Günter Weschke

Wo ist das Lachen geblieben?

Wo ist das Lachen geblieben?


Haben wir unser Lachen verloren, unsere Fröhlichkeit, unsere Unbeschwertheit? Im Zeichen von Corona haben wir viel verloren, viele Menschen sogar das Leben. So etwas kann nicht unbeachtet an uns vorübergehen. Dieser Virus hat viel dazu beigetragen, dass wir scheinbar vergeßen haben...es ist Frühling.

Bei mir auf der Terasse hat sich ein Rotschwänzchen ein Nest gebaut, ja, das geschieht bereits seit ein paar Jahren und jedesmal war die Freude groß, wenn dann eines Morgens fünf kleine Federbällchen, noch etwas unbeholfen versuchen, auf den vor ihnen stehenden Kirschbaum zu fliegen, wo ihre Mutter verzweifelt piept. Die kleinen "Angsthäufchen" auf der Terrasse putze ich gerne weg, es gab wieder neues Leben. Heute freue ich mich natürlich auch über das neue Nest, aber das, was um uns herum geschieht, bedrückt mich. Alte und kranke Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, lachen schon lange nicht mehr.

Am letzten Mittwoch war ich zur Fußpflege, hatte mir zu Hause, aus einer weißen Papiertüte, einen Gesichtsschutz gebastelt. Also, Augen aufgemahlt und ausgeschnitten, Nase und Mund aufgemalt (natürlich total hässlich), dazu grüne Haare, alles mit Farbstifte. Ich hatte natürlich auch einen "normalen" Mundschutz mitgenommen, aber mit der Tüte auf den Kopf, habe ich den Laden betreten. Das Gekreische und Gelächter der zwei Angestellten war riesig, ja, so geht's auch. Aber es fehlt doch, gerade in dieser Zeit, die innere Fröhlichkeit, die Ruhe und Ausgeglichenheit.

Es ist ja nicht so, dass, wenn Corona überstanden ist, das normal Leben weiter geht. Viele Menschen haben ihren Job verloren, viele können die Miete der Wohnung und andere Verpflichtungen nicht mehr bezahlen, sind verzweifelt. Es wird noch lange dauern, bis wieder Ordnung in unser Leben einziehen kann. Nicht jeder wird sein Lachen wiederfinden. Die Zeit selbst ist wie eine unaufhaltsame Maschine, sie vergeht ständig, ist doch aber immer präsent. Wir können das Vergehen der Zeit sehen, an uns selbst. Auf der Suche nach den verlorenem Lachen, findet man dann doch wieder etwas Hoffnung. Eine junge Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm, glückliche Momente, strahlende Gesichter.

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