Fritz Lenders

...schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 50 ) es geht voran...

... Brunhilde würde das Ordnungsbewustsein der Männer nie verstehen können.
Wie konnte man  einen Raum so verwüsten, wenn lediglich ein kleines Morgengericht zubereiten wurde ?
Noch dazu, wo sich auf dem Tisch ja auch nur heiße Milch, matschiges Brot, in Scheiben geschnitten und ein kleines Tongefäß voll Schweinefett befand.

Na ja, und die kleine Blume, eine rote Blume, welche an der hinteren Mauer des Hauses im Gartenbereich wuchs.

Wilder Mohn.

Zugegeben, es passte perfekt zu Bruno.

Und trotzdem ging ihr das Herz über, vor Rührung.
Für diesen groben Hackstock von Mann, war dies vermutlich eine poetische Liebeserklärung.

Auf dem Holzofen, welchen Bruno angefeuert hatte.., kochte das Wasser in einem Kessel und darin schwammen  4 Eier.

" Ich habe mir gedacht, ich mache für die zwei Mädchen auch gleich etwas zum essen mit. "

Während seiner Worte hämmerte der Dorfvorsteher recht derb gegen die Wand, hinter welcher Armina und Adelheid schliefen.

Brunhilde war sich sicher, daß die Eier schon lange im Wasser kochten und sie in der Zwischenzeit so hart  sein würden, daß man sie ohne Probleme durch die Mauer werfen konnte.
Trotzdem war die Sache an sich so rührend.
Zumindest wenn man das Chaos übersehen konnte, welches Bruno in der Küche aufgeführt hatte.

Auf der anderen Seite der Mauer wäre Adelheid beinahe aus dem Bett gefallen, als Brunos Faust zum Frühstück donnerte.

" Guten Morgen du Kriegerin, Papa ist schon auf, wie wir hören können.. "  , lächelte ihr Armina  zärtlich in`s  Gesicht.

" Komm ich zeige dir mal, was mir Helene geschenkt hat. Für die Zähne.., Sie sagte, es sei ungeheuer wichtig, weil in unserer Zeit einige Menschen sterben würden, wegen schlechter Kauwerkzeuge..., und wenn man daran starb, dann unter schlimmsten Schmerzen.! "

" O, ja.., wem sagst du das, mir hat die Heilerin vor einigen Taggen einen Zahn entfernt, welcher schon schwarz war und eitrige Entzündungen durch den ganzen Mund jagte. Und du wirst es nicht glauben.., das Ganze ohne Qualen. Total schnell und schmerzfrei. "

Adelheid zeigte Armina die Naht in ihrem Mund, welche aus zwei Fäden bestand. 

" Ha.., jetzt zeige ich dir mal was Interessantes. Helene hat mir auch im Mund ein Wunder vollbracht. Mir ist beim Training mit dem Schwert ein Zahn abgebrochen und hat mich auch ziemlich gepeinigt. Helene hat die kaputte Stelle einfach wieder repariert. So magisch, als ob sie hätte Zähne wachsen lassen können. "

Armina zeigte der Burgfrau ihren aufgebauten Eckzahn.
Was widerum Adelheid dazu veranlasste, dem Mädchen sanft über den Zahn zu lecken.
Nur ganz leicht mit der Zungenspitze.

Armina zog Adelheid zu sich heran und legte ihre Hände um die Pobacken der schönen Burgfrau. Sie standen im Zimmer, splitterfasernackt.., Bauch an Bauch und kämpften mit ihren heißen Gefühlen.

" Was ist das nur ?  Die Natur zeigt uns doch im Normalfall den Weg zu den Männern . Ich kenne keine einzige Beziehung, die aus zwei Frauen besteht. Irgendwie ist es nicht normal.. und dennoch sehne ich mich nach dir mit jeder Faser meines Körpers.  Es sollte hier und jetzt enden.  Wir haben uns die eine Nacht gestohlen und durften aus dem Krug des Honig`s  trinken und jetzt sollte das normale Leben weiter gehen. Trotzdem habe ich weiche Knie und möchte sofort wieder mit dir in die Federn kuscheln. Ich möchte nie wieder diesen Raum verlassen... "

Leider flog in diesem Moment die Türe auf und Bruno streckte seinen Kopf ins Zimmer.

