Johann Bolech

Rein subjektiv, kann ich Sie nicht leiden

Es stürmte leicht, als die Beerdigung Ihres Vaters, dem Ende nahte. 

Vanessas Vater starb an einer Alkoholkrankheit. Die Sucht übernahm sein Leben. Die Wahrheit, Sie konnte ihm, für all dies, wie er zu Ihr war, so wie er auch Ihre Mutter behandelte, nicht vergeben.

„Ja ich liebte diesen Mann auf einer Weise, doch Liebe, ist nur ein Wort.“ so sprach Sie in Ihren Gedanken.

Sie hatte es nicht leicht. Ihre Mutter nun allein. 

Es war eine grosse Distanz, von Ihrem Zuhause, sowie zum Altersheim, in dem sich Ihre Mutter befand. 

Geschieden von Ihrem eigenen Mann, der Sie ebenso behandelte, wie der letzte Dreck, räumte Sie Ihr Hab und Gut zusammen und legte Ihren Urlaub nun fest.

2 Wochen bei Ihrer Mutter zu sein. In der nähe zu wohnen in einem Hotel. 

Trotz dessen paukte Sie für die Arbeit. Sie nahm die Akten mit, die Vorgesetzten, mehr als nur „Übel“ zu nennen.

Doch machte Ihr dies nichts aus, die Zeit mit Ihrer Mutter, war das einzig wichtige für Sie.

Sie besaß die Ausstrahlung, wurde oft auch auf der Arbeit bewundert als „wunderschönste Frau“. 

Männer haben in Wahrheit nur eines im Sinn. Sie zu verletzten, danach noch gegen Sie zu hetzen. Die Erfahrung in Ihrem Leben, zeigte Ihr all dies. 

Sie wollte einfach allein sein, jetzt bei Ihrer Mutter, damit diese nicht verzweifelt.

Auch wenn Ihr Vater, Ihre Mutter oft schlug. Er war dafür verantwortlich, dass Sie geboren war. Deswegen blieb Ihre Mutter bei Ihm. Auf gewisser Weise aus Prinzip, vielleicht hat Sie ihn tatsächlich geliebt. 

In der ersten Woche, als Sie im Altersheim täglich erschien, hatte Ihre Mutter einfach nichts gegessen. Sie saß die Tage nur am Fenster. Besichtigte die Ortschaft, ohne ein Wort, überhaupt sehr still, als würde Sie auf etwas warten.

Vanessa saß stundenlang neben Ihr. Hielt öfter ohne eine auffordernde Geste, an Ihrer Hand, nur als Zeichen dafür, dass Sie sie mag, Ihre Liebe für Sie bestand.

Doch Sie sprach kein Wort, saß emotionslos, Ihr Geist schien, irgendwie, war Sie schon fort.

Vanessa brachte jeden morgen selbst das Essen. Pflegte Ihre Mutter, wusch auch selbst die Kleidung, sowie die Decken.

Sie blieb immer bis hin zur Nacht, bis Ihre Mutter einschlief. Sie danach still und leise, dann auch ging.

Es waren Berge von Akten im Hotelzimmer, die auf dem Tisch lagen. Zwei Wochen Urlaub, eigentlich hinüber, doch Sie konnte die Hürde mit sich tragen.

Während der Bearbeitung, fing Sie auch mal an zu weinen. Es tat Ihr schon irgendwie weh, auch wenn Sie es vor Anderen, sich nicht anmerken lies. Ihr Leben, es schmerzte schon lange, doch niemand interessierte sich dafür, denn für jeden war Sie die Prinzessin, innerlich vollkommen zerfressen. 

In Ihrem Job besaß Sie ein eigenes Büro. Sie war eine Sekretärin, in einer höheren Position, im Vergleich zu Anderen, erhielt Sie mehr Lohn.

Doch auch sowas, obwohl Sie einfach nur gut war in Ihrem Beruf. Machte es andere stutzig, man wurde eifersüchtig. 

Also erfand man Gründe, um die schöne Dame nach und nach zu knechten. 

Denn Sie hatte nicht mal den Charakter, Ihre Beine zu öffnen, obwohl die Schlange der Gaffer ziemlich lang war.

Allein Ihr damaliger Ehemann, ein Freund, aus Ihrer Kindheit, kein Rüpel, Sie sah Ihn früher nie wütend.

Doch jemanden zu kennen, wirklich zu kennen, das kann man nie.

So veränderte er sich, Sie wurde Ihm lästig, wegen dem Alter, sogar zu hässlich.

Sie hatte sich für die falsche Liebe entschieden. Aber woher konnte Sie das denn wissen, dass sogar ein normaler, leicht pummliger Kerl, sich genau, wie der Rest, zu einem Mistkerl, entwickelt. 

