Marlon Fischer

Königin der Schlampen

Ein flüchtiger Blick von ihrem Handy nach oben an die Anzeigetafel der Bushaltestelle. Wie sie dabei eine ihrer dunklen Augenbrauen nach oben zieht - in ihrem Blick liegt was von Anständigkeit. Schön auf ganz eigene Art, ja richtig faszinierend. Das war äußerst beeindruckend, selbst für eine Schlampe. 

 

Die Anzeige sagt etwas von fünf Minuten. Gelegentlich springt sie wieder hoch auch sechs, doch pendelt sich dann wieder auf fünf ein. Irgendwann nur noch vier. Dann drei - dann zwei. 

 

Jetzt zündet sie sich noch eine Zigarette an, so kurz vor knapp. Dumme Idee. 

Solche Schlampen kommen immer auf dumme Ideen. Sobald der Bus kommt, wird sie die Kippe einfach in den Schnee werfen, ihr Gebiet markieren und sich verpissen, so wie Schlampen es nunmal tun. Es ist schwierig es von hier aus zu erkennen, welche Nuttenstängel sie raucht, aber das spielt inzwischen auch keine Rolle mehr. Das gehört zu den “u. U”. Unwichtige Informationen

 

Im Lichtkegel der einsamen Straßenlaterne unter der Bushaltestelle tummeln sich zehntausende Schneeflocken. Genauso so einzigartig wie diese Flocken und genauso flüchtig ist dieser Moment. Doch er ist vorherbestimmt. All diese hunderttausend Schneeflocken, die sich in eisigen Höhen zu Kristallen formen, vom Himmel stürzen und dazu bestimmt sind vor den Füßen dieser Sau zu landen. Allesamt Zeugen ihrer Schlampigkeit. Wie sie dort steht und raucht, mit ihren Stiefeln im Schnee. Ekelhaft.

 

Jetzt kommt der Bus. Endlich. Er fragt sich, wie lange er das noch ausgehalten hätte. 

Linie 37, die alte, dicke Frau am Steuer. Die Türen des Bus öffnen sich, sie steigt hinein. Eben kurz das Ticket vorzeigen, dann nach ganz hinten. Niemand sonst ist an Bord, ungewöhnlich für die Nachtlinien. Die Fahrt geht weiter, aus dem Hinterfenster des Buses ist ihr Kopf noch erkennbar. Er dreht den Schlüssel um und startet die Zündung, woraufhin sich das Auto auf seiner Einfahrt gegenüber der Bushaltestelle aus dem Winterschlaf regt und zwei Lichtkegel auf die Straße wirft. Er schaltet kurz die Scheibenwischer an, dann nimmt er seine Hand aus der Jackentasche und löst die Handbremse.

 

So hatte er es schon oft gemacht, trotzdem fühlte sich heute alles anders an. Alles ist wie neu. So aufregend, dass er gar nicht richtig kann wie sonst. Seine Hände am Lenkrad sind kalt und schwitzig. Und natürlich hat er kein Desinfektionsmittel dabei. Er hat Angst, dass ihm durch seine Aufregung Fehler unterlaufen könnten. Er hat Angst, dass er nicht können wird, wenn es dazu kommt. Seine gemischten Gefühle macht ihm Angst. Dabei ist es doch viel zu spät für einen Rückzieher.

 

Dann konzentriert er sich wieder auf Sie - vielmehr ihren Hinterkopf. Im Bus brennt während der Fahrt Licht und durch das Busfenster kann er sehen wie sie etwas an ihr Ohr legt. Ihr Handy. Wahrscheinlich telefoniert sie mit ihm. Vielleicht auch mit einer Freundin. Die meisten von ihnen sind ebenfalls Schlampen, allerdings stehen sie in keinem Vergleich zu diesem Exemplar. Hinter dieser Scheibe sitzt die Ausgeburt der Schlampen, Patient Zero, eine ekelhafte, niedrige Kreatur, überzogen mit einer Zuckerschicht, die es zu knacken galt. 

