war ein echtes Problem.

Er war sich völlig sicher, daß so gut wie alle seiner Soldaten den Anblick der Tasche mit der Zange darin kennen würden.
Leider waren nun schon nicht gerade wenige seiner Soldaten auf der Burg.

Verdammte Verräter.

Wenn nun also die Tasche irgendwo auftauchte, egal in welchem Teil der Burg.., würden einige Fragen aufkommen.
Sehr unangenehme Fragen.

" Ihre Bekleidungen haben wir für sie reinigen lassen und sie anschließend im Schrank, im Nebenzimmer verwahrt. Aber wir bieten ihnen natürlich auch die selbe Möglichkeit an, wie auch schon vorher ihren Kameraden. Sie können sich von uns mit Bekleidung ausstatten lassen, welche eventuell funktionfähiger und schützender für sie sein könnte. Doch bis dahin wird es noch eine Weile dauern. Momentan haben wir sie in die  praktische Bettbekleidung  umgezogen. Und nun wünsche ich ihnen eine schnelle Genesung und bitte sie, sich so wenig wie möglich zu bewegen. Ihr Körper möchte beim Heilungsprozess nicht gerne gestört werden. Falls sie Schmerzen oder Fragen haben.., drücken sie einfach auf dem Knopf an der Fernbedienung , neben ihren Bett auf dem kleinen Tisch. "

Mit einem Lächeln auf den Lippen verließ der junge Medizinstudent, welcher so schnell Arzt hatte werden müssen, den Krankenraum der Medizinbereiche

Sofort, nach dem Entschwinden des Arztes.., machten sich auch schon die Schmerzen wieder fröhlich über die reparierten Finger des Anführers her.
Als ob sie nur darauf gewartet hätten, sich auf die Wunden zu stürzen..., sobald der Mediziner verschwunden war.

Nachdem  Anselm vorhin  aufgewacht war, mit verbundener Hand und eingewickeltem Auge...
brachte ihm die Krankenschwester mit der Soldatenausrüstung so kleine Pillen ans Bett.

Obwohl sie ja nun nicht mehr wie eine Soldatenfrau aussah sondern wie ein vom Himmel gefallener Engel.

Durch die Narkose noch beeinträchtigt.., gaukeltem ihm seine Sinne ein wirklich herrliches Bild der Träume vor.

Die Frau hatte mittlerweile ein blaues Kleid an, welches perfekt mit ihren blonden Haaren harmonierte.
Über dem Kleid trug sie eine weiße Schürze
und über den Hals schlängelte sich ein interessantes Teil, welches auf einer Seite zwei Schläuche hatte und auf der anderen Seite einen Metallknopf herabhängen ließ.

Genau mit diesem Teil , welches sie sich in ihre Ohren klammerte und mit dem Knopf auf seiner Brust  kalte Wellen verursachte..., beobachtete sie scheinbar irgend etwas.., was nur sie hören oder sehen konnte. Zumindest wirkte  es auf ihn so.

" Also da haben wir ein kleines Problem`chen in  Ihnen ... !
Ihre Stirn legte sich etwas in Falten.

" Sie dürften ihrem Herzen in den letzten 20 Jahren vermutlich ein bischen zu viel zugemutet haben... "
Die Krankenschwester bließ sich eine Strähne aus ihrem Gesicht.

Was zur Folge hatte, daß sie ihm ebenfalls ein wenig ihres Atems in Richtung Nase blies.
So nach Kirschen oder Himbeeren duftend.., brachte der Atem der Pflegefrau.. die Sinne von Anselm gleich mal zum Hecheln.

Üblicherweise rochen die Menschen, Mann aber auch Frau ...,  in seiner Zeit eher nach unverdautem Essen und Schweiß.

Die Krankenfrau jedoch duftete nach Frühlingsgarten aus ihrem Mund
und nach Blumen oder Romantik,  von ihrem Körper  als Aroma  versendend.

Immerhin befand sie sich ja nur 15 oder 20 Zentimeter von Anselms Körper entfernt.

" Wir werden jetzt mal kurz ihr Herz befragen, was es uns Genaueres erzählen möchte. "

Lächelnd setzte sie sich wieder in eine aufrechte Position, schlang sich ihr Zauberinstrument um den Hals und hinterließ Anselm in einenm Wirrwarr der Gefühle.