" Ich habe gute Sachen gekocht und warte auf euch. Die Eier brodeln schon seit einiger Zeit im Wasser... !  O je...., das wollte ich nicht sehen.  Schnell in die Kleider und hopp, hopp in die Küche. "

Bruno zog schnellstens seinen Kopf aus dem Zimmer, weil er nicht wieder eine Beule auf der Stirn bekommen wollte.

Adelheid hingegen war interessanterweise gar nicht so erschrocken.
Noch nie hatte ein Mann sie nackt gesehen.
Nicht mal Helmreich, ihr Ehemann.
Stets war es im Raum dunkel, wenn er zu ihr ins Bett schlich.
Und nun war sie plötzlich so offen für Alles, daß sie sogar nackt in die Küche hätte gehen können.

Irgendwie hatte sich ihr ganzes Weltbild verdreht.
Irgendwie war sie in einen Strudel der Sexualität gesaugt worden, aus dem sie eigentlich nicht mehr heraus wollte.
Adelheid hatte das erste mal in ihrem Leben einen Orgasmus erlebt, welcher sie durch die Wolken schleuderte.

" Komm, ich zeige dir jetzt die Zahnbesen von Helene. "

Gemeinsam standen sie vor dem Spiegel, nackt und aufgeregt.. und putzten sich die Zähne mit jeweils einer Handzahnbürste und der süßlich schmeckenden Himbeerzahnkreme.

" Ach ich habe vergessen, wir müssen die kleinen Besen in das Wasser eintauchen. "

Armina füllte etwas Flüssigkeit in einen kleinen Tonkrug.
Bei Beiden stellte sich fast sofort so ein wundervoller Geschmack im Mundraum ein.
Ganz anderst als sonst immer das Gurgeln und herumpolieren mit dem Finger auf dem Gebiss.

" So und nun kommt die Steigerung des Zahnreinigens.. Du wirst dich gleich wundern.. "

Armina  zog vom kleinen Regal, neben den Büchern stehend.. eine elektrische Zahnbürste.
 Dies war eines der ersten Geschenke von Helene an Armina.., als sie ihren Zahn repariert hatte.

" Mach deinen Mund auf.. und erschrecke nicht. Es passiert nichts. "

Und sie mußte so sehr lächeln und prusten.. denn als das Summen in Adelheids Mund die Bürste zum Schwingen brachte..., schrie die Burgfrau leise auf.
Doch Armina war ganz sanft und massierte sozusagen die Zähne sammt Zahnfleisch von Adelheid.
Fast schien es so, als ob sich die Farbe der eigentlich schönen Zähne etwas veränderte.
Etwas heller wurde.

Neckisch zog Armina die Zahnbürste aus dem Mund von Adelheid und ließ die vibrierende Bürste über den Körper der Frau streicheln.
Vorsichtig ließ Armina die Bürste zwischen den Brüsten von Adelheid ein bischen die Haut massieren
Und abenteuerlustig ließ Armina den Bürstenkopf langsam in Richtung nach unten wandern.

Als die Zahnbürste um den Nabel von Adelheid ihre Kreise zog...
überfluteten feurige Hitzewallungen die Frau.
Und als die Zahnbürste am Ansatz der lockigen Pracht, zwischen Adelheids Beinen etwas für Aufruhr sorgte...,
konnte die Frau nicht mehr anderst.
Sie zog Armina in das Bett und klammerte sich mit den Armen und den  Beinen an das Mädchen...

Ihre Zungen verschlangen sich und die Extase ließ sie in andere Welten schweben.

" Ich gebe euch noch zwei Minuten, dann komme ich rüber und übergieße euch mit einem Kübel Wasser aus dem Schweinestall.. "    polterte unsanft die Stimme von Bruno durch die Mauer ...,  in die Welten entfernte Galaxy der beiden  Frauen.