Er greift tiefer in sein Lenkrad und knirscht die Zähne aufeinander. Er wird können, wenn er muss, er weiß es. Der Bus hält an und nimmt einen versoffenen Penner mit. Ekelhaft. 

 

Abgesehen von Pennern und Schlampen ist um diese Uhrzeit sonst nicht viel los. Dennoch ist der Nachtbus erstaunlich leer. Das Universum konzentriert sich nur auf Ihn -  und auf Sie. Er glaubt an nichts, trotzdem hat er das Gefühl, dass ihm jemand zusieht. Ihm aufmerksam über die Schulter guckt und der Sache ebenso viel Gewicht verleiht, wie er es tut. Es beruhigt ihn, dass er damit nicht alleine ist. Möglicherweise spielt Dankbarkeit auch eine Rolle, er kann es nicht mehr genau erfassen.

 

Plötzlich bemerkt er, dass er beinahe seine Einfahrt verpasst. Mit einer hektischen Bewegung reißt er das Lenkrad nach rechts. Er verflucht sich für diese Auffälligkeit und beißt fester auf seinen Unterkiefer. Um Kontrolle ringend schlittert der Wagen in die Gasse hinein und verschwindet bald in der Dunkelheit. Irgendwie schafft er es zum Stehen zu kommen, ohne dabei etwas mitzunehmen. Er zieht den Schlüssel und die Lichter, gerade dabei eine Mülltonne anstrahlen, erlöschen. Danach atmet er kurz durch. Fehlerfrei von wegen. Er würde scheitern, wenn er so weitermacht. Nichts davon war akzeptabel. Trotzdem wird er Können, wenn er muss, er weiß es. 

 

Zeit zum Aussteigen. Mütze und Handschuhe sind im Handschuhfach. Die Chemikalie trägt er schon bei sich, für den Fall sie ihn anhalten und sein Auto durchsuchen. Nur der Schlüssel fehlt noch, doch er weiß genau, wo er ihn finden kann. Er steigt aus seinem Wagen und schließt leise die Tür. Ein gelernter Blick begutachtet die Fenster im Hinterhof. Vorhänge und vergilbte Plexiglasscheiben versperren ihm die Sicht ins Innere - ein Vorteil, welcher auf Gegenseitigkeit beruht. Es sorgt dafür, dass er sich sicher fühlt, als gehöre diese mittlerweile vertraute Gasse ihm - seine Basis sozusagen. Von hier aus konnte man starten, doch ab jetzt ist muss er vorsichtig und wird alles richtig machen. 

 

Er stapft los und der Gedanke, dass jeder Schuh einen individuellen Abdruck im Schnee hinterlässt, ploppt in seinem Kopf auf. Vielleicht nicht ganz so individuell, wie die Millionen von Schneeflocken im Himmel über ihm, doch immerhin einzigartig genug um einen Personenkreis von Tausend auf Fünfzig einzugrenzen. Wenn man jetzt die Beschaffbarkeit der Chemikalie in seiner Jackentasche mit bestimmten Datenbanken und Listen von Apotheken in der Umgebung abgleichen würde, käme die Zahl einem Scheinwerfer gleich, welcher sein Spotlight nur eine einzige Person richtete. Das war das Risiko. Er kannte es, er hatte es oft genug darüber nachgedacht und Vor- sowie Nachteile abgewogen. Und jetzt war die Zeit zum Handeln gekommen. Kein Zucker ohne Zahnschmerzen. Sein Gesicht knirscht wie der Schnee. Er geht durch das nicht mehr ganz so fremde Gartentor und taucht im Schatten des Baugrundstücks ab. Die Familie hat wohl ein Kind, denn sie haben im Garten ein Häuschen gebaut, bevor sie das eigentliche Haus fertig gebaut haben. Es ist nicht nicht größer als ein Zwergenhaus, gemacht für die Kleinen. Ein schlaksiger, großer Schatten verschwindet nun in dem kleinen Torbogen. Er nimmt auf der winzigen Holzbank im Inneren Platz und späht durch das Herzchenfenster auf das Grundstück gegenüber. Was sich ihm präsentiert ist der gewohnter Anblick, bei dem ihm wird wohlig warm wird.


