Fritz Lenders

...schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 57 ) Mode und Tod...

... Anselm konnte nicht anderst.


Seine Füße trugen ihn gegen seinen Willen hinüber, in die Mitte des Burghofes,  wo soeben Armina, Adelheid und die zwei Begleiter..., 
also Paul der Kerzenzieher und  Walther der Dorfschreiner  mit den Quad`s  wieder mal für großen Auftritt sorgten.

Während sich Adelheid sofort nach ihrem Mann erkundigte, also Helmreich  dem Burgherren..., 


blickten sich die beiden Männer neugierig und etwas schüchtern auf der Burg um.
Noch nie hatten ihre Füße die Burg betreten..
und noch nie hatten sie Musik aus kleinen Kästen an der Mauer ... durch die Luft tönen gehört.

Von Beleuchtungen ganz abgesehen.

 Diese Leuchtkugeln hatten sie zwar schon bei Arminas Vater aus dem Haus strahlen bemerkt.., aber in dieser Intensität dann eben doch noch nie.

Armina stand neben Adelheid und die Beiden wollten eine Suche nach Helmreich organisieren.

Wenigstens schliefen die Beiden Töchter der Burgherrin zuverlässig in ihren kleinen Kammern.
Die Kinderzofe schlief in dem Raum daneben.

" Es ist doch nicht möglich, daß mein Mann schon seit Stunden von Niemandem mehr gesehen wurde ? Was ist, wenn er auch den Mördern zum Opfer gefallen ist ? Es wurden doch mehrere Menschen tot aufgefunden ... "

 

Adelheid war ziemlich besorgt.



Anselms Augen hingegen  verflochten sich mit den Blicken der beiden Neuankömmlinge , die mit Armina und Adelheid auf die Burg gelangt waren.
Ein Schauer überflutete seinen Körper von Oben bis Unten und wieder zurück.

Irgendwie glaubte er zu erkennen, daß auch der eine der Beiden..., gefallen fand am Blickkontakt mit dem Anführer der Bischofstruppen.
Naja.., auch der zweite Mann blickte Anselm ziemlich tief in die Augen.

Die Augen des Komandanten trugen bereitwillig Kontakte in die Region des Gehirnes..., welches für Erregung und Lust zuständig war.
Dopamine schleuderten sich im Eiltempo durch die engen Gassen der Nervenleiter.. in Anselms Kopf herum.

Wie könnte wohl eine Situation  aussehen.., in der sich die Drei zusammen etwas näher kamen ?
Anselm hatte absolut keine Vorstellung.., woran er Gefallen finden könnte.., aber er wollte es unbedingt herausfinden.

So als kleiner Nebengedanke.. machte sich die Vorstellung breit, daß es durchaus in seinen Wünschen liegen würde.., auch eine Frau bei einem Stelldichein der Extreme.., dabei zu haben.

Alle würden so schön und so geschmackvoll wie möglich bekleidet sein und im Laufe der nächsten Stunden würden sich die Kleider so nach und nach von den Körpern entfernen.
Auch sein rotes Kleid.., welches er unbedingt anhaben wollte.
Obwohl er ja auch nun schon eine gewisse Auswahl hatte.

Denn unter seiner Schlafbekleidung der Burg.., schmiegte sich der zarteste Stoff, welchen er jemals erfühlen durfte.., und den er seiner toten Frau gestohlen hatte.., um seinen Körper.
Seine Männlichkeit zuckte.. eingehüllt und umgeben von durchsichtigen Frauenstoffen.., erregt in seiner dünnen Hose.

Verdammt, sowas durfte auf keinen Fall passieren.
Leider verfolgte er in dieser Sekunde den Blick von  Paul. 

Besser gesagt schätzte er die Blickrichtung und das Ziel dessen Augen ab.

Wundervoll.
Genau auf seinen Unterkörper starrte dieser Mann.
Das brauchte er im Moment absolut nicht.

Denn während seine Augen und seine Fantasie sich einen kleinen Traum zusammen sponnen...
hatten hingegen seine Ohren eine ganz andere Hiobsbotschaft in seinen Kopf transportiert.

" Wir müssen die Mädchen aufwecken, denn mit Sicherheit waren sie bis zum Schluß mit ihrem Vater zusammen. Helmreich ging nie.., nicht ein einziges mal irgendwohin.. ohne vorher Bescheid zu geben. Ich werde mal nach Oben gehen und versuchen.., die Kleinen zu befragen. Armina.., kommst du mit ? "

Adelheid wollte Helmreich finden und wenn sie die ganze Burg auf den Kopf stellen würde.
So ganz kurz nachgedacht.., würde auch Anselm gerne mitgehen.
Dieses blöde Ausfragen der Kleinen konnte doch nur Unfrieden schaffen.

Vielleicht wäre ein kleiner, schneller Schnitt durch zarte Kinderhälse wirklich das Beste für alle Anwesenden gewesen.
Was Anselm auch noch Beschäftigte war die Tatsache, daß sich durch einen einzigen .., wirklich schon fast harmlosen Mord.., eine ganze Kette von Tötungen hinterher zog.