Wie schon in den letzten Tagen zuvor den Kameraden passierend, welche die Burg aufgesucht hatten...,


wurde auch Der Anführer von der, ihm so fremden, aber ungeheuer anziehenden Lebensart der Burgbewohner, eingefangen.

Mit Mühe und Not konnte er sich ein paar seiner bösen Wesenszüge ins tiefste Innerste retten.

Komme was da wolle..., er würde sich nicht einlullen lassen von süßlichem Gehabe.
Und wenn schon.., dann vielleicht nur ein bischen.


Eventuell ein wenig Streicheleinheit für seine Seele .
Nur ein klitzekleines Stück`chen der duftenden Gefühle...

" ich bin in 10 Minuten zurück, ich muß mir das mobile EKG  suchen, damit uns ihr Herz seine Geheimnisse preisgeben kann.. "

Schwebend.., ihren Duft hinter sich herziehend.. ließ sie Anselm in eine Gruft der Einsamkeit plumpsen.

Und wie erwähnt, sausten seine Schmerzwellen wie übermütige Krieger, an den Nervenbahnen feurige Spuren hinterlassend.. zu den, mit  Metall angebastelten Fingern seiner Hand.

Zittrig griff er zu den Pillen, welche ihm der Krankenengel geraten hatte, falls die Schmerzen zu groß wurden.
Leider gestaltete sich das Schlucken der weißen Dinger als ziemlich schwierig.


Sie klebten wie kleine Parasiten am Innenraum des Halses und verteilten gräßlich schmeckende Stoffe in ihm.
Was für ein Drama.

Während er hustete, würgte und sich fast sein schönes Bett vollkotzte.., 
kam auch schon die Frau in das Zimmer zurück.., einen Metallkasten mit Rollen hinter sich herziehend...

 
und lächelte mitfühlend direkt in das Herz des herzlosen Anführers.


" Das Geheimnis heißt WASSER... "

Sie nahm das Glas, welches mit Wasser gefüllt war und hielt es ihm an die Lippen.
Mit der anderen Hand hob sie seinen Kopf etwas an.

Innerhalb von ein paar Sekunden wurden die pharmazeutischen Bitterstoffe die Kehle nach unten gespült, wo sie sich im Magen und im Darm in ihre Bestandteile auflösen konnten und den Schmerzwellen hinterher jagen durften.

 * na gut.., wenn ich die Burg überhehme, müssen ja nicht alle Menschen getötet  werden. Ich könnte  ja mal eine Ausnahme machen. Ausnahmsweise... *

Mit solchen Gedanken wollte er sich selber irgendwie hypnotisieren.

Denn als ihm die Krankenschwester seine Brust mit lauwarmen Wasser  abrieb und sie die Metallknöpfe auf seinem Bereich des Körpers verteilte.., welcher immer wieder so unangenehm pochte...

wollte sein verräterisches Herz doch tatsächlich beginnen.. 
für die Krankenfrau in blau/ weiß..., 
heimlich zu schlagen.

Doch wie er wußte.., mit Gefühlen in der Brust, war man dem Leben ausgeliefert.


Gefühle hatte zu dieser Zeit auch Armina, welche sich mit Adelheid im Bett in die weichen Daunendecken kuschelte und sich einfach von der Stimmung des Geborgenseins wegtragen ließ.

" Adelheid, ich bin so verwirrt. Einerseits frißt mich die Trauer um Helene von innen heraus auf..., andrerseits wollen neue Gefühle meinen Bauch voller Schmetterlinge erzittern lassen. Was ist nun richtig und welche Gefühle sind verwerflich ? "

Adelheid beugte sich über Arminas Gesicht und blickte ihr sanft in die Augen...

" Das fragst du ausgerechnet mich ? Ich bin doch selber total aus der Bahn geworfen, von den neuen, wirklich traumhaften.. aber dennoch sehr gefährlichen Regungen meines Körpers.. "

Während Ihrer Worte streichelte sie dem Mädchen aus dem Dorf  neckisch über den Nabel.


