Rita Hassing

Sandra - Eine Liebe im Frühling

Die Maisonne strahlte durch die Jalousie direkt in Sandras blasses Gesicht. Sandra blinzelte und öffnete vorsichtig ihre blau-grünen Augen. Sie war noch sehr müde von der langen Nacht gestern. Verschlafen richtete sich Sandra im Bett auf und streckte die Glieder von sich. Dann griff sie nach dem Wecker. Es war bereits acht Uhr morgens. Das war aber kein Problem, denn es war ein freier Samstag und Sandra konnte tun und lassen was sie wollte. Sie hätte auch den ganzen Tag durchschlafen können. Doch das wollte Sandra denn doch nicht. Sie beschloss aufzustehen und erst einmal in Ruhe zu frühstücken. „Schön, nicht ins Büro zu müssen“, dachte sie bei sich, während sie in ihre Pantoffeln schlüpfte. Sandra arbeitete als Sachbearbeiterin in einer großen Textilfabrik in Köln. Sie mochte ihre Arbeit, aber das Wochenende genoss sie noch mehr. Gestern war sie mit ihrer Freundin Lena in einem Kölner Club gewesen. Sie hatten viel getanzt und gefeiert und es war sehr spät geworden. Sandra war jedoch jemand, der mit relativ wenig Schlaf auskam und so stellte sie sich zunächst munter und gut gelaunt unter die Dusche, um anschließend den Frühstückstisch zu decken und ihr leckeres Marmeladenbrötchen und dazu eine duftende, heiße Tasse Kaffee zu genießen. Während sie am Frühstückstisch saß und nebenbei die Zeitung las, klingelte plötzlich das Telefon. „Ja, hallo?“ „Hallo Sandra! Ich bin´s, Lena! Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt“, erklang eine helle Stimme am Telefon. „Nee, ich hab schon geduscht und bin gerade beim frühstücken“, erwiderte Sandra munter. „Hast du was dagegen, wenn ich gleich bei dir vorbeikomme? Wir könnten zusammen shoppen gehen. Hast du Lust?“, platzte es aus der Freundin unternehmungslustig heraus. „Hm...sorry, bei mir ist für diesen Monat ebbe im Portemonnaie. Sandra seufzte. „Ich leih dir was“, meinte Lena aufmunternd. „Woher hast du das ganze Geld? Haben dich deine Eltern wieder bezuschusst“, fragte Sandra neugierig. Lena verdiente genauso viel wie Sandra, denn beide arbeiteten als Sachbearbeiterinnen in der gleichen Firma. Im Gegensatz zu Sandras Eltern waren die von Lena allerdings ziemlich gut betucht. Der Vater war ein erfolgreicher Unternehmensberater, die Mutter eine nicht minder gefragte Modedesignerin. „Wenn ich sie frage, geben sie mir bestimmt was“, war Lenas optimistische Antwort auf Sandras Frage. Sandra mochte es nicht, wenn Lena allzu leichtsinnig mit Geld umging und vor allem mochte sie es nicht, wenn diese großzügig das Geld der Eltern ausgab – auch wenn sie reich waren. „Lass mal. Ich mache keine Schulden“, gab Sandra bestimmt zurück und warf ihr mittellanges blondes, leicht gelocktes Haar zurück. „Schade. Was machen wir dann?“, fragte Lena ein wenig ungeduldig. „Wie wär´s mit einem Spaziergang am See? Die Sonne scheint und wir könnten den Seglern zuschauen.“ „Gute Idee!“, erwiderte Lena. „Dann bring ich Bello mit. Der freut sich.“ Bello war der kleine, schwarzhaarige Rauhhaardackel, mit dem sich Lena ihre Wohnung teilte. „Mach das. Also bis gleich!“, sagte Sandra. „Ja, bis gleich!“

Um kurz nach zehn Uhr klingelte es an Sandras Wohnungstür im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses, welches ruhig und idyllisch am Stadtrand von Köln lag. Noch während Sandra die Tür öffnete, kam ein fröhliches „Hi, kommt rein!“, über ihre Lippen. „Komm Bello“, rief Lena. Das ließ sich dieser nicht zweimal sagen. Schwanzwedelnd lief er in die Wohnung und sprang freudig an Sandra hoch. Sandra streichelte den kleinen Hund. Auf der Kommode im Flur hatte sie einige Leckerlis bereitgestellt, welche sie Bello jetzt gab. Der verschlang sie mit ein paar Happen. „Es ist wirklich traumhaftes Wetter draußen“, freute sich Lena. Ihre strahlend blauen Augen strahlten jetzt noch mehr. Sie strich sich eine Strähne ihres schulterlangen, braun gelockten Haares aus dem von der Sonne bräunlich gefärbten Gesicht. Lena war etwas kleiner als Sandra. Beide hatten eine schlanke Figur und beide waren sie 24 Jahre alt. „Ich bin fertig. Lass uns fahren“, meinte Sandra. Sie verließen die kleine Wohnung und gingen zum Parkplatz des Mehrfamilienhauses. „Ich fahre“, bestimmte Sandra und steuerte auf ihren kleinen, dunkelblauen Seat zu. Bis zum besagten See waren es noch ungefähr vier Kilometer. Die beiden jungen Frauen stiegen ins Auto, legten Bello auf Lenas Schoß, schnallten sich an und ab ging die Post. Im Radio lief gerade „Walking on sunshine“. Das hob Sandras und Lenas gute Laune noch mehr hervor und sie sangen kräftig mit.