Entgültig sprangen die Zwei aus dem Bett und schworen sich gegenseitig.., daß sie nun in die Welt der normalen Gefühle zurückkehren müßten.
Die Frage war nur.. 
WAS WAR NORMAL  ???

" Armina, du wundervolle Frau.., ich muß zurück in mein Leben. Helmreich, mein Mann kann ja nichts dafür, daß wir diesen Weg gefunden haben. Und meine zwei Töchter brauchen ihre Mama.  Das Leben braucht mich zurück. Leider brauche ich aber auch dich. "

Flugs schlüpften die Frauen in ihre engen Unterwäscheteile  und sausten wie zwei fröhliche Mädchen aus dem Zimmer, um sich mit Bruno und Brunhilde das Frühstück zu gönnen.
Das Brot war etwas matschig, das Fett an der Grenze zu ranzig.. und die Eier so hart, daß man einen Stier damit hätte erschlagen können.

Und dennoch war es das wundervollste Frühstück , welches je  den Tag beginnen lassen konnte.
Die Augen der Frauen strahlten und Brunhilde strahlte nicht weniger.
Jede der Drei hatte andere Gedanken.. aber alle Drei zusammen spürten das hitzige Pochen im unteren Bereich des Körpers.

Ja,ja.. die Liebe war dabei, goldene Strahlen im Raum zu verteilen.

Bruno grunzte wie ein Ochse...

"  kann mir irgend Jemand erklären, warum ihr alle Drei so komisch grinst ? Immerhin haben wir einiges zu erledigen und drüben auf der Burg ist Krieg "

Dies holte die Frauen schlagartig in die Welt und auf den Boden der Tatsachen zurück.

" Armina, wir müssen Kontakt mit der Burg aufnehmen.. Ich muß wissen wie es Helmreich, meinen Kindern und den Menschen , drüben auf der Festung geht. "


Während nun Armina gemeinsam mit Adelheid immer wieder versuchten, Everie zu erreichen, Hatte Anselm ganz andere Probleme.
Seine Finger tobten im glühenden Metall der Schmerzen und seine Psyche war dabei, Ihn verrückt werden zu lassen.
Im Normalfall würde er schon längst einen Plan geschmiedet haben, wie er das Geschickt der Burg zu seinen Gunsten umdrehen konnte.

Stattdessen lag er wie ein Idiot im Bett und wartete darauf, daß die Krankenfrau ins Zimmer kam um ihm etwas Trost zukommen zu lassen.
Oder etwas Wasser ...
oder irgend Etwas.

Leider kam sie aber auch immer wieder zu dem winselnden Hund mit seinem Pfeilproblem in der Hüfte.
Anselm könnte sich bildlich vorstellen, wie angenehm es sein mochte, wenn er den Soldaten zu Fenster schleifte und den Mann in die Tiefe sausen ließe.

Oja, das war Balsam für seine Seele.

Und schon wieder öffnete sich die Türe zum Raum und die Frau kam mit einem Tablett voller Speisen in das Zimmer.

" Ich kann mir vorstellen, daß ihr Zwei richtig Hunger haben werdet  "

Dieses strahlende Lächeln.
So himmlich leicht.
Es war nur für ihn gedacht.., stellte sich Anselm vor.

Leider blickte die Frau auch zu dem Anderen, drüben in die Ecke.

Verdammter Mistkerl..., schoß es Anselm durch den  Kopf.


Warum hatte er nur den Soldaten mitnehmen müssen ?
Drüben im Wald  war er doch so schön an den Baum genagelt  gewesen. 
Alles hatte gut gepasst.
Naja,und  jetzt war es eben so, daß er sich die Sympathie und das Lächeln der Frau mit dem Soldaten teilen mußte.

