Monika Jarju

Gartenblues

Als ich den Terrassenweg hochstieg und mich umblickte, um den zurückgelegten Weg zu betrachten, sah ich die Wellen auf dem See glitzern. In dieser grünen Landschaft lag eine alte Villa, von dort erklangen swingende Melodien. Ich blieb einen Moment stehen und lauschte den geschmeidigen Tonfolgen und quietschenden Dissonanzen, die immer wieder unterbrochen wurden von tosendem Applaus. Langsam näherte ich mich dem Grundstück. Hinter dem offenen Eingangstor wuchsen zwei Birnbäume einander zu, dort blieb ich hinter einer Bank stehen. Unter den Bäumen saß ein Mann auf gefalteten Zeitungen. Leute bahnten sich einen Weg durch das andrängende Publikum. Die Zuhörer klatschten hingerissen. Der Saxophonist war eine Sensation! Jetzt begann der Bassist ein weitschweifiges Solo zu improvisieren. Der Mann auf der Bank drehte sich plötzlich zu mir um. Lächelnd deutete er auf den leeren Platz. Ich setzte mich zu ihm. Da begann der Schlagzeuger ekstatisch zu spielen. Wind kam auf in der Abenddämmerung. Die Schatten fielen sanfter und länger. Nur so ein Windhauch trug den Duft von Holunderblüten herüber und der Mann neben mir duftete auf einmal nach frischem Wasser und aufgeschnittener Melone. Ich hatte es die ganze Zeit gewusst. Seit ich neben ihm saß. Warum nur bin ich aufgewacht, unwiderruflich?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Wenn erst ein laues Lüftchen weht,
das sich naturgemäß dann dreht
und schnelle ganz geschwind,
aus diesem Lüftchen wird ein Wind,
der schließlich dann zum Sturme wird,
und gefahren in sich birgt-
Dann steht der Mensch als Kreatur,
vor den Gewalten der Natur.
Der Mensch wird vielleicht etwas klüger,
seinem Sturmwind gegenüber.


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