Qayid Aljaysh Juyub

Story I: Schultzens Trip

Schultze war voller unendlicher Frustration. Schon wieder so ein öder Familienurlaub mit seiner spießigen Alten und die tyrannischen Blagen: Gran Canaria ‚all inclusive‘ im Touristenghetto nebst ebenso primitiver wie aufdringlicher Animation. Sehnsüchtig dachte der Finanzbeamte an Kollege Heiko. Der pflegte sich regelmäßig mit Gleichgesinnten ebenfalls Richtung Kanaren abzusetzen, allerdings ohne familiären Anhang und mit dem konkreten Ziel, eine möglichst besinnungslose Sauftour durchzuführen. ‚Mann, war das ein Kerl‘, ging es durch den strapazierten Kopf des emsigen Staatsdieners. Heikos Bemerkung, dass er nun manchmal seiner besseren Hälfte grundlos eine verpassen würde und bei Nachfrage dann die zweite Ohrfeige fällig wäre, faszinierte Schultze überaus.
Wir sollten natürlich dazu bemerken, dass Heikos Ehefrau einige Zeit später während einer Lustreise ihres so sensiblen Mannes merkwürdigerweise das Weite suchte und die besondere Fürsorge ihres Göttergatten damit belohnte, indem sie das gemeinsame Konto plünderte und seinen geliebten Porsche verscherbelte; Heiko konnte sich dann das alles nicht erklären und fühlte sich so richtig als Opfer.
„Papa, ist ´ne Knackwurst!“
Scylla, die jüngere seiner beiden Töchter, grinste ihn spitzbübisch an.
„Detlef nun stell Dich nicht so an, Du bist wirklich so ein Schwächling. Ich könnte Dich glatt fressen.“
Eine erstaunlich Wendung, so findet vermutlich der geneigte Leser, aber der mutige Heros unserer Geschichte befand sich in der sündhaft teuren Tiefgarage des Hauptstadtflugplatzes, der nach 20-jähriger Bauzeit mit ein wenig zeitlicher Verzögerung in Betrieb gegangen war, beschäftigt damit, das überaus reichhaltige Familiengepäck in das dafür vorgesehene Vehikel zu bugsieren. Bei all seinen künstlerisch wertvollen Gedanken, entglitt unserem geschickten Apparatschik leider ein etwas unhandlicher Koffer und verursachte sozusagen eine harte Landung.
„Bitte Charybdis. Ich bemühe mich ja.“
„Immer diese dummen Ausreden, mach hinne!“
Angela, die Größere, verzog hinsichtlich des Geschehens nur verächtlich bis angewidert das Gesicht und enthielt sich jeglicher Äußerung. So aus seinen tiefgründigen Gedanken gerissen, sammelte der emsige Ehemann das gefallene Gepäckstück unter liebevollen Seufzern seiner besseren Hälfte und dem Gekicher seiner respektvollen Tochter auf. Leicht genervt schaltete sich die bis dahin schweigsame Angela in die niveauvolle Konversation ein.
