Elke Müller

Amerika...

 

Noch leicht benommen blinzelte Redmon einen Moment in das grelle Licht einer Laterne, er verspürte leichte Kopfschmerzen, nach einiger Zeit sieht er sich um. Das Erste was er sah, waren Spinnweben, die an allen Stellen, nicht nur an der Decke hingen. Nahm dann seinen Revolver auf, den er verloren hatte und steckte ihn zurück ins Halfter. Fesselte den am Boden liegenden Mann schnell Hände und Füße zusammen. Während einige Männer, wie gelähmt, mit verschränkten Armen an der Wand standen und schweigend, mürrisch und ungeduldig zuschauten. Ihre Gesichter von der Sonne verbrannt, von Kämpfen gezeichnet, sahen dabei gemein aus. Man will nicht, wenn auch nur aus versehen, eine Kugel abbekommen. Aber irgend etwas störte Redmon erneut. Es sah hier wie in einem Keller, mit allerlei Gerümpel aus. Ein Lichtschacht warf etwas Helligkeit herein. Holz, fein säuberlich an einer Seite aufgestapelt. Dann in einer abgeteilten Ecke stand ein Holzregal mit vollen und leeren Einmachgläsern, alten Schuhen, Kerzen, Pappkartons und Bücher. In einer anderen Seite des Verschlages, lagen verschiedene Eisenwaren, angefangen von kleinen Mausefallen, Wolfseisen und allerlei unterschiedlichen verrostetes Werkzeug aller Art. An andere Stelle diente eine recht alte Kommode als Ablagefläche für volle Kisten und Jutesäcke. Andere leere Kisten standen unordentlich übereinander gestapelt davor. Eine weitere lag umgekippt daneben. Aber hier, hatte man alles gut mit Decken versucht einzuhüllen, trotzdem, lugten deutlich die gemalten Schriftzeichen einer Bank hervor und ein geöffneter Geldsack war umgekippt, wobei einige Münzen verstreut herum lagen. Vorsichtig nähert sich Redmon. Undeutlich, im Schatten, ist eine Gestalt zu erkennen. „ He da, los hoch!“ „ Oh, verflucht! Er hat mich erwischt“ knurrt jemand. Stöhnend richtet sich der Mann auf und hält dabei ein Messer in der Hand. Seine gesamte Kleidung war zerknittert und mit Löchern und Flecken übersät. Die Schuhe hatten ihre besten Zeiten schon weit hinter sich. Er versuchte dabei so unauffällig wie möglich zu wirken. Kratzte sich unbehaglich hinterm Ohr, sah Redmon voller Missgunst, aus raugrauen Augen an. „ Was suchte hier? Schnüffelst hier herum? Dann fliegste raus und fährst zur Hölle!“ „ Versuche es nicht, dies kann nach hinten losgehen. Es wird schon genug geplündert und gemordet …. Und bei Mord, … findet immer noch eine öffentliche Hinrichtung statt.,“ faucht Redmon. Irgendwie kam ihm dieses Gesicht bekannt vor. Es ist bloß ein Gefühl. Er kann sich auch irren. Er erinnert sich an all der Steckbriefe, welche er überall gesehen hatte. Das Kopfgeld auf die Bande von Bill Brex war nun schon auf 2000 Dollar gestiegen. Da war auch ein gewisser Jessy Finley darauf zu sehen. Er hatte eine schwere Kindheit und soll seine selbstverliebte Mutter, im Suff, beinah erwürgt haben. Hinzu kamen immer wieder Raubzüge und Körperverletzungen. Die Umstände hatte ihn dann zum Banditen gemacht, die wie alle, nach einem strengen Kodex leben. „ Damned!,“ knurte Redmon, denn schon die ganze Zeit hatte er den Eindruck unerwünscht zu sein. „ Ja, da brate man mir, doch einen Storch! Schon allerhand gehört von dir,… Jessy Finley, der mit Karten umgehen kann wie kein anderer… aber leider auch nicht viel Gutes.“ Finley Gesicht wird aschfahl, sonst ein Großmaul mit brutalen Methoden, aber… grinste dann nur. Er hatte ein dickes Fell, nahm nichts ernst im Leben und alles auf die leichte Schulter. Aber in seinen Augen lag ein listiges Funkeln. Dann dreht er sich ruckartig nach den zwei anderen Männern um. Diese duckten sich, zogen die Köpfe ein. „ Was steht ihr so bescheuert herum! Verschwindet! Macht die Fliege!,“ befahl er. Sie nicken und nahmen die Beine in die Hand, sausten aus der Tür und schlugen sie hinter sich zu. Plötzlich war ein Geruch von Gefahr und Gewalt in der Luft. Redmon zog langsam seinen Revolver heraus und unter einem scharfen Klicken spannte er den Hahn. Mit der Mündung des Revolver zielte er nun auf den Kopf von Finley. „ Stopp! Dies ist für mich jetzt weit genug, bleib besser jetzt stehen!“ „ Hast es sehr eilig hier aus der Mäusefalle zu verschwinden, was!“ zischte Finley. „ Nun, die Wahrheit ist etwas Gutes, wenn sie ohne Hintergedanken geäußert wird.“ antwortete Redmon. „ Werde bloß nicht frech! Ist mir gleich, was du denkst. Am liebsten wäre es mir, du verschwindest, ehe ich wild werde! Dies ist ein guten Rat von mir!“ „ Ich weiß ja, das wir uns gegenseitig zu töten versuchen. Das Risiko des Lebens an sich, muss man nur einmal auf sich nehmen. Dieser Tag ist wohl heute gekommen, wo wir es nun klären werden. Eines Tages erwischt es wohl jeden von uns.“ Nach einem kurzen Augenblick der Stille, hörte man Hornsignale anschließend ein unheimliches Gebrüll erklang. Sie zucken zusammen als die Tür plötzlich aufgerissen wird. Dann wirbelt plötzlich einige Kugeln vor ihnen in den Boden. Jessy Finley wird weiß vor Wut, knirscht mit den Zähnen und flucht bitter. Die Männer welche herein kommen sind ehrenamtliche Deputys Crassa und Dawn, bei denen er keine Chance hat, sie sind gefährlich wie Ratten, er hatte verloren.

