Joanne Schloss

Fight of the Dragons

1. Der Silberdrache
Leichter Nebel zog durch das Land und hüllte alles in eine graue Wolke. Die graue Masse schien leblos zu sein, doch etwas würde passieren. Das wusste Zac sofort. Er stand wieder einmal auf dem Meteorberg und sah in das Tal, das grau und bedrohlich  vor ihm lag. Heute war der Tag des Kometen, der alle 10 Jahre vorbeizog und seine Opfer forderte. Jedes Mal, wenn er vorbeizog, starben Dutzende von Tieren auf den Höfen der Menschen. Diesmal wollte Zac sehen, wie es passiert. Es war gefährlich, so spät noch auf den Meteorberg zu klettern, doch Zac hatte es geschafft. Mit klopfendem Herzen stand er oben und sah nun in den blassblauen Himmel. Am Horizont war die Sonne zu einer roten Kuppel geworden, ein riesiger, brennender Halbkreis am Himmel. Noch etwa 3 Stunden, dann war es soweit, vermutete Zac. Er wand sich von dem Anblick ab und suchte etwas Holz zusammen, um sich ein Feuer zu machen, das ihn wärmte. Es war kalt geworden. Der Komet kam näher, dass zeigte die Kälte und der Nebel.

Zac zündete das Feuer an und ließ sich auf der Erde nieder. Er strich sich eine dunkelblonde Haarsträhne aus dem Gesicht und wärmte sich die Hände am Feuer. Der Wind pfiff leise. Er war so schwach, dass nicht einmal die Flammen tanzten. Zac gähnte. Er war müde, denn er hatte die letzte Nacht kaum geschlafen. Wie der Komet wohl aussah? Zac war aufgeregt. Wieder musste er gähnen. Seine linke Hand fuhr über die braune Erde unter ihm. Es war weich genug, um einige Minuten zu schlafen. Zac legte sich hin und kaum hatte er die Augen geschlossen, war er auch schon eingeschlafen.

Zac wachte erst wieder auf, als der Sturm begann. Das Feuer war ausgeblasen worden und Staub fegte über den Berg. Es war stockdunkel. Zac sah sich um. War es schon vorbei? Hatte er verschlafen? Ein Grollen hallte durch die Nacht. Zac stand auf, zog die Taschenlampe aus seiner Tasche und leuchtete in die Dunkelheit. Nichts. Nur der Wind war noch zu hören, das Grollen war verstummt. Zac seufzte leise, drehte sich herum und dann sah er ihn.
Majestätisch stand er vor Zac, die silbernen Schwingen weit ausgestreckt und den Kopf hoch erhoben. Seine Krallen hatten Furchen in der Erde hinterlassen. Sein Schwanz schlug nervös hin und her und seine smaragdgrünen Augen musterten Zac. Obwohl es stockdunkel war, konnte Zac seine silbergrauen Schuppen glänzen sehen.
Zac starrte das Ungetüm mit offenem Mund an. Erst nach ein paar Minuten erwachte er aus seiner Erstarrung und wich zurück, was ein Zischen des Drachen auslöste. Er faltete seine gewaltigen Schwingen zusammen. Der Luftstoß der dabei entstand wirbelte Staub auf. Der Drache reckte seine Nase in die Luft und schnupperte. Sein Blick glitt unruhig über den dunklen Himmel. Das majestätische Tier schien besorgt zu sein. Zac folgte seinem Blick.
Der Drache neben ihm bewegte sich langsam. Elegant drehte er sich herum und begann dann in die Dunkelheit hinein zu gehen. Langsam verschluckte ihn die Dunkelheit. Zac packte schnell seine Sachen zusammen und folgte ihm auf sicherer Distanz.

Der Drache war schon ein gutes Stück weit gekommen, ehe Zac ihn einholte. Er passte sich dem Tempo des Drachens an und lief neben ihm her. Plötzlich blieb das Tier stehen und drehte sich zu Zac um. Er sah den Drachen an und der Drache sah Zac an. Doch der Blick des Drachen bohrte sich tief in Zacs Seele. Zac wich dem Blick aus und ging weiter. Der silberne Drache fauchte wütend. „Sei bloß still“, maulte Zac das Tier an. Der Drache zog hörbar die Luft in seine riesigen Lungen. Dann begann er Zac mit seiner tiefen Stimme anzuknurren: „Was bildest du dir ein, mit wem du sprichst, Mensch?“ Zac fuhr erschrocken herum: „Du kannst sprechen?“ „Natürlich spreche ich diese Sprache und du leider auch“, sagte der Drache abfällig. Zac sah ihn ungläubig an. „Wer bist du eigentlich?“ „Warum sollte ich dir das sagen? Nur weil du der Auserwählte bist hast du nicht das Recht mich alles zu fragen. Obwohl, wenn ich dich so ansehe glaube ich nicht mal, dass du der Auserwählte bist.“ „Was soll das denn heißen? “ fragte Zac empört. Der Drache lachte dunkel. „Du bist dämlicher als ich dachte, Mensch.“ „Ich heiße Zac!“ protestierte Zac laut. Der Drache reckte die Flügel und sprach dann weiter, immer noch in dem gleichen abfälligen Ton: „ Schön für dich, Sack. Ich bin Silver, der König der Drachen, wenigstens werde ich es bald sein und ich suche den Auserwählten, was leider du bist.“ „Ich heiße Zac! Und wofür bin ich auserwählt?“ fragte Zac. Silver schüttelte den Kopf: „Das weißt du nicht? Ich wusste ja, dass Menschen dumm sind, aber das sie so dämlich sind hätte ich nie gedacht!“ „Hör auf mich zu beleidigen!“ fuhr Zac den Drachen an. Silver grinste abfällig und schüttelte den Kopf: „Passt dir wohl nicht, hm? Was wirst ! du denn tun, wenn ich nicht aufhöre?“ „Ach, lass mich in Ruhe!“ sagte Zac ärgerlich und ging den Berg hinunter. Der Drache knurrte leise und folgte ihm dann in einiger Entfernung. Plötzlich blieb Silver stehen, hob den Kopf in die Luft und schnupperte. Zac drehte sich zu ihm herum und beobachtete das wunderschöne Tier. Obwohl der silberne Drache so gemein war, war er doch das schönste und atemberaubendste Tier, das Zac je gesehen hatte. Der Drache schnupperte weiter und plötzlich passierte etwas mit ihm, das Zac zwar wahrnahm, dass er aber nicht begreifen konnte. Der Drache fing an, an Glanz zu verlieren, seine silbernen Schuppen wurden von dunkler Erde schwarz gefärbt und er fing an, an einigen Stellen zu bluten. Dabei schlug er unruhig mit dem Schwanz hin und her und wich manchmal aus, als würde er gegen etwas Unsichtbares kämpfen. Scheinbar tat er das wirklich, denn er schnappte in die Luft und bäumte sich auf, um mit den vorderen Krallen seinen Unsichtbaren Widersacher zu verletzen. Doch Silver hatte keine Chance. Auch er konnte den Gegner nicht sehen und schließlich verließen ihn seine Kräfte und er fiel um. Mit einem traurigen, erstickten Schrei fiel er auf die Seite, knickte dabei eine Schwinge schmerzhaft um und blieb dann liegen. Unter seinem schmutzigen Körper erschien eine dunkelrote Blutlache. Der Drache atmete schwer. Endlich kam auch Zac wieder zu sich und eilte zu dem verletzten Tier. „Silver? Silver, was war das? Bist du in Ordnung?“ fragte Zac und sah den Drachen prüfend an. Silver hatte die Augen halb geschlossen und bekam kaum Luft, wahrscheinlich erkannte er Zac nicht einmal. Zac kullerte eine Träne über die Wange, er hatte den Drachen jetzt schon gern, obwohl er gemein, bösartig und fies war. Aber er war auch wunderschön und er hatte sein Leben vielleicht für Zacs gelassen. „Silver, bitte! Lass mich nicht allein!“ schrie Zac verzweifelt und schloss d! en Drach enkopf in die Arme. Plötzlich schien sich der Drache zu bewegen. Zac wich einige Schritte zurück und tatsächlich, Silver bewegte sich langsam. Er drehte sich schwerfällig auf den Bauch und zog sich dann hoch. Nach einer Weile stand er wieder auf allen vieren, doch er bot einen traurigen Anblick. Sein Körper war dreckig und blutverschmiert, seine schuppen hatten den silbernen Glanz verloren und waren matt geworden, seine Schwinge hing verletzt auf der Erde und seine Augen waren trüb. „Silver? “ fragte Zac leise. Der Drache hob kurz den Kopf, dann drehte er sich herum und verschwand in der dunklen Nacht.

