Monika Litschko

The Purple Circle - Teil 1

John Jackson. Er arbeitete als freiberufliche Reporter. Bei dieser Tätigkeit lernte er Fiona kennen und lieben. John gefiel Fionas unbekümmerte Art. Er liebte ihr schwarzes lockiges Haar, ihre dralle Figur, ihren Humor und ihr großes Herz. John liebte sie als Mensch, Frau und Freundin.
Fiona Jackson. Sie verliebte sich in Johns ruhiges und sachliches Wesen. Dass er fast zwanzig Jahre älter war und schon graumeliertes Haar hatte, störte sie nicht. Sie hatten eine besondere Beziehung und nur das zählte. Fiona starb durch die Hand des Dämons. Elsa konnte Johns Leid nicht ertragen und bat den namenlosen Engel um Hilfe. Dieser schenkte ihr einen Tag, wenn sie bereit war, bei dem Wächter der Seelen zu lernen. Fiona stimmte zu. Während der Heimfahrt verschwand ihr Körper neben John und tauchte nie mehr auf.
Jo Parker. Seine Tochter wurde vor zwanzig Jahren ermordet. Plötzlich behauptete er, dass ihre Seele Kontakt zu ihm aufgenommen hätte. Er bat Elsa Berling um ein Gespräch, die mit Hilfe des namenlosen Engels, eine Seelenreise für ihn unternahm. Sie fand Evas Seele, die in der Schattenwelt ihres Mörders gefangen gehalten wurde. Um sie zu befreien, führte der Weg durch ein Mausoleum, welches in Whynstock lag.
Glenn Lanzen. Ein begnadeter Parapsychologe, der durch Zufall auf Fiona und John traf, als diese Jo Parkers letzten Wunsch erfüllen wollten. Beide glaubten nicht an das Übernatürliche, wollten das Mausoleum aber untersuchen. Die Lanzen Crew überzeugte sie, dass es mehr zwischen Himmel Erde gab, als sie sich vorstellen konnten. Elsa Berling, die ebenfalls nach Whynstock gereist war, kämpfte fortan an ihrer Seite.
Elsa Berling. Eine zierliche Frau in mittleren Jahren, die der namenlose Engel heilte, als sie im Sterben lag. Er verlieh Elsa überirdisch mediale Fähigkeiten, damit sie ihn im Kampf gegen das Böse unterstützte. Elsas Kampf fand auf der Erde statt. Nur im Notfall durfte sie den namenlosen Engel rufen, damit er ihr zur Seite stand.
Kira Baldwin. Sie besuchte oft Lanzens Vorlesungen. Lanzen bemerkte, dass sie ehrliches Interesse zeigte und nahm sie zu Fällen mit, die sich mit normalem Menschenverstand nicht erklären ließen. Nebenbei erledigte sie alle anfallenden Schreibarbeiten.
Tim Northen. Ein arbeitsloser Techniker, der mit allen anfallenden Arbeiten vertraut war, schloss sich Lanzen an und war seitdem für alles technische zuständig.
Wächter der Seelen. Er dient dem namenlosen Engel, der ihm Seelen übergibt, die ein Versprechen einlösen möchten.
Ulf Baker. Arbeitet für das CIA. Abteilung Geheimakten. Er wurde unbeabsichtigt
Zeuge, als Fiona von den Toten zurückkehrte und focht mit ihnen den letzten Kampf.

Nachdem der Fall zu Ende gebracht war, beschlossen die Sieben, fortan zusammen zu arbeiten. In jener Nacht wurde der PURPLE CIRCLE ins Leben gerufen.