Konnte er denn nie mehr in Frieden sein neues Leben erforschen ?
Anselm hatte schon fast Tränen in den Augen.., ob des Selbsmitleides für sein trauriges Schicksal.

Daß er jedoch in Wirklichkeit ein sadistischer Serienmörder war.., welcher Skrupel noch nie in seinem Leben erlebt hatte.., kam ihm nicht in den Sinn.

Nach wie vor verfeinerte er seine Untaten.. mit verharmlosenden Gedanken.., welche in ihm eher das Opfer und nicht den Mörder sahen.

Besser er machte sich schnellstens aus dem Staub.

Adelheid griff nach Arminas Hand und gemeinsam liefen die Beiden im drüberen Aufgang die Treppe hoch, welche zu den Herrschaftsgemächern führte.
Anselm blickte ihnen kurz nach.
Auch ein umwerfender Anblick, wie die beiden Frauen Hand in Hand die Stufen nach oben liefen.

Was ebenfalls atemberaubend war..,   sie waren mit so engen, die Figur heraushebenden Materialien bekleidet... welches aus jedem Mann einen potentiellen Vergewaltiger machte.


Zumindest wenn man auch nur die Spur der kranken Gene von Anselm hatte.

Es sah einfach zum niederknien aus.
Schon alleine die Kombination von kämpferischen Frauen und hautengen.., Bekleidungsteilen.

In Anselms Kopf breitete sich noch ganz schnell ein Gedanke aus.
Wie würde es aussehen.., wenn die Zwei ihre engen Teile anhatten.. und zusätzlich noch einen dunklen.. durchsichtigen Rock darüber trugen.., welcher bis knapp in die Mitte der Waden reichte ?

Blödsinn.
 
Kopfschüttelnd wollte er die Stufen in Richtung Krankenbereich betreten.., als einer dieser fremden Männer, welche auf der Burg zur Zeit das Sagen hatten.., den Weg blockierte.

" Also an diesen zwei Mädchen könnte ich mir meine neuen Modelle vorstellen.., welche in Kürze fertig sein sollten. Wozu würde ich wohl dauernd neue Kleider entwerfen.. wenn Niemand Interesse daran hat. Oder wenn sie Niemand bewundern kann. "

Der Mann blickte Anselm an und stellte sich vor.

" Mein Name ist Gunter von Alt.., Elektrotechniker und Modedesigner aus Leidenschaft.. "

" Schön.., mein Name ist Anselm , müde und verletzt... ebenfalls aus Leidenschaft "

Der Komandant wollte einfach witzig sein und außerdem schnellstens aus der Schußlinie der eventellen neuen Verdächtigen flüchten.
Zudem brannte auch seine Hand wie Feuer.

Unglaublicher Weise nicht die Hand mit den lädierten Fingern.., sondern die andere Hand.. welche er sich selber so zugerichtet hatte.


Als er seine ehemalige Frau mit dem Skalpell aufschlitzte.. hatte er sich blöderweise selber ein wenig geschnitten.
Nicht viel.
Nur ein Kratzer am Daumen.

Lächerlich.

Trotzdem juckte und pochte es ein bischen.

Elastisch wie eine Schlange.., wollte er sich an dem Mann der Kleider vorbei winden.

" Na da hat aber Jemand  eine besondere Vorliebe für feine Stoffe... "

Lächelnd zupfte der Mann am oberen Rand des  Schlafbekleidungsteiles von Anselm.
Ein winziges Stück feinsten Stoffes lugte etwas hervor.

* na toll, und genau das mußte jetzt unbedingt noch passieren ! Hört denn das nie auf ? Ich kann doch nicht einen nach dem Anderen abschlachten *

In Anselms Kopf breitete sich Panik aus.
Doch beschwichtigend  zog der Mann seine Hose am seitlichen Teil des Bundes etwas nach unten.

" Ich liebe auch zarteste Stoffe auf nackter Haut. Kein Grund.., aufgeregt zu sein. Wenn sie wollen, zeige ich Ihnen gerne mal bei Gelegenheit einige meiner neuesten Kreationen "

" Ich weiß nicht.., vielleicht, Obwohl.., nein ! Ich glaube nicht, daß ich ..., oder doch ?  Haben sie eigentlich nur Größen von gleichen Frauen.. oder auch Kleider für etwas festere Damen ? "

Anselm war klar, daß er sich um Kopf und Kragen brachte.., wenn er nicht schleunigst verschwand.


Mit jeder Sekunde, welche er in der Öffentlichkeit herum streunte.., wurde sein Gesicht immer mehr in die Gedächtnisse der Leute verewigt. 
Das durfte auf keinen Fall geschehen.

" Und welche Art von Anziehsachen machen sie denn da so ? "

Die Stimme von Paul dem Kerzenmenschen  mischte sich in das Gespräch ein.

Verdammt. Anselm mußte weg.

" Was höre ich da ?  Gespräche über schöne Bekleidungen ? Na da will ich aber dabei sein ? "
Lächelte sich die Stimme von Walther dem  Dorfschreiner ebenfalls hinzu.

