Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen (Teil 55...) Mama, ich hab dich so lieb.

... Während Armina Adelheid umarmte und ihr versicherte.., daß es selbstverständlich sei, daß sie zu zweit zur Burg aufbrechen würden..

schlurfte hingegen Anselm mit zittrigen Beinen die paar Stufen nach oben in den Krankenbereich.
Er hatte so ein ungutes Gefühl, so eine Kraftlosigkeit in sich.

Das Problem , welches sich in ihm auch breit machte.., war die Lebensart der Burgmenschen.

Wie konnten Leute, die von Soldaten bedroht wurden.. nur so unbeschwert und fürsorglich sein ?

Draußen im Schlachtfeld, wenn der Angriffssturm tobte, war irgendwie Jeder für sich selber verantwortlich.
Wenn dann eine schwere Verletzung oder auch der Tod eintraten.., dann war es eben so.
Keiner hatte die Zeit oder die Nerven..,dem Verletzten  tröstend einen Arm um die Schultern zu legen und in die Sicherheit zu führen.

Es war einfach Krieg und Krieg war hart.
Verdammt... !!
Knochenhart sogar.

Hingegen die Bewohner der Burg tänzelnten durch die Gegend wie hirnkranke Idioten.
Jeder schaute auf den anderen und irgendwie war in der ganzen Anlage so ein Zusammensein zu spüren.
So eine Verbundenheit.. und fast würde er sagen.. so eine gemeinsame Liebe.

Ach was. 
Er war einfach übermüdet, hatte Schmerzen und auch Sorgen wegen dem Morgen.

Trotzdem war da überall diese Musik.
Und die Bilder an den Wänden, welche immer wieder die Leute zeigten, welche scheinbar die Musik machten und dann auch wieder im Wechsel.. die Bilder von der Burg und Umgebung.

Was hatte es mit der Burg auf sich ?
Und warum.., verdammt, waren die Menschen welche Musik machten, so bunt angezogen und sahen so , verflucht noch mal , anziehend aus ?

Auf  Kleidung hatte er selber ja auch immer geachtet. Und wie sogar.
Nichts war schlimmer, als verschmutzt und lumpig durch die Gegend zu laufen.

Vermutlich hatten nur wenige Menschen in der damaligen Zeit so viele Bekleidungssachen und auch so viele Accessoirs.., wie er selber.
seine Devise.. : auch wenn man mit der Zange zu Werke war.., mußte man gepflegt sein... !

Interessanterweise war der Effekt sogar um so größer, wenn der zu Befragende blutig und vor Angst schwitzend, in seinem Schweiß und den Gerüchen versank.., während man selber sauber , gelassen und gut riechend.. sein Werk ausführte.

Es ergab so ein wundervolles Ungleichgewicht.
Dem  Folteropfer wurde innerhalb von Sekunden bewußt, daß es auf einer aussichtslosen Position stand.., während er selber  ja jederzeit gehen und auch wieder kommen konnte.

Er selber machte sich die Fingernägel sauber und feilte abgerissene Kanten gerade..
Das Folteropfer hingegen verlor Fingernägel und mußte ertragen, daß auch noch glühende Metallspitzen in die Wunde gedrückt wurden.
Oh, oh, oh..., es gab nicht viele Menschen, die so einen psychischen und auch physichen  Druck standhalten konnten.

Seine Erfahrung bestand darin, daß man einen Menschen dahin bringen mußte.. sich selber im Klaren zu werden, daß man nichts wert war und daß das eigene Leben so gut wie vorbei war.
Denn in diesem Moment ergriff man auch den kleinsten, vorbeitreibenden Strohalm um sich daran zu klammern und das rettende Ufer zu erreichen.

Wenn er dann kurz vor dem Zusammenbruch den Opfern mitfühlend über die Haare strich und ihnen etwas Wasser zu trinken reichte.., wenn er dann in mitfühlendem Ton die Menschen fast schon bettelte, endlich die Torturen benden zu lassen.. und die Wahrheit zu sagen.., brachen 90 % aller vor ihm sitzenden, zu Befragenden.., zusammen und plauderten Alles aus.

Na gut.
Das war seine Taktik.

Aber er liebte es auch, im privaten gut zu riechen und bekleidet zu sein.

Ein bischen träumend stand er vor einer der Monitorfolien und versank schon fast in der Welt der Musik und Farben.. als nach einer bunten Sängerin ( Cindy Lauper.. ) nun ein junger Mann sein Gesangswerk vortrug.. und so leicht wie kleiner Vogel durch die Gegend flatterte. 
Boy George  zog Anselm ziemlich in seinen Bann.
Mit   "brachialer Gewalt " ..., könnte man schon fast sagen.

Und als anschließend ein Lied erklang, welches    " We are the World "    hieß und von   USA for AFRIKA   sozusagen in die Ohrgänge und das Herz der  Zuhörer gezaubert wurde., geschah irgend etwa mit Ihm.


Am unteren Bildrand erschien der Text in deutscher Sprache.
Dadurch Anselm so ziemlich einer der einzigen in weiter Umgebung war, welcher fließend lesen konnte ,
brannte sich das Lied und die Worte mit einem glühenden Flammenschwert in seine Seele.