Sie blieben neben einander stehen, blicken sich misstrauisch um. „ Gute Arbeit. Aber jetzt übernehmen wir,“ hörte Redmon einen von den beiden sagen. Sie halten ihre Waffen weiterhin schussbereit, wirken verwegen, hart und zäh. „ Wurde ja höchste Zeit. Möchte bloß noch wissen, wo der andere Rest der Bande steckt,“ erwidert Redmon und schaut Finley scharf an. Dieser verzieht kurz den Mundwinkel, schüttelt dann den Kopf. „ Wahrscheinlich sind sie fortgegangen. Ich bin ja auch nur ein kleines Licht, verdammt!“ „ Das wird wohl der Sheriff und Richter anders sehen,“ sagte Deputy Crassa. „ Habt gedacht mal wieder mit heiler Haut davon zu kommen, was! Hier fühlt ihr euch sicher, wolltet einen erneuten Coup landen und mit der Beute euch ein schönes Leben machen, ohne Rücksicht auf Verluste… Gib mal brav die Händchen her. Hiermit verhafte ich dich, wegen Mordes an unschuldige Bürger, sowie wegen schweren Raubes!“ Anschließend legte er den Banditen Handschellen an. Lächelt dabei kalt und hart. „ Und jetzt los, oben warten schon einige Freunde auf uns.“ Mit Nachdruck ihrer Waffen, setzte sich Finley in Bewegung. Als alle nach oben kamen, hatte sich schon einiges geändert.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Elke Müller).
Der Beitrag wurde von Elke Müller auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Abenteuer im Mäuseleum (Kinder 5-9 Jahre) von Elke Abt



Es handelt sich um ein lehrreiches Kinderbuch mit vielen bunten Zeichnungen, passend zu den jeweiligen Geschichten. Das Buch beinhaltet drei Geschichten: eine über Mäuse, die auf dem Dachboden mitten zwischen abgelegtem Spielzeug ein munteres Leben führen und viele Abenteuer bestehen. Ständig müssen sie aufpassen, dass der Hauskater sie nicht erwischt. Die Mäusekinder gehen auch zur Schule, wo man ihnen beibringt, welche Gefahren ihnen z.B. durch ausgelegte Mausefallen drohen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fantasy" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Elke Müller

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT von Elke Müller (Fantasy)
Das Abenteuer LEBEN! von Heidemarie Rottermanner (Fantasy)
Der Tod eines Sterblichen von Savah M. Webber (Trauriges / Verzweiflung)