Als die Ampel auf Rot umsprang, musste Sandra stark bremsen. Die Musik und Lena hatten sie abgelenkt und so hatte sie zu spät auf die Ampel geachtet. Hinter dieser stand ein Blitzapparat. Die Mädchen wurden durch das starke Bremsen in einem Ruck nach vorne geschleudert, dann wieder zurück in die Sitzlehne. „Hui, das war knapp. Alles okay bei dir?“, fragte Sandra die Freundin ein wenig besorgt. „Alles okay. Bello geht es auch gut“, gab Lena zurück. Neben ihnen kam ein anderes Auto zum Stehen: Ein schwarzer VW Golf Cabrio. Das Verdeck war bei dem schönen Wetter hinunter gelassen worden. Am Steuer saß ein junger Mann mit kurzem schwarzem Haar, etwa 26 Jahre alt. Er schaute zu Sandra und Lena herüber und rief ihnen etwas zu. Die beiden Mädchen verstanden kein Wort. Sandra kurbelte die Fensterscheibe herunter und fragte nach, was er zu ihnen gesagt hätte. „Seid ihr okay?“, wiederholte der junge Mann seine Frage. „Ja, danke. Uns ist nichts passiert“, erwiderte Lena. Neben dem dunkelhaarigen, jungen Mann, saß noch ein weiterer Jüngling mit kurzem, stoppeligem, blondem Haar. „Da habt ihr ja noch mal Glück gehabt“, meinte dieser. „Erstens, weil euch nichts passiert ist. Und zweitens, weil euch das teure Bußgeld oder sogar der Führerscheinentzug erspart bleibt, wenn ihr bei Rot über die Ampel gefahren wärt.“ „Ja, da hast du wohl recht“, stimmte Sandra ihm zu. „Da haben wir wohl noch mal Schwein gehabt.“ In diesem Moment sprang die Ampel von Gelb auf Grün. „Also, macht´s gut Mädels. Und benehmt euch besser nicht wie Frauen am Steuer“, rief der Dunkelhaarige ihnen zu und grinste. Sein Nebenmann lachte daraufhin laut. Dann fuhren sie los und ließen die beiden verdutzten Mädchen zurück. „So was Freches“, ärgerte sich Sandra. „Ach lass doch. Die machen ja nur Spaß“, beruhigte sie Lena. „Du sitzt ja auch nicht am Steuer und wirst beleidigt“, meinte Sandra daraufhin immer noch ein wenig wütend. „Kein Grund sich den Tag verderben zu lassen“, versuchte Lena die Freundin noch immer zu besänftigen. „Hast ja recht“, lenkte Sandra ein und fuhr weiter gen See.