Verdammt.


Er wollte plötzlich mitten unter der Gruppe von Menschen stehen und sich im Takt der Musik wiegen.
Er wollte kein Anführer von Mordtruppen sein, sondern ein glücklicher  Mann, welcher Musik machte und bunt angezogen war.

" Na da kann man schon drinn versinken.  Es war vor langer Zeit im damaligen Leben, als sich die Künstler zusammen taten um etwas für andere Menschen zu singen. Für Menschen die nicht das Glück hatten, unbeschwert leben zu können.  Es waren die 1980iger Jahre. So bunt.., so schön. Und dann hat die Welt begonnen, sich schneller zu drehen und irgendwie wurde Alles chaotischer.. "

Ein Mann der Burg, welcher aber angezogen war wie ein Krieger der Fremden.., erzählte ihm von Musik und vom freien Leben.
Er führe Anselm ein bischen durch die Gegend und breitete ihm in schillernden Farben die Welt aus  San Franzisko aus , auch die Welt der freien Zeit von 2020 und aufwärts, als sich die liberale Denkweise der freien Orientierung der sexuellen Vorlieben verbreitete.

Als Anselm endlich in seinem Bett auf der Krankenstation lag , bat er die anwesenden anderen Kranken darum, sich ein bischen auf der Monitorfolie durch die Musikwelt schauen zu dürfen.
Naja, es lag ja nur sein Begleiter mit der lädierten Hüfte drüben im Bett und etwas weiter hinten noch ein Fremder, den er nicht kannte.
Der Mann hatte ihm gezeigt, wie er mit der Fernbedienung umgehen könne.

Damit sich keiner der anderen gestört fühlte.., wurde ihm auch noch links und rechts in die Ohren so ein komisches.. leichtes Gebilde geschoben.., welches ihn in direktem Flug in die Akustik der damaligen Zeit saugte.

Seine Augen, seine Ohren und sein gesamtes SEIN..., flogen in die Welt der Zunkunft, 1000 Jahre nach vorne.

Er wurde während der nächsten Zeit aus seinen kranken Mord und Totschlagsdenken herausgelößt und in die Mentalität eines Musikers gezwungen.

Er konnte sich nicht dagegen wehren.
Am meisten faszinierte ihn das Spiel am Klavier.

Was würde er dafür geben.., an so einem Teil zu sitzen.
Gerade verzauberte  Liberace  die Sinne von Anselm.

Wenn er die Burg erobern sollte, wäre es mit seinem bisherigem Leben erstmal vorbei.
Der Plan, sich mit einer privaten Truppe selbsständig zu machen blieb natürlich bestehen.., aber er selber würde nicht mehr am Kriegsplatz mitwirken. 
Er wollte es einfach nicht mehr.

Zwischendrinn sah er auch immer wieder Männer.., die Kleider anhatten.
Hmmm...

Es war doch krank!
Oder ?
Oooooder ??

WIe konnten Männer nur so etwas tun ?

Aber wie würde sich so ein Kleid jetzt wirklich anfühlen ?

Wie mochte es sein, so weiche Stoffe über seine Haut gleiten zu lassen .., sich mit so schönen Schmuckstücken zu behängen...
über einen großen Saal zu schreiten.., am Arm von einem jungen Burschen... oder einer jungen Frau.., völlig egal.., und zu einem Flügel aus poliertem , schwarzen Holz,  zur Musik zu schweben.
Die umherstehenden Menschen in die höchsten Sphären der Klänge zu entführen.

Was wäre wirklich, wenn jeder Mensch anziehen dürfte.., was er wolle ?
Was wäre, wenn er sich viele schöne Kleider anziehen könnte ?

Sein Herz schlug plötzlich so fordernd in der Brust.
Blödsinn.
Was für schräge Gedanken.

Es wurde wirklich Zeit, wieder mal über eine Frau herzufallen.
Ihr die Kleider vom Leib zu reissen.. sie an den Haaren packend.. mit dem Kopf nach unten zwingend..., mit seinem dicken Ding in ihre  Kehle zu stoßen.
Oder auch zwischen die Beine.. oder.. wie er letztes mal ausprobierte.. in die hinterste Region , welche geheim sein sollte.

Er hatte das Winseln noch in den Ohren.., welches das junge Mädchen von sich gab.., als er sie davon überzeugte.., ihm ihren Hintern zur Verfügung zu stellen.
Das hatte wirklich Spaß gemacht.

Was wäre aber.., wenn es sich nicht um das junge Mädchen gehandelt hätte.. sondern um einen schön gekleideten , gut duftenden Mann ?
Oder noch besser..., was wäre wenn es Beide zusammen gewesen wären ?

Anselm schaltete mit einem Ruck die Monitorfolie ab.
Solchen Blödsinn brauchte er nicht in seinem Kopf.
Es wurd wirklich Zeit, daß er wieder zu sich zurück fand.

Wie würde sich so ein Schwanz anfühlen.., von so einem Jüngling ?

Verdammt.. !
Blöde Vorstellungen!

