Gaby Schumacher

Das Geheiminis des gestohlenen Ostereies

Das Geheimnis des gestohlenen Ostereies

In der Hasenstadt Mümmelhausen herrschte schlimme Aufregung. Zunächst verdächtigten alle die Osterhasenschulkinder.

Wir machen so etwas Böses nicht!“, protestierten die Kleinen.

Genau, unsere Kinder würden nie klauen! Ist ne Frechheit, das zu denken!“, klang es von allen Seiten.

Tja, Bürgermeister Hopps musterte die Kinder, die ganz traurig guckten:

Ich glaube Euch! Aber wir müssen unbedingt heraus finden, wer ...“

Die Erwachsenen schauten sich an und sagten:

Nein, von uns war es keiner. Doch wer denn dann?“

 

Zum Nachdenken brauchten Hasen viel länger als wir.

Lauscher soll den Fall übernehmen!“

Alle nickten. Lauscher war ein sehr tüchtiger Hasenpolizist und hatte schon einige Verbrechen aufgeklärt. Bürgermeister Hopps schickte also Flitzi, eines der schnellsten Hasenkinder, zum Haus des Polizisten.

Mümmel, Flitzi!“, meinte der erstaunt. „Ist etwas passiert?“

J..Ja!“, stotterte Flitzi. „Jemand hat ein Ei geklaut!“

Das darf doch nicht wahr sein! - Warte, ich komm mit!“

Lauscher rückte seine Brille zurecht und griff sich Notizblock und Bleistift. Beides war wichtig, damit er aufschreiben konnte, wenn ihm etwas Ungewöhnliches auffallen würde.

 

Flitzi wischte voran und Lauscher folgte ihm in hastigen Sprüngen. In der Stadt angekommen, befragte der Polizist die Hasen, ob sie gesehen hätten, dass Fremde in ihrem Ort gewesen wären.

Nein, oder ist Euch etwas aufgefallen?“, drehte sich einer der Hasen zu den Anderen um.

Doch die schüttelten den Kopf. Dieser Diebstahl war so gemein. Auch, wenn es sich nur um ein kleines Ei handelte.

Hm!“, machte Lauscher. „Wir brauchen einen Plan. Sonst finden wir nie den Dieb!“

Wir müssen hinter jedem Baum und Strauch nachgucken!“, meinten die Osterhasenkinder mit vor Aufregung roten Ohren.

Vielleicht hat der Täter es ja unterwegs abgelegt, weil ihm das Tragen zu lästig wurde!“

Nehmt vorsichtshalber Eure Möhrenknüppel mit, damit Ihr Euch verteidigen könnt, falls der irgendwo lauert und Euch dann angreifen will!“

 

In den nächsten Stunden waren die Hasen sehr beschäftigt, doch sie fanden weder das Ei und den Dieb erst recht nicht. Selbst in den umliegenden Feldern war keine Spur zu entdecken.

Wir müssen noch drüben im Wald suchen!“, bestimmte Lauscher. Bürgermeister Hopps befahl:

Also los, aber fix! Besser für uns, wir erwischen den, bevor es dunkel wird.“

Moment, bin gleich wieder da!!“

Ehe die Hasen fragen konnten, was er denn vor habe, war der Polizist verschwunden. Nach wenigen Minuten kam er mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken zurück.

Da sind auch die Hand-/Pfotenschellen drin, wenn ich ihn dann verhafte!“

Prima überlegt!“, lobte der Bürgermeister.

 

Dürfen wir mit?“, bettelten die Kleinen.

Nein, Ihr bleibt hier. Ist viel zu gefährlich!“

Traurig guckten die Hasenkinder den Polizisten an und einem der jüngsten Häschen kullerte gar eine Träne übers Gesicht. Lauscher mochte keinen kleinen Hasen weinen sehen:

Du, pass auf: Deine Mama hat doch ein Telefon. Wenn wir den Dieb gefunden haben, ruf ich Dich an. Du erfährst es dann als Erster!!“

Prompt hörte der Kleine auf zu weinen und strahlte stolz.

Nu los!“, kommandierte Lauscher und er und der Bürgermeister hoppelten eilig voran und alle anderen Hasenmänner hinterdrein. Sie durchscharrten jedes Laubbüschel, umkreisten jeden Baum und suchten sogar entlang des Baches Mümmel, nach dem Mümmelhausen seinen Namen trug. Nichts! Das Ei blieb verschwunden.