2. Night Blue

Zac war in sein Dorf zurück gekehrt. Seit mehreren Tagen hatte er nicht mehr von  Silver gehört. Nun war Getreideernte und er musste seinen Eltern helfen. Er und seine Schwester Claire arbeiteten zusammen auf dem kleinen Feld hinter dem Haus, das seinen Eltern gehörte. „Sag mal Claire, glaubst du an Drachen?“ fragte Zac. „Nein,“ sagte Claire, etwas zu schnell, wie Zac fand. Er hatte noch mehr Fragen, aber er hatte das Gefühl, dass er seiner Schwester in diesem Fall nicht alles anvertrauen konnte. „Warum fragst du mich das eigentlich?“ fragte Claire schließlich, „ist etwas passiert?“ Sie sah Zac misstrauisch an. „Nein, nein. Schon okay, ich hab nur ein paar Jungs heute über Drachen reden gehört und mich gefragt, ob es sie wirklich gibt.“ „Na ja, du weißt ja, wenn dich etwas bedrückt, dann sag es mir ruhig,“ sagte Claire und widmete sich wieder ihrer Arbeit. Auch Zac begann wieder das Getreide zu ernten und in den Korb zu werfen. Er hatte das starke Bedürfnis seiner Schwester alles zu erzählen. Doch irgend etwas stimmte mit Claire nicht. Vorsichtig beobachtete er sie. Seine Schwester bemerkte nicht, dass Zac sie beobachtete. Plötzlich zog ein starker Wind auf. Zac sah sich um. Er hörte ein leises Grollen. Auch Claire sah nun von ihrer Arbeit auf und sah sich um. „Was ist das?“ fragte sie. In diesem Moment schoss ein silberner Schatten über das Feld und riss Claire zu Boden. „Claire!“ schrie Zac und rannte zu seiner Schwester, die blutüberströmt am Boden lag.  Zac nahm seine Schwester in den Arm und sah zu Silver, der in einiger Entfernung da stand und Zac ansah. „Silver, warum hast du das getan?“ fragte Zac. „Lass sie los!“ schrie Silver ihn an. „Ich dachte du wärst mein Freund!“ „Verdammt, Zac! Geh da weg! Bitte, sei doch einmal kein dummer Mensch, sondern sei das, was ! du bist! “ „Ich bin ein Mensch und das ist meine Schwester! Lass sie in Ruhe!“ schrie Zac jetzt den silbernen Drachen an. „Verdammt! Du willst es nicht anders!“ rief Silver und stürmte auf Zac zu. Wenig später hatte er Zac gepackt und schleuderte ihn über das Feld. „Claire!“ schrie Zac und landete dann unsanft auf einem Stein. Seine Hand schmerzte und überall riss seine Haut auf. Silver stellte sich mit dem Rücken zu ihm vor Zac. „Au, Silver, was soll das?“ fragte Zac wütend und richtete sich auf. Seine Hose war zerrissen und an seinem Bein lief das warme, rote Blut hinab. Silver sah kurz nach Zac und deutete dann auf Claire, die mittlerweile wieder aufgestanden war und langsam auf sie zu kam. „Zac, komm zu mir. Zac, der Drache ist sehr böse, komm bitte zu mir, ich habe Angst!“ sagte Claire, mit zitternder Stimme. „Claire?“ fragte Zac unsicher. „Das ist nicht deine Schwester!“ sagte Silver leise, „das ist Night Blue!“ Er sah Claire wütend an. „Night Blue?“ fragte Zac unsicher und sah auch zu Claire, die mittlerweile stehen geblieben war. „Silver, nun hast du mich verraten, was?“ sagte Claire mit einer dunklen Stimme, die Zac nicht kannte. „Night Blue, sei bloß ruhig und lass ihn in Ruhe, er hat nichts mit der Mission zu tun.“ „Hat er das? Ich bin da anderer Meinung und Firebird wohl auch, sonst hätte er mich nicht geschickt, nicht war?“ „Wen hat er noch geschickt?“ fragte Silver. Claire lachte: „Warum sollte ich dir das sagen? Jetzt mach den Weg frei!“ „Niemals“ schrie Silver und spannte jeden Muskel im Körper an. Claire nickte. Was Zac nun sah, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Claires Haut löste sich einfach ab. Er sah, wie an einigen Stellen Streifen ihrer Haut hinunter fielen und zu einem blutigen Haufen vor ihren Füssen wurde. An manchen Stellen b! ildeten sich blutige Blasen, die aufplatzten. Schließlich war von Claire nicht mehr übrig, als ein blutiger Berg von Fleisch und Knochen, aber vor Silver und Zac stand nun ein Drache, der blau- schwarz glänzte. Er hatte einen schmaleren Kopf als Silver, aber er war eben so schön wie er. „Claire?“ fragte Zac leise, doch Night Blue lachte nur: „Da guckst du, was? Ich habe mehr Macht, als dein kleiner Drachenfreund, was? Schließ dich mir an und du wirst eben so viel Macht erlangen, soll ich sie dir vorführen, ja?“ Er hob seine Flügel in die Luft. Die Spitzen seiner mächtigen Schwingen berührten sich. Zwischen seinen Flügeln färbte sich alles schwarz. Plötzlich erschien in dem Schwarzen eine verschwommene Landschaft, mit Bergen, Wiesen, einem Meer und einem wunderschönen blauen Himmel. Dann verschwand die Landschaft und es erschien eine Feuerwand, die über die Berge kam und die Wiesen verbrannte und schließlich über das Meer verschwand. Dann wurde das Bild wieder schwarz und Night Blue öffnete die Flügel und legte sie dann flach an den Körper. „Das ist meine Macht, Zac. Das kann auch deine Macht werden. Willst du das?“ fragte Night Blue. „Schweig!“ fauchte Silver ihn an und wand sich dann an Zac: „Lass dich nicht verleiten, er bringt nur verderben über die Menschen. Zac, bleib hinter mir, ich beschütze dich mit meinem Leben!“ Kaum hatte Silver diese Worte gesagt, stürmte er auch schon auf den dunkelblauen Drachen zu und griff ihn an. Night Blue wich Silver geschickt aus und erhob sich in die Luft. Silver folgte ihm. Obwohl Silver kleiner war als Night Blue, war er bei weitem nicht so schnell und wendig. Night Blue verpasste dem silbernen Drachen einen Hieb nach dem anderen und Silver hatte kaum Zeit um selbst an zu greifen, er war nur mit Ausweichen beschäftigt. Schließlich konnte er sich kaum noch in der Luft halten. Wieder war seine ! Haut vol ler Wunden und blutiger Striemen. Doch noch immer kämpfte er mit einer Verbissenheit, die Zac staunen ließ. Er beschützte ihn wirklich mit dem Leben und er würde es wahrscheinlich verlieren. Angestrengt dachte Zac nach, wie er seinem Beschützer helfen könnte und plötzlich kam ihm eine so absurde Idee, dass sie sogar klappen könnte. „Night Blue! Du willst mich? Dann komm her, ich schließe mich dir an, aber lass Silver frei!“ sagte Zac mit ruhiger Stimme und sah den Drachen an. Night Blue grinste zufrieden und schleuderte Silver mit einer letzten Bewegung zu Boden, als habe er nur darauf gewartet. Der silberne Drache landete unsanft auf dem Boden, blieb kurz benommen liegen und richtete sich dann wieder auf. „Was soll das Zac?“ fragte er traurig. Zac sah ihn an: „Vertrau mir, Silver.“ Dann wendete er sich wieder Night Blue zu, der nun neben ihm gelandet war. „Deine Entscheidung war sehr sinnvoll, Junge. Aber etwas spät... ich kann Silver nicht am Leben lassen. Das tut mir jetzt aber Leid!“ Er lachte laut und hielt dann seine Schwingen wieder zusammen. Wieder erschien das Schwarze Bild zwischen seinen Flügeln. „Nein, warum tust du das?“ schrie Zac Night Blue verzweifelt an. „Warum ich das tue?“ fragte der blaue Drache und hielt kurz inne, „eine gute Frage, Zac. Sagen wir mal so. Es macht Spaß.“ Wieder lachte er laut und dann schoss ein grelles Licht zwischen seinen Flügeln hervor und traf Silver, der laut aufschrie. Dieser Laut tat Zac in der Seele weh. Er sah weg. „Verzeih mir, Silver.“ Dann brach er zusammen und fiel in Ohnmacht.

