Francois Loeb

DIE ZWEIPUNKT KATASTROPHE

 

Punkte verändern Welten! Zu erfahren in meiner Wochengeschichte:

 

 

 



Wer hätte das gedacht! Zwei Punkte die einen Gerichtsfall auszulösen vermögen. Eine Familienfehde. Eine sich über Generationen hinziehende mittlere Katastrophe die bis zum affektiven Totschlag reicht. Und das nur zweier kleiner Punkte wegen. Das kam so. Unsere Nachbarn, über historische Generationen im Dorf ansässig und wir Zugezogene in dritter Generation, von den Nachbarn als Fremde empfunden, ja als Eindringlinge in die Struktur resistente Dorfgemeinschaft, mieden bereits meine Grosseltern, flüsterten im Schützenverein, im Kegelclub, zu denen wir keinen Zugang erhielten, die Beitrittsanfragen gingen stets ‚verloren‘, sodass ich es aufgab diese zu wiederholen, sich gegenseitig von Ohr zu Ohr zu:
‚FREMDES PACK‘. Doch zurück zu den zwei inkriminierten kleinen Pünktchen die diese Fehde, ohne unser Zutun, oder wenn, dann nur unbewusst, lostraten. Ich selbst war daran beteiligt. Vor über 75 Jahren. Als ich zur Schule ging. In die 3. Klasse. Der Lehrer ein Ansässiger, zur Dorfgemeinschaft gehörender, hatte mich auf dem Kiecker. Liess mich das, wo er nur konnte, fühlen. Mit dem Stock. Mit der Notengebung. Mit den Einträgen über mein Betragen im Klassenbuch. Seinen Ausführungen über meine ‚Schweineschrift‘, die, je mehr er diese kritisierte, unleserlicher wurde. Im Jahreszeugnis hiess es lapidar schwarz auf weiss, nein, blau auf grau, denn er bevorzugte blaue Tinte, um wie er jeweils bemerkte, die blauen Wunder bei den Eltern auszulösen, in der Hoffnung, dass diese uns der Einträge wegen kräftig versohlen würden. Natürlich nicht bei den Kindern der Ansässigen. Integrierten. Umso mehr bei ‚FREMDEM PACK‘ zu dem ich gehörte; hiess es lapidar ‚MÜLLABFUHRASPIRANT, DAS HÖCHSTE WAS ER IN SEINEM LEBEN ERREICHEN KANN‘. Das alles in Grossbuchstaben. Wie gedruckt geschrieben, damit es von weitem lesbar war. Meine Eltern waren entsetzt. Vater versohlte mich als erstes gehörig, sodass ich meine blauen Wunder am Körper erlebte. Dann aber ärgerte er sich, da selbst bei der Müllabfuhr beschäftigt, über die Herabsetzung seines Berufstands. Seiner Berufsehre. Schrieb einen Beschwerde an die Aufsichtsbehörde. Bemerkte, dass es unstatthaft sei seinen Sohn so zu stutzen, ihm jede Zukunftshoffnung zu entziehen. Die Behörden, bestehend aus Alteingesessenen, besprachen die Angelegenheit wohl im Schützenverein, oder im Kegelclub, worauf des Lehrers Antwort eintraf, er verstehe nicht, dass der Einreicher der Beschwerde sich darüber aufrege, sich beschwere, dass er den Sohn stützen wolle. Ja, ob dieser beiden Oberpünktchen, von einem den alten Traditionen verpflichteten Oberlehrer ausgesprochen, gab es darauf Gerichtsverhandlungen. Erzfeindschaften. Bis eines Tages zwei in Zyankali getränkte Pünktchen vor der Haustüre des Schulmeisters landeten und ihr Werk vollbrachten. Ja, grausam! Doch glücklicherweise nur in meiner Fantasie sich ereignend, um endlich aus den zwei Punkten einen endlichen Schlusspunkt in meinem fortgeschrittenen Alter über meine Jugend zu setzen.

Und als kleines Geschenk ein Fastreadroman aus meiner Feder entstanden in den frühen Neunzigerjahren: DAS FREMD-WÖRTER-BUCH https://www.francois-loeb.com/fileadmin/wochengeschichte/Fremdwoerterbuch.pdf
Einen angenehmen und gesunden Winterbeginn wünscht  Ihr François

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Francois Loeb).
Der Beitrag wurde von Francois Loeb auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.12.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Oma Dorfhexe - Eine kleine Geschichte vom Niederrhein von Wolfgang Scholmanns



Anna und Frank ziehen mit ihren Eltern in ein kleines Dorf am Niederrhein, wo sie die alte Dame kennen lernen, die die Dorfkinder oftmals mit dem Namen "Oma Dorfhexe" betiteln.

Bei ihr lernen sie, wie man mit Reusen fischt und die Fische räuchert, sie gehen mit ihr Pilze sammeln und lernen sogar, wie man mit Heilkräutern umgeht.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fragen" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Francois Loeb

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

FERSENGELD von Francois Loeb (Humor)
Kurts Geschichte von Siegfried Fischer (Fragen)
DER KRUMME TANNENBAUM von Christine Wolny (Weihnachten)