Bei dem schönen Wetter war viel los am See. Sandra und Lena suchten angestrengt nach einem Parkplatz, der nach Möglichkeit nicht allzu weit weg vom See lag. Sie hatten Glück. Gerade verließ ein Auto vor ihnen seinen Parkplatz. „Scheint so, dass das doch noch unser Glückstag wird“, meinte Sandra mittlerweile wieder gut gelaunt. Sie parkte das Auto ein wenig schräg in die frei gewordene Parklücke. „Ein bisschen schief macht auch nichts“, sagte Sandra zu ihrer Freundin und stellte den Motor ab. Die beiden Mädchen verließen mit Bello den Wagen und machten sich auf in Richtung See. Der kleine Dackel wurde von Lena an die Leine genommen. Bello zog ganz schön an dergleichen und Lena hatte Mühe, ihn einigermaßen zurück zu halten. Der Weg zum See war nicht sehr weit. Er führte auf einen anderen Weg, auf dem man einen Rundgang um den etwa sechs mal fünf Kilometer großen See machen konnte. Sandra und Lena kamen am Bootshafen vorbei und überlegten, ob sie eine kleine Spritztour mit einem Tretboot machen sollten. Es blieb jedoch bei der Idee. Schließlich setzten sie sich auf eine Bank und schauten den Seglern und Bootsfahrern zu. „Ist es nicht herrlich hier!“, rief Lena begeistert. „Das kann man wohl sagen“, antwortete Sandra ihr. „Wollen wir im Café Seeblick einen Kaffee trinken gehen?“, schlug Sandra kurz darauf vor. „Ja, das ist eine gute Idee!“ Gesagt, getan. Bis zum Café waren es zu Fuß noch etwa zwanzig Minuten. Dort angekommen setzten sich die jungen Mädchen nach draußen an einen der zahlreichen Tische, über denen jeweils ein Sonnenschirm gespannt war. Die meisten Tische waren schon besetzt. Jedoch hatten sie auch hier Glück. Ein Platz, von dem man einen guten Ausblick auf den See und dessen Treiben hatte, war noch frei. „Das ist wirklich unser Glückstag“, meinte Lena. „Ich glaube, da freust du dich zu früh“, gab Sandra seufzend zurück. „Schau mal, wer da drüben sitzt.“. Sie wies mit dem Kopf in Richtung Caféeingang. Dort saßen doch tatsächlich die beiden jungen Männer, über die sie sich vorhin beim Autofahren an der Ampel so geärgert hatten. Lena musste grinsen. „Einfach nicht beachten“, riet sie der Freundin. Da hatten die Jungens sie aber schon entdeckt. „Sieh mal an wer da ist“, rief der Schwarzhaarige laut in Richtung der beiden Mädchen. „Habt ihr es doch tatsächlich geschafft hier heil anzukommen!“ „Stellt euch vor das haben wir“, rief Lena spitz zurück. „Wie wär´s – wollt ihr euch nicht zu uns setzen?“, meinte der blonde Jüngling versöhnlich. „Wir werden euch auch nicht mehr mit eurem Fahrstil behelligen.“ „Das ist wirklich zu gütig“, gab Lena schnippisch zurück und Sandra antwortete auf die Frage des jungen Mannes: „Nein, danke. Keinen Bedarf mit euch zu quatschen.“ „Das ist aber schade“, meinte der Blonde daraufhin. „Hört mal“, warf der Schwarzhaarige ein, „wir wollen gleich mit dem Segelboot rausfahren. Habt ihr nicht Lust mitzukommen?“ „Hm“, überlegte Lena, „was meinst du, Sandra, wär doch schön mal mit dem Boot rauszufahren.“ „Ja, aber mit denen...“, gab ihr Sandra zu Bedenken. „Wir werden euch in Ruhe lassen“, versprach der Blonde daraufhin. „Ich hätte schon Lust...“, bemerkte Lena kleinlaut. „Also gut, meinetwegen“, gab Sandra nach. „Aber vorher verratet ihr mir noch, wie ihr überhaupt heißt“, rief sie den Jungens zu. Die beiden Jünglinge traten an den Tisch der Mädchen heran. „So können wir uns besser unterhalten“, sagte der Blonde und verriet seinen Namen: „Also, ich bin David." "Und ich Bastian, kurz Basti“, fügte der Schwarzhaarige hinzu. „Und wie heißt ihr?“ „Ich bin Lena und das sind meine Freundin Sandra und mein Hund Bello.“ „Freut uns sehr euch kennen zu lernen“, entgegnete David. „Was meint ihr? Ich finde, wir sollten noch mal von vorne anfangen und die Sache mit dem Autofahren vergessen. Das war blöd von uns.“ „Schön, dass ihr das einseht“, bestätigte Sandra seine letzte Aussage. David zwinkerte ihr zu. „Wir sind ja lernfähig.“