3. Das Vorhaben
N
ight Blue hatte Zac an einen Ort gebracht, an dem er noch nie vorher gewesen war. Es war eine Art Burg, so viel hatte Zac mitbekommen. Nun lag er allein in einem Zimmer und wartete. Mehrmals hatte er an der Tür gerüttelt, aber sie war verschlossen. Also nutzte Zac die Zeit, um sich um zu sehen. Das Zimmer war fast leer, nur ein Bett und ein kleiner Schrank standen darin. Der Schrank war auch abgeschlossen. Aber auf ihm stand ein Glas Wasser. Night Blue schien gastfreundlich zu sein. Zac legte sich wieder auf das Bett. Er wollte nach denken. Was war wohl mit Claire passiert? War seine Schwester wirklich tot oder war das nur einer von Night Blues Tricks? Zac wusste es nicht. War Silver wirklich tot? Er hatte ihm helfen wollen und nun hatte er sein Leben auf dem Gewissen. Konnte das sein? Der silberne Drache war ihm in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen, auch wenn er eine sehr freche Art hatte, aber dies machte ihn gerade aus. Seine Einstellung zu den Menschen hatte Zac zum Nachdenken bewegt und er fand heraus, dass Silver nicht so unrecht hatte. Zac wusste wirklich von vielem nichts. Er hätte viel von dem Drachen lernen können. Aber nun war es zu spät. Nun musste er erst mal hier heraus und Night Blue ausweichen. Plötzlich ging die Tür auf. Ein ältere Mann trat in das Zimmer, begleitet von einem kleinen Monster, das zu hässlich war, um es zu beschreiben. Draußen vor der Tür erkannte Zac einen Drachen, der fast genauso aussah wie Night Blue, aber er war komplett schwarz und hatte einen hellen Fleck auf dem Kopf. „Willkommen, in meinem Schloss, Zac,“ sagte der Mann. Er zeigte dem kleinen Monster das Bett und es stapfte darauf zu und setzte sich neben Zac. „Wer sind sie?“ fragte Zac. „Oh bitte, Zac, lass die Förmlichkeiten. Nenn mich Firebird. Ich denke, du kennst Night Blue, meinen Sohn schon?“ „Sohn? Sie, eh, du bist ein... Drache?“ „Wie? Oh, nein. Bestimmt nicht! Aber ich habe Night Blue ! erschaff en, ebenso, wie alle anderen Drachen. Jedoch...“ Firebird stockte kurz und sah dann nach draußen, „lass uns nicht hier weiter reden. Gehen wir doch in mein Zimmer.“ Er wendete sich draußen an den Drachen. „Shianne, bitte führ Zac in mein Zimmer. Ich muss noch etwas erledigen.“ Dann winkte er dem kleinen Monster und verließ das Zimmer. Zac folgte ihm bis nach draußen. Dort folgte er dann dem Drachen. „Wohin gehen wir?“ fragte Zac kurz. Der Drache knurrte nur kurz und ging dann weiter. Zac hielt lieber den Mund und folgte dem Drachen nun schweigend. Sie liefen eine Weile, bis der Drachen endlich vor einem Raum hielt und mit dem Kopf hinein deutete. Zac betrat den Raum. Überall waren funkelnde Smaragde und Diamanten an den Wänden und der Boden war mit Goldplatten gedeckt. Zac sah sich prüfend um. Es gab keine Fenster in dem Raum, keine Möglichkeit zur Flucht. „Du kannst nicht fliehen“, sagte eine Stimme hinter Zac und als er sich herum drehte erkannte er Firebird. „Ich...“ „Versuch nicht dich heraus zu reden, ich weiß, was du vorhast, glaub mir, ich habe es auch versucht, es ist unmöglich. Nun weiß ich, dass es hier schöner ist als woanders.“ „Was wolltest du mir noch erzählen?“ fragte Zac. Firebird nickte und deutete auf einen Stuhl, der im Raum stand. Zac war sich sicher, dass der Stuhl vorher noch nicht da gewesen war, doch er setzte sich gehorsam. Firebird trat an ihm vorbei auf einen weiteren Stuhl zu und ließ sich darauf nieder. „So, Zac. Nun sind wir ungestört.“ „Was wollen sie von mir?“ fragte Zac forsch. „Oh Zac, schon wieder redest du mich mit sie an... bitte, lass das doch“, sagte Firebird lächelnd. Verwirrte sah Zac ihn an. „Ich verwirre dich? Das tut mir Leid, mein Junge. Ich wollte dir erzählen, warum du hier bist. Es ist ganz einfach. Ich habe dir schon erzählt, ! dass ich die Drachen erschaffen hab... alle, da gibt es keine Ausnahme. Alle Drachen, die in meinem schloss sind, sind meine Kinder, vielleicht nur zufällig entstanden... sagen wir, ein defektes Gen hat Drachen aus ihnen gemacht.“ „Das verstehe ich nicht ganz...“ sagte Zac leise. „Nicht? Pass auf, sie waren alle einmal Menschen... und ich... na ja, ich wollte den perfekten Mensch erschaffen, einen, der den Namen meiner Art weiter gibt, ohne dass man sich schämen muss. Doch etwas ging schief... Silver wurde erschaffen, der bisher älteste Drache. Ich war glücklich, er hatte alle Eigenschaften, die ich wollte. Doch er war immer noch kein Mensch und er war sterblich... Das wollte ich nicht, darum experimentierte ich mit meinem Team weiter und nach jahrelanger Forschung hatte ich das perfekte Wesen, eine Kreatur, die Mensch und Drache sein konnte... Night Blue... Er wird ewig Leben und er ist intelligent und er kann sich in jeden Menschen verwandeln, den er sieht. Nur... Silver... er konnte ihm gefährlich werden, aber das ist nun vorbei. Er ist gefangen und ich habe ihn wieder in einen Menschen verwandelt.“ „Er lebt noch? “ „Sicher... aber er ist schwach und bald wird auch er sterben. Und Night Blue wird die Herrschaft übernehmen und dann kann auch ich gehen.“ „Das... das ist absurd.“ „Findest du? ich finde es genial“, sagte Firebird und erhob sich von seinem Platz. „Was hat das aber mit mir zu tun?“ fragte Zac misstrauisch. „Oh, ganz einfach. Du bist der Vorgänger von meinem geliebten Night Blue und ich wollte ganz einfach, dass du ihm nicht auch gefährlich wirst. du hast die selben Eigenschaften wie er, nur hast du keinen so ausgeprägten willen, du bist zu schwach, du empfindest Gefühle. Ich habe deine Kraft nun gebannt, doch ich will dich nicht mehr gehen lassen, das ist nicht Night Blues Wille, er will dich hier haben, du sollst an seiner Seite kämpfen und die Welt ! untertan machen!“ „Ich? Ich bin auch eines ihrer Versuche?“ fragte Zac ungläubig. Firebird nickte: „Nun sei nicht gleich entsetzt. Du hast genug Zeit, deine Kräfte zu sammeln. Shianne wird dich wieder auf dein Zimmer bringen. Wenn du dich entschieden hast uns zu helfen, dann sag ihr Bescheid, bis dahin bist du ein Gast auf meinem schloss, sieh dich ruhig um. Bis dann!“ Kaum hatte Firebird das gesagt, war er auch schon verschwunden. Er hatte sich einfach in Luft aufgelöst. Zac verließ den Raum und trat Shianne gegenüber. „Ich möchte mich etwas umsehen, ja?“ fragte er den Drachen. Shianne gab ihm den weg frei und trottete dann den Gang hinunter. Zac folgte dem Gang in entgegengesetzter Richtung.

