Monika Jarju

Nichtsahnend

Als ich zu der Hochzeitsfeier eingeladen wurde, habe ich mir nichts weiter dabei gedacht und mich sogleich auf den Weg gemacht. Bring die Stühle und Kleider von unten mit, wenn du hochkommst, haben sie gesagt, der Fahrstuhl ist außer Betrieb. – Neben der Fahrstuhltür sechs übereinander gestapelte Stühle, obendrauf sechs Brautkleider. Meine Handtasche ist mir im Weg, ich hänge sie einfach an das Treppengeländer, nun habe ich die Hände frei. Während ich die Treppen hinaufsteige, merke ich erst wie schwer die Sachen sind. Stockwerk um Stockwerk schleppe ich das Zeug hoch, immer langsamer werdend. Eine junge Frau mit einem kleinen Mädchen an der Hand stöckelt das Treppenhaus hinauf. So gut ich kann, trete ich zur Seite und lasse die beiden vor. Außer Atem erreiche ich die sechste Etage. Die junge Frau hält mir die Tür auf. Beladen wie ich bin, muss ich nun auch noch über einen Berg Lumpen steigen. Doch dann stelle ich die Sachen im Flur ab, atme tief durch und laufe schnell wieder hinunter, um meine Tasche zu holen. Unten angekommen merke ich erst, wie müde ich bin – und wache endlich auf.

 

 

 

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