Felicia Rüdig

Papst Evaristus

Evaristus wurde irgendwann im 1. Jahrhundert geboren. Er starb wahrscheinlich so zwischen 105 und 106 in Rom. Viel ist über Evaristus nicht bekannt. Er stammt wohl aus einer griechischen Familie, hatte aber einen jüdischen Vater ais Bethlehem. Evaristus wurde während der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian in eine führende Position in der Gemeindeleitung gewählt. Die Gemeinde teilte er wohlt in 7 Diakonien auf. Sein Name bedeutet "der Wohlgefällige".

Gestatten: Evaristus mein Name: Ich bin einer der frühen Bischöfe von Rom und damit einer der ersten Päpste. Man sagt mir nach, ich wäre ein Seher und hätte Visionen. So ein Quatsch.

Ich bin einfach nur in der Lage, Körper und Geist voneinander zu trennen, so ganz ohne "bewußtseinserweiternde Stoffe" (wie etwa Weihrauch) (wie ihr das heute in der fernen Zukunft nennt), und kann dann Zeitreisen unternehmen oder in die Sphären-Ätherwelten aufsteigen.

Ich habe in die Zukunft blicken können, insbesondere die Zukunft der Kirche. Kaiser Konstantin wird eine erste Zäsur herbeiführen - er tritt zum Christentum über und macht es zur neuen Staatsreligion.

Doch schon 3 Jahrhunderte später bekommen wir in unserem Ursprungsgebiet Arabien eine starke Konkurrenz. Der Mohammedanismus dehnt sich von dort zu einer Weltreligion aus.

Wie kann ich das verhindern? Diese Frage beschäftigt mich schon

Justin der Märtyrer wurde um 100 in der Provinz Palästina geboren und starb im Jahre 165 in Rom. Er ist ein Kirchenlehrer, der von Platonismus beeinflußt ist. Er leitete die Adaption griechischer Philosophie im Christentum.

Ich habe Justin nicht mehr persönlich kennengelernt. Ich kannte aber während meiner geistigen Zeitreisen viele seiner Schriften studieren. Es gibt also eine gegenseitige Rückkoppelung zwischen uns beiden. Da ich viele seiner Text schon frühzeitig kannte, konnte ich auch die geistig-theologischen Grundlagen dafür legen. Ich werde Ihnen, liebe Leser, jetzt noch ein kleines Gemeimnis verraten. Sie kennen bestimmt den Petersdom in Rom, nicht wahr? Er ist ja in unseren heutigen Tagen der Mittelpunkt des Vatikans. Zu meiner Zeit gab es den ja noch gar nicht, wie Sie sich sicher vorstellen können. WIr Christen werden verfolgt und müssen uns verstecken, wenn wir nicht verfolgt, verhaftet, gefolter und getötet werden möchten (ach, diese Alliterationen!). Wir wollten uns aber trotzdem regelmäßig treffen. Und wo macht man das bei uns im 1. Jahrhundert? Genau: Unter der Erde, in der Kanalisation. Natürlich wurde in den letzten 2.000 Jahren dort viel gebuddelt und verändert.

Dem Heiligen Geist sei Dank - ich hatte eine Inspiration, wie ich ein kleines päpstliches Geheimarchiv anlegen und dort unzählige und ungezählte historische Papyrus-Rollen lagern und aufbewahren kann. Kleine Räume sind es; sie gehen von der Kanalisation ab. Die Wände sind luftdicht gemauert, so daß keinerlei Schadstoffe hinkommen können. Außerdem habe ich lebendgroße Mumien davor aufgestellt. Sie sollen - quasi als Wachen - unbefugte Eindringlinge abhalten. Schicken Sie doch mal Ihre Archäologen und Kirchengeschichtswissenschaftler los. Die finden da bestimmt viele interessante Quellen.

Jakobus der Gerechte lebte zwischen 4 v. Chr. und (spätestens) 69 n. Chr. Er gilt als "Bruder des Herren". Er soll Nasiräer gewesen sein, also einer asketischen Gruppe angehört haben, die sich z. B. weder Haare noch Bart schnitten und auf alkoholische Getränke verzichteten.

Der Begriff Bilokation bedeutet, daß jemand gleichzeitig an 2 Orten ist. Die zeitliche Bilokation meint, daß jemand an 2 Orten gleichzeitig zu unterschiedlichen Zeiten sein kann. Aber das wissen Sie ja alles, liebe und geneigte Leser.

Über die Schiene zeitliche Bilokatoin konnte ich Jakobus den Gerechten kennenlernen. Nein, nicht das, was Sie meinen, meine Damen und Herren: Er hat mich nie gesehen und ich ihm nie die Hand geschüttelt.

Als ich ihm begegnet bin, war ich ein ätherisches Geisteswesen. In meiner materielosen Plasmahülle schwebte ich um ihn, begleitete ihn unbemerkt, hörte seine Wort und las seine Gedanken. Ich wurde so zu einem authentischen Geschichtsschreiber und bin schon alleine deswegen glaubwürdig, weil ich Jakobus den Gerechten auf bestimmte Weie beeinflussen konnte.

