Elke Müller

Amerika

Bill Brex landete auf den harten Boden im knöcheltiefen Dreck der Straße, als er sich aufrichtet, schäumt er vor Wut. Doch noch weiß er sich zu beherrschen. Das Gewehr von Bades schwenkt herum, zielt genau auf Brex. Seine Augen sind voller Argwohn. „ Ganz friedlich, keine Dummheiten… hinter deiner Stirn arbeitet es und ich weiß, da gibt es viele teuflische Gedanken….“ Auge in Auge stehen sie sich gegenüber. Ein Geruch nach Streit, Blut und Tod stand in der Luft. All die Bewohner die in Bunkesville lebten hatten sich versammelt und warteten wie immer ungeduldig darauf, wie der Zwist wohl enden würde. Brad Bades wusste, das die Wege des Schicksals, die unser Leben so oft lenken, oft durch das, was wir für so kleine und unbedeutende Entscheidungen halten, bestimmt. Bill Brex war hitzköpfig und oftmals ungeduldig, was er sich einmal in den Kopf gesetzt hatte, führte er ganz bestimmt auch aus. Und so kam es dann auch. Brex lachte nur. Es war ein böses, hämisches Lachen. Doch dann tat Brex etwas, womit niemand gerechnet hatte. Er hatte plötzlich eine Waffe in der Hand. Er drohte nicht damit, wie man es bisher kannte, sondern schoss ohne Vorwarnung. Brad Bades greift unter seine Jacke und zieht eine voller Blut bedeckte Hand hervor. Er lächelte verkrampft.

 

Redmon hatte plötzlich ein ungutes Gefühl nicht alleine zu sein. Er sieht sich nach der Hintertür vom Saloon um, sie klappt leicht auf. Langsam zieht er seinen Revolver aus dem Halfter, geht ein paar geräuschlose Schritte und lauscht. Dann steht er vor der Tür, duckt sich und springt hinein, drückt sich gleich gegen die Wand, stemmt sich dann langsam hoch und lauscht erneut. Dann hört er ein Geräusch. Es ist ein leises Knarren. Wie er bald bemerkt, kommt es von einer weiteren angelehnten Tür. Er stolperte über ein Brett und entdeckte einen Ring daran. Kräftig zog er und hob das Brett an. Darunter sich eine Öffnung zeigte. Ein paar Stufen führen nach unten. Nun steckte er seinen Revolver zurück ins Halfter. Vorsichtig gleitet er nach unten. Es dauert etwas bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Allmählich erkannte er einen schmalen Gang. Tastete sich langsam vorwärts bis ein schwacher Lichtschein durch eine Türritze schimmerte. Laute Stimmen. Erneut zog er seinen Revolver, spannte ihn, verharrte eine Weile und mit einem kräftigen Tritt, öffnete sich, die gegen eine Wand knallende Tür. Im gleichen Moment flog Redmon herein. Ebenso schnell peitschte ein Schuss auf. Auf alle Fälle hatte Redmon sich nicht getäuscht. Ein Wachposten. Hier konnte man nicht einfach kommen und gehen wie man wollte. Einige Umrisse von Gegenständen konnte er erkennen bevor sich ein Arm um seinen Hals legte und ihm die Luft abdrückte. Er versuchte sich freizukämpfen. Hörte sich keuchen und sein angespannter Körper war schweißgebadet. Er hatte nicht vor dieses Spiel zu verlieren. Der Täter flüsterte ihm plötzlich etwas ins Ohr, was er nicht gleich verstand, sein Gehirn muss diese Info erst verarbeiten. In seinen Augen blitzte Wut auf. In seinem Kopf entstand ein Plan, für weitere Schritte. Redmon grub seine Finger in den Hals seines Gegners und lies seine rechte Faust nach oben schnellen. Er traf voll dessen Nase. Anschließend ging er leicht in die Hocke und warf den Mann mit aller Kraft über seine linken Schulter, krachend auf den Boden. Einen Moment lang wehrte sich der Gauner weiter, verlor aber, nach einen heftigen Faustschlag von Redmon, das Bewusstsein.

Ihr da, ganz ruhig!“

 

Im Moment war Heika ein unsichtbarer Beobachter und in der nächsten Minute war er verschwunden. Er war beinah eine Stunde lang in einer gehockten Stellung geblieben, ohne sich zu rühren. Hätte jemand in seine Richtung geschaut, so konnte er ihn leicht mit einem Felsblock verwechseln. Aber schon von klein an, hatte man ihn gelehrt, durch Willenskraft mit Schmerzen, Unannehmlichkeiten und Belastung fertig zu werden. Er beobachtete, wie drei Gauner sich absonderten und in eine Gasse verschwanden. Mit einer geschmeidigen und kaum sichtbaren Bewegung löste er sich, ging erst in eine Richtung und bog schließlich in einen kleinen Waldweg ab, um sich vorsichtig den Männern zu nähern.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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