Monika Jarju

Nach Dorthin

Mit einem Freund spazierte ich am Stadtstrand entlang. Während ich voranging, fotografierte er mich. Plötzlich verlor ich ihn aus den Augen. Ich kehrte in ein belebtes Strandcafé ein, trank einen Cappuccino und wartete auf ihn. Als er nicht kam, beschloss ich zum Aussichtsturm am Flugplatz weiter zu gehen. So lange ich auch ging, der runde Turm tauchte nicht auf. Auf einer Baustelle kam ich nur mit Mühe voran. Ich dachte schon beinah daran umzukehren, da tat sich vor mir ein verwilderter Schuttplatz auf, er erstreckte sich bis zum Ufer, ein schmaler Fußweg wand sich zwischen Unrat und Schrott. Ich irrte zwischen überwucherten Steinstufen umher, schließlich wagte ich mich nicht weiter vor, ging denselben Weg zurück und wanderte am Flussufer entlang, als der Pfad plötzlich auf einem verfallenen Industriegelände endete. Der einzige Orientierungspunkt war die Ruine einer Werkhalle, Ginster und kniehohes Gestrüpp wucherten zwischen alten Holztischen und Stühlen. Ich hätte gern ein Foto gemacht. Der Weg führte nicht weiter, ich musste umkehren. Ich kann nicht sagen, wie lange ich umherirrte und auf welche Weise ich letztendlich einen Ausweg gefunden habe, bloß dass ich plötzlich auf einem Bahnhof stand und sich alles verdichtete zu der ausgerufenen Stadt mit dem dazugehörigen Namen. Den Freund sah ich nicht wieder, die Fotos bekam ich nie zu Gesicht, auch ich bin nie wieder im Traum an diesem Strand gewesen.

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