 

Schon bald wurde es dämmerig. Die erschöpften Hasen wollten die Suche bereits aufgeben, als Bürgermeister Hopps stehen blieb:

Pssst! Leise!“

Verunsichert und ängstlich lugten die Hasen umher.

Dort drüben, da bewegt sich etwas!“, flüsterte Lauscher. „O je! Ein Fuchs!“ - ´Wie gut nur, dass ich mein Fernrohr mit habe!!`

Ganz leise öffnete er den Rucksack, holte ein winziges Fernrohr heraus und beobachtete den Fuchs genauer.

Hört mal: Der trägt etwas. Der hat das Ei!!“

Aber weshalb klaut er denn ausgerechnet solch ein kleines?“

 

Weil es kein gewöhnliches Ei ist ...“, erklärte der Bürgermeister.

Wiiiee???“

Ja, dieses Ei birgt ein Geheimnis. Bestimmt ist der Fuchs im Hühnerstall gewesen und das Huhn hat ihm dieses Geheimnis verraten und ihm das Ei überlassen, damit er es am Leben lässt!!“

Ein Geheimnis? Und wieso weißt Du davon?“

Als das Huhn es gelegt hatte, war es sehr stolz, denn keine andere Henne hatte solch ein besonderes Ei gelegt. Und weil sie so stolz war, hat sie mir`s verraten.“

Und, was ist mit dem Ei?“, wollten die Hasen wissen.

 

Wenn ein braver Hase mit seiner Pfote auf das Ei klopft, dann wird ihm geholfen, wann immer er Hilfe braucht!“

Wie denn das?“

Das werdet Ihr gleich sehen! - Los, wir rennen jetzt von vorne, von den Seiten und auch von hinten alle gleichzeitig auf den Fuchs zu und schlagen Haken kreuz und quer durcheinander. Keine Bange. Den kriegen wir!!“

 

Die Hasen taten, wie er gesagt hatte. Überrumpelten den überraschten Fuchs, der gar nicht mehr dazu kam, einen der Hasen etwa anzugreifen. Erschrocken ließ er seine Beute fallen und wollte fliehen, doch da sausten auch schon die Möhrenknüppel auf ihn nieder - wieder und wieder. Verzweifelt bäumte sich der Fuchs auf und versuchte sich zu wehren. Aber einer der Hasen hatte inzwischen das Ei geschnappt. Er wusste, was er jetzt machen musste.

 

Vorsichtig klopfte der Hase mit der Pfofe auf die Eierschale. Mit klopfendem Herzen wartete er darauf, was jetzt wohl geschehen würde. Das Ei leuchtete plötzlich flammend rot und beschien mit seinem Licht den jammernden Fuchs. Im nächsten Moment verstummte der und vermochte sich nicht mehr zu rühren. Der Bürgermeister Hopps, die Hasenmöhrenarmee und besonders Polizist Lauscher jubelten. In aller Ruhe legte Lauscher dem Fuchs die Pfotenschellen an.

So, der bleibt jetzt den ganzen schönen Sommer lang im Gefängnis! Der klaut keinem mehr etwas!“

 

Lauscher erinnerte sich daran, was er dem Osterhasenkind versprochen hatte, kramte sein Telefon aus dem Rucksack und rief es an:

Du, wir haben den Dieb!“

Und dann erzählte er ihm noch, dass das Ei ein Zauberei war und wie sie denn den Fuchs gefangen hatten.

 







 

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Gaby Schumacher).
Der Beitrag wurde von Gaby Schumacher auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.07.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Lebensbilder von Brigitta Firmenich



Der Gedichtband Lebensbilder lotet die Tiefe des Lebens in seiner Vielfalt aus. Die grossenteils besinnlichen Texte zeigen das Leben in verdichteter Form. Hier geht es um Liebe und Leid, Vertrauen und Schmerz, Leben und Tod. Es sind Gedichte zum Nachdenken, Texte, in denen man sich wiederfindet.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Märchen" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Gaby Schumacher

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Lillis Traumkleid von Gaby Schumacher (Zauberhafte Geschichten)
Engelsbonbon von Karin Ernst (Märchen)
Was denn nun? von Rita Bremm-Heffels (Wahre Geschichten)