Frank Heidelbacher

Ein ganz schlechter Traum

Ich träumte, dass sich meine Eltern trennten, als ich noch nicht mal 3 Jahre war.

Damals war mir der Grund nicht bewusst. Mama und ihre Eltern meinten, Papa wäre ein schlechter Mensch, gewalttätig und hatte nebenher eine andere Frau. Nach der Scheidung sah mein Papa mich hin und wieder.

Zu meinem Schuleingang war er auch mit seiner neuen Familie da. Ich hatte eine Halbschwester.

Das ist also mein schlechter Vater.

Mama sagt, er würde uns nicht unterstützen, zu wenig zahlen und hat nichts für mich übrig.

Ja wenigstens einmal im Jahr ließ er sich sehen. Die Entfernung zwischen ihm und uns war riesig.

Er telefonierte regelmäßig, doch irgendwann funktionierte das nicht mehr so richtig oder mein Interesse sank immer mehr, weil mir weiß gemacht wurde, dass Papa nichts mit mir zu tun haben wollte.

Ich war ein unruhiges Kind und mir wurden schwer nachweisbare Krankheiten angeheftet. Die Reise ging von Arzt zu Arzt, bis einer wohl die Diagnose stellte.

Mama gab auch an, dass es auf Papas Seite wohl diese gesundheitlichen Probleme gab. Bei ihr war ja alles in Ordnung.

Es gab irgendwann Ärger mit den Behörden und Mama schrieb über meinen behandelnden Arzt eine Beschwerde. Sie hatte ja schließlich recht und kannte mich ja am besten. Die Behörden schrieben daraufhin Papa an.

Zu meinem zehnten Geburtstag rief Papa an und fragte neben seinen Glückwünschen, ob denn die Einladung bei mir angekommen sei.

Ich verneinte und Papa wollte Mama sprechen. Die hatte im Hintergrund zugehört und begann ein Drama, dass ich den bösen Teil des Briefes von Papa gelesen hätte. Ich fragte mich nur, welcher Brief.

Papa erreichte mich nochmal über die Schule und versicherte mir, dass er für mich da sein wird, wenn ich ihn brauche. Eine vernünftige Unterhaltung mit Mama hatte keine Zweck mehr für ihn.

So dachte ich, es sei meine Schuld und Mama hatte recht. Also wurde mein Vater für mich uninteressant.

Zwischenzeitlich stellte sie erneut Forderungen an Papa mehr zu zahlen, was er auch tat.

Zwei Jahre später schrieb Mama ihm erneut einen Brief, dass sie mehr Geld haben und meinen Namen, den ich von Papa trug, ablegen wolle.

Er sollte schnellstmöglich antworten. Die Antwort kam über die Behörde. Der Brief war an die alte Adresse nicht zustellbar. Wir waren von dort weggezogen. Papa schien nicht informiert gewesen zu sein, obwohl Mama stets behauptete, ihn zu informieren.

Er war strikt gegen die Namensänderung von mir.

Irgendwie war ich erleichtert. Vielleicht mochte er mich doch sehr.

Mama hat ihn in diesem Moment dafür verteufelt und schrieb ihm noch Drohnachrichten mit Kontaktverboten.

Es wurde ruhig und weitere Jahre gingen ins Land, bis eines Tages eine hübsche junge Frau vor mir stand. Die hatte ich irgendwo schon mal gesehen. Sie kam mir bekannt vor.

Ja schau nur.“, sagte sie zu mir und lachte. „Ich habe einen richtig klasse Vater. Den hast Du übrigens auch. Leider kennst Du ihn kaum. Aber ich kenne ihn dafür um so besser. Er dachte jeden Tag an Dich und hätte Dir weitaus mehr bieten wollen und können. Nur hat es jemand verhindert.“.

So langsam dämmerte es. Mir wurde etwas bewusst.

Es wurde morgen und ich erwachte.

Gott sei Dank nur ein richtig übler Traum.

Ich habe meinen Vater und er ist für mich da. Was würde ich nur für so eine Mutter empfinden, die so handelt, wie meinem im Traum….

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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