Das Wetter war hervorragend zum Segeln. Die Sonne schien und ein etwas stärkerer Wind wehte über dem See. „Ihr werdet es nicht bereuen“, sagte Basti zu den Mädchen. „Ihr werdet sehen wie herrlich es ist.“ Die beiden Jungens waren nicht zum ersten Mal zum Segeln gegangen. Sie hatten natürlich einen Segelschein und man merkte, dass sie sich gut mit dem Segelboot auskannten. Nachdem sie die Segel gehisst hatten, setzte sich das Boot langsam in Bewegung und sie verließen den Bootshafen. Bello war ganz aufgeregt. Er wedelte mit dem Schwanz und schaute über den Bootsrand in das Wasser. „Bello scheint´s auch zu gefallen“, bemerkte David daraufhin. „Er ist neugierig auf alles, was neu ist“, erwiderte Lena. Basti ging in die Kajüte und kam kurz darauf mit einem Picknickkorb wieder. „Es soll euch an nichts fehlen“, meinte er und packte den Korb aus, der mit Baguettes, Croissants, Kräuterbutter, Tomaten, Käse, Wurst, Weintrauben, Salaten, Kaffee, Tee und Organgensaft gefüllt war. Zum Schluss zauberte Basti noch eine Flasche Prosecco und Sektgläser aus dem Korb. „Lasst uns anstoßen“, schlug er vor. „Auf uns alle und einen schönen Nachmittag.“ Er goss jedem ein Glas Prosecco ein und hielt Bello außerdem ein Stückchen Wurst vor die Schnauze. „Nicht, dass du denkst, wir hätten dich vergessen“, sprach er zu Bello. Der Dackel schnappte sich das Stück Wurst und verschlang es mit wenigen Bissen. Dann erhob Basti sein Glas und sagte: „Prost!“ „Prost“, erwiderten daraufhin die anderen und sie stießen gemeinsam an. Anschließend aßen und tranken sie zusammen und plauderten munter drauflos. Sandra und Lena erzählten von ihrer Arbeit und von dem, was sie so am Wochenende unternahmen. Auch Basti und David erzählten davon. Es stellte sich heraus, dass Basti als kaufmännischer Angestellter arbeitete und David als Tischler. Genau wie Sandra und Lena besuchten sie öfter den Club „Calliano“ in Köln. „Vielleicht sind wir uns dort schon einmal unbewusst begegnet“, meinte David und schaute Sandra lächelnd an. „Obwohl ihr mir bestimmt aufgefallen wärt“, fügte er hinzu. Es ließ sich nicht verhindern, dass Sandra darauf ein wenig errötete. Die Zeit verging und es wurde ein heiterer Nachmittag. Dabei hatten alle gar nicht bemerkt, dass der Himmel über dem See bedrohlich dunkelgrau und der Wind deutlich stärker geworden war. „Seht doch mal! Das sieht mir ganz nach einem Unwetter aus“, rief David schließlich. Und tatsächlich. Nun fielen auch schon die ersten Regentropfen vom Himmel herunter. „Los, alle Sachen in die Kajüte bringen und ab geht´s zurück Richtung Bootshafen“, befahl David. Die anderen gehorchten ihm und packten alle Sachen zusammen. Dann stellten sich die Mädchen in der Kajüte unter. David und Basti versuchten derweil Kurs in Richtung Bootshafen zu nehmen, was bei dem mittlerweile sehr starken Wind gar nicht so einfach war. Plötzlich wurde ein Balken vom Segel durch den heftigen Sturm herumgerissen und schlug kräftig gegen Davids Kopf. „Ah!“, schrie David noch. Dann wurde er ohnmächtig und fiel bewusstlos zu Boden. „Du meine Güte!“, schrie Sandra entsetzt. An Davids Kopf war eine große Wunde, die stark blutete. „David, hörst du mich!“, rief Basti in der Hoffnung, dass sein Freund sich rührte. Aber David zeigte keinerlei Reaktion. „Was machen wir denn jetzt? “, stieß Lena voller Entsetzen hervor. Wind und Regen wurden immer stärker. Das Segelboot schaukelte heftig auf dem Wasser hin und her. Sandra versuchte kühlen Kopf zu bewahren. „Basti“, schrie sie laut gegen den Wind an. „Kümmere du dich darum, dass wir so schnell wie möglich wieder zum Bootshafen kommen. David muss dringend in ein Krankenhaus. Ich werde solange Erste Hilfe leisten und du, Lena, hilfst mir dabei. Wo ist denn hier der Verbandskasten?