Noch war ja nicht das Finale erreicht.
In ein paar Tagen würde er lächelnd auf dem Burghof stehen und seine Pläne und Vorhaben den Menschen mitteilen.
Ausnahmsweise vielleicht mal ohne Blut und Geschreie.
Eventuell wäre es an der Zeit, sich zu ändern.

"  Wir werden uns für ein oder zwei Tage nicht mehr sehen, weil ich mit Professor Everie eine Schulung durchführen muß. Wir wollen den Burgbewohnern einiges aus unserer Zeit erzählen und auch einiges an neuen Schritten in die Zukunft vorbereiten. Aber es kommt eine ganz liebe Frau aus der Burg um euch zu versorgen. Leider ist unsere andere Helferin von gestern..., überraschender Weise krank geworden. Sie hat eine sehr labile Gesundheit, wie wir von Adelheid, der Burgherrin erfahren durften. Die Frau hat scheinbar in der Vergangengenheit ziemlich viel erlebt, welches ihre Psyche recht angeschlagen hat. "

Während nun also die Krankenschwester die Speisen an den kleinen Tisch`chen an den Betten verteilte, plapperte sich so freundlich, so beruhigend vor sich hin..
Und Anselm dachte sich... 
Tja, dann wird es wohl doch meine Frau aus den früheren Leben gewesen sein. Aber dieses Problem werde ich schnellstens aus der Welt schaffen. 

Wie gewohnt, plante er  die Dinge so zu ändern, wie er es immer getan hatte. 
Also mit Gewalt , Blut und Terror...

Aber zugleich schwor er sich auch, daß er danach ein neues Leben beginnen würde.
Vielleicht an der Seite einer wunderschönen Krankenfrau ?
Wer weiß...?

" Übrigens, ich wollte ihnen noch sagen, daß mir aufgefallen ist, daß ihre Hände so ganz anderst sind, wie die ihrer Kameraden. Sie waren scheinbar immer sehr fürsorglich mit den Fingern, weil die Nägel auch so sauber und geschliffen sind.. "

Während die Krankenschwester diese harmlosen Worte lächelnd in Richtung Anselm flötete...,
wurde dem Kommandanten klar, daß sich die Sache mit seinem neuen Leben ziemlich schnell verschoben hatte.
Er wollte mit der Krankenschwester leben
aber vermutlich würde er sie  gemeinsam mit der Helferin der Station...
auf die Reise ins Jenseits schicken müssen.

Es hätte Alles so schön werden können, wenn nicht immer solch kleine Leichtsinnsfehler entstehen würden.

" Ja, meine Hände waren mir immer sehr wichtig. Mein Vetter mütterlicherseits, welcher Kommandant drüben im Wald ist, hat mich deswegen schon immer ausgelacht. Aber er ist leider auch ein Mensch ohne Gefühle. Meine Mutter sagte immer, wir sehen aus wie Brüder, haben aber sehr unterschiedliche Wesenszüge. Ich wurde ja erst vor 4 Tagen zu den Truppen am Waldrand abkommandiert. Vorher war ich in der Schreibstube des Bischofs beschäftigt. Es ist Alles so schlimm für mich. Ich hasse Gewalt und Krieg von ganzem Herzen."

Vorsichtshalber dachte sich Anselm die kleine Notlüge mit dem Vetter aus, denn wenn sich aus irgendeinem Grund die Frage aufwarf, warum er aussah wie der Anführer.., konnte er wenigstens auf die Lügengeschichte zurück greifen.
Außerdem war er auch in der Lage, zu erklären, warum seine Hände nicht schmutzig und schwielig waren wie die der Leute aus der Soldatengruppe.

Vielleicht.., wirklich nur eine ganz minimale Möglichkeit.., die Krankenschwester am Leben zu lassen.
Er würde es sich so sehr wünschen.

Aber die Helferin mußte weg.
Auf alle Fälle.
Mit Blick auf den Soldaten, im Bett gegenüber, welcher gerade seine Schüssel mit Milch ausschlürfte...,

erhöhte er die Zahl der Personen, die verschwinden mußten..  auf Zwei.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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