Herr Baumer sucht die richtige Fernbedienung um den Kanal zu wechseln, während seine Frau noch einmal hektisch durch das Wohnzimmer huscht. Bis er die richtige Fernbedienung gefunden hat, hat sie bereits zweimal  das Wohnzimmer durchquert. Ausgestattet mit einem großen Panoramafenster, ist das Wohnzimmer der größte Raum im Erdgeschoss und zieht sich an der ganzen Hausfassade entlang. Wenn beide Küchentüren offenstehen kann man sogar in den Flur schauen. Es ist perfekt, denkt er sich. Heute ist sein Tag. 

 

Wie erwartet stellt Herr Baumer einen Kindersender ein, während er mit einer anderen Fernbedienung versucht die Lautstärke zu drosseln. Es ist ein vertrauter Anblick, den man von der Herzchenhütte aus genießen kann. Die Baumers sind nette, anständige Menschen. Zu schade, dass sie sich so eine Schlampe ausgesucht haben. Menschen, wie die Baumers vermutlich sind, können das nicht wissen. Sie sind solchen Schlampen meist hilflos ausgeliefert. Ein Jammer, denkt er sich. Nicht jeder hat ein Auge für sowas.

 

Pünktlich auf die Sekunde, richtet er seinen Blick neben das Grundstück auf die Straße. Dort kommt sie gerade den Bürgersteig hinunter. Vier Minuten von der Bushaltestelle hierhin. Dort läuft sie in ihren Stiefeln, wie mit Stelzen auf Eis, präsentiert ihre Zuckerschicht der ganzen Welt. Wie kann man nur so falsch sein? Im Grunde bettelt sie doch drum. 

Die wohlige Wärme von eben verwandelt sich in eine drückende Hitze und er umgreift den verschneiten Fensterrahmen. Kalt und doch brennend. Eine Mahnung zur inneren Ruhe. Er erinnert sich, dass ihm jemand zuschaut. Irgendwer schaut immer zu. Ruhe bewahren ist jetzt wichtig, alles andere gehört zum Lampenfieber dazu.

 

Sie biegt nun auf das Grundstück ein, schaut noch einmal auf ihr Handy, klingelt an der Tür und steckt es in ihre lächerliche Handtasche. Er kann sehen, dass sich Frau Baumer direkt hinter der Haustür befindet, sie betrachtet sich ein letztes Mal im Spiegel. Sie erschrickt beim Dingdong. Aus dieser Perspektive kommt das alles einer Sitcom gleich, in der die Schauspieler abwechselnd die Bühne betreten und verlassen. Zeitgleich setzt sich Herr Baumer, der sich kurz auf dem Kinderkanal verloren hatte, nun auch in Bewegung. Er verschwindet weiter hinten im Flur. Wahrscheinlich geht er ins Kinderzimmer. Als die Haustür sich öffnet kann man vom Herzchenhaus nur eine undeutliche Begrüßung vernehmen. Smalltalk, etwas das Schlampen schon immer gut konnten. Wenn man nicht aufpasst kann sowas einer unvorsichtigen Person schnell zum Verhängnis werden. Die Baumers sind der lebende Beweis. 

 

Wie erwartet kehrt Herr Baumer mit der kleinen Ellie auf dem Arm zurück. Er setzt sie in diesen Käfig für Kinder, pink und flauschig, trotzdem immer noch ein Käfig. Sie haben umgestellt, der Käfig steht nun direkt neben der Küchentür und nicht mehr beim Fernseher. Jetzt geht er zu den anderen und lässt die kleine Ellie allein. Sie ist zwei. Oder drei. Schwer auszumachen aus der Ferne, aber nach heute würde er eine bessere Einschätzung abgegeben können. 

