Günter Weschke

Die Taiga

Die Taiga


Ein großer Teil unserer Welt,
wird meist nur durch Schnee erhellt.
Acht Monate Winter, acht Monate Frost,
acht Monate Nacht, im fernen russischen Ost.

Die Taiga ist endlose Wildnis,
hier ist man Abenteurer und Held.
Wer hier nicht geboren, der ist schon verloren,
in der endlosen Weite der Welt.

Eigentlich wollte ich über die wilde Schönheit der Taiga schreiben, über große, von Schnee bedeckte Wälder, weite, riesige Moorlandschaften, in denen schon seit vielen Jahren, unlöschbare Brände wüten. In der Taiga lebt auch die größte Raubkatze der Welt, der sibirische Tiger. Er wurde bisher gnadenlos gejagt, wegen der angeblich heilsamen Wirkung seiner Knochen, die zu Pulver gemahlen im asiatischen Raum, reiche Käufer finden. Für ein Kilogramm Tigerknochen, werden hohe Summen gezahlt. Es leben dort auch große Herden von Rentieren, es gibt Bären, Wölfe, Elche, ja, eigentlich ein schönes Fleckchen Erde, wenn die harte, grausame Natur nicht wäre. Im blumenreichen Sommer, ernährt sich das Wild von Heidelbeeren, die hier auf großen Flächen wachsen. Die Taiga ist reich an fischreichen Seen und Flüssen, aber ihre größten Schätze liegen tief im Erdinnern verborgen. Hier lagern große Ölvorkommen, Gold und Diamanten, seltene Erden und vieles mehr.
Wenn die Technik es zulässt, werden in etwa 50 Jahren, dort Städte entstehen und ihre Bewohner werden in den Minen und Gruben nach all diesen Schätzen graben, (müssen)! Die Taiga hat ein lachendes und ein weinendes Auge. Das Lachende, für die noch vorhandene Natur, das Weinende, für die absehbare Zerstörung derselben. Die Menschen dort lieben ihre Taiga, schwermütige Lieder erklingen, wenn die russische Seele weint. Der sibirische Tiger versucht, sich immer weiter zurückzuziehen, aber bald gibt es keine Rückzugsgebiete mehr. Und die Chinesen werden in wenigen Jahren sicherlich alle ausgestorben sein, denn es gibt bald keine Tigerknochen! Die Menschen dort, hassen ihre Taiga! Harte, schneereiche Winter, lange Wochen der Dunkelheit mit kurzen Aufhellungen, eisige Kälte, der starke Frost lässt die Bäume platzen, es knallt dann in den Wäldern wie Gewehr Schüsse. Das Feuer darf in den Hütten nicht ausgehen, dafür wurde bereits im Sommer, ein großer Vorrat an Holz herbei geschafft. Es wurde gesägt und gehackt, gestapelt und abgedeckt. Das herbei schaffen der Bäume wird von Jahr zu Jahr schwieriger, ein Dorf mit etwa fünf bis zehn Häusern, benötigt viel Holz. Man schlägt den Wald nicht vor der Tür, Waldbestand um ein Dorf herum, gewährt einen gewissen Schutz. So werden die Wege immer weiter und beschwerlicher. Krank darf hier keiner werden, der nächste Arzt…..? Und doch zieht es immer wieder Menschen in die Taiga, es ist nicht der Ruf der Wildgänse, es ist der Ruf der Natur, der Ruf des Abenteuers. Schwermütige Lieder erklingen, wenn die russische Seele weint!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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