Würde es vielleicht Spaß machen können, so ein Ding in seinem Hintern zu spüren ?
Nicht mit Gewalt.. sondern ganz langsam..., ganz zart unter sein Kleid gleitend.., welches er natürlich anhaben würde..!

Nein.., neiiiiin. 
Er brauchte Gewalt. 
Er brauchte Blut und Folter.

Weg mit diesen Wünschen.

Er würde sich die Kinder des Burgmenschen schnappen.. und ihnen mit dem Skallpell die Finger abschneiden
vielleicht auch die Zehen.
Das würde wirklich schön werden.

Oder... und das wäre die Alternative..., er würde sie auf seinem Schoß sitzen lassen, ihnen die Haare kämmen.., ihnen kleine Zöpfchen flechten. 
Sie in den Garten geleiten und mit ihnen am Klavier.., welches hoffentlich unten stehen würde.., ein bischen Musik machen.

Und wieder würde er so ein weiches Kleid anhaben.

Nun wurde ihm auch klar, warum er so aufgeregt war, als er seiner ehemaligen Frau den Körper aufgeschnitten hatte.
Es war nicht die Schändung der Totenruhe.
Es war das unglaublich erotische Gefühl.. welches ihn übermannte.., als er das hauchdünne Kleidchen berührte.
Als er den Stoff nach oben zog und die Sehnsucht durch seine Finger floß.., welche den weichen Frauentraum berühren durften.

Verdammt.
Er hätte dieses blöde Weib nicht aufschlitzen sollen, sondern ihr das Kled ausziehen und sie nackt in die Schlucht schleudern.

Welches Kleid hatte vorhin denn diese andere, diese  lockige Frau angehabt ?
Es wollte ihm nicht mehr einfallen.
Aber sie hatte eine ziemlich grosse Brust gehabt..
Denn als er sie durch das Fenster prügelte.., riss ihr Kleid auf und er erblickte so eine zarte Unterbekleidung.

Wenn er sich so etwas Weiches, Zartes besorgen würde.., könnte er es heimlich unter seinem Kampfzeug tragen.
Niemand würde es merken und er hätte stets das Gefühl von weichem Stoff auf seiner Haut.

Nein  !

Ausgeschlossen.
Nie im Leben würde er sich mit Weibszeug umhüllen.
Als Anführer so blöde Gedanken zu haben.
Wo gab es denn so etwas ?

Außerdem hatte er schon von jeher eine Abneigung gegen schwitzende Männergerüche.
Pfui.

Aber wenn jetzt so ein Knabe eventuell nicht so streng roch ?
Wie würde sich so ein Ding in seiner Hand anfühlen ?
Und wie würde es wohl schmecken ?

Natürlich nur mal so gedacht !

Wie würde sich der Swchanz eines Mannes in seinem Mund anfühlen ?
Die zweite Frage.., würde er sich so ohne weiteres auf dieses zuckende Teil setzen können ?
Wie würde es sein ?

Seine Hand hattewährend der heißen Gedanken unbewußt zwischen seinen Beinen für etwas Aufruhr gesorgt.., indem er so unauffällig wie möglich zu masturbieren begann.

Na gut.., für eine Minute sich seinen kranken Gedanken ergebend..., so redete er sich die Situation schön.

Aber was wäre wohl, wenn die Sache gar nicht so krank wäre ?
Was würde geschehen, wenn sich herausstellte.., daß wirklich Jeder mit Jedem glücklich sein konnte.. wie immer er wollte ?

Männer mit Frauen und Männer mit Männern.
Frauen mit Frauen.
Alte mit Jungen und  Alte mit Alten.

Jeder mit Jedem, wie immer er wollte.
Einfach ein freies Leben.

Und das schöne rote Kleid, welches seit 20 Jahren in seinem Schrank hing.
Das Kleid seiner Frau von damals.
Er würde es vom Schneider umändern lassen müssen.

Und natürlich würde der Schneider nichts darüber erzählen können.

Mit durchtrennter Kehle sprach es sich nun mal schlecht.

Als sich sein Sperma,  explodierende Wellen hinterlassend..., über seine Hand ergoß..., war ihm klar, daß sein eigentlicher Wunsch darin bestand.. ., einen Mann über sich knien zu haben.., der seinerseits den ganzen Saft über seinen Bauch schießen ließ.. über seine Brust.. über sein Gesicht.. in seinen Mund.

Nie...
Nie würde so etwas geschehn.
Nieeeee.

Und wenn schon, dann mußte der Jüngling anschließend im Wald begraben sein.


Oder könnte er mit einem Mann irgendwo leben ?
So in der Fremde ?
Igendwo,  so wie im Musikleben auf der Folie an der Wand ?

Wäre es möglich ?

Morgen mußte erstmal der Burgherr verschwinden, danach würde er weiter sehen!

Und wieder schoß ein Bild durch seinen Kopf.
Wie er im Garten mit den Kindern spielte.
Wie das kleinere Mädchen auf seinen Schoß krabbelte, die Arme um seinen Hals schlang und ganz leise flüsterte.... :  Mama.., ich hab dich so lieb... 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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