Johann Bolech

An meinem Baum

In der Kneipe, neben dem Metzger. Dort spielte ich öfters in jungen Jahren auf einer Geige.

Ich war Musiker, liebte es zu spielen. Mein Vater schulte mich stets. Die Freude in den Gesichtern der Leute machte mich unfassbar glücklich.

Sie stets zu sehen, fröhlich, dem anderen, nie hässlich zu sein, obwohl die Zeit einem Abgrund glich. Tatsächlich viele von uns, man in Gruben warf, vorher sie die Kugeln trafen.

Wir durften uns Nachts nie aufhalten ab Mitternacht, überall standen die Wachen.

Waldemar, ein Freund von mir, besaß mal eine Katze. Er wohnte im ersten Stock mit einem Balkon.

Mein Vater sagte mir früher, weil ich war zu der Zeit der Jüngste.

„Samuel... Waldemar ist abgehauen.... er hatte Streit mit seinen Eltern, lief deshalb nach draussen...“ .

Die Geschichte stimmte aber nicht, wie ich nach Jahren später feststellte.

Chana meine Schwester, erzählte es mir, sah was damals geschah, denn er rannte seiner Katze, Nachts nach.

Sie sprang vom Balkon, deshalb lief er ihr hinterher.

Die Wachen, grosse zwei Männer hatten Ihn erwischt. Schrieen Ihn an, beschuldigten Ihn als Dieb und vieles mehr.

Er war ein kleiner Junge, 7 Jahre alt. Er fing an zu weinen vor den zwei Männern. Dafür prügelten sie auf ihn ein.

In der Not, schrie er immer lauter. Doch am Ende war ein kleiner Junge tot.

Der Eine zündete sich eine Zigarette an. Sie rauchten vor dem Körper eines toten Kindes. Dann sagte der Eine zum Anderen „eine Mistgeburt weniger“. Den Stummel der Zigarette, warf der Eine, bevor Sie gingen, auf den Leichnamen, eines Kindes.

Eine Woche, nach diesem Vorfall, durfte ich nicht raus. Waldemars Vater durfte nicht mal den Leichnamen, mit sich nehmen. Die Wachen erlaubten dies nicht, ließen ihn dort verwesen, damit auch alle sehen, was für einen Wert, wir für sie besaßen.

Ich erinnere mich wie Mama immer sagte „spielt im Flur, aber wehe ihr geht raus...!“.

Immer als Sie das sagte, fing Sie danach im Wohnzimmer an zu weinen.

Ich verstand all dies, damals nicht. Warum dies alles geschah. Es war unklar für mich.

Irgendwann ging Papa, etwas zu Essen holen. Aber er kam so wie Waldemar, auch nicht mehr zurück.

Dann brachten Sie uns in ein Lager, wo alle die gleichen Sachen, an hatten.

Chana musste ab da anfangen zu Arbeiten. Sie reinigte öfter Gläser, ich daneben, Gabel, Löffel und ich putzte den Boden mit einem Besen.

Wir schliefen alle samt in einem grossen Haus, mit vielen Anderen, die komisch aussahen.

Immer war einer am husten. Ein Anderer war übersät mit blauen Flecken. Andere schliefen sogar, in Eiseskälte, ohne Decken.

Öfter spielte ich mit anderen Kindern, an einem Baum. Wir kletterten hoch, spielten uns auf, „Ich bin der König, Herrscher über die Welt.“. Dabei lachten uns immer die Wachen aus. Im Nachhinein, hielten diese sich all die Zeit, für ziemlich schlau.

Irgendwann in einer Nacht, geschah es, wo ich danach, Mama und Chana, nicht mehr sah.

Drei grosse Männer, fein angezogen, stürmten in unser Haus. Sie packten Chana am Hals, worauf ein anderer, von denen, mit dem Finger auf Sie zeigte und dabei sagte „Sie ist es, sie hat mir die Äpfel geklaut.“

Mama ging dazwischen, versuchte den Streit zu schlichten. Sie hielt ein Stück Brot vor sich, alles was wir an diesem Zeitpunkt, besaßen. Sie ging auch auf die Knie, und bat die Männer, nicht Chana zu schlagen.

Einer packte Mama am Kopf und zog Sie, so auch Chana, hinaus. Ich schrie auf, rief „Mama, Mama... Chana...!“

Aber ein Mann Namens Salman hielt mich auf und versuchte mich zu beruhigen. Denn er wusste, wenn ich laut bin, nehmen sie mich aus dem Haus.

Mama und Chana kamen nicht mehr zurück.

An dem Baum draussen, spielte ich danach nie wieder.

Denn dort hangen beide, nackt und eingefroren. Ich blieb im Haus, Salman lies mich nicht raus.

Als ich älter wurde, erzählte mir Salman, über all die Dinge.

Was kurz darauf passierte, als Mama und Chana, gingen. Das Lager wurde angegriffen, von anderen Männern, mit Gewehren und scharfen Messern.

Man trieb die Wachen zusammen und erschoss alle nacheinander.

Ich weiss noch das Salman dann sagte „hab keine Angst, du bleibst bei mir, ich gebe auf dich acht.“

Wir zogen nach Berlin. Von da aus weiter nach Frankreich. Bis hin, durch ein Schiff, in die USA.

Ich spielte irgendwann wieder an der Geige, Salman war bis dahin wie ein Vater.

Ich danke diesem Mann, dass er an meiner Seite war, damals wo all dies geschah.

Chana, Mama und Papa, werde ich nie vergessen.

Doch soll mir einer von denen die mir das antaten erklären, warum man solch Dinge tat. Obwohl sie sich alle für so schlau hielten, es nicht mal ansatzweise die Wahrheit war, sie aus Lust und Laune mit dem Leben einfacher Menschen spielten.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.11.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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