" Also wenn die Herren wollen, würde ich ein wenig meiner Entwürfe und Geheimnisse enthüllen "

Irgendwie war die Stimmung in der Luft so elekriziätsgeladen.
So ein bischen wie greifbare Lust...

Anselm ergab sich einfach seinem Schicksal und trottete .., trotz der Gefahrensignale in seinem Gehirn.. , ziemlich aufgewühlt hinter den Dreien in Richtung Modewelt.

Die Hand von ihm juckte währenddessen fröhlich weiter.
Immer wieder dazwischen Feuergüsse in seine Wunde an der Hand   zu schüttend.

Als er sich mit dem Skalpell an seiner Frau zu schaffen gemacht hatte.., war diese schon einige Zeit tot.

Das Problem, welches damals nicht bekannt war.., waren  giftige Keime, Gase und Viren.

Bei Umlagerungen von Toten, entwichen aus deren Lungen oftmals Gase , also Aerosole.
Dadurch wurden Fäulnisbakterien, und Leichengift nach Außen transportiert.

Schlimm war auch, daß durch winzigste Schnitt oder Stichverletzungen  Parasiten und Krankheitserreger von Mensch zu Mensch überspringen konnten.

Die Microorganismen lebten auch nach dem Tod eines Menschen auf dessen Haut und ebenfalls in dessem Körper noch lange weiter.

In der heutigen Zeit würde man gleich an den  HI Virus denken.
Doch Aids fand nur noch wenige Stunden nach dem Tod im Körper statt.
Hingegen Milzbranderreger überlebten Jahrzehnte nach dem körperlichen Tod eines Menschen.
Auch Tuberkulose hielt sich mehrere Jahre noch in der sterblichen Hülle auf.
Selbst Hepatitis - B  Viren trotzten noch satte 80 Tage  dem Tode.

Also Anselm hatte die Totenschändung an seiner Frau mit dem Skalpell ausgeführt, sich dabei ein wenig geschnitten und anschließend auch noch die Schlachtorgie am ebenfalls schon seit Stunden toten Burgherren durchgeführt.


Außerdem war auch noch nebenbei die Möglichkeit vorhanden, daß durch den Schlag in das Gesicht der Frau mit den lockigen Haaren, Bazillensprünge stattgefunden haben könnten.
Oder sie hatte ihn einfach gebissen.
Alles war möglich.

Jedenfalls tobte die Hand von Anselm immer mehr.

Andrerseits war er  aber ab sofort abgelenkt und in freiem Fall... in die Welt der Modemacher.

Der Elektriker,  also Gunter von Alt zeigte den Männern seine verschiedenen Modelle.., und natürlich fanden auch die herrlichen Stoffe unglaublichen Anklang bei den Dreien.., welche bisher noch keinen Zugang zu Modeatelieren hatten.

Was für eine Stimmung und was für eine Welt.

Gunter schaltete auf der Monitorfolie ein paar Modeschauen herbei und atemlos versanken alle Vier in bunten Regionen.

Fast schon unbemerkt.., berührten sich die Körper der Männer und eine heiße Atmosphäre heizte die Luft auf.

" Und jetzt zeig uns mal.., was du für ein Geheimnis unter deinem Pyjama verborgen hast.. "  lockte Gunter in Richtung Anselm.

Der Anführer wußte, es würde sich fatal auswirken.. aber die Geilheit raubte ihm den Verstand.
Er schlüpfte aus seinem Schlafanzug und stand in fast durchsichtiger , zartester Frauenbekleidung im Raum.

Fast von  restlichem Verstand beraubt.., drehte er sich im Kreis und das leichte Kleid schwebte durch die Luft.., wie bei einer Prinzessin.

Er war plötzlich so frei.. so losgelößt.., so voller Gefühle.

Doch als sich der Modemensch daran machte.., seine Hose auszuziehen.. um ebenfalls in seinem winzigen Stofftraum zwischen seinen Beinen in den Tanz mit einzusteigen..., wurde Anselm bewußt.. daß sich seine Fantasie nur zum Höhepunkt steigern konnte.., wenn eine junge Frau im Spiel mitspielte.

Er fühlte.. es würde absolut schön werden.., alles auszuprobieren.. in jedem Körperbereich Kontakt mit anderen Männern zu bekommen.., aber wie erwähnt.. es mußte unbedingt eine Frau dabei sein.

Er brauchte die Düfte und die Weichheit von fraulichem Fleisch.

Ebenso brauchte Armina dieses.., als sie von Adelheid in deren Räumlichkeiten geführt wurde.
So feminin.
So unglaublich geschmackvoll.

Die beiden Frauen küßten sich ganz kurz und wie immer voller Zärtlichkeit.

" Und jetzt müßen wir Helmreich finden.. selbst wenn ich die ganze Burg auf den Kopf stellen muß. "

Adelheid streichelte Armina über die Haare...

" Mama.., der Mann ist mit Papa in der kalten Kammer gewesen !  Der Mann mit den zwei kranken Händen "

Die Stimme von Traudel brachte Armina und Adelheid wieder auf den Boden der realen Welt zurück.

" Hast du die Frau lieb.., weil du sie geküßt hast  ? "
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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