Jakobus war gleich in doppeltem Sinne ein Bruder unseres Herren. Latürlich, äh, natürlich hatte Jesus von Nazareth Familie. Vater, Mutter, Geschwister, Neffen und Nichten. Und Jakobus ist eben einer seiner leiblichen Brüder. Gleichzeitig war Jakobus auch ein Bruder im Geiste. Er schätzte die Menschenfreundlichkeit und Friedfertigkeit seines Bruders Jesus. Ob er tatsächlich ein Nasiräer war, kann ich nicht sagen. Die Juden sind ja für eine gewisse Reinlichkeit bekannt. Fuß- und Fingernägel sind bei ihnen geschnitten, Kopf- und Barthaare gewaschen, rituelle Waschungen und Vollbäder Pflicht. Und wer auf die religiösen Speisegebote acht, ernährt sich gesund.

Ich erzähle Ihnen das alles nicht umsonst. Jakobus ist für mich eine glaubwürdige Quelle über das Leben unseres Herrn Jesus. Da er unseren Meister bis zu seiner Kreuzigung begleitete, ist er eine authentische Quelle für dessen Worte und Taten. Im Neuen Testament wird er leider viel zu wenig erwähnt und zitiert. Das von mir verfaßte Evaristus-Testament wurde auf den späteren Konzilien leider nicht in das Neue Testament aufgenommen. "Es ist völlig unglaubwürdig. Da tut jemand so, als sei er dabei gewesen und prahlt nun mit seinem Pseudo-Wissen," lautet die offizielle Erklärung dafür. So ein Quatsch: Sie brauchen nur in meinem Archiv nachzuschauen. Dort werden Sie viele Dokumente finden, die meine Erzählungen stützen.

Die Hauskirche von Dura Europos ist die älteste, archäologisch nachgewiesene Kirche der Welt. Sie wurde in den Jahren 232 / 233 gebaut und lag im Euphratgebiet.

So ein Quatsch! Ich, Papst Evaristus, weiß es besser. Der Missionsbefehl steht in der Bibel: Wir sollen allen  Menschen von Jesus erzählen. Zu meiner Zeit im guten alten Rom erfolgte das von Mund zu Mund. Repräsentationsgebäude wären damals zu gefährlichgewesen - die römischen Kaiser hätten uns der Gotteslästerung angeklagt, verurteilt, hingerichtet und die Kirchen zerstört. Hauskreise sind effektiver. Die Juden und ihre Gemeinden sind unsere Freunde und Partner. Ich besorgte mir eine Landkarte und habe nachgeschaut, wo es jüdische Zentren gibt .Mauretanien liegt bekanntlich am Ende der Welt. Dort liegt ein jüdischer Außenposten

Im Abu-El-Ibn-Fez-Gebirge richteten auf meinen Befehl hin christliche Missionare sogenannte Höhlenkirchen ein. Um unsere Aktivitäten zu verschleiern, waren die Männer als römische Soldaten verkleidet.

Es muß aber irgendetwas schiefgegangen sein. Wir hörten nie wieder etwas von den Missionaren; da Wissen um die Höhlenkirchen ging verloren.

Erst die Christliche Archäologie entdeckte sie wieder. Geologen vor Ort hatten sich ob der vielen Löcher gewundert. "Das Fez-Gebirge ist der Schweizer Käse Mauretaniens." lautete ein geflügeltes Wort von ihnen.

Ganz leicht muß deren Arbeit aber auch nicht gewesen sein. Es gibt da nämlich so diverse Gerüchte ... ähnlich wie bei den ägyptischen Pyramiden ... einge der Archäologen, Forscher und Entdecker sollen gestorben sein.

Nun aber der Reihe nach.

Bewacht wurden die Höhlenkirchen von Hoden von Terracotta-Soldaten. Jede Höhle war voll diesen tönernen Wächtern. Meine Vermutung ist, daß die Berber die Höhlenkirchen schon vor Jahrhunderten entdeckten, sahen, welche Kirchenschätze (Gold, Silber Weihrauch) darin lagerte und die Terracottasoldaten quasi im Sinne eines Sicherheitsdienstes darin lagerten.

Und diese Funktion erfüllten die Terracotta-Soldaten auch. Als die Europäer kamen, erwachte das "Schutzpersonal" zum Leben und verstrickten die vermeintlichen Grabräuber in erbitterte Kämpfe. Allein schon dieser Widerspruch "lebendes Terracotta" sorgten für  viel Unruhe.

In eurer neuzeitlichen Literatur ist viel von Außerirdischen die Rede, die schon vor langer Zeit auf die Erde gekommen seien. Es gibt keine derartigen Außerirdischen, geschweigde denn nahmen sie die Höhlenkirchen in Beschlag. Und die Filter in den Türen und Wänden sorgten dafür, daß auch keine Viren, Bakterien, Schlangen, Skorpione und ähnliches Getier in die Höhlen gelangen konnten. Lebendig gewordene Mumien kann es auch nicht gegeben haben - die 2 oder 3 Leichen, die gefunden wurden, waren zu Skeletten zerfallen. Und von denen hat keiner grüßend die Hand gehoben, als die Entdecker kamen. Ich bin mir dessen sehr, sehr sicher - dank meiner spirituellen Zeitreise bin ich unbemerkt bei den Graböffnungen dabei gewesen.

Unser Exogeologe Hieronymus war allerdings begeistert. Er faselte die ganze Zeit von "Decken, die sich plötzlich senkten, und Wänden, die sich selbständig verschoben". Einige der Forscher meinten, so zerquetscht zu werden bzw. in die Irre zu laufen. Auch einige Erdbeben kamen wohl völlig unerwartet. Ob da wohl die Alten Götter im Hintergrund unseren Christlichen Gott beschützen wollten?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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