Heinz-Walter Hoetter

Donki

 

 

 

Es geht in dieser kleinen Geschichte um den Affen Donki, der unbedingt in die Schule will.

 

Donki war ein kleiner Affe, der den ganzen Tag in den Bäumen hing, in ihnen herum kletterte und nur ans Fressen dachte. Aber er war ein besonders kluger Affe, der, wie die anderen Kinder auch, gerne zur Schule gehen wollte.

 

„Ich will endlich in die Schule gehen, damit ich rechnen, schreiben und lesen lernen kann“, sagte er zu seinen Eltern, die gelangweilt am Rande eines Dschungels saßen und das übrige Affenrudel beobachteten.

 

„So ein Quatsch!“, sagte Donkis Mama und nuschelte weiter: „Alles, was ein Affe können muss, das lernst du hier im Dschungel und nicht in der Schule. Sei froh, dass du bei uns bist. Hier ist wenigstens keine Hektik, wie in der Schule. Also hör' endlich auf damit, uns auf die Nerven zu gehen! Du brauchst keine Schule, Donki.“

 

Aber der kleine Donki wollte einfach nicht aufhören. Er quengelte die ganze Zeit weiter, bis plötzlich sein Vater laut zu Schimpfen anfing: „Jetzt ist aber Schluss, Donki! Nur dann, wenn du uns in Ruhe lässt mit deiner Schule, kannst du von mir aus dort hin gehen. Also, mach', was du willst!“

 

Donki wollte vor lauter Freude seinem Vater einen Kuss geben.

 

Schon bald war es so weit.

 

Endlich konnte Donki in die Schule gehen, wo ihn schon die anderen Kinder mit einem freundlichen „Hallo!“ begrüßten. Freudig größte Donki zurück.

 

Kaum hatte er seinen Platz eingenommen, da betrat auch schon der Lehrer die freie Lichtung, der ein alter Elefant mit großen Ohren war.

 

„Guten Morgen Kinder! Mein Name ist Bertram. Setzt euch alle um mich herum und bildet einen Kreis, damit ich jeden von euch gut sehen kann.“

 

„Guten Morgen Herr Lehrer Bertram!“, riefen alle Kinder im Chor und jeder suchte sich einen geeigneten Sitzplatz. Alle freuten sich schon auf den kommenden Unterricht.

 

„Heute fangen wir mit dem Alphabet an“, sagte der Lehrer. „Das A ist der erste Buchstabe, wie Affe!“

 

„Ich bin ein Affe und fange mit A an“, rief Donki dazwischen und kreischte vor Begeisterung.

 

Der Lehrer ermahnte Donki jedoch sofort, dass er den Unterricht nicht einfach durch Zwischenrufe stören durfte, da sonst alle anderen Kinder wohl das Gleiche täten, aber niemand in solch einem Durcheinander etwas lernen konnte.

 

Brav hielt sich Donki von nun an zurück.

 

Dann zeigt der Lehrer den Kindern noch die anderen Buchstaben und gab ihnen als Hausaufgabe auf, dass sie die Buchstaben aufschreiben sollten, um das Alphabet später auch richtig schreiben zu können.

 

Donki lernte Tag für Tag fleißig alle Buchstaben und bald konnte er lesen, schreiben und auch rechnen. Auch über den Rest der Welt lernte er jede Menge.

 

Jetzt konnte er zwar rechen, schreiben und lesen und wusste viel von der Welt, aber ein richtiger Affe war er nicht mehr, da Donki das Klettern auf den Bäumen und die vielen anderen Sachen, die ein Affe so macht, schon bald verlernt hatte und herum lief, wie ein Mensch.

 

Seine Eltern bemerkten das natürlich und wollten ihn jetzt am liebsten von der Schule abmelden, denn sie machten sich große Sorgen darüber, dass Donki wohl nie wieder ein richtiger Affe sein würde, eben, weil er jetzt rechnen, schreiben und lesen konnte, wie die Menschen auch.

 

 

ENDE

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

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