Jürgen Malodisdach

SNEILA

Als es Nacht wird in.....

 

Egal wo, ob in Soho, in Sankt Pauli, in New York, ob in einem Berliner Vorort oder in Münchens Bierzelten zu Zeiten der Oktoberfeste, in Dresdner Museen, an den Cottbuser, Pardon Branitzer Pyramiden einer Fürstenfamilie, irgend wann gehen alle Lichter aus. Und dann beginnt das große Treiben der s n e i l a.

Niemand sollte sich einbilden daß es sie nicht gibt. Sie sind auf der ganzen Erde seit unendlichen Zeiten da. Ob im Norden oder Süden, im Westen oder Osten treiben sie ihre eigenen Lebensarten seit ungeahnten vielen Jahren. Es passiert ja nicht unbedingt Böses aber ….....naja man hört so vielerlei Geschichtchen und Erlebnisse , wie auch diese hier.

Irgend wann siegt die Müdigkeit über den Bedarf an Fernsehsendungen. Irgend wann sagen Frauen zu ihren Männern oder umgedreht, Schluß für heute, du könntest auch mal wieder mit mir ins Bett gehen. Also gehen sie. Wie Marilyn und Charles. Nicht Bronson, der war ja ein starker, siegreicher Filmheld. Und M.M. sowieso

Als die Liebesminuten beendet sind, tritt endlich Ruhe ein. Vielleicht eine oder zwei Stunden. Dann, noch sehr müde, der Gang zur Toilette. Die Wasser rauschen, hören sich manchmal an wie höhnisches Gelächter.

Dann zurück unter die Decke. Aber so richtig war plötzlich der Einschlafpunkt nicht da. Mal nach rechts, da schnarchte Charlie, mal nach links, da lag der Hund und guckte irritiert aus seinem Körbchen raus. Und das immer ein paarmal in kurzen Abständen hintereinander. Ach ja sagte sie sich jetzt. Es ist für heute leider alles vorbei, ich könnte mir ja auch wieder mein leichtes Hemdchen anziehen. Wer weiß, ob frühmorgens nochmal etwas passiert.

Aber da war es wieder, das kaum hörbare leichte Kratzen oder Scharren irgendwo in der Wohnung. Steh nochmal auf, sagte ihre innere Stimme. Nach dem fünften Zuruf sagte sie, ist ja gut. Ich gehe mal gucken ob da etwas ist.

Das Aufstehen war seltsamer Weise ganz leicht. Fast federleicht. So als würde jemand mithelfen, sie anzuheben. Es ist nicht unangenehm, getragen zu werden. Aber da waren noch die beiden hellen Nebelflecken im Flur. Wieso haben wir Nebel im Flur, fragte sich Mari.

Die bewegten sich auch noch, schwebten einfach . Und durch die Wohnungstür, die war aber zu, quälte sich auch noch so ein Fleck. Mitten durch das Holz. Der Nebel sah aus wie ein Klops mit zwei dürren Armen. Und am Ende waren etliche, ich sage mal, Finger zu sehen. Vier an der Zahl, die vorne einen Klumpen hatten. Sehen aus wie Tischtennisbälle. So was Blödes. Ich habe nichts getrunken oder gehascht. Das hier ist Spinnerei.

Sie wollte schon lachen über diesen Traum. Aber da war einer dieser Nebelflecken. Lag ihr erst zu Füßen. Streckte sich plötzlich in die Länge, wurde immer größer. Mit einem Gesicht, das ihr fremd und auch bekannt erschien. Die runden Krabbelfinger glitten unter ihr leichtes Nachthemdchen. Von unten langsam immer höher. Das war ihr angenehm, plötzlich aber äußerst unangenehm.

Sie bekam Angst, wollte schreien. Aber kein Laut kam aus ihrem Mund. Panik machte sich breit. Sie wehrte sich, schlug um sich. Sah in die seltsamen Gesichter mit deren Augen von Insekten. Sie fürchtete sich auch vor den spinnenartigen Fingern mit den kugelrunden Kuppen, die ihren ganzen Körper berührten. Strichen über alle Haare , rein in alle Spalten und Unebenheiten.. Sie konnte sich nicht wehren, lag wie versteinert da während sie untersucht wurde.

Noch schlimmer wurde es , als sie von den drei Gestalten einfach angehoben und aus der Wohnung getragen wurde. Und das, ohne das die Türen geöffnet wurden. Schmerzen fühlte sie nicht, sie war wie gelähmt.

Machtlos , wehrlos mußte sie alles mit ansehen, was mit ihr angestellt wurde. Die seltsamen Geschöpfe legten unbekannte Maschinen an ihren Körper. Ihr Kopf war klar , sie sah alles. Dann wurde es dunkel. Irgendwo knallte etwas. Eine Säge gab ihre typischen Geräusche ab.

Es war warm aber feucht. Irgend etwas tat ihr weh. Jetzt merkte Mari, daß ihre Schultern schmerzten und andauernd gedrückt und gerüttelt wurden.

Was war nur los, waren ihre Gedanken, bis es langsam etwas heller wurde. Die Schultern wurden immer noch gedrückt und gerüttelt. Der Rücken schmerzte auch noch als es ihr gelang, die Augen zu öffnen.

Sah in ein Gesicht, wollte erst schreien. Dann aber sah sie Charles vor sich . Wie er mit ihr sprach. Was ist los mit dir, fragte er.. ist dir der Abend nicht bekommen.? Sie sah ihn an. Du hier, hast du die drei Fremden verjagt ? Was für Fremden meinte Charles. Hier ist niemand.

Und warum bist du in der Nacht in die Küche gegangen und liegst hier auf dem Küchentisch? Und warum versuchst du mit dem stumpfen Küchenmesser den schönen Küchenstuhl zu zerschneiden ? Sie sagte kein Wort. Sah nur an sich herunter und an ihr schönes Nachthemd, daß etwas lädiert aussah.

Er lächelte. Ich kaufe dir ein Neues. War wohl gestern etwas zu stürmisch bei unserem nächtlichen Spaß. Langsam kam sie zu sich. Versuchte zu ergründen was in der Nacht los war. Hatte sie so einen miesen Traum gehabt. Sie hatte in der Nacht nach ihrem Sex mit Ch. nicht schlafen können. War total erregt und hatte eine Tablette geschluckt.

Daran konnte sie sich noch erinnern. Aber was war mit den drei Alien, die sie untersuchten. Alles nur geträumt sagte Ch .als sie sich nackt vor ihren großen Spiegel stellte. Sie sah einzelne große Flecken.

Waren die von den Apparaten der Fremden fragte sie. Nein, das ist meine Schuld und lächelte. Und die kleinen Druckstellen und Kratzer sind die auch von dir und lächelte schon wieder etwas.

Naja meinte er. Es war ,..... aber sage mal bitte mein Schatz, weist du wo die drei hellen Flecken an unserer Wohnungstür herkommen ?

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.07.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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