Reiner Mayr

Schwarz auf oder mit Weiß


Vorwort:
Diese Geschicht ist zugleich ein Gedicht, es handelt von zwei Farben, Schwarz und Weiß,
diese sind ja eigentlich unbunte Farben, diese treten hier aber als zwei Personen auf, die durchaus
haben etwas drauf und das Grau tritt auch noch auf.

Frau Weiß und Herr Schwarz kennen sich nun schon seit ewigen Zeiten, man sieht sie daher
öfters miteinander, werden ja ständig zusammengemischt, werden mal weniger oder mehr Grau,
ja, sie wären schon ein schönes Paar, wenn sie sich jetzt nicht gekommen wären übers Haar.

Frau Weiß meinte auf einmal, mit deinem schwarz, Herr Schwarz, will ich nicht mehr vermischt werden,
das Grau schlägt mir ständig auf das Gemüt, deine Trauerfarbe und deinen schwarzen Humor ertrage
ich nicht mehr.
Mein sehnlichster Wunsch ist sowieso, noch weißer zu werden, möglichst wie Zahnweiß, Perlweiß,
Schneeweiß nicht, der wird ja auch grau, aber erblühen will ich einmal wie ein Edelweiß.

Empört nahm Herr Schwarz diese Gemeinheiten zur Kenntnis, diese Frau Weiß will jetzt auf einmal
etwas besseres sein, mein schwarz ist ihr anscheinend nicht mehr gut genug, sie meint wohl,
schwarz tut ihr nicht mehr gut. Keine Ahnung hat diese Frau, schwarz ist immer noch eine Schau.
Wenn eine Frau z.B. in ein Theater geht, was ist da wohl das wichtigste, nein, nein, nicht ein Mann,
was zieht sie dazu an. Steht sie dann vor ihrem Kleiderschrank, sieht ihre 10-20 Kleider hängen,
hat also genug Auswahl, Gottseidank. Aber keines gefällt ihr, sie ist schon fast am Verzweifeln,
da sieht sie doch noch am letzten Eck ein wunderbares Kleidungsstück, sie ist total entzückt,
da hängt es, fast kniefrei, das kleine Schwarze ist ihre Rettung wie so oft, der Abend ist gerettet,
schwarz ist immer in, damit kann sie gehen überall hin. Herr Schwarz sagte dies dann Frau Weiß,
jetzt haben sie meine Meinung dazu und zwar schwarz auf weiß!

Da war Frau Weiß doch etwas paff, was der Herr Schwarz so alles weiß, der ist ja ganz schön taff.
Aber sie braucht kein kleines Schwarzes, ihr Traum wäre das schönste Kleid, was es für eine Frau
überhaupt gibt, natürlich ein weißes Hochzeitskleid, aber es war leider noch kein Mann dazu bereit,
wie würde sie sich darin fühlen, mit den allerschönsten Gefühlen.

Als Herr Schwarz dies vernahm, wunderte er sich zuerst, diese Frau ist doch nicht so unterkühlt
wie ihre Farbe, hat sogar romantische Züge, so kenne ich sie ja garnicht, jetzt sehe ich sie ja in
einem ganz anderem Licht. Eigentlich mag ich sie ja ganz gerne und es wird ja auch Zeit für mich,
das ich einmal selber Farbe bekenne. Er sagte dann zur Frau Weiß, liebe, sehr verehrte Frau Weiß,
was ich sie jetzt frage, ist kein schwarzer Humor, wollen wir nicht heiraten, dann hätten wir es
schwarz auf weiß, das wir zusammengehören und niemand wir sich an unserem Grau stören.

Frau Weiß meinte dann, na ja, wenn sie mich so fragen, auch wenn sie sind manchmal ein Trauerkloß,
aber sonst wie ich jetzt erst bemerkt habe, ganz famos, wagen wir es also miteinander,
das Grau bringt uns sicherlich nicht auseinander.

Nach der Hochzeit, als das Brautpaar aus der Kirche trat, natürlich im allerschönsten Hochzeitstaat,
standen all ihre Farbenfreunde Spalier, warfen wie Konfetti  Blütenblätter in die Luft mit herrlichstem Duft,
am schönsten aber war, das war doch allen klar, das Hochzeitskleid  der Braut, das kleine Schwarze!
Der Bräutigam war ebenso perfekt gekleidet, stolz trug er seinen wunderbaren weißen Anzug!

Die Farbenfreunde übereichten dann noch die schönsten Blumensträuße in allen Mischfarben,
jubelten dem Brautpaar noch einmal zu und sagten zu ihnen mit ganzem Herzen, ihr passt perfekt zusammen,
was gibt es noch für einen schöneren Beweis, jetzt habt ihr es schwarz auf weiß!
















 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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