Günter Weschke

Dort wo der Strandhafer singt

Dort wo der Strandhafer singt


Eine Woche mal so richtig ausspannen, am besten, auf einer deutschen Ostsee-Insel.

Mach ich mal Urlaub, an so einer Küste,
wo der Strandhafer selbst nachts nicht die Schnauze hält,
bin ich stets der Verlierer, warum? Ach wenn ich’s nur wüsste,
hier ist alles nicht billig, jeder will nur mein Geld.

Und doch, Urlaub auf solch einer Ostsee-Insel, hat schon was, wenn man dann also als gelernte Landratte, solch eine Insel betritt, merkt man, schon ab dem ersten Tag wird man plötzlich und unverhofft, von Möwen gejagt und angegriffen. Man versucht dann im Slalom, dem Jagdeifer der Viecher zu entgehen, hast aber keine Chance, Platsch und Volltreffer. Ein Café, mit einladend weit geöffneter Tür, scheint die Rettung zu sein. Vorbei an einer Reihe wartender Menschen, möchte man sich irgendwo hinsetzen, oder verkriechen, da kommt auch schon eine Dame lächelnd auf mich zu: "Hier bitte, sie haben die Nummer neunzehn, wenn diese Nummer aufgerufen wird, gehen sie dann mit ihrer Nummer in die Kabine mit der Nummer zwei!"

"Ja, und dann? Dort wird ihre Garderobe gesäubert, denn so können sie doch nicht herumlaufen!" Es werden laufend Nummern aufgerufen, "Jetzt die Nummer neunzehn bitte!" Ich gehe in die Kabine mit der Nummer zwei. Zwischendurch werden auch immer wieder Menschen ins Café gebracht, die Verätzungen im Gesicht haben, die müssen selbstverständlich zuerst behandelt werden. In meiner Kabine steht ein kleiner Tisch mit einem Glas heißen Küsten-Tee, einen Stuhl für mich, auf den ich mich setze und dann kommt auch schon ein junges Mädchen mit einem Tuch und beginnt meine verschmutzte Bekleidung zu reinigen. Sie tat das wirklich sehr gründlich und nach der Behandlung mit Tuch und Tee, waren meine Klamotten wieder richtig sauber. Ich musste zwei Gläser Küsten-Tee bezahlen, ein Glas war für die Reinigung draufgegangen, das andere hatte ich selbst getrunken. Rechnung: 25,00 € ( 2 x 12.50 €)

Bevor ich das Geschäft verließ, gab sie mit noch einen Tipp: “Gehen sie immer im Slalom, die Möwen sind hier sehr treffsicher!" Ich rannte wie um mein Leben, um das nächste Restaurant zu erreichen (sauber). Als der Ober kam, bat ich um die Karte: "Ham wir nich, ett jibbt nur zwei Gerichte, gebackenen Aal mit Bratkartoffel, oder ‘nen Burger!" “Ach ja!” “Ja, ich empfehle den Aal, nehmse den Senioren Teller, der macht richtich satt!" "Ja, also den nehm ich!" "Also Senioren Teller und ‘nen Küsten Tee!" "Ja!" "Kommt sofort!"

Es dauerte auch nicht sehr lange, bis das Essen gebracht wurde. Genauso schnell, war es auch verputzt. Als ich das kleine Stückchen Aal gefunden hatte, es lag unter einer Bratkartoffel, glaubte ich zuerst, man hätte mir einen der hier so zahlreich vorkommenden Watt-Würmer aufgetischt. Aber watt willste machen? Rechnung: 32,50 €, ( 1 x Senioren Teller, 1 x Küsten Tee)

Also, so ging es jeden Tag!

Slalom zum Frühstücken,
Slalom zum Mittagessen
Slalom zum Kaffee trinken
Slalom zum Abendessen

Nach einer Woche Urlaub hatte ich 4 Kg. Abgenommen, war fit wie ein Turnschuh und sooo froh, wieder Zuhause zu sein

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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