Immer wieder begegneten Zac verschiedene Drachen Arten und ab und zu auch mal Menschen. Einige Menschen waren in Ketten gelegt und wurden zu riesigen Hallen geführt, andere liefen frei umher und Zac spürte, dass sie bereits Drachen waren. Plötzlich bemerkte Zac in der Nähe einer Halle große Unruhe. Vorsichtig näherte er sich der Halle und er erkannte ein junges Mädchen, etwa in seinem Alter, dass von mehreren Menschen festgehalten wurde und verzweifelt versuchte sich zu wehren. Das Mädchen schrie verzweifelt und versuchte sich aus dem Griff eines Mannes zu befreien. Zu Zacs Verwunderung gelang es ihr sogar und sie stürmte durch die Halle, dicht gefolgt von mehreren Männern. Das Mädchen sah sich um, drehte sich zu den Männern und sah sie an. „Laila, beruhige dich!“ schrie einer der Männer. In diesem Moment funkelten die Augen des Mädchens auf und wenig später sackten die Männer leblos zusammen. Zac staunte über die gewaltigen Kräfte. Das Mädchen wirbelte herum, schlug einen weiteren Mann mit bloßer Faust zu Boden und rannte dann den restlichen Männern entgegen. Während sie ihnen mit einem enormen Tempo entgegen sprang, konnte Zac einen Schatten wahrnehmen. Die Umrisse eines Drachens erschienen um das Mädchen und wenig später hatte sie die Mauer aus Körpern durchstürmt und viele Männer blutig geschlagen. Erschöpft brach sie in einer Ecke zusammen. Zac sah sich vorsichtig um, dann rannte er durch die Halle hindurch auf das Mädchen zu. Kaum hatte er sie erreicht, sprang sie auf und sah ihn böse mit funkelnden Augen an, die Muskeln ihres Körpers zum Angriff gespannt. „Hey, ich tue dir nichts!“ sagte Zac ruhig und wich etwas zurück. Das Mädchen entspannte sich etwas, blieb aber in Kampfstellung. Zac beobachtete sie etwas. Sie hatte lange, braune Haare, die ihren Rücken bedeckten und wunderschöne grüne Augen.! Üb er ihre Haut waren feine schnittwunden verstreut, die zum Teil heftig blutenden. Ihr Atem ging schwer. „Du bist verletzt. Komm, ich helfe dir!“ sagte Zac liebevoll und streckte die Hand nach ihr aus. Das Mädchen sprang kraftlos zurück und sah ihn misstrauisch an. „Keine Angst... Laila, so heißt du doch, oder?“ fragte Zac und zog die hand zurück. Das Mädchen nickte. „Komm mit, Laila. Ich bringe dich auf mein Zimmer, keiner wird dir etwas tun!“ Vorsichtig ging Zac auf Laila zu. Sie zuckte kurz zusammen, ließ sich dann aber auf den Arm nehmen. Langsam ging Zac mit ihr durch die Halle und dann zu seinem Zimmer. Dort legte er sie auf sein Bett und gab ihr von seinem Wasser zu trinken. Danach wusch er vorsichtig ihre Wunden aus. Laila war eingeschlafen, als er fertig war. Zac zog einen Stuhl neben das Bett und sah Laila an. Ihre Haut schimmerte hell. Sie war bezaubernd. Zac ging das gleiche durch den Kopf, wie damals, als er Silver gegenüber stand. Doch Laila war noch schöner. Plötzlich sah Zac auf Lailas Stirn einen Mal, das aussah wie ein Stern. Sanft berührte er es und in diesem Augenblick schlug Laila die Augen auf. „Wo? Wo bin ich?“ fragte sie leise. Zac zog die Hand zurück und sah Laila an: „In meinem Zimmer.“ Laila drehte den Kopf zu ihm und musterte ihn von Kopf bis Fuß. Dann richtete sie sich auf, sah sich um und sprang mit einer anmutigen Bewegung aus dem Bett. „Wo willst du hin?“ fragte Zac und hielt Laila am Arm fest. Kraftvoll riss sie sich los und fauchte ihn an: 2Was geht dich das an? Nur weil du mir geholfen hast bin ich dir noch lange nichts schuldig. Ich kann auf mich selbst aufpassen!“ „Das glaube ich wohl kaum!“ antwortete eine Stimme. Zac sah zur Tür. Dort stand Night Blue und grinste breit. Laila wich zurück und duckte sich, als würde sie Night Blue jeden Moment angreifen wollen. „Laila... wunderschöne Laila...&l! dquo; sa gte Night Blue und trat durch die Tür. Kaum war er durch die Tür getreten, stand ein Mensch vor Zac und Laila und kein Drache mehr. Night Blue hatte sich verwandelt. „Was willst du hier?“ fragte Zac und stellte sich schützend vor Laila. Night Blue lachte: „Was geht dich das an?“ Dann wendete er sich wieder an Laila: „ Laila, komm mit mir! Du warst sehr unartig... weißt du was nun passiert? Ich werde dich töten müssen!“ „nur über meine Leiche!“ schrie Zac. Night Blue lachte noch lauter: „Das kannst du gerne haben!“ Kaum hatte er den Satz fertig gesprochen, hatte er sich wieder in einen Drachen verwandelt. Drohend richtete er sich auf die Hinterbeine und brüllte wütend. Zac wich erschrocken zurück. Night Blue holte mit seiner Pranke zum Schlag aus, doch bevor er Zacs Gesicht treffen konnte, war Laila zwischen ihm und Zac und hielt seine Pranke mit aller Kraft fest. „Was soll das?“ fragte Night Blue ärgerlich und schüttelte Laila ab, während er mit der anderen Pranke nach ihr schlug. Mit einem Rückwertssalto brachte Laila sich in Sicherheit. Sie landete sanft neben Zac. Dann kniete sie sich auf den Boden, stützte sich mit einer Hand ab und murmelte etwas. Wenig später erkannte Zac wieder den Schatten eines Drachen, der Laila umgab. Aus ihrem Rücken schossen zwei weiße Flügel und wenig später umgab sie ein gleißendes Licht. Zac schlug die Hände vor das Gesicht. Als er endlich wieder sehen konnte, sah er einen wunderschönen weißen Drachen, kleiner als Night Blue und auch viel eleganter und schmaler. Sein Kopf war schmal und lief vorne spitz zu, seine Flügel waren wie die von einem Vogel und seine schuppen leuchteten so stark, dass es blendete. „Du hast deine Kraft wieder? Wie ist das möglich?“ fragte Night Blue. Der weiße Drache sah Zac an, warf ihn mit einer Bewegung seiner Pranke auf sei! nen R&uu ml;cken und schwang sich dann in die Luft. Er flog an Night Blue vorbei nach draußen und flog dann aus dem Schloss heraus. Seine Bewegungen waren sanft und seine Flügelschläge angenehm gleichmäßig. Unten im Hof konnte Zac Night Blue sehen, der ihnen nachsah. Auch Firebird war da und redete auf Night Blue ein. Dann konnte Zac nur noch Wald erkennen, über den sie flogen und am Horizont glitzerte das blaue Meer, das immer näher kam.

4. Das Geheimnis des Kaiserdrachen

Zac wachte allein auf einer Lichtung auf. Von weitem konnte er das Meer rauschen hören, vielleicht war es aber auch nur Einbildung. Er hatte starke Kopfschmerzen und sein Handgelenk schmerzte und pochte. Zac richtete sich auf und sah sich um. Es dämmerte schon. Wo war er? Und wo war der Drache? Plötzlich knackte es im Gebüsch. Zac stand auf. „Hallo?“ fragte er laut. „Uuuh... .“ „Laila? “ fragte Zac und rannte zu dem Busch, aus dem er das seufzen gehört hatte. Laila lag hinter dem Busch und rieb sich mit schmerz verzerrtem Gesicht den Knöchel. „Alles klar?“ fragte Zac und kniete sich neben das braunhaarige Mädchen. Laila nickte und sagte dann: „Raue Landung, nicht? Geht es dir auch gut?“ Liebevoll sah sie ihn an. Zac lächelte aufmunternd und stand auf: „Klar geht’s mir gut! Weißt du wo wir sind?“ Laila sah sich um und schüttelte dann den Kopf: „Nein... aber wenn wir es bis zum Meer schaffen, dann weiß ich wo es lang geht. Wahrscheinlich wird das aber schwierig, ich hab mir den Knöchel verstaucht.“ „Kein Problem, Laila! Ich trage dich, komm!“ sagte Zac schnell und hob Laila auf den Rücken. „Geht es so?“ fragte er und nachdem Laila kurz genickt hatte gingen sie in die Richtung aus der das Rauschen des Meeres kam.