“ „Ich hole ihn!“, entgegnete ihr Basti. Er eilte in die Kajüte und kam kurz darauf mit einem Kästchen mit einem roten Kreuz darauf zurück. „Ich hoffe, da ist alles drin was ihr braucht“, sagte Basti, der einen hilflosen Eindruck auf Sandra machte und froh zu sein schien, dass sich jemand um seinen verletzten Freund kümmerte. Sandra warf einen Blick in das Verbandskästchen. „Alles gut!“, meinte sie daraufhin. Die beiden Mädchen trugen den Verletzten in die Kajüte und legten ihn dort auf eine Couch. Dann richtete Lena den liegenden David ein wenig auf und stützte seinen Rücken, während Sandra ihn behutsam am Kopf verband. David bewegte sich immer noch nicht und ließ alles bewusstlos über sich ergehen. Nach dem Verbandanlegen legte Sandra David eine warme Decke um, damit er nicht fror und sich nicht auch noch verkühlte. Dann warteten die Mädchen darauf endlich wieder am Bootshafen anzukommen. Lena ging hinaus auf´s Deck zu Basti. „Wie weit ist es noch bis zum Hafen?“, fragte sie ihn. „Wir sind gleich da“, meinte Basti und fragte zurück: „Wie geht es David?“ „Er zeigt immer noch keine Reaktion“, teilte Lena ihm die schlechte Nachricht mit. Plötzlich schrie Sandra aus der Kajüte: „Lena, komm schnell. Er ist aufgewacht!“ Lena eilte in die Kajüte. David öffnete langsam seine Augen. Als erstes sah er Sandra, die direkt vor ihm auf der Couch saß. „Sandra“, sagte er leise. „Du bist da.“ „Ja, ich bin da“, erwiderte Sandra beruhigend. „Das ist schön“, entgegnete daraufhin der nach wie vor sehr geschwächte David. Er griff nach Sandras Hand. „Was ist passiert?“, fragte er. "Du hast dich am Kopf verletzt. Wir bringen dich jetzt ins Krankenhaus“, antwortete Sandra. „Du hast Glück gehabt, dass Sandra sich in Erster Hilfe auskennt und dir geholfen hat“, warf Lena plötzlich ein. „Ist das wahr? Sandra, ...meine Heldin!“, sagte David mit einem Lächeln im Gesicht und drückte Sandras Hand. „Ach was!“, beschwichtigte Sandra, konnte aber nicht vermeiden, dass sie rot wurde. „Das hätte doch jeder getan“, fügte sie schnell hinzu. „Wir sind da!“, rief endlich eine Stimme von draußen. Basti hatte das Segelboot sicher in den Hafen gelenkt und über Handy längst einen Rettungswagen geholt. Dieser wartete bereits am Bootshafen, um den Verletzten ins Krankenhaus zu fahren. Das Unwetter war derweilen hartnäckig geblieben. Es regnete nach wie vor in Strömen und der Wind war sehr stark.

Am nächsten Tag besuchten Sandra, Lena und Basti den mittlerweile wieder recht munteren David im Krankenhaus. Dieser hatte lediglich eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen. Die Wunde an seinem Kopf war inzwischen genäht und ein neuer Verband angelegt worden. „Schön, dass ihr da seid!“, freute sich David als er seinen Freund mit den beiden Mädchen sah. „Wie geht es dir?“, fragte ihn Sandra. „Noch etwas Kopfschmerzen, aber ansonsten super!“, entgegnete ihr David fröhlich. „Das habe ich vor allem dir zu verdanken. Danke, Sandra!“ „Nichts zu danken“, erwiderte Sandra schnell und wollte kein Aufhebens von der Sache machen. Aber David ließ nicht locker. „Ich würde dich gerne zum Essen einladen – als kleines Dankeschön und überhaupt, weil du so ein klasse Mädchen bist!“ „Das brauchst du nicht.“ Sandra fühlte sich zum einen geschmeichelt, zum anderen war es ihr aber auch ein bisschen unangenehm. „Ich möchte es aber“ setzte ihr David entgegen und schaute Sandra dabei tief in die Augen. Sandra war wie vom Blitz getroffen. Gleichzeitig lief es ihr eiskalt den Rücken runter. Das war der Moment, wo auch bei ihr der Funke endlich übergesprungen war. Es war der Beginn einer großen Liebe.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.12.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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