„Könnte es jetzt vielleicht endlich weiter gehen Mama? Der Flieger startet schon in drei Stunden und ich möchte noch shoppen! Außerdem bin ich hungrig!“
„Detlef, Du hörst Deine Tochter, nun beeil Dich gefälligst! Keine Sorge Schatz, das reicht noch trotz unseres lahmen Dackelschens!“
Schultze war den Tränen nahe. Wie sehr er diesen Spitznamen hasste. Warum quälte sie ihn nur so, er tat doch alles, um sie zufriedenzustellen? Wie oft hatte er schon an eine Trennung gedacht und auch gelegentlich zu seinem Lieblingssong, dem Klassiker ‚Ich war noch niemals in New York‘, heimlich geweint. Aber leider fehlte es unserem Helden doch ein wenig an Mut, um sich scheiden zu lassen oder auszusteigen. Gelegentlich neckte ihn seine liebevolle Gefährtin mit den Worten ‚Das wird teuer!‘, nachdem sie ihm eine erstklassige Scheidung angedroht hatte. Aber allmählich war das Maß voll! Heiko würde jetzt gehörig auf den Tisch hauen und ihn zumindest in Gedanken zertrümmern. ‚Genug ist genug‘, so ging es in Schultzens Gedankenwelt weiter. All seinen Mut fasste er jetzt zusammen:
„Sorry Schatz, ich werde mich beeilen. Kannst Du mir vielleicht ein bisschen helfen und aufpassen, das nichts herunterfällt, wenn ich den Gepäckwagen schiebe; entschuldige nochmals.“
„Der spinnt wohl, jetzt lass die Hosen wackeln!“
So endete der mutige Versuch einer rudimentären Spur von Widerstand in voraussehbar kläglicher Form und unser tapferer Held fügte sich in sein Schicksal. Prädestination? Zielstrebig und orchestriert vom Gekicher Scyllas der Jüngeren bewegte Schultze das Gepäck in Richtung Lift. Seltsamerweise befand sich niemand auf dem Parkdeck, sodass die Vorstellung ohne geneigtes Publikum ablief. Mit leichter Panik dachte unser verwegener Staatsdiener an die Reaktionen seiner Liebsten, falls der Aufzug nicht inner-halb von spätestens 30 Sekunden zur Verfügung stand oder gar besetzt sein sollte. Aber, um es kurz zu machen: Die Götter waren unserem Protagonisten hold. Der Lift befand sich in Wartestellung und nach einigen weisen Ratschlägen seiner Frau, begleitet von den ermunternden Vibrations seiner Töchter, gelang es dem wagemutigen Hausvater, das Gepäck im Lift zu deponieren, dessen geräumiges Innere damit fast zur Hälfte ausgefüllt war.
„Ihr Lieben, wir können dann. Kommt Ihr bitte?“
„Was denn? Dackelsche, Du glaubst doch wohl nicht, dass ich in diesem engen Ding nach oben fahre!“
Angela, in der vollen Pracht pubertierenden Monster-haftigkeit, sah den geliebten Vater mit mitleidiger Ver-achtung an und schüttelte energisch das blondgelockte Haupt.
„Danke, mein Schatz! Detlef jetzt reiß Dich jetzt zusammen. Du fährst jetzt zum Check-In und gibst die Koffer auf. Anschließend treffen wir uns am Gate und vergiss nicht, den Fahrstuhl gleich herunterzuschicken. Was meint, ihr Mädels, euer Vater ist doch entbehrlich?“
In gewohnter Weise kicherte Scylla die Jüngere beifällig, während Angela leicht verächtlich ihre Mundwinkel verzog.
‚Ja Schatz, ich fahr dann einmal. Wir sehen uns dann.‘
Die drei Grazien unterhielten sich derweil mit fürsorglicher Nichtachtung hinsichtlich der Weisheiten des gestrengen Patriarchen über den bevorstehenden Einkaufsbummel.
Mit einem gewissen Fatalismus setzte Schultze das voluminöse Vehikel in die gewünschte Richtung in Gang. Voller Vorfreude wenigstens einige Zeit den liebevollen Zuwendungen seiner Familie entronnen zu sein, fuhr unser Held seinem Schicksal entgegen. Als sich die Lifttüren mit einem knirschenden Geräusch öffneten – das war am Hauptstadtflughafen keine Selbstverständlichkeit – blickte er schon fast euphorisch in das betriebsame Terminal. „Dann wollen wir ´mal.“
Beherzt zog das treusorgende Familienoberhaupt an dem überladenen Gepäckwagen. Aber, oh Wunder, das ver-dammte Dingen bewegte sich nicht einen Millimeter. Unser Pater Familias war nun doch höchlich überrascht. Trotz seiner mit hartnäckiger Unsportlichkeit gepflegten geringen physischen Kräfte sollte sich das Gerät doch zumindest etwas fortbewegen. Vielleicht hatte er doch wirklich zu viele weibliche Hormone, wie schon sein alleinerziehender Vater in zärtlichen Momenten behauptete.
„Welche Idioten lassen denn hier ihr Gepäck einfach so herumliegen?“
Ein korpulenter Herr, der Schultze leicht an seinen favorisierten Z-Promi im Dschungelcamp erinnerte, drängte sich raumergreifend in den Fahrstuhl.