Meine Frau Fiona war seit acht Monaten nicht mehr bei mir. Der bohrende Schmerz hatte sich mittlerweile etwas gelegt, da ich wusste, dass Fiona, falls sie noch lebte, auf der anderen Seite glücklich war und die ihr zugedachte Aufgabe liebte. Außerdem konnte ich an dieser Situation nichts ändern, auch wenn ich es gerne getan hätte. Ab und zu fühlte ich eine Welle des Zorns, die durch meinen Körper schoss und die Erinnerungen aufleben ließ. Erinnerungen, die wehtaten, aber auch belebten, denn einen geliebten Menschen, den man verloren hat, vergisst man nicht. Du trägst ihn in deinem Herzen und lässt ihn dort weiterleben. Fiona lebte in meinem Herzen und ich behütete sie wie einen kostbaren Schatz. Und trotzdem beschäftigte mich die Frage, ob sie noch leben würde, hätte ich diesen Auftrag abgelehnt? Diese wunderbare Frau, die ein so großes Herz hatte. Eine Frau, die so viel Leid ertragen musste und sich dennoch, wie Phönix aus der Asche wieder erhoben hatte.
Eine Zeit lang hatte ich jede Nacht am Fenster gestanden, in der Hoffnung, dass Fiona mir einen kurzen Besuch abstattete, aber dem war nicht so. Wir lebten jetzt in zwei verschiedenen Welten und das musste ich akzeptieren. Sie wurde zu einer stillen Liebe, der einmal eine wichtige Rolle in meinem Leben zugedacht war. Meine Gedanken schweiften zu Selma und Anton, die mit Fionas Tod schwer zu kämpfen hatten. Besonders Selma litt unter der Vorstellung, dass Fiona für immer fort war. Elsa hatte den beiden Trost gespendet und ihnen so gut es ging erklärt, was es bedeutete, für die andere Seite tätig zu sein. Selma versuchte es zu verstehen, aber wir spürten, dass sie sich schwertat, doch mehr konnten wir nicht für sie tun. Für sie gab es diese leise Hoffnung nicht, dass ihre Tochter noch lebte. Ich bemerkte, dass meine Gedanken sich im Kreis bewegten, und legte mich schlafen. „Gute Nacht, Fiona“, murmelte ich und löschte das Licht.

Ulf Baker rief mich an einem Sonntagmorgen an, und teilte mir mit, dass der Golden Circle, kurz GC, zu seinem ersten gemeinsamen Fall aufbrechen würde.
„John, das mit Fiona tut mir leid, aber trotzdem muss ich dich etwas fragen. Ich kann mir vorstellen, dass du damit noch nicht abgeschlossen hast. Blöde Situation.“
„Ist schon gut Ulf, ich habe mich nicht damit abgefunden. Was ist das für ein Fall?“
Ulf räusperte sich. „Hm, der Ort heißt Ashmourd und liegt in Kentucky. Es ist ein kleiner Ort mit etwa dreitausend Einwohnern. Es gibt dort Menschen, die felsenfest behaupten, dass Verstorbene zurückgekehrt sind. Alte, Junge und kleine Kinder. Es wurde dort bereits ermittelt, aber nichts Verdächtiges gefunden. Sogar die Gräber waren belegt. Also wurden die Ermittlungen eingestellt.“
„Und was sollen wir da ausrichten?“, fragte ich und griff nach den Zigaretten.
„Uns interessiert, warum manche Gräber verwüstet waren. Die Polizei geht zwar von Vandalismus aus, aber ich denke, es könnte auch etwas anderes dahinterstecken. Außerdem werden wir unsere Ruhe haben, denn nach den dritten Anrufen von gewissen Personen, wurde mit einer Anklage gedroht. Seitdem ist Ruhe.“
Ich zog an meiner Zigarette. „Noch drei Anrufe nach den Ermittlungen? Das ist merkwürdig, stimmt.“
„Es könnte wirklich Vandalismus sein“, sagte Ulf, „aber was haben wir zu verlieren? John, ich weiß, dass du an deinem Buick hängst, aber wegen der Entfernung haben wir beschlossen zu fliegen.“
Ich musste lachen. „Das ist kein Problem, wir können uns später einen Leihwagen nehmen. Holt mich wer ab?“
„Wir werden zum Flughafen gefahren, keine Sorge. Da ist nämlich noch etwas. Bist du noch als freiberuflicher Reporter tätig?“
Jetzt wurde ich stutzig. „Ja, Glenn hat dir das bestimmt erzählt, denn ich habe mich gestern mit ihm getroffen.“
Ulf lachte verlegen. „Ja, hat er. Man, die haben mich vorgeschickt, dich das zu fragen. Also du weißt doch, dass meine Haupttätigkeit darin besteht, solche Fälle zu klären. Eine Anzahl hoher Tiere leiten diese Abteilung und wollen euch unbedingt dabeihaben. Wenn du zusagst, bist du deine Sorgen los und musst dich nicht mehr mit nervenden Artikeln herumschlagen. Nachteil dieser Zusage, du wirst im Dauereinsatz sein. Aber die Bezahlung ist dafür enorm. Was meinst du?“

