Johann Bolech

Ab vom Fenster, rein in die Mikrowelle

Nach einem Tag oder nach zwei, zählt man irgendwann die Momente, die gut liefen. Desto öfter die auch irgendwie schief liefen. Vergessen, keine Lust, sich durch die Vergangenheit, seinen Verstand, zu zerfressen.

Es ist warm im Büro. Die Lampe über mir nagt mit Rost vor sich rum. Eine Birne funktioniert, die andere flackert öfter, willkommen in der Disco, spät Abends um acht. Ich sehe nicht mal mein Auto, wenn ich nach draußen schaue.

Die kleine Fliege vor mir, schwebt Sie rum. Kleines Insekt, ich bring Sie zur strecke. Auf gut deutsch "schon ist Sie freckt".

Nun klebt Blut an meinen Händen. Ich der Schuldige, der etwas Pummelige.

Das Klo vier Zimmer weiter. Ich verdurste, nehme die Flasche in die Hand. Ne Fliege liegt darin, schlechter Tatbestand.

Ich zieh mich auf und halte dabei meinen Bauch, denn Hunger habe ich nun auch. In der Kantine, alles seelenlos.

Ich sollte mich auf den Weg nach Hause machen, halb neun schon, ich bin nicht bei Trost.

Die Akten stapelten sich wie eine Pyramide. 

Ich find nicht mal den Lichtschalter. Etwas schlägt vor mir plötzlich auf. Ich bin dann mal weg vor Schreck, so schnell wie der Wind, hoffte man erschlägt mich nicht auch.

Ich rannte davon, und bemerkte etwas an mir. Es fasste mich an, kam sogar immer näher an mich heran. Etwas spitzes, ich flitzte weg, wie vor einem Stier.

Ich fasste den Türgriff, schwankte auf die andere Seite über. Presste gegen die Tür. Hoffte es komme nicht rüber.

Dieses etwas, jemand anderes war hier schon spürbar. Im Raum befand sich jemand, ich drehte mich um. Da blickte es mich starr an.

Ein junger Kerl, ein Gewand über seinem Körper, schlicht und einfach, mit Bart, und langem Haar. Die Sandalen, Qualität, schien etwas besonders zu sein, keine Kratzer, Römer-Style, Daumen hoch, astrein.

Er sass auf meinem Bürostuhl, hielt einen Stift und schien etwas auf einem Papier notiert zu haben.

Trotz allem, blickt er einmal um sich rum, beglückte meine miserable Arbeitslage. Er stand dann auf, griff das Blatt.

Näherte sich zu mir, mein Hunger, ich schien plötzlich satt.

Er reichte mir das Blatt, und grinste dabei, hielt mit der anderen Hand den Daumen hoch, als würde er ein OK geben, ich dachte mich sucht gleich der Tod.

Ich schaute darauf, und las was er geschrieben hatte. Doch als ich wieder vor mich schaute, war er verschwunden, ich hörte nicht mal Laute.

Es stand ein winzig kleiner Text. Ich schien wahrhaftig wie verhext.

"Geh du, und folge dem Wege zurück, so stach ich leicht auf dich ein, damit du Sehnsucht hast, an dein Heim. All die Stufen, Schritte, dort runter, ist der falsche Weg. Nimm das Fenster, versuch es mit dem Steg. Dein Weib wartet schon daheim. Das Fleisch wird auch schon kalt. So auch Liebe deinen Nächsten. Denn dies war damals hier mein Heim."

Mir murmelte es sehr, der Gedanke zog mich von der Tür.

So legte ich Fuss zum Fenster, nahm das Gerüst, zog durch mehrere Leiter und fand mich unten auf.

Kurz darauf, kippte das Gebäude leicht zur Seite einfach um. Das Alter machte es nicht mehr mit, die Steine wandelten sich in Staub komplett auf, ich sah überall nur Rauch.

Ich spritzte davon, Gottseidank, bin ich heil rausgekommen.

Danke dem Mann. Er erinnerte mich an Jesus Christus. Es ist längst Zeit, ich muss direkt los.

Daheim angekommen, erzählte ich die Geschichte, unglaubliche Explosion, überall nur Blitze.

Dann stand ich vor der Mikrowelle.

Sah ne Fliege, fasste an meinem Geflügel und zog es heraus. Die Fliege konnte nicht mithalten. Ich schloss die Mikrowellen Tür, sperrte sie aus.

Doch eines verschwand nicht, der Gedanke an diesen Moment.

Man zeigte mir den Weg. Ich blieb heil. Weswegen reagiere ich auf eine Fliege denn so schräg?

Ich öffnete das kleine Türchen, das einem Fenster leicht glich. Lies sie rausfliegen.



Weswegen dieser Ekel?



Ein Leben, ein Moment, man sollte ehrlich sein, ich wünschte, ich wäre nicht immer so gehemmt.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.11.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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