„Egal, die haben eben Pech gehabt!“
Unsanft und mit typischen – wieder der an den Helden des Urwalds erinnernd – Grunzlauten schob sich der wutzige Wutzenbauer (…) Okay Freund*innen oder wie auch immer, da gibt es doch tatsächlich eine echt bescheuerte Kuppelshow im Televisor auf die ich gerade in recht simpler Manier anspiele; aber das sollte ich wirklich lassen. Sagen wir einmal: Der gut gebaute Herr schob unseren völlig perplexen Staatsdiener unsanft zur Seite und drückte auf den zum unteren Parkdeck gehörenden Knopf.
„Bitte entschuldigen Sie, aber so geht das nicht!“
Durch die ungewöhnliche Situation überrascht, vergaß unser tapferer Held völlig seine übliche Vorsicht, während sich die Türen des Aufzugs mit einem unguten Quietschen schlossen. Offensichtlich nahm sein freundlicher, eleva-torischer Gefährte die energischen Worte wenig zur Kenntnis.
„Scheiß-Airport, da funktioniert ja gar nix. Ist ja noch zur Hälfte ´ne Baustelle. Da malochen ja sowieso nur Ausländer. …etc…Verdammte Beamtenbrut!“
Hier mag der geneigte Leser nach Gusto noch einige schwachsinnige bis populistische Sprüche einfügen. Allerdings motivierte eigentlich nur der letzte Teil dieser Philippika den couragierten Staatsdiener dazu, den Monolog seines überaus toleranten Reisegefährten zu unterbrechen.
‚Da muss ich Ihnen energisch widersprechen!‘
Mit ungewöhnlicher Tapferkeit berührte Schultze scheu die Schultern des Redenden. Die gewagte Kontaktaufnahme wurde allerdings von zwei Geschehnissen jäh unterbrochen: Mit einem Geräusch, das gewöhnlich dabei entsteht, wenn gewisse Winde den menschlichen Enddarm verlassen, löste sich der raumergreifende Begleiter förmlich in Luft auf – nicht ohne einen unerträglich fauligen Geruch nebst einer Art brauner Dunstwolke zu hinterlassen – und die Türen des Fahrstuhle öffneten sich mit einem lauten ‚Plop‘. Ohne den ungewöhnlichen Anblick, der sich nun bot, überhaupt zu realisieren, stürzte der würgende Schultze panisch aus dem Wunderwerk moderner Beförderungstechnik und fiel auf einen gigantischen Misthaufen. Ihr seht, meine Lieben, was das Stinken angeht, entgeht man manchmal nicht seinem Schicksal. Völlig irritiert erhob sich der umsichtige Staatsdiener und bemühte sich, auf dem Hosenboden rutschend, festen Boden zu gewinnen. Das gelang unserem Mann vom Finanzamt dann doch irgendwann, denn wo ein behördlicher Wille ist, findet sich auch ein Weg. Panisch nahm Schultze mit einer finalen kognitiven Anstrengung endlich seine Umwelt wahr. Offensichtlich befand er sich nun in einer eher rustikalen Umgebung, die hauptsächlich aus einigen windschiefen Katen und dazugehörigen Abfallgruben – natürlich unseren Misthaufen nicht zu vergessen – bestand. Da der Autor dieser gar lieblichen Mär ziemlich faul ist, überlasst er es dem Leser, der es bis hierher durchgehalten hat, die restlichen agrikolen Accessoires mental hinzuzufügen. Ich möchte noch hinzufügen, dass es ein sonniger Tag war und eine frische Brise durch die würzigen Misthaufen zog. Völlig konsterniert blickte der Neuankömmling eine kleine Weile mit einem leicht debilen Gesichtsausdruck, den der eifrige Beamte sonst nur in der Kommunikation mit Vorgesetzten aufzusetzen pflegte, in der Gegend herum. War er aus irgendwelchen mystischen Gründen gar in Niederbayern gelandet? Mmmh, vielleicht ein Wurmloch? Der Begriff war ihm aus diversen SF-Serien bekannt, ohne dass er die physikalischen Details so richtig erfassen vermochte. Allmählich merkte unser überaus schnell denkender Reisender, dass keine Personen zu sehen waren und der Fahrstuhl sich offensichtlich ins Nirvana verabschiedet hatte. Bevor sich Schultze aber so recht besinnen konnte, materialisierte sich das recht unge-wöhnlich weitreichende Personenbeförderungsgerät in circa 50 Metern Entfernung und öffnete sich mit einem unheimlichen Knarren. Endlich bot sich unserem Helden ein vertrauter Anblick, denn – surprise, surprise – die geliebte Familie befand sich im Inneren des Gefährts und starrte ihn völlig entgeistert an.
