Qayid Aljaysh Juyub

Gefüllte Schädelchen à la goblin

Zunächst wirft sich der rechte Kobold und AFD-Anhänger ordentlich in Schale. Vorzugsweise eignet sich dazu die abgetragene SM-Ausrüstung oder Opas müffelnder Anzug. Selbstverständlich können die Puristen unter uns das kulinarische auch nackt und mit eingeschalteter Webcam verrichten, um nach Art der Goblins sensible Zeitgenossen so richtig zu erschrecken; ich empfehle hier einen Ganzkörperanstrich mit süßem Senf. Für die eher linke Fraktion empfiehlt sich alternativ eine ordentlich zerlumpte NVA-Uniform oder eine Körperbemalung mit roter/grüner Tabascosauce – so enttäuschend es auch für den wahren Unhold sein mag, aber ich rate dringend davon ab, die Geschlechtsteile ebenfalls einzureiben, obwohl das durchaus einen tragikomischen Effekt haben könnte und vermutlich einigen Zuschauern im Netz gefallen dürfte.

Nun kann endlich das teuflische Werk beginnen, indem der viehische Koch vier unschuldige Paprika enthauptet, aushöhlt und bösartig kichernd mit seinem grausamen Messer Öffnungen nach Halloween-Kürbis-Art schnitzt; dabei sollte man natürlich darauf achten, dass die Öffnungen nicht zu groß werden und die entstandenen Gesichter traurig aussehen, denn schließlich ist man ja kein verweichlichter Hobbit, sondern ein garstiger, niederer Dämon! Als nächstes erhitzen Sie 100 g billige Gulaschsuppe oder die gleiche Menge irgendeines Ekeleintopfs aus dem Discounter. Falls sie geistig umnachtet oder wirklich ein Goblin sein sollten, steht es Ihnen natürlich frei, die entsprechende Konservendose direkt über ihrem Herdfeuer zu erwärmen. Das dürfte u.U. zu lustigen Knalleffekten führen, die, wenn Sie Glück haben, sich einige Male wiederholen lassen. Häuten Sie nun schaurig lachend eine Süßkartoffel und zerhacken Sie diese in kleine Stücke. Nun ermordet der wahrhaft garstige Bösewicht eine Peperoni und zerstückelt sie ebenfalls. Die Überreste Ihrer bedauernswerten Opfer werfen Sie nun in eine Pfanne, die vorher ordentlich mit richtig ekligem Schweineschmalz ausgerieben wurde. Die Leichenteile sollten circa fünf Minuten angebraten und nach Gusto Salz, Zimt, Zucker und Cayenne Pfeffer gewürzt werden. Als nächsten Schritt vermengt unser feinschmeckendes Koboldche den Pfanneninhalt mit dem vorher erhitzten Billigfraß und versetzt das Ganze solange mit Schweinehack, bis sich eine feste Masse bildet. Sodann befüllt unsere küchentechnische Schreckensgestalt die unglücklichen Paprika mit der undefinierbaren Masse und schiebt sie in den Backofen – weicheiernden Goblins steht natürlich die Verwendung einer ofenfesten Auflaufform frei.

Nun ist das finstere Werk fast vollbracht! Der Möchtegern-Gollum stellt nun den Backofen auf 222° Grad ein und lässt seine Opfer innerhalb desselben 20 Minuten lang leiden. Für das richtige Ambiente empfiehlt es sich, dabei einen irren Veitstanz aufzuführen und wie bekloppt meckernd zu lachen – spitze Schreie tun es auch und man kann später die anrückende Polizei mit unserem lukullischen Gericht vergiften! Ansonsten entnimmt unser pumuckelndes Rumpelstilzchen die fertigen Schädelchen aus dem Ofen und gießt sie mit einer Flasche Doppelkorn ab.

Wie immer wünsche ich ‚Bon Appétit‘ und empfehle allen Nicht-Goblins nach dem Verzehr dieser Speise einen guten Hausarzt.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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