Heinz-Walter Hoetter

Hannes

 

 

Der junge Hannes wurde schon sehr früh von seinem Vater dahin gehend erzogen, dass die Überzeugungskraft der eigenen Faust mehr galt, als alles andere. Wer schnell und hart zuschlagen konnte, der hatte am Ende auch Recht und ging als Sieger hervor. Bei den Boxern im Ring ist das nicht anders, wie der Vater von Hannes immer als Beispiel gerne anführte.

 

Deshalb bekam der Junge von seinem brutalen Vater auch fast jeden Tag eine Lektion in Sachen „hart und unerbittlich“ zuschlagen bzw. wie man diese Taktik ganz gezielt einsetzt.

 

Als Hannes dann etwa 15 Jahre alt war, hatte er offenbar genug gelernt. Eines Tages schlug er voller Hass und Wut nämlich so hart auf seinen alten Daddy ein, dass dieser an den Folgen seiner schlimmen Kopfverletzungen im Krankenhaus verstarb.

 

Hannes kam vor Gericht und wurde verurteilt. Er ging für einige Jahre ins Jugendgefängnis. Aber auch dort trainierte er seinen Körper weiter, um stahlhart zu werden.

 

Bald war er der beste Boxer im Knast, der seine Gegner blutig schlug.

 

Als Hannes wieder in die Freiheit entlassen wurde, schloß er sich schon bald kriminellen Personen an, die er im Jugendgefängnis kennen gelernt hatte. Darunter waren auch arabische Drogenverkäufer, die aber gewiefert waren als er und keinen Spaß verstanden.

 

Eines Tages fand man Hannes mit durchnittener Kehle in einer dunklen Seitengasse, mitten in einem Haufen Müll liegend. Einige Drogentütchen hatte man ihm außerdem noch in den Mund gesteckt.

 

Bis heute konnte der blutige Fall nicht aufgeklärt werden. Die Polizei vermutet aber, dass Hannes seinen Meister fand, als er sich wieder einmal mit brutaler Gewalt durchsetzen wollte, als es um den Verkauf von Drogen ging.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

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