Beim Job fielen Ihr anfangs, Emails auf, mit Beleidigungen, in Verbindung mit Ihrem Namen. 

Geschwätz, Sie ignorierte dies auch. 

Was aber etwas zu übertrieben wirkte, waren dann Bilder, mit nackten Frauen und sichtbaren Geschlechtsteilen, mit Kommentaren, „Vanessa ist auch so Eine“.

Sie beklagte sich beim Vorgesetzten. Ihm war es aber ziemlich egal, denn er war auch so einer. Selbst er kommentierte mal „Vanessa nehme ich irgendwann  Anal.“

Zu der Zeit konnte Sie den Job nicht wechseln. Sie hatte kein Geld. Die Scheidung, saugte Sie aus, finanziell. Niemand konnte Ihr zu dem Zeitpunkt helfen.

Manchmal dachte Sie, spreche ich einen Arbeitskollegen an, vielleicht stellt sich jemand bereit, geltet als Freund, doch in Wahrheit lachte man Sie aus.

Es folgte die zweite Woche und Sie schaffte durch Anstrengung, alle Akten zu bearbeiten. 

Es war der Donnerstag, wo Sie morgens in das Zimmer trat. Ihre Mutter war aber nicht mehr da.

Sie drehte sich um und sah eine Pflegerin vor sich. Die ihren Kopf nach unten gesenkt hatte. 

Sie sprach nur zwei Worte „Ihre Mutter....“. Vanessa wandte sich von Ihr direkt weg.

Sie fing nicht an zu weinen, sondern sah nur auf das Bett, auf dem Sie zuletzt Ihre Mutter sah.

Im Hotel, packte Sie Ihre Sachen und machte sich bereit für die Heimfahrt. 

Es fühlte sich alles leer an, jede Sekunde, jede Minute, jeder Augenblick, der verstrich.

Ihr fiel ein, am besten schnell ins Büro reinzufahren. Die Akten einzuordnen, damit Sie am Montag, besser vorbereitet war.

Sie schritt die Treppen hoch, stand vor der Tür. Doch war die Tür nicht verschlossen, sondern jemand hatte sie geöffnet. 

Langsam und behutsam drückte Sie die Türklinke runter. Schob die Tür nach vorn. Sah einen Arbeitskollegen, dessen Hosen, lagen auf dem Boden. 

Er wedelte sich einen, vor Ihrem Bürotisch. Stand mit dem Rücken, zu Ihrer Seite und hörte Sie nicht. 

In der nähe von Ihr, befand sich ein Regal, auf dem eine spitze Schere lag. 

Sie lies die Akten fallen und griff die Schere. 

Der Typ, drehte sich um, erschrak kurz, grinste dabei. 

Er schnappte sich seine Hose, versuchte sich diese anzuziehen. 

„Vanessa“ ihm sanften Tonfall, war sein letztes Wort.

Sie stach zu, rein damit, auf die Stirn, zerbrach mit geballter Kraft sogar den Schädel, bis in sein Hirn. 

Er zitterte erst am ganzen Körper und fiel dann wie ein Baum um.

Sie verlor Ihren Job wurde wegen Mordes von der Firma angeklagt. 

Doch speicherte Sie stets alle Emails ab, die Sie fand, in denen Ihr Name mit sexuellen Aktivitäten bestand.

Sogar sagte eine Arbeitskollegin aus, bestärkte Sie dabei, dass man auch über mögliche Vergewaltigung sprach, weil sie, so sprach einer vom Vorstand, „eine leichte billige Nutte wäre die man erst.......“.

Sie gewann den Prozess und erhielt eine grosse Summe als Entschädigung, mit der Sie die Gräber Ihrer verstorbenen Eltern pflegte.

Sie auch dadurch nicht mehr Wert für all das Abschaum legen würde.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Johann Bolech).
Der Beitrag wurde von Johann Bolech auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.11.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Zärtlichkeiten von Hartmut Pollack



Immer stärker schlägt sich im alltäglichen Leben eine Entwicklung zur sozialen Kälte in Deutschland aus. Viele Menschen wurden in die wirtschaftliche Verunsicherung geworfen, oft ohne ihr eigenes Verschulden. Gegen diese Politik der Sozialkälte können wir Menschen häufig nur unsere innere Menschlichkeit setzen. Mit Zärtlichkeit führt der Weg zurück zu Liebe, Sehnsucht und in Träume.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Spannende Geschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Johann Bolech

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Ab vom Fenster, rein in die Mikrowelle von Johann Bolech (Spirituelles)
Spitze Zungen von Margit Farwig (Spannende Geschichten)
Mein Großvater von Viola Otto (Wahre Geschichten)