Istvan Hidy

Wer hat den längeren Atem?

Stuttgart ist die weitaus am stärksten mit Feinstaub belastete Großstadt in Deutschland.

Die Nachricht zog Kreise bis zum Mars. Denn zum ersten Mal war es den grünen „Marswissenschaftlern“ gelungen, auf dem Planeten Erde einen Satelli­ten zu landen, der nun ununterbrochen Daten und Fotogra­fien sendet.

Die Erdsonde setzte gerade in Stuttgart am Neckartor auf. Demzufolge konnten die marsianischen Weltraumforscher wertvolle Hinweise darauf gewinnen, ob es möglich wäre, mit bemarstem Flugkörper auf der Erde zu landen. Aus diesem Anlass fand im marsianischen Institut für Erdforschung eine Pressekonfe­renz statt.

»Auf Grund der Landung des Satelliten sind wir zu der Schlussfolgerung gelangt, dass es auf der Erde kein Leben gibt«, erklärte der altersbedingt schweratmige Professor Smog.

»Woher wissen Sie das?« fragte der „wissenschaftliche Repor­ter“ des größten marsianischen Boulevardblatts mit den drei großen Buchstaben. »Erstens einmal besteht die Oberfläche der Erde aus kargem Gestein, dort kann nichts wachsen. Zweitens ist die Luft voll von Kohlendioxyd, Feinstaub und anderen tödlichen Gasen, so dass niemand im ganzen Universum diese Luft atmen könnte, ohne zu sterben.«

Was bedeutet das in Bezug auf unser Programm mit den bemarsten Erdflugkörpern?« »Wir werden unseren eigenen Sauerstoff mitnehmen müs­sen. Infolgedessen wird unser Erdflugkörper schwerer belastet sein, als ursprünglich geplant.« »Haben Sie auf Grund Ihrer Studien noch andere Risiken festgestellt?« »Schauen Sie sich einmal dieses Foto an. Sehen Sie die schwarze Wolke über der Erdoberfläche? Wir nennen sie den Feinpartikelstaub. Wir wissen nicht, woraus er be­steht, aber er könnte uns große Schwierigkeiten bereiten, und wir werden weitere Proben machen müssen, bevor wir ein Mars-Geschöpf hinschicken trauen. haben alle die schwarzen Pünktchen auf den Fotogra­fien zu bedeuten?« »Genau wissen wir es nicht, doch scheinen es sich schnell vermehrende rollende Metallhohlkörper zu sein, die sich auf bestimmten Pfaden bewegen. Sie strö­men Gase aus, machen Lärm und krachen öfters zusam­men. Es gibt so viele dieser Wege und so viele dieser Metall­hohlkörper, dass es sehr schwierig wird, mit einem Erdflugkörper in Stuttgart zu landen, ohne von einem dieser Metallhohlkörper zerschmettert zu werden.« »Wenn alle Ihre Ausführungen zutreffen, wird dann unser Programm mit den Erdflugkörpern nicht um mehrere Jahre verzögert werden?« »Ja, aber wir werden weitermachen, sobald uns der Satellit detailliertere Feststellungen übermittelt.« »Herr Professor Smog, warum geben wir Milliarden und aber Milliarden Marstalers aus, um einen bemarsten Flugkörper auf der Erde zu landen, wenn dort kein Leben möglich ist?«

»Weil wir, wenn wir erst einmal gelernt haben, in der Erd­atmosphäre zu atmen, und wir überleben es, überall im Universum leben werden können.«

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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