Andreas Rüdig

SextortionA

Kim-Tim habe ich im Krankenhaus kennengelernt. Ich hatte eine kleine Operation über mich ergehen lassen müssen, nun sollte ich mich davon erholen.

Kim-Tim sieht einfach nur göttlich aus. Kilometerlange schlanke und vor allem haarlose Beine. Sixpack-Bauch. Übernatürlich göttliches Gemächt. Leicht feminines, atemberaubendes Gesicht mit Mandelaugen ("Meine Eltern kommen aus der Republikanisches Koreanischen Volksdemokratie."). So wurde Kim-Tim zu meiner ersten Affäre mti einem Mann.

Tagsüber hielt er sich züchtig bedeckt. Am dritten Abend huschte er dann mehrfach leicht bekleidet durch das Zimmer. "Mach die Zimmertür zu und komm an mein Bett, wenn du mehr sehen möchtest," forderte er mich am Ende augf. Was ich natürlich auch sabbernd tat. Ich lupfte die Bettdecke und sah natürlich den erigierten Penis. "Bevor ich dich da ranlssse, mußt du erst beweisen, daß du meiner würdig bist," säuselte Kim-Tim honigsüß. "Onaniere vor meinen Augen! Masturbiere! Ejakuliere!" Also ließ ich die Schlafanzughose sinken und tat, wie mir befohlen. Offenbar zu seiner Zufriedenheit. Ich lerne den Handjob, Oralverkehr, Deep Throat, Fisting und ähnliche leicht Formen der Homosexualität kennen.

Wir wurden beide am gleichen Tag entlassen. "Komm mich besuchen, Lorenz, am besten morgen Abend noch. Du bist so höllisch himmlisch!"

Ich hatte seine Adresse und folgte seiner Aufforderung und besuchte Kim-Tim. ICh lernte die wirklich interessanten Sachen kennen, Hodenfolter, Peniskäfig, Penispein und (am schlimmsten!) den Keuschheitsgürtel.

Die Ernüchterung kam schon wenige Monate später, als ich Kim-Tim völlig und hoffnungslos verfallen war.

Es erreichten mich Erpresser- und Drohbriefe: "Heiraten Sie Kim-Tim. Sonst stellen wir Sie bloß." Oh nein. Bloß ncihts Melanie erzählen. Meine Frau dreht durch, wenn sie erfährt, daß ich mit einem Mann fremdgehe. Und: Ich bin ja schon verheiratet. Nochmal (zeitgleich) eine Ehe eingehen kann ich also nicht. Was soll ich tun?

Die erpresserischen Fotos und Videos kommen peu-a-peu. Sie zeigen mich in eindeutigen Sexualpositionen. Mit Kim-Tim. Wie hat er das nur angestellt? Heimlich Kameras installiert? Was will er?

"Soll das Ihre Frau erfahren?" Nein, natürlich nicht.


Mein Leben fällt mir schwer
erpresst werd´ ich gar sehr
was tun in der Not?
kaltes Wasser, hartes Brot
die Polizei
ist das nicht einerlei
sie ist Freund, nicht Feind
ist bin bereit!

Der freundliche Polizist stellt mir viele Fragen. Woher ich Kim-Tim kenne? Weswegen er im Krankenhaus behandelt wurde? Wo er wohnt?

"Und Sie haben wirklcih nicht bemerkt daß er aus der Republikanischen Koreanischen Volksdemokratie stammt?" Es dürfte doch bekannt sein, daß der Kleinststaat eine satanistisch-theokratische Staatsform hat. Der erigierte Penis  wird dort als Phallus verehrt. "Haben Sie bei Kim-Tim nicht die vielen Schönheits-OP-Naben bemerkt?" Nein, habe ich nicht. Wieso? "Satanismus ist dort Staatreligion. Und die Koreanische Kirche Satans sucht immer noch willige, leichtglähig-Native und trotzdem erfahrene Opfer, an denen sie ihre rituellen Sexualpraktiken ausleben können. Und dazu wurde ich ausgewählt? "Ja, klar. Sie sind an einem der Standorte ein- und ausgegangen, an denen Nachschub organisiert wird. Gut, daß Sie zu uns gekommen sind. Die Gruppe wäre fast schon straffrei ausgegangen und zur Körperschaft des Öffentlichen Rechts geworden."


Ich würde gerne Bondage und andere Fesselspiele machen. Kim-Tim setzt ein spitzbübisches Lächeln auf, als ich diesen Wunsch äußere. Für ihn habe ich wohl den Wunsch geäußert, hilflos zu sein und auf die koreanische Halbinsel entführt zu werden.

Einen merkwürdigen Fund machte gestern der Zoll am Flughafen Paderborn. "Wir haben im Diplomatengepäck eine seltsam gestaltete, längliche rechteckige Kuist entdeckt. Darauf war eine Teufelsfratze abgebildet und von Feuer umgeben."  Da deutliche Klopfgeräusche zu hören waren, öffneten die Beamten die Kiste. Sie entdeckten darin einen stark bandagierten menschlichen Körper, der verzweifelt versuchte, sich von Fesseln und Käfig zu befreien.

Lorenz ist Kim-Tim immer noch verfallen. Er hat aber verstanden, daß nur wir vom Inlandsgeheimdienst ihn davor bewahren können, nach Korea verschleppt zu werden und sein Leben lang satanischen Sex ausüben zu müssen. Wer weiß schon, was ihn da erwartet? Nekrophilie? Sugar Daddy? Zoophilie? Prostitution? Oder gar Pädophilie? Bei diesen zweifelhaften Religionen weiß man ja nie, woran man ist...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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