Istvan Hidy

Informatiknot

Seit dem Sündenfall und dessen Folgen, als Adam und Eva das Wissen in Form von einem Apfel gekostet haben, veränderte kein anderes Geschehen die Welt so schnell und tief greifend wie der Einmarsch der Computer im Alltag.

Bedauerlich ist es, dass die Probleme, die durch Computer gelöst werden sollten, kaum abnahmen. Einige neue kommen sogar dazu. Eines dieser schwerwiegendsten Probleme ist, dass sich schon heute ein bedrohender Mangel für ihre Sättigung ergab.

Herr Prof. Hans Natter, der Forschungsleiter des Computer-Herstellers „Appelbaum", hat seine Besorgnis über diese neu entbrannte Krise „Informatiknot" zum Ausdruck gebracht. Er hat die Schaffung eines mit äußerster Dringlichkeitsstufe ausgestatteten staatlichen Programms gefordert, mit dessen Hilfe ab sofort genügend Informatiker zur Verfügung stehen müssen, um die hungrigen Computer zu füttern.

Wir haben nicht vorausgesehen, erklärte er mir, dass die Computer solche Mengen an Daten so schnell verschlingen würden.

Die Lage scheint ernst zu sein, sagte ich.

Allerdings, sehr ernst, erwiderte der Herr Prof. Dr. Natter und fügte erläuternd hinzu:

Der Mensch ist erneut in seine eigene Falle hineingetappt. Als er den Computer und die Digitalisierung erfand, hatte er die Frage übersehen, ob es jemals genügend Informatiker geben würde, die sich um ihn kümmern. Schon jetzt gibt es Computer, die am Verhungern sind, weil es keinen gibt, der sie füttert. Und zur gleichen Zeit steigt die Geburtenrate bei den Computern um 50 Prozent jährlich, geschweige denn der Wuchs an Kapazität.

Das klingt fürchterlich.

Das kann man wohl sagen, bestätigte der Professor.

Die neuen Computer sind noch viel gescheiter als die früheren Generationen, und sie werden sich weigern, die Arbeitslosigkeit nur deshalb zu akzeptieren, weil es nicht mehr genügend Informatiker gibt, sie zu sättigen.

Sehen Sie irgendeine Lösung für dieses Problem, Herr Professor?

Wenn die Privatwirtschaft nicht klarkommt, muss die Regierung einspringen. Die Wirtschaft geht online und sie muss die Voraussetzungen dafür schaffen.

Besteht irgendwelche Hoffnung, dass die Regierung rechtzeitig etwas erreichen wird, um diese Situation zu ändern?

Klar. Die Wissenschaft hat den Computer und die Digitalisierung erfunden, jetzt ist die Regierung verpflichtet, Mittel und Wege zu finden, um ihn langfristig zu füttern.

«Wir haben ein Programm ausgearbeitet, das in Kraft treten kann, sobald die Regierung grünes Licht gibt. Wir empfehlen zunächst, dass kein Computer mehr als drei Stunden täglich arbeiten darf. Wir fordern weiterhin die Regierung auf, fünfzig Milliarden bereitzustellen, um überall im Lande Daten-Manufakturen zu errichten. Diese Daten könnten, mit einem entsprechenden Quantum Sojabohnen vermischt, Hunderttausende von Computerkapazität für Monate hinaus zufriedenstellen.

Und letzten Endes treten wir für ein Geburtenkontrolle Programm für Computer ein. Indem wir einen Computer nötigen, ein Stück völlig unsinniger Information zu schlucken, könnten wir ihn für immer steril machen, und er wäre außerstande, neue Exemplare seinesgleichen zu erzeugen.»

Würden Sie Abtreibungen für Computer befürworten? fragte ich Herrn Prof. Natter.

Das können wir erst, wenn die vatikanische Computerzentrale seinen Segen dazu gibt.

Aber was tun Sie selbst, was plant Ihre Zunft, Herr Prof. Dr. Natter?

Bit für Bit eine neue Welt. Wir trauen uns zu, die Begabung der Computer global einzusetzen und nutzen.

Wunderbar, Hut ab!!!

Kann trotzdem irgendeine Gefahr entstehen, Herr Professor, falls wir die Informatiknot kurzfristig nicht lösen können?

Ich möchte nicht als Unglücksprophet gelten, aber sonst sehe ich den Tag kommen, an welchem die Computer anfangen, sich zu organisieren und sich mit ihrer künstlichen Intelligent als selbstständig zu erklären. Und der Herrgott allein weiß, was diese intelligenten Allesfresser-Biester noch ganz anstellen werden, wenn sie eines Tages beschließen, sich selbst zu füttern.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.07.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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