„Wie kommt denn der hier her?“
Gattin Charybdis, flankiert von Töchtern, verließ das wirklich ungewöhnliche Beförderungsmittel, das dann auch aus dieser Welt wieder verschwand.
„Mama, hast Du mit dem Sprung wieder Mist gebaut? Aber vielleicht sollten aus der Situation das Beste machen, der ist doch etwas Besseres als diese blutarmen Bauern!“
Nachdenklich betrachte Angela ihren geliebten Vater. Der wiederum befand sich in einem Zustand fortschreitender Verwirrung, vermochte sich aber noch zu artikulieren.
„Schatz, wir treffen uns doch am Gate?“
„Schweige stille, elender Narr!“
Unserem geistreichen Helden verschlug es in gut abgerichteter Manier nun wirklich die Sprache. Scylla grinste ihren Papa mit einem liebevollen Lächeln an.
„Mama, sieht der lecker aus. Der schmeckt bestimmt besser als mein Kinder-Happa-Dreck.“
„Unser Dackelsche ist bestimmt verwirrt, meine kleinen Knuddelmäuschen. Zeigen wir ihm doch unsere wahre Gestalt!“
Schultze durfte nun beobachten, wie sich die traute Familie in ungewöhnlicher Form transformierte. Am wenigsten veränderte sich Angela, der wuchsen nur engelsgleiche Flügel aus dem Rücken und gewaltige Reißzähne aus dem Maul. Scylla verwandelte sich in eine Art spinnenartiges Wesen, während die treusorgende Mutter sich in eine Kreuzung zwischen Raptor und Drachen verwandelte. Für unseren tapferen Beamten war dies doch dann wirklich zu viel des Guten. Wimmernd viel Schultze auf die Knie, unfähig sich in irgendeiner Weise zu artikulieren oder gar zu agieren.
„Nun ihr lieben Kleinen, geht schon `mal vor. Ihr dürft euch nun an diesen britischen Bauerntölpeln gütlich tun. Ich verspeise nur kurz euren Vater und komme dann nach.“
‚Immer krallst Du dir die schönsten Leckerbissen. Beim letzten Mal hast Du auch den fetten Priester gefressen, ohne uns nur ein Beinchen abzugeben. Der gehört jetzt mir!‘
Trotzig blickte die ältere Schwester ihre Mutter an.
„Ich habe ihn zuerst gesehen. Bloß weil ich die Kleinste bin, darf ich Papa nicht alleine essen.“
Der Ausdruck in Scyllas vielen Augen war physiologisch bedingt eher von unbestimmter Natur, aber der Ton für ein Spinnenwesen schon ziemlich quengelig.
„Selbstische Kinder! Das ist nun der Dank für all die Mühe einer liebenden Mutter. Da will man einmal einen guten Happen für sich alleine, aber die werten Töchter missgönnen einem das. Pubertät ist nun wirklich keine Entschuldigung dafür! Ihr wollt eure Mutter jetzt doch nicht zornig machen?“
Wenn Sie ein Drachen oder Dinosaurier – ich unterlasse in diesem Fall besser das Duzen – sein sollten, so wäre es Ihnen vermutlich möglich gewesen, die Mimik der unersättlichen Ehefrau entschlüsseln und auf Basis dessen eiligst die Flucht zu ergreifen. Leider erfüllte unsere engelgleiche Angela nicht diese Voraussetzungen und versuchte sich in Richtung Mittagessen in Bewegung zu setzen.
„Blöde Alte, den fress ich…“
Angela gelang es nicht den Satz zu beenden, da dummerweise das liebende Muttertier ihr den Kopf mit einem Hieb ihrer mächtigen Klauen vom Rumpfe trennte.
