Patrick Rabe

Warum Kapitalismus strunzdumm und dysfunktional ist

Warum Kapitalismus zwar nicht zwingend böse, aber strunzdumm und dysfunktional ist.

Ein Essay

 

Ist eigentlich noch nie jemandem aufgefallen, wie strunzdumm der Kapitalismus ist? Da muss man doch auch keine ellenlangen Bücher drüber schreiben wie Marx. Das kann man in drei Sätzen erklären. Der Kapitalismus besteht daraus, dass alle immer arbeiten müssen, obwohl soviel Arbeit faktisch gar nicht benötigt wird, dann verdient man Geld, entweder als Unternehmer oder als Angestellter, und das muss man, wenn man gar genau hinsieht, fast wieder eins zu eins an den Staat abgeben. Entweder durch Steuern, oder durch besteuerte Lebensmittel, oder durch überteuerte Anschaffungen welcher Art auch immer. Und der Staat nimmt dann dieses Geld und baut vielleicht irgendwas damit, was angeblich der Allgemeinheit zugutekommt, zum Beispiel eine hässliche Elbphilharmonie mit schlechter Akustik, in die sich die sich fast keiner leisten kann, zu gehen, oder Fahrradwege auf der Straße, damit man besser von Autos überfahren werden kann. Oder man finanziert damit irgendjemandem wieder eine schöne Villa, die der dann aber auch irgendwann sanieren muss, und dafür dann ebenfalls kein Geld da ist. Es geht doch schon gar nicht mehr darum, zu sagen, dass der Kapitalismus böse, unmenschlich oder dämonisch sei. Der Kapitalismus ist einfach ein in sich dysfunktionales, auf sehr kurze Zeit zum völligen Scheitern verurteiltes System. Und um das noch mal klar zu sagen: NICHT DIE DEMOKRATIE!!! DER KAPITALISMUS!

 

Der Kapitalismus ist so ungefähr, als würde man einem Menschen etwas zu essen geben, der verdaut es, man schließt einen Schlauch an seinen Hintern an, und führt ihm die Scheiße, die er ausscheißt, vorne rum wieder als neues Essen ein. Nur, dass er die dann teuer bezahlen muss. Was daran aber eindeutig nicht zuende gedacht ist, ist folgendes: Bei einem System, dass sich selbst ernährt und verdaut, ist irgendwann von selber Schluss. Wäre der Kapitalismus ein elektrischer Schaltkreis, würde er permanent Kurzschlüsse erzeugen, was ja auch der Fall ist. Und dann müssen wieder bei anderen Ländern Kredite aufgenommen werden, die selber kein Geld mehr haben, Waffen gebaut und Kriege geführt werden.

 

Man muss endlich erkennen, dass man den Handel problemlos anders organisieren kann, ohne, dass jemand zu kurz kommt. Dass die Ressourcen der Erde sich aufbrauchen, ist einfach eine Lüge. Und das einzige, auf sehr wackligen Beinen stehende Argument, das der Kapitalismus überhaupt hat. Man kann es sehr leicht widerlegen. Sowohl Pflanzen, als auch Tiere vermehren sich einfach immer weiter, es wird immer welche geben, und wenn wir die Erde nicht unbotmäßig verschmutzen, können wir sie auch immer gefahrlos essen. Ob man dann Tier-oder Pflanzennahrung bevorzugt, hängt vom eigenen ethischen Standpunkt ab. Aber nicht davon, dass es irgendetwas davon einmal nicht mehr geben wird. Auch Wasser wird immer vorhanden sein, denn das Wasser unterliegt einem sich biologisch selber reinigenden Kreislauf. Selbst, dass das Erdöl alle geht – was man ja Ende der 1980er noch glaubte- hat sich als Trugschluss erwiesen. Auch das lässt sich leicht begründen. Erdöl besteht im Wesentlichen aus Meereslebewesen, die gestorben, verwest, und auf den Meeresboden gesunken sind, und sich dort mit Sand und Schlamm vermischt haben. Jeden Tag sterben und verwesen solche Kleinstlebewesen im Meer. Es ist daher unmöglich, dass das Erdöl irgendwann zuende geht. Man kann nur nicht immer konstant gleich viel abbauen.

 

Warum kann man nicht endlich mal erkennen, dass der Kapitalismus eben NICHT alternativlos ist, sondern die dämlichste Idee, auf die Menschen je gekommen sind. Alternativlos ist ganz sicher die Demokratie. Die Meinungsfreiheit. Die Menschenrechte. Aber nicht der Kapitalismus. Und kommt mir bitte auch nicht wieder mit Sozialismus. Das ist doch auch nur ein umgestrichener Kapitalismus, der zwar scheinbar ein bisschen humaner ist, aber in Wirklichkeit noch schlechter funktioniert. Umorganisierter Handel und die Erkenntnis, dass die Ressourcen der Erde sich NICHT aufbrauchen, dass es aber kein expositionelles Gewinnwachstum geben kann: Das wäre die Lösung. Das eigentliche Problem sind immer nur die Länder, die bei so etwas nicht mitziehen wollen, oft wider besseren Wissens.

 

© by Patrick Rabe, 7. Dezember 2020, Hamburg.

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