Nachdem sie einige Zeit gegangen waren, konnte Zac seine Frage nicht länger zurück halten: „Sag mal Laila... was wollte Night Blue von dir?“ „Night Blue...“ sagte Laila traurig, „es ist... weißt du... ich bin Firebirds neuester Versuch. Der sogenannte Prototyp seiner neuen Rasse. Man, der Mann ist besessen von der Perfektion. Night Blue und ich... wir sollte die Gründer der neuen Rasse werden. Ich bin der erste weibliche Mensch, der es überlebt hat, aber nur, weil Firebird mich fast unbeschreiblich stark gemacht hat. Dafür lebe ich nicht lange.“ Laila schwieg. „Du... musst bald sterben?“ fragte Zac leise. Laila schwieg kurz und antwortete dann: „Ja, Zac... doch ich hörte, dass es bereits einen Drachen gab, der ebenso war wie Night Blue und das dieser mir seine Unsterblichkeit verleihen könne. Weißt du... ich möchte gern ein Leben als Mensch führen, nicht als Drache. Aber ich bin nun mal ein Drache...“ „ Das ist nicht wahr, du warst einmal ein Mensch. Firebird ist ja krank und Night Blue ebenso. Ich werde dir helfen diesen Drachen zu finden. Weißt du wie er heißt?“ „Nein, man nennt ihn den Kaiserdrachen, er soll nicht von einem Menschen erschaffen worden sein. Er hat mich gerufen... ich weiß es. Eines Nachts habe ich ihn gehört und seit dem habe ich wieder die Macht mich zu verwandeln... und diese Macht wird immer stärker, der Drache in mir will die Herrschaft übernehmen.“ „Wie meinst du das?“ „Weißt du nicht, dass der Drache in einem nur ruht und dann nach einer bestimmten Zeit ausbricht? Er zerstört dann den menschlichen Körper und ist dann unbesiegbar. Es ist wie ein Virus... ich bin von einem Virus befallen, das mich von innen zerfrisst.“ Laila schluchzte laut. Zac setzte sie vorsichtig ab und nahm sie in den Arm. Laila fing an zu weinen: „Ich will nicht sterben... hörst du? Ich w! ill nich t...“ „Laila...“ flüsterte Zac und drückte sie feste an sich. Plötzlich kam sich Zac furchtbar hilflos vor. Er konnte nichts für Laila tun. überhaupt nichts. „Ich werde dir helfen den Kaiserdrachen zu finden“, sagte er entschlossen. Laila sah ihn an und Zac lächelte sie aufmunternd an. „Warum tust du das für mich? Du kennst mich doch gar nicht“, fragte Laila mit zitternder Stimme. Zac zuckte mit den Schultern: „Ich mag dich eben!“ Dann half er Laila beim aufstehen und hob sie wieder auf seinen Rücken. Langsam gingen sie weiter durch den dicht bewucherten Wald. Die Äste rissen an ihren Kleidern und schlugen ihnen ins Gesicht. Doch es machte Zac nichts aus. Lailas Gewicht drückte auf seinen Rücken und schon bald schmerzte er furchtbar, doch Zac hatte Laila versprochen ihr zu helfen und er würde sich nichts von dem Schmerz anmerken lassen. „Bin ich dir nicht zu schwer?“ fragte Laila schließlich zweifelnd. „Ach quatsch! Du bist ein Federgewicht!“ antwortete Zac und um seine Antwort zu unterstreichen, rannte er plötzlich los. Laila quietschte erschrocken, doch dann fing sie an zu lachen. Auch Zac freute sich, aber nicht über die Geschwindigkeit, sondern darüber, dass Laila wieder lachte. Natürlich konnte er das Tempo nicht lange durchhalten. Nach einigen hundert Meter blieb er schnaufend stehen, doch noch bevor Laila etwas sagen konnte ging es langsam weiter. Und schließlich erreichten sie das Meer. Es lag ruhig da. Die Sonne strahlte hell und brachte es zum glitzern und es schien noch blauer zu sein als der Himmel selbst. „Wir sind da!“ flüsterte Laila. Dann lachte sie erleichtert, breitete die Arme aus und schrie laut: „Wir haben es geschafft!“ Zac half ihr von seinem Rücken und stützte sie. „Danke, Zac“, sagte Laila leise und küsste Zac zärtlich. Zacs Herz pochte. Als Laila wiede! r aufh&o uml;rte, sah er sie verdutzt an. „Entschuldige...“ murmelte Laila und lief rot an. Sie sah verlegen nach unten, auf ihre Füße. Zac hob mit der rechten Hand ihren Kopf hoch und sagte: „Das war wunderschön...“ Dann küsste er sie wieder und diesmal dauerte es eine ganze Weile, ehe er damit aufhörte. „So, nun wollen wir mal den Drachen suchen, nicht wahr?“ sagte Zac zu Laila und hob sie wieder auf seinen Rücken. Dann ging er hinunter zum Strand. „Weißt du wo wir hinmüssen?“ fragte Zac und sah über das blaue Meer. „Er wird es mir zeigen...“ sagte Laila leise und schloss die Augen. Sie breitete die Arme aus. Kaum hatte sie das getan, zog ein leichter Windhauch auf und Zac schien es, als würde der Wind sprechen, Worte, die er nicht verstand, aber er hörte sie. Lailas Haar wehte im Wind und sie hörte angespannt zu. Dann erschien ein helles Glühen am Horizont. Das Meer wechselte schlagartig seine Farbe und wurde blutrot. Laila öffnete die Augen. „Das ist er...“ sagte sie. In der Ferne konnte Zac ihn nun auch sehen. Einen riesigen Drachen, der mehr ein Schatten aus hellem Licht war. Der Schatten war verschwommen und dort, wo das helle Licht das Meer berührte, färbte es sich fast weiß. Zac erkannte zwei riesige Flügel, mit denen der Drache schlug, als er näher kam. Trotzdem waren auch sie nur schattenhaft zu erkennen. Nur ab und zu konnte Zac einen Teil des Drachens deutlich sehen und plötzlich stand er vor ihnen. Das helle Licht umgab ihn noch immer, aber nun konnte Zac ihn klar erkennen. Sein Kopf war riesengroß und glich mehr dem eines Hundes, sein Körper war mit leuchtenden Schuppen bedeckt, die rot, blau und weiß schimmerten, seine Flügel waren auseinander gefaltet und wie die einer Fledermaus. Sie wurden durch einen festen Knochenstab hochgehalten, doch die Flügelhaut war so dünn, dass man fast hindurchseh! en konnt e. So stand der Kaiserdrache vor ihnen. Er sah abwechselnd zu Zac, dann zu Laila und schließlich sagte er etwas. Wieder hörte es sich an, als würde der Wind pfeifen, doch es waren Worte, die Zac jedoch nicht verstand, doch Laila konnte sie hören. Nach einer weile sagte sie: „Bitte Kaiserdrache, ich will nicht verflucht sein, bitte hilf mir...“ Der Drache antwortete. Dann drehte er sich um und war vom einen auf den anderen Augenblick einfach verschwunden. Der wind wehte nicht mehr, das gleißende Licht war verschwunden und das Meer lag wieder ruhig und blau schimmernd vor ihnen. Laila stand neben Zac und sah aufs Meer hinaus. „Laila? Was sagte er?“ fragte Zac. „Laila sah ihn an und antwortete dann leise: „Er kann mir nicht helfen... das liegt nicht in seiner Macht. Ich muss zu Firebird und ihn vernichten, erst dann kann er mir helfen, denn Firebird hat ihn um Hilfe gebeten, den perfekten Mensch zu erschaffen und er hat seine Macht an ihn verliehen.“ „Firebird hat dem Kaiserdrachen seine Macht?“ „Ja, deswegen haben sich alle in Drachen verwandelt. Ich muss Firebird töten und ihm die Macht nehmen!“ „Ich werde dir helfen, Laila.“ „Das möchte ich nicht, du hast schon genug Ärger gehabt!“ „Verdammt, ich will dir aber helfen, Laila, verstehst du nicht?“ „Aber warum denn?“ Zac sah sie ungläubig an: „Das fragst du noch? Ich...“ Er überlegte kurz, dann zog er Laila zu sich und küsste sie leidenschaftlich.

