Jürgen Malodisdach

Nanu die 1.

 

Nanunana

 

So sprach einst ein Lehrer im Unterricht , wenn es eine seltsame oder nicht ganz klare Situation gab. Das konnte die Antwort eines Schülers der ersten oder auch letzten Reihe im Klassenraum sein. Auch ein besonderes, andersartiges Vorkommnis konnte dann der Ausgangspunkt für diesen Anhängsel seiner sonstigen Bemerkung werden.

Man muß erst einmal sagen, daß dieser Lehrer, nennen wir ihn Herrn Schmidt, die Freundlichkeit und Höflichkeit seinen Schülern gegenüber aber auch allen Menschen denen er begegnete, in Person war. Herr Schmidt war ein Lehrer besonderer Art.

Man stelle sich vor, daß ein älterer , etwas molliger Mann von sechzig Jahren, mit dicker Hornbrille und spärlichem Haarwuchs hinter dem damals üblichen Stehpult saß oder stand. Es sah immer gleich aus, von seiner Körpergröße aus betrachtet. Er war glaube ich, nicht größer als 1,60 m.

Nichts desto Trotz war er eine Respektsperson. Er war als Klassenlehrer von der ersten bis zur fünften Klasse eingesetzt. Unterrichtete in den Fächern Rechnen und Deutsch, also Lesen und Schreiben.

Zusätzlich war er ein lustiger Freizeitzauberer. Wenn im Unterricht mal nicht alles so klappte oder auch langweilig war, holte er irgend ein Gegenstand aus einer Tasche hervor. Das konnte ein Tuch, ein kleiner Ball, eine Schnur, Spielkarten oder sonst was hervor. Machte vor uns Schülern zwei oder drei lustige Tricks. Immer mit dem Zusatz nanunana, was ist denn das. Alles lachte und freute sich und der Unterricht ging danach viel munterer weiter.

Nur von Sport hielt er gar nichts. Das konnte er wohl seiner Figur nicht abverlangen. Wurde er mal als Aufsicht eingesetzt weil gerade kein anderer da war, konnte man deutlich merken, daß ihm die Sache nicht behagte. Er tat seine Pflicht und munterte den Schüler beim Geräteturnen, der nicht über den Kasten oder über den Bock kam etwas auf. Mit seinen Worten nanunana, du schaffst das schon, spornte er ihn an. Das klappte dann auch meistens.

Beim mündlichen Schnellrechnen stellte Herr Schmidt die Aufgabe und die Schüler waren natürlich bestrebt schnell einen Arm zu heben. Wer die Sache verstand konnte sich freuen , die Lösung der Aufgabe so schnell wie möglich zu verkünden.

War eigentlich immer sehr spaßig. Es gab aber auch Schüler die ihren Arm nicht so schnell hoben. Die waren benachteiligt. Hatten also das Nachsehen und gaben sich keine Mühe mehr anzuzeigen, daß sie die Lösung hatten. Sie sagten sich wohl, ich komme sowieso nicht dran, also brauche ich mich auch nicht melden.

Tja sagte sich Herr Schmidt, dem das auffiel. Und du, Hans, sprach er ihn an, weil er sich nicht meldete. Hast du die Lösung ? Na klar sagte Hans und nannte diese. Nanunana , was ist denn dies fragte Herr Schmidt und bekam die Antwort . So kann es sein, das die Zeigemethode doch verändert wurde.

Schlimmer erging es Heidi. Die spielte manchmal auch im Unterricht mit Murmeln. Nahm sie auch mal in den Mund. Das merkte ja erst niemand. Bis so eine Murmel mal tiefer rutschte und im Hals stecken blieb. Da war natürlich Panik angesagt. Das hätte auch große Probleme geben können. Heidi sprang vor Angst, Atemnot und Schmerzen im Hals von ihrem Sitz auf. Sie fiel fast um. Nanunana was ist mit dir fragten Lehrer und Schüler. Antworten konnte sie nicht nur husten.

Erst leise und wenig und dann beim zweiten nanunana viel stärker. Bloß gut , daß sich die Murmel das überlegte und einen Weg zurück machte.

Mit lautem Grunzen von Heidi und einem polternden Fallgeräusch knallte das runde Ding erst auf und dann ein Stück über den harten Fußboden. Nochmal ein nanunana vom Lehrer und dann der Abbruch der Schulstunde zur Erholung aller Anwesenden. Für Heidi die Einsicht ihre Murmeln zu Hause zu lassen und die Schulordnung einzuhalten.

 

Es geht noch weiter, morgen , nächste Woche oder so, Nanunana

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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