 

Schließlich lassen die Baumers die Schlampe hinein. Der Hausherr besitzt sogar die Höflichkeit ihr die Hände zu schütteln. Wenn er wüsste, was sie sonst noch so damit anstellt. Die drei verabschieden sich und die Baumers verlassen das Haus. Herr Baumer formt mit seiner Hand ein Handy und gestikuliert zwischen ihm und der Schlampe umher. Seine Frau verweist wie erwartet noch einmal mit dem Zeigefinger auf den Ersatzschlüssel, der in einer Außenlampe am Haus versteckt ist. Perfekt zum Mitnehmen; sozusagen der Schlüssel-To-Go, das Ticket in die Schokoladenfabrik.

 

Danach steigen sie in ihren Kombi und bald darauf sind biegen ihre Rücklichter am Straßenende ab. Bis zum Mexikaner fahren sie bei dem Verkehr und Glätte ungefähr fünfzehn Minuten. Die Nahrungsaufnahme erfolgte normalerweise in einer Zeitspanne von circa zwanzig bis dreißig Minuten. Zumindest wenn man von sich selbst ausging, allerdings hat er bereits Erfahrung. So ein Abend nahm gerne einmal mehr Zeit in Anspruch. Zuzüglich der Bestell- und Zubereitungszeit der Speisen in einem Restaurant kamen noch jede Menge soziale Gepflogenheiten hinzu, welche einen romantischen Abend durchaus in die Länge strecken konnten. Doch streckt er sich soweit es geht auf dem Holzbänkchen aus und wartet. Er wartet auf Frau Baumer, die etwas vergessen haben könnte. Oder Herrn Baumer, dem wieder mal spontan schlecht wurde. Sowas passierte hin und wieder. Aber vor allem wartet er auf seine Schlampe. Er will Schlampigkeit sehen. 

 

Sein ungestörter Blick durch das Panoramafenster zeigt nun eben jene Schlampe, die ihr Handy aus der Jacke am Ständer holt. Einen Griff zum Küchenschrank später hat sie ein Glas in der Hand und gießt sich Cola light ein.

 

Seine Hand greift automatisch, doch unbewusst in seine Jackentasche. Er tastet nach der Spritze, nach der Schutzkappe, er streichelt mit dem Daumen hinüber. Als er sie umfasst denkt er an die tödliche Flüssigkeit im Inneren der Kanüle. Es war sein Cocktail, sein Stoff, seine ganz eigene Mischung. Eine Eigenkreation, bereits getestet, jedoch nie an einem Menschen. Für einen kurzen Moment fühlt er den Stich, alles darüber hinaus: Spekulativ - verdammt nochmal alles was danach geschehen, reine Spekulation. Das Bild seiner Eltern flackert vor ihm auf. Er ist stolz auf sich, dass er dabei auch an sie denkt. 

 

Nun geht sie zum Sofa und fängt an den Sender zu wechseln. Sie zappt sich wild durch die vielen Kanäle des “baumerischen” Pay-TVs, freundlichst durch die Hausbesitzer zur Verfügung gestellt. Zwischendurch bleibt sie hängen, teilweise ist es schwierig zu erkennen worum es geht. Das alles ist ein ziemlich langweiliger Einstieg, findet er. Er sackt ein bisschen in sich zusammen und findet dabei eine weitaus gemütlichere Sitzposition, in der sein Hintern nicht mehr so eingequetscht wird. Er muss sich in Geduld üben. Und somit verstreichen einige Momente seiner Wacht in völliger Ruhe und Stille; ein Auge in Herzchenform, immer-starrend im kalten Wind der Nacht.