„Ich habe genug von euch egoistischen Bälgern, die wahre Mutterliebe nicht zu schätzen wissen. Kochen, putzen, waschen und diese gierigen, kleinen Monster mit Futter versorgen. Dann diesen Bekloppten, bei dem mir dreimal am Tag das Wasser im Munde zusammenläuft und den ich trotzdem da nicht fressen darf. Aber das ist die Gelegenheit mich von allem zu befreien. Nun zu Dir!“
Entschlossen wand sich unser Hausdrachen nun der jüngeren Tochter zu. Die allerdings hatte inzwischen die Reaktion ihrer Mutter erfasst und griff nun ihrerseits an. Bevor Scylla einem Hieb der Charybdis zum Opfer fiel, gelang es dem spinnenartigen Kindchen Mama zu beißen und ihr Gift zu injizieren.
„Undankbare Blagen…“
Famous last words! Damit verschied dann auch die unglückliche Mutter. Wie einmal mehr sieht: ‚Reden ist tödlich, Schweigen ist Gold‘.
Von all dem bekam Schultze allerdings nichts mehr mit, da ihn nach Angelas Enthauptung eine gnädige Ohnmacht umfing.
Der Held unserer Geschichte und letzter Überlebender einer schrecklich netten Familie erwachte schließlich nach einiger Zeit aus seinem künstlichen Koma und fand sich von seltsam bekleideten Zeitgenossen umringt, die ihn ziemlich verblüfft anblickten. Während sich der frischgebackene Witwer mühselig erhob, raunten das Publikum in einer dem wortgewandten Staatsdiener unverständlichen Sprache. 'Die Bayern', so dachte Schultze, 'da sind wirklich einmal Strukturmaßnahmen notwendig'. Welch seltsamer Traum, wo waren eigentlich sein getreues Weib und die liebevollen Töchter? Diese bajuwarischen Bräuche, haben die doch die Schädel drei unbekannter Tiere an Pfählen befestigt; Dunkeldeutschland! Aus solch weisen Gedankengängen riss Schultze nun, wie er vermutete, der Bürgermeister, der mit einigen Speerträgen sich den Weg durch die bäuerliche Menge bahnte und mit einer seltsamen Rüstung bekleidete war, die ihn irgendwie an Heikos Römeroutfit anlässlich der Rosenmontagssause in Köln erinnerte. Der weltoffene Staatsdiener war ebenso entsetzt wie verwundert über den Zustand der Bundespolizei und der Armut in den Kommunen Bayerns. Oder war dies gar Sachsen? Man sollte unserem hochgebildeten Staatsdiener gewisse Missinterpretationen nachsehen, da dieser sein geschichtliches Wissen fast ausschließlich aus diversen Hollywoodschinken mit dem historischen Gehalt von Erdbeereis und Erdnussbutter bezog. Der Bürgermeister betrachte unseren leicht verdreckten und wohlriechenden Helden – der Misthaufen, do you remember, hatte hier seinen Tribut gefordert – mit hochachtungserfüllter Verwunderung. Schließlich sprach der kommunale Häuptling den viel geplagten Schultze ehrfürchtig an, der wiederum nur die Worte ‚Arturius‘ und ‚rex‘ verstand. Waren das gar Pleite-Griechen? Schließlich begriff der Finanzbeamte, dass ‚Arturius‘ wohl der Name des Bürgermeisters war.
„Sehr erfreut, ich bin Oberamtmann Detlef Schultze aus Berlin.“
Der Angesprochene schaute den seltsamen Fremden etwas verständnislos an.
„Oberamtmann Schultze, Berlin.“
Diese Griechen! Aber vielleicht sollte doch besser noch einen höflichen Gruß hinzufügen.
„Kalimeria, ach kalimera.“
Der Bürgermeister nickte demütig und wiederholte das, was er als Namen und Herkunftsort des gewaltigen Zauberers, der die Plage Britannien – außer Angeln und Sachsen natürlich – offensichtlich besiegt hatte, zu verstehen glaubte.
„M’erlin ex Avallonia.“
So begann die Geschichte des mächtigen Magiers Merlin und Schultze bekam eine unverdiente, aber respektable, Rolle in der Welt der Mythen und Legenden.
‚Fuck me Amadeus‘ und da sage einer, Zeitreisen wären nicht möglich.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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