Angela Pokolm

Brief an eine Freundin



schon eine ganze Weile sind wir uns nicht mehr begegnet. Habe ich dich nicht mehr gesehen.
Eine ganze Weile, die mir richtig lang vorkommt.

Da macht man sich doch seine Gedanken!

Wo du jetzt wohl sein magst?

 

Ich weiß, du bist ein „unruhiger Geist“, bist gerne unterwegs. Du hast die Angewohnheit, einfach zu verschwinden, wenn dir danach ist.

Und auf einmal bist du wieder da. Einfach so. Als wenn nichts gewesen wäre.
 

Und nun?
 

Ich vermisse dich!

 

Dabei kennen wir uns noch gar nicht lange.

Vor ein paar Tagen erst flogst du geradezu in meinen stillen Alltag hinein.
Behende, leicht und absolut überraschend. Und sympathisch.

Ja, so kann man es nennen.

 

Ich bin selbst ganz erstaunt, wie es dir gelungen ist, in so kurzer Zeit meine Stunden und Tage mit deiner Lebendigkeit zu erfüllen. Ja, gelegentlich sogar meine Stimmung anzuheben und ein Lächeln auf meine Lippen zu zaubern.

In deiner einerseits irgendwie sanften, manchmal aber auch sehr direkten Annäherung – ich sag's wie's ist – hast du mein Herz für dich eingenommen.

 

Schon am frühen Morgen, wenn mich mein Gang in die Küche führt, um meinen Aufwach-Kaffee zu trinken, begrüßt du mich, nicht immer, aber stets unerwartet, auf deine ganz eigene Art.

Ich gebe ehrlich zu, das kann freilich zuweilen auch etwas gewöhnungsbedürftig sein und, ja, Grenzen überschreiten ...

Unter Freunden sind solche Bemerkungen doch erlaubt, oder!?

 

Gerne suchst du meine Nähe, magst den Kontakt zu meinem Körper, scheinst dies geradezu zu genießen.
Dabei ist es dir offenbar gar nicht so wichtig, ob Kleider dazwischen sind oder ob es unmittelbar meine Haut ist.

Ist es vielleicht, weil du so sehr die Wärme liebst - wie ich feststellen konnte?
Oder steht etwas anderes dahinter?

Auch für mich ist es übrigens absolut angenehm, dich auf meiner Haut zu spüren, das sage ich ehrlich.

Und es ist mir auch ein Anliegen, ganz offen zu bekennen, dass ich mich sogar nur an deinem Anblick einfach erfreue. An deinem zarten Körper, aber vor allem an deinen Bewegungen!

Du kannst dich so gewandt, geradezu anmutig bewegen, mit einer Leichtigkeit, um die ich dich beneide ...



Nur wenige Tage sind es, die du mein Leben geteilt hast.
Und doch bist du mir irgendwie ans Herz gewachsen.

 

Wenn du nun nicht mehr wiederkommst …

wird mir etwas fehlen ...

 

Du verstehst sicher, dass ich mir Gedanken mache …

 

Angela Pokolm

 

 

Zu dem Foto: Es ist gar nicht so einfach, eine Fliege zu fotografieren. Wer Lust hat, mag es einmal versuchen ... ; )
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Es war eine kleine Stubenfliege, die sich trotz Fliegengitter in unsere Wohnung verirrt hatte, deren Verhalten mich auf die Idee für den „Brief an eine Freundin“ brachte.

Angela Pokolm, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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