5. Die Falle

Der Weg zurück durch den Wald ging diesmal schneller als vorher, denn nun konnte Laila auch ohne Zacs Hilfe wieder laufen. Das war das einzige, was der Kaiserdrachen für sie tun konnte. Er hatte ihr auch noch das Geschenk gemacht, sich kontrolliert zu verwandeln und auch Zacs Kräfte hatte er befreit, auch wenn Zac nicht sehr begeistert davon war. „Wie sollen wir eigentlich zurück kommen? Wir wissen ja nicht einmal, woher wir gekommen sind!“ sagte Zac schließlich und blieb stehen. Sie waren nun schon mehrere Stunden unterwegs und seine Füße schmerzten. „Wir müssen fliegen!“ sagte Laila, „aber dazu müssen wir erst auf eine Lichtung, sonst verletzen wir uns die Flügel!“ „F...liegen? Bist du wahnsinnig? Ich hab das noch nie gemacht und...“ „Es tut nicht weh, Zac... und nun komm, wir reden wieder darüber, wenn wir an der Lichtung sind!“ Laila gab Zac einen Kuss auf die Wange und ging weiter. Zac folgte widerwillig. „sag mal Laila“, sagte Zac, nachdem sie noch ein stück gegangen waren, „kann ich dich mal was fragen?“ Laila nickte. Zac fuhr fort: „Ich habe doch vor längerer Zeit Silver kennen gelernt. Weißt ja, wer das ist. Er sagte einmal, ich wäre der Auserwählte... weißt du wofür?“ Laila blieb stehen und drehte sich zu Zac rum: „Du bist der Auserwählte?“ Zac nickte. „Warum hast du mir das nicht gesagt?“ „Ich wusste nicht ob es wichtig ist“, sagte Zac trotzig. Laila lachte: „Zac, weißt du was das bedeutet? Du bist ebenbürtig mit Night Blue, du kannst ihn besiegen, sonst keiner!“ „Kann ich das?“ fragte Zac leise. Laila nickte: „Das macht alles viel einfacher! Zac, dafür liebe ich dich!“ Sie fiel Zac um den Hals. „Nur dafür?“ fragte Zac traurig. Laila schüttelte den Kopf: „Nicht nur dafür...“ Da! nn k&uum l;sste sie ihn.

Nach einer Weile gingen sie weiter. Plötzlich hörte Zac ein rascheln. Verdutzt sah er sich um, doch er konnte nichts erkennen. Vor ihm lief Laila weiter, scheinbar hatte sie nichts gehört. Wieder raschelte es. Zac blieb stehen und sah sich um. Nun blieb auch Laila stehen und sah ihn an. „Was ist los?“ fragte sie und in diesem Augenblick traf ein Schlag den gesamten Wald und ließ ihn erschüttern. Zac fiel auf die Knie und stützte sich mit den Händen ab und dann sah er eine Flammenwalze auf sich zurasen. Sofort sprang Zac auf, rannte zu Laila, riss sie in die Höhe und rannte durch den Wald, Laila stolperte hinter ihm her. Zac erkannte plötzlich noch eine Flammenwalze, direkt vor ihnen. Sie waren umzingelt, ein brennender Kreis schloss sie ein. Hinter dem Feuer war der Wald verbrannt, es waren nur noch schwarze Baumstümpfe übrig und verkohlte Erde. Und dann stand Night Blue vor ihnen. Er kam durch das Feuer geschritten, dass ihn zuerst vollkommen verschlang und ihn dann wieder frei gab, seine Schuppen schimmerten rot, als hätten sich die Funken darin festgesetzt. Neben Night Blue erschien noch ein weiterer Drache, es war Shianne, die Zac im Schloss herumführen sollte. Und schließlich trat auch Firebird durch das Feuer, gefolgt von seinem kleinen Monster. „Ihr habt es nun also heraus gefunden... woher meine Macht kommt...“ sagte er. Er trat auf Zac und Laila zu. Laila schreckte zurück, was ein kurzes Knurren von Night Blue auslöste. Firebird hob schlichtend die Hand. „Ihr werdet nun mit mir kommen, ihr werdet zu Silver kommen, es reicht mir nun mit diesem Spielchen, morgen werdet ihr getötet, dann kann Night Blue endlich die Herrschaft übernehmen!“ Dann wendete er sich an Shianne und Night Blue: „Los, nehmt die beiden mit ins Schloss!“ Dann war Firebird verschwunden, genauso wie sein kleines Monster. Night Blue grinste: „Ihr habt gehört, was er gesagt hat... k! ommt mit ! Los, Shianne!“ Dann stürmten die beiden Drachen auf Zac und Laila zu. Laila wollte sich gerade verwandeln, doch da schlug Shiannes Pranke sie auch schon nieder. Shianne schnappte Laila und schwang sich in die Luft. Night Blue tat es ihr gleich, nachdem er Zac zu Boden geschlagen hatte.

6. Der Kampf der Drachen

Shianne und Night Blue hatten Laila und Zac in das Verlies gebracht. Als Zac aufwachte, saß Laila neben ihm und sang. „Laila?“ fragte Zac schwach. Laila verstummte und sah ihn an: „Zac... geht es dir gut? Night Blue hat absichtlich fester zugeschlagen!“ Zac nickte. Er konnte jeden einzelnen Knochen im Leib spüren. Überall hatte er blutige Striemen, die schmerzten. Sie waren von Night Blues Krallen. Laila strich Zac über den Kopf und sagte: „Morgen ist eh alles vorbei...“ Sie senkte den Kopf. „Warum? Laila? Was ist los?“ fragte Zac und setzte sich auf. Laila schluchzte: „Morgen werden sie uns die Kraft nehmen und dann sind wir nur noch gewöhnliche Menschen, die Night Blue nicht aufhalten können!“ „Das wolltest du doch! Du wolltest doch ein gewöhnlicher Mensch sein, oder nicht?“ „Ich will zuerst Night Blue aufhalten! Was nützt es mir ein Mensch zu sein, wenn ich versklavt werden von den Drachen?“ Zac nickte: „Du hast recht, wir müssen etwas tun... wir sind die letzten, die es können!“ Er stand auf, zuckte kurz zusammen, da sein Bein plötzlich stechend schmerzte, und ging zum Gitter. Er sah sich um. In einer Ecke des Verlieses lag ein großer Drache, aber er schlief fest. Die anderen Zellen waren leer, in die Zellen direkt neben der ihrigen konnte er nicht sehen. „Also, es ist nur der große Drache da!“ stellte Zac fest. Dann sah er sich die Zelle von innen an. Sie war schon verrottet. Überall hingen Spinnweben. Es tropfte von der decke und das Stroh war faulig. „Laila... kannst du dich nicht verwandeln und uns hier heraus holen?“ fragte Zac. Laila schüttelte den Kopf: „Hier ist eine Barriere, die den Drachen in einem einschläfert... ich kann ihn nicht wecken!“ Plötzlich kam Zac eine Idee. „Hey, du verpennter Drache, komm mal her du stinkendes Mistvieh!“ rief er zu dem schlafe! nden Dra chen, der auch sofort aufwachte und zu ihm herüber sah. „Was ist los?“ fragte der Drache. Zac lachte: „Bekommen wir keine Mahlzeit? “ Der Drache verdrehte die Augen, stand auf und stapfte dann aus dem Verlies heraus. Einige Minuten später kam er wieder, mit einer Schüssel bepackt, aus der grüner schleim tropfte. „Hier!“ knurrte er und warf die Schüssel vor die Zelle. „Sollen wir jetzt durch die Stäbe kriechen oder was?“ fragte Zac patzig. Der Drache knurrte genervt, öffnete die Zelle und schob das Essen rein. In diesem Augenblick zog Zac das Messer, dass er dabei hatte, aus seiner Tasche und rammte es dem Drachen zwischen die Augen. Der Drache brüllte und wich zurück. Zac schnappte Laila am Arm und zog sie aus der Zelle heraus. Der Drache krümmte sich vor Schmerz. Während er noch mit dem Messer beschäftigt war, verließen Zac und Laila das Verlies und traten an die frische Luft auf dem Burghof. Es war dunkel geworden. Zac drückte sich an die Wand und schlich so über den Burghof. Er hatte vor Firebird sofort zu erledigen, ohne eine Ausnahme und ohne jetzt noch zu zögern.

