Horst Lux

DER HAHN

 

Irgendwo in der Nachbarschaft krähte seit einigen Jahren ein Hahn. Frühmorgens, wie es sich gehört. Punkt 6:30 nahm er seine Tätigkeit auf, (des Krähens natürlich) und weckte damit zugleich auch alle Arbeitnehmer, die auf der Meyer-Werft in Papenburg ihre Brötchen zu verdienen.

An diesen Wecker hatte ich mich richtig gewöhnt. Anfangs störte er, da ich ja nicht mehr so früh die Welt unsicher machen musste; irgendwann aber wurde er in den täglichen Ablauf des Tages integriert. Zugegeben - so richtig melodisch war seine Stimme nicht unbedingt - sie klang immer ein wenig nach uraltem Flötenkessel, in dem gerade das Wasser kocht, aber man konnte gut damit leben.

Ja - so war es bis vor Kurzem. Nun aber ist damit Schluss. Nachdem durch die vermaledeite Vogelgrippe alles Hausgeflügel gezwungen ist, ihre Auslauftätigkeit zu beenden. (soll es denen denn besser gehen, als uns mit dieser Corona?)

Der gute Weckerhahn gibt aber trotzdem seine Arbeit nicht auf! Der arbeitet jetzt im Home-Office! Nur klingt es aus dem Hühnerstall nicht so ganz original, die Töne hören sich ziemlich brutal und wütend an! Ich weiß zwar nicht, ob sein Besitzer jemand ist, der dieser ominösen »Quer-beet-Bewegung« angehört - es könnte fast so sein!

Jedenfalls nervt mich dieser Weckton von Tag zu Tag mehr! Ich ertappte mich heute dabei, dass ich schon am frühen Morgen an knusprige, super-duftende Brathähnchen denken muss ...

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.12.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Es wurde sehr viel geschrieben über jene Jahre der unseligen Diktatur eines wahnwitzigen Politikers, der glaubte, den Menschen das Heil zu bringen. Das meiste davon beschreibt diese Zeit aus zweiter Hand! Ich war dabei, ungeschminkt und nicht vorher »gecasted«. Es ist ein Lebensabschnitt eines grünen Jahzehnts aus zeitlicher Entfernung gesehen, ein kritischer Rückblick, naturgemäß nicht immer objektiv. Dabei gab es Begegnungen mit Menschen, die mein Leben beeinflussten, positiv wie auch negativ. All das zusammen ist ein Konglomerat von Gefühlen, die mein frühes Jugendleben ausmachten. Ich will versuchen, diese Erlebnisse in verschiedenen Episoden wiederzugeben.

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