Nachdem Ulf mir die Summe genannt hatte, sagte ich zu, denn ich lebte mehr schlecht als Recht von meiner Arbeit. Und was hatte ich schon zu verlieren? Meine Wohnung war groß, aber leer, denn der einzige Mensch, der diese Leere hätte füllen können, war fort.
„Die Lanzen Crew war sofort einverstanden?“, fragte ich skeptisch. „Das passt nicht zu Glenn.“
„Dachte ich auch“, antwortete Ulf, „aber er hat zugesagt. Ich denke, er lebt und stirbt für diesen Job, deshalb hat er das Angebot angenommen. Elsa war erst nicht so begeistert, als ich sie anrief, aber nach gutem Zureden willigte auch sie ein. Glenn spricht gerade mit Kira und Tim, aber das wird kein Problem sein. Die Beiden stehen aufeinander, kommen aber nicht zusammen. Sagen sie zu, müssen sie die Tage miteinander verbringen. Morgen Mittag, so gegen zwölf Uhr, wird eine schwarze Limousine vorfahren und dich abholen.“
Wir sprachen noch über Belanglosigkeiten und beendeten das Gespräch.

Ich packte eine große Reisetasche, kochte mir einen Kaffee und schaute aus dem Fenster. Auch an einem Sonntag waren die Straßen New Yorks vollgestopft mit Autos und Menschen, die aneinander vorbeihasteten, ohne sich eines Blickes zu würdigen. Langsam freundete ich mich mit dem Gedanken an, meinen Job an den Nagel zu hängen. Diese Art der Beschäftigung lag mir sowieso nicht. Schon länger hatte ich mit dem Gedanken gespielt. Das hatte sich nun erledigt.

Den Rest des Sonntags verbrachte ich mit allerlei Bürokram, der jetzt schnellsten erledigt werden musste. Es dauerte fast den halben Nachmittag, bis alles geregelt war, aber danach fühlte ich mich besser. Zufrieden schob ich mir eine Pizza in den Backofen und schaltete den Fernseher ein. Der morgige Tag konnte kommen.

 

Pünktlich um zwölf Uhr, fuhr die schwarze Limousine vor. Ich war gerade unten angekommen und konnte sofort einsteigen. Glenn, Ulf, Elsa, Kira und Tim, saßen schon in den bequemen Polstern und sahen mich in froher Erwartung an.
„Das Ding ist der Hammer“, sagte Tim zur Begrüßung, „bequem hier.“
Ich lachte. „Schön dich zu sehen, Tim. Ja, das Ding ist echt der Hammer. Hallo zusammen, schön, dass wir unseren ersten gemeinsamen Job antreten.“
Die schwarze Limousine war mit gemütlichen Ledersitzen und einer Minibar ausgestattet. Glenn, der neben dem Fahrer saß, der desinteressiert geradeaus guckte, drehte sich zu uns.


c Monika Litschko
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.07.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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