" Ich bin die Frau von Helmreich von Tannenberg und fühle mich auch ungemein wohl in meiner Rolle an seiner Seite. Und trotzdem ist seit zwei Tagen ein Chaos über mich herein gebrochen, welches ich nicht einordnen kann. "

Nebenbei küßte sie den Nabel von Armina und ihre Zunge kitzelte das Mädchen mit winzigen Flammenzungen in Richtung Hypothalamus..., welcher als Antwort eine Ladung Dopamine zurück schleuderte.

" Ich konnte mir vor ein paar Tagen nicht mal ansatzweise vorstellen, jemals Gedanken an irgend eine andere Person zu hegen. Ganz zu Schweigen davon, daß ich eine Frau an meine Haut lassen würde. Und nun falle ich von Stunde zu Stunde immer mehr in eine Situation, die mich abhängig macht, nach der Berührung deiner Haut. Ich lechze nach deinem Geruch und ich bin süchtig nach dem Klang deiner Stimme. "

 Adelheids Finger streichelten leicht wie eine Feder über die Lippen  und die Augenbrauen von Armina...

" Und da fragst du nun mich.., was ich über die Situation denke. ? "

Adelheid gab Armina einen winzigen Kuß auf die Nasenspitze...

" Nun... , ich denke  ich liebe dich ! "

Armina  fühlte ebenso wie auch die Burgherrin.
Natürlich war die Liebe ihres Lebens Helene gewesen, andrerseits war Helene auch die bisher einzige Liebe gewesen.


Nun war sie gegangen.

Hatte deshalb Armina nie mehr das Recht, Gefühle zu genießen ?

Nein... , sie durfte sich nicht schlechtes Gewissen einreden.

Mit Helene im Herzen, würde sie sich  in die Arme der Burgherrin fallen lassen.
Naja, sie war ja schon mitten in den Umarmungen der wundervollen Frau aus der Burg...

" Leider habe ich aber auch zwei Töchter, die oben auf der Burg auf mich warten  und eine Aufgabe, welche mir gebietet, meine Gefühle und mein Sehnen hinten anzustellen. Wir wollten uns eine Nacht aus dem Guthaben des Lebens stehlen.. !  Also los, machen wir uns auf zum Raubzug.  Danach ist ein anderer Tag ... ! "


Drüben im Zimmer von Brunos Haus, im Schlafzimmer des ruppigen Dorfvorstehers hingegen hatten andere Probleme Brunhilde, die Küchenfrau von Bruno in der Mangel.


Ihr Unterleib tobte wie nach der Geburt  eines übergroßen Kindes und das schlechte Gewissen peinigte die Frau auch nicht gerade sanft.


Sie hatte sich so willig ihren Gefühlen ergeben und Bruno war wie ein Berserker über sie hergefallen.

Aber was wäre.., wenn es der Mann nicht ehrlich meinte ?
Was wäre, wenn er einfach seinen Spaß haben wollte..
und sie zum Schluß auch noch mit einem Kind gesegnet.. oder besser gestraft würde ?

Ein Kind mit groben Fingern und einem Kopf wie ein Stier.
No toll....

Aber da rettete sie eine Stimme aus ihren tiefsten Ängsten..


" Hallo und guten Morgen , du wundervolle Wolke des Himmels..., wie wäre es, wenn ich für heute den Haushalt übernehme ? Das Frühstück steht schon auf dem Tisch."


Drüben in der Küche sah es aus wie nach einem Angriff der Barbaren, aus dem Land der aufgehenden  Sonne...!
Doch immerhin..
auf dem Tisch, zwischen all dem Chaos...

Stand eine zarte Blume....
 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Fritz Lenders).
Der Beitrag wurde von Fritz Lenders auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Hoe(s)chstpersönlich …mit sanftem Strich von Monika Hoesch



Gedichte,
Gedanken und Kurzgeschichten
getragen von Liebe, Leidenschaft
und Entbehrung,
gefühlvoll
wie das Leben selbst

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Mystery" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Fritz Lenders

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

ein Sommertag auf der Donauinsel in Wien... von Fritz Lenders (Multi Kulti)
Ein Amerikaner in Paris von Rainer Tiemann (Erinnerungen)