 

Dann endlich zeigt sie erste Anzeichen, sie geht zurück in die Küche und bedient sich am Kühlschrank. Sie kommt mit einem Teller, schätzungsweise Mittagessen, zurück und setzt sich vor der kleinen Ellie hin. Die Schlampe beginnt damit zu fressen, dabei spricht sie mit dem Kind. Dann steht sie auf und räumt sie alle Spielsachen aus dem Plüschkäfig heraus. Ein klassischer Einstieg. Nichts besonderes, jedoch ein Anfang. Zunächst wird Ellie mit ihren Kuscheltieren abgeworfen, wobei sich die Präzision und Stärke der Würfe beinahe exponentiell erhöht. Als Nächstes nimmt sie die Sachen vom Teller. Als auch die im Käfig liegen geht sie in die Küche, öffnet den Kühlschrank und setzt ihr Schauspiel mit weiteren Essensresten fort. Er weiß, dass Ellie einige Allergien hat. Ist den Baumers zuzutrauen, dass sie ihren Kühlschrank damit füllen? Er zögert und rutscht ungeduldig auf der Bank hin und her. Ellie quittiert diese Handlungen mit Weinen, doch das Kind hält sich wacker, wie er findet. Während der das alles beobachtet, kommt die innere Hitze wieder. Eine Ungeduld, rasend und brennend, viel stärker als sonst. Vielleicht weil heute der Abend ist? Er fühlt sich keineswegs vorbereitet. Er stellt fest, dass das Warten auf den richtigen Moment in manchen Situationen, das schwierigste auf der Welt kann. Worauf wartete er denn?

 

Jetzt geht sie inspizierend in der Küche umher, das Interesse am Kühlschrank ist verloren. Dann schnappt sie sich ihr Handy und macht ein Foto von dem Kind. Obwohl er nicht zu sehen ist, streckt er zum Gruß eine Hand aus dem Herzchen. Sie scheint mit irgendjemanden zu schreiben und sich köstlich zu amüsieren. Ein paar Nachrichten später geht sie zurück zur Küche und betätigt den Schalter des Wasserkochers. Danach holt Waschlappen aus der Schublade und legt sie vor dem Kocher hin. Das war neu, jedoch überraschte sie ihn nicht das erste Mal. Gespannt was sie als Nächstes passieren wird, rückt er näher an das Fenster heran. Plötzlich unterbricht sie ihre Vorbereitungen und schaut auf ihr Handy. Ein Anruf, sie nimmt ihn an. Wie der Kerl heißt, weiß er noch nicht. Doch er erkennt ihr Lachen, wenn die Beiden telefonieren. Sie sieht dann aus wie ein dummes Kanninchen, dem man Stroh hinhält. 

 

Das ist der Moment”, sagt jemand hinter ihm. Das gleiche denkt er auch. Sie läuft zwar noch nicht auf Hochtouren, doch jetzt ist der Moment. Eine bessere Möglichkeit würde sich ihm nicht bieten. Er verspürt einen Anflug von Klarheit.  Er wendet sich vom Fenster ab und verlässt das Herzchenhaus. Nur ein paar große Schritte durch den Schnee, dann ein Satz über den Buchsbaum und schon ist er im Baumerland. 

 

Der gepflasterte Gartenweg führt ihn zur Hauswand, jetzt bloß nicht hinfallen. Schließlich greift er in die Lampe und holt sich den Ersatzschlüssel, mit dem er sich nun an der Wand entlang Richtung Haustür trägt. Seine zittrigen Schweißhände lassen ihn gar nicht nicht richtig an das Türschloss rankommen, doch plötzlich ist er drin. Den Sessel dort hat er noch nie gesehen, ebensowenig wie die Bilder der Familie, die den Treppenaufgang säumen. Das waren ganz neue Blickwinkel. Die offenstehende Tür zu seiner Rechten hingegen kennt er gut, genauso wie den Spiegel. Auf seiner Reflexionsfläche kann der die Schlampe sehen, ihr Handy in den Nacken geklemmt, gerade dabei das heiße Wasser vom Kocher zu nehmen. Wie ein lang verschollener, schmerzlichst vermisster Sohn hält er Einzug in die Küche. In seiner Hand die Spritze, sein Heimkehrgeschenk.

Er stellt sich ein Familienportrait vor, er sitzt breit grinsend in der Mitte, abgelichtet und eingerahmt in irgendeinem Treppenaufgang. Er ist wirklich stolz, dass er dabei auch an seine eigenen Eltern denkt. 



 

(ENDE)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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