Zac und Laila erreichten das Zimmer von Firebird. Es war der gleiche Saal, in dem Zac schon bei seinem ersten Besuch in der Burg war. „Laila... bleib hier draußen... ich werde das persönlich regeln... wenn ich deine Hilfe brauche, dann rufe ich, okay?“ fragte Zac flüsternd. Laila nickte und wich in den Schatten. Zac betrat den Saal. Er war leer, doch kaum hatte er ihn betreten, schloss sich die Tür auch schon hinter ihm. Zac sah sich verwirrt um. Jemand lachte und plötzlich hörte er Firebirds Stimme: „Hast du wirklich geglaubt, ich weiß nicht was du vorhast? Zac... ich bin dein Vater, ich weiß alles was in dir vorgeht!“ „Dann weißt du auch, dass ich dich jetzt töten werde?“ fragte Zac und sah sich um. Er konnte Firebird nirgends entdecken. „Mich töten? Zac... nun sag ich dir mal mein kleines Geheimnis. Ich bin das Leben... ich bin unsterblich, du kannst mich nicht töten!“ „Das ist ja wohl nicht dein Ernst, oder?“ fragte Zac. Ihm kam das ganze lächerlich vor. „Du lachst mich aus, Zac? Du wagst es? Du wagst es deine Hand gegen mich zu erheben? Dann stirb... stirb genauso wie deine kleine Freundin!“ „Laila?“ schrie Zac. Und schon konnte er Laila erkennen, sie stand in der Mitte des Raumes, durch goldene Ketten gehalten und sah ihn an. Hinter ihr erschien Firebird. Er zog ein großes Schwert und setzte zum Schlag an, der Lailas Kopf abtrennen würde. „Nein!“ schrie Zac wütend und dann passierte es. Die ganze Wut und der ganz3e Hass übertrug sich wohl auf seinen Drachen, der in ihm ruhte und Zac verwandelte sich. Ein rotes Licht umgab ihn und ihm wuchsen Schwingen. Wenig später war er ein Drache, mit roten schuppen, smaragdgrünen Augen und einem schlanken Kopf. „Darauf hab ich nur gewartet!“ rief plötzlich jemand und Zac konnte Night Blue erkennen, der jetzt aus dem dunkeln des Raumes hervorsprang. Fir! ebird la chte. Er steckte das Schwert wieder weg und hob Laila mittels seiner magischen Kräfte in die Luft. „Night Blue, aus dem Weg!“ rief Zac. Night Blue lachte abfällig: „Warum sollte ich darauf hören? Ich habe solang auf diesen Moment gewartet... erst werde ich dich töten und dann werde ich deinen Drachen zähmen und dann bin ich unsterblich und... perfekt!“ „Du wirst nie perfekt sein!“ schrie Zac. Night Blue zischte wütend und sprang auf Zac zu. Zac wich geschickt aus, drehte sich herum und schlug Night Blue die Pranke ins Genick. Night Blue schwankte kurz, setzte dann erneut zum Sprung an und diesmal konnte Zac nicht ausweichen. Night Blue sprang ihn mit solcher Wucht an, dass Zac von den Füssen kippte und auf der Seite aufschlug. Night Blue bearbeitete ihn nun mit seinen Pranken. Vor Schmerz schrie Zac auf. Er stieß Night Blue mit aller Kraft von sich und sprang wieder auf die Füße. Night Blue duckte sich und machte sich wieder zum Sprung bereit. Zac sah sich um. Es musste doch etwas geben, was er tun konnte um Night Blue schnell zur Ruhe zu bringen und dann hatte er eine Idee. So schnell er konnte rannte er an eine wand des Raumes. Night Blue lachte: „Jetzt krieg ich dich!“ Er rannte los, setzte zum Sprung an und... Zac wich aus und Night Blue traf mit seinem Kopf die Wand. Unter der Wucht des Aufpralls begann der Raum zu zittern. Night Blue quiekte kurz und sank dann zu Boden. Er blutete. Das Blut lief über sein Gesicht. Er sah Zac kurz an, dann schloss er die Augen und blieb liegen. Zac wendete sich nun an Firebird, der den Kampf beobachtet hatte. „Nun zu dir!“ sagte er wütend. Firebird lächelte: „Noch nicht... du bist noch nicht weit genug!“ sagte Firebird und war verschwunden. Kaum war er weg, fiel Laila herunter. Zac fing sie auf und verwandelte sich zurück. Behutsam legte er Laila auf den Boden, sie war bewusstlos. „Laila?“ fragte Zac leise, dann ! drü ckte er sie an sich. Plötzlich konnte er eine Bewegung hinter sich wahrnehmen. Zac blickte zu Night Blue und sah, wie er sich wieder aufrappelte. Er schüttelte den Kopf, um das Blut abzuwischen und sah dann zu Zac. Zac schrie auf. Er konnte den Hass in Night Blues Augen sehen. „Du glaubst wohl, du wirst mich so schnell los? Weißt du überhaupt, mit wem du es zu tun hast?“ sagte Night Blue. Seine Stimme überschlug sich fast vor Wut. „Night Blue... warum kämpfst du gegen mich? Du wirst nie perfekt sein, doch ich kann dir...“ „Sei still, du minderwertiges Geschöpf... ich bin perfekt! Ich werde Firebird nie enttäuschen... STIRB!“ Night Blue raste auf Zac zu und schleuderte ihn in die Luft. Zac schrie und versuchte sich zu verwandeln. Er schaffte es knapp, bevor er auf den Boden aufschlug. „Dein Reaktionsvermögen ist schnell!“ rief Night Blue, „aber es wird dir nichts nutzen!“ Er setzte wieder zum Sprung an. Plötzlich wachte Laila auf. „Zac?“ fragte sie leise und sah sich um. Night Blue erkannte seine Chance sofort, sofort sprang er zu Laila und hob die Pranke, um sie zu erschlagen. „Laila!“ schrie Zac. Er konnte sie unmöglich noch rechtzeitig erreichen. Laila schrie laut und Zac schloss die Augen, er konnte es nicht mit ansehen. Plötzlich war es ruhig und als Zac erstaunt die Augen öffnete lag ein rotes Licht im Raum. Night Blue war weg und auch Laila. „Laila?“ fragte Zac und dann war es vorbei. Der Raum wurde wieder gewohnt golden und Laila saß auf dem Boden. Vor ihr stand Night Blue. Doch er war verbrannt. Nur noch seine schwarz verbrannten Knochen standen vor Laila, seine Haut lag wie Asche vor ihm. Laila starrte ihn mit offenem Mund an. Zac verwandelte sich zurück und ging zu Laila. „Lass uns gehen. Ich weiß nun, was Firebird meinte...“ sagte Zac und verließ zusammen mit Laila. Hinter ihnen fielen die Knochen mi! t einem lauten Geräusch zusammen.

7. Das Leben       

Zac wusste wo Firebird war. Er hatte es ihm Gefühl und irgend etwas zeigte ihm den Weg. Er hatte Laila in ein Zimmer gebracht, wo sie nun schlief und obwohl er ihr versprochen hatte bei ihr zu bleiben musste er sich einfach auf den Weg zu Firebird begeben. Er rief ihn. Es war Zeit alles zu beenden.

