Peter Kröger

Bruder

 

 

 

Er war ein stiller, guter