Das Schloss war größer, als es von außen den Anschein hatte. Überall waren Räume und kleine Gänge, die ins Nichts führten. Trotzdem ging Zac zielsicher durch das Gewirr von Räumen und Gängen. Und schließlich hatte er sein Ziel erreicht. Er stand vor einer hölzernen Tür. Hinter dieser Tür befand sich Firebird, das spürte Zac. Sein Herz pochte. Er fühlte einen stechenden Schmerz in seinem Herzen. Scheinbar war das der Drachen, der Blut geleckt hatte. ’Es ist wie ein Virus... ich bin von einem Virus befallen, das mich von innen zerfrisst.’ Zac erinnerte sich an Lailas Worte und nun wusste er, was sie damals gemeint hatte. Es war ein Virus und es hatte Blut geleckt und Spaß am Töten gefunden. Zac versuchte den Gedanken zu verscheuchen. Wenn er erst einmal Firebird vernichtet hatte, dann war alles vorbei. Dann brauchte Laila nie wieder Angst zu haben.

Plötzlich öffnete sich die Tür vor ihm. Zac wich erschrocken zurück. Er sah durch die Tür hindurch. Hinter ihr lag der größte Turm des Schlosses. „Dann wollen wir mal“, sagte Zac aufmunternd zu sich selbst und trat durch die Tür hindurch. Doch er befand sich nicht mehr im Schloss. Die Tür war verschwunden und er befand sich auf einer grünen Wiese, mit Blumen, Schmetterlingen und ein paar Bäumen. Die sonne schien. „Was soll das?“ fragte Zac verwirrt und sah sich um. „Das ist meine Macht, Zac. Willst du sie nicht auch haben? Ich werde sie dir geben. Komm! Komm zu mir!“ sagte Firebird, jedoch konnte Zac ihn nirgends sehen. Vor ihm erschien aber eine neue Tür, die sich ebenfalls öffnete. Zac trat wieder hindurch und befand sich nun am Strand, an dem er den Kaiserdrachen getroffen hatte. Er konnte Firebird und den Kaiserdrachen sehen. „Das war vor 3 Jahren. Ich bat den Kaiserdrachen mir zu helfen. Und er tat es. Er gab mir seine unendliche Macht über das Leben zu entscheiden. Ich versprach ihm diese Mach zurück zu geben, doch mittlerweile gefällt es mir über Leben und Tod zu entscheiden!“ Das Bild verschwamm und eine neue Tür erschien vor Zac. Neugierig trat er auch durch diese und befand sich in einem Labor. Dort waren Menschen in Käfigen eingesperrt. Ein Mensch lag auf einem Versuchstisch. Es war Zac selbst. Firebird stand daneben und injizierte ihm gerade eine rote Flüssigkeit. „Hier habe ich dir die Macht des Drachens gegeben. Es war schwierig. Du hast Night blues Kräfte und auch einen Teil der Macht des Kaiserdrachens. Nur so konntest du so stark werden, ebenso wie Laila. Jedoch ging bei ihr etwas schief. Sie wird früh sterben. Du jedoch lebst sehr lange. Ich habe lange geforscht. Night Blue und du... ihr beide vereint in einem Drachen... zusammen mit Lailas Kraft, das wäre der perfekte Drache!“ Wieder verschwamm das Bild und es gi! ng durch die nächste Tür. Zac konnte nun seine Eltern sehen, die in dem kleinen Dorf wo er lebte arbeiteten. „Deine Eltern. Ich wollte sehen, ob du stärker wirst, wenn du bei Menschen aufwächst. Denn der perfekte Mensch ist nicht nur körperlich stark sondern auch von den Gefühlen her. Das fehlte Night Blue. Er hätte nie perfekt sein können.“ Das bild verschwamm wieder und nun stand Zac Firebird gegenüber auf der Plattform des Turms. „Ich wollte euch drei vereinen. Deine Gefühle, Night Blues Kraft, Lailas Stärke... es wäre perfekt gewesen. Ich hätte eure Kraft in meinen Körper gelassen und hätte mich so selbst wiedergeboren. Doch du hast Night Blue getötet. Ich hab dich unterschätzt. Dem Kaiserdrachen seine Kraft wird nur durch Gefühle stark... und die hast du.“ „Warum erzählst du mir den ganzen Mist?“ fragte Zac ärgerlich. Firebird lachte: „Ich dachte es interessiert dich, was ich mit dir mache, nachdem du tot bist!“ Er zog sein Schwert. „Versuch erst gar nicht, dich zu verwandeln. Es geht nicht. Ich kann bestimmen, wann du deine Kräfte benutzt und wann nicht. Ich wollte auch, dass Night Blue stirbt. Er wäre zu mächtig geworden... aber ich habe seine Gene und deine auch und auch Lailas und nun seid ihr nutzlos. Ich brauche euch nicht mehr!“ Zac bemerkte, dass er sich wirklich nicht mehr verwandeln konnte. Langsam sah er sich um. Es gab keinen Fluchtweg mehr. Er war verloren, Firebird hatte ihn überlistet. Firebird lachte. Dann hob er das Schwert und rannte auf Zac zu. Verzweifelt versuchte Zac auszuweichen, doch das Schwert streifte seinen Arm und hinterließ eine schmerzende Wunde. Zac fiel auf die Knie. Angst stieg in ihm hoch und hinterließ einen feinen Film von Schweißtropfen auf der Stirn. Firebird wirbelte herum und setzte zum letzten Schlag an. Zac schloss die Augen. „Halt!“ rief plötzlich jeman! d und Fi rebird hielt inne. Er drehte sich langsam herum. Zac öffnete die Augen und sah das Meer. Es war blutrot und ein heller Schimmer umgab es. Der Kaiserdrache stand vor ihnen und auf seinem Rücken saß Laila, mit wehendem Haar und von einer seltsamen Aura umgeben. „Denkst du nicht, es reicht?“ Zac konnte nicht zuordnen ob der Kaiserdrache oder Laila diese Worte sprachen. Es war mehr das Wispern des Windes und diesmal verstand er die Worte. „Kaiserdrache! Was tust du hier?“ fragte Firebird und ließ das Schwert fallen. „Was soll die Frage? Ich habe dir vertraut, ich gab dir meine Macht, doch du hast sie benutzt! Laila gab mir einen Teil meiner Macht zurück und nun werde ich dich mitnehmen, komm!“ Aus dem Schatten des Turmes kam das kleine Monster hervor, das sich nun vor den Drachen stellte. „Es tut mir Leid“, sagte das Monster. „Du musst noch viel lernen. Verschwinde nun, selbst der Tod ist nicht Strafe genug für dich!“ Der Kaiserdrache hob die Pranke und das kleine Monster löste sich dampfend auf. Der Kaiserdrache wendete sich nun an Zac: „Zac, du hast gezeigt, dass es noch Liebe auf der Welt gibt. Das war die Prüfung. Ihr habt sie bestanden. Ich wollte testen ob die Drachen und Menschen vereint auf dieser Welt leben können. Doch die zeit ist noch nicht reif. Dein Herz ist offen für das Neue, aber das Herz der anderen Menschen ist verschlossen. Kehrt nun heim, zu eurer Familie und vergesst die Drachen nicht, aber sagt nie jemandem etwas von uns. Wir werden wieder kommen.“ Dann verschwand der Kaiserdrache und Laila und Zac standen allein auf dem Turm. „Laila? Ich verstehe das nicht...“ sagte Zac. „Der Kaiserdrache hat getestet ob die Menschheit bereit ist für etwas Neues. Doch sie war es nicht. Firebird war nichts anderes als der Tester. Doch er hat sich die Macht zunutze gemacht. Jetzt ist es vorbei. Lass uns heimgehen.“ „Wo kam der Kaiserdrache jetzt h! er?&ldqu o; „Ich habe ihn geholt, ich habe ihm einen kleinen Teil seiner Macht zurück gegeben. Lass uns jetzt alles vergessen. Komm, unten stehen zwei Pferde, wir reiten heim.“

Sie verließen den Turm und stiegen hinunter in den Burghof. Unten standen zwei prächtige Pferde. Laila sprang sicher auf eines der Tiere, während Zac umständlich auf das andere kletterte. Dann gaben sie den Pferde die Sporen und ritten aus der Burg hinaus. Hinter ihnen ging die Sonne über dem Schloss auf und tauchte sie in rotes Licht. Aus dem einst so prachtvollen Schloss war eine Ruine geworden. Und als Zac noch einmal kurz zurück blickte sah er wieder das helle Licht und dann konnte er en Kaiserdrachen sehen, wie er die Drachen rief und dann verschwand. „Vergesst uns nie!“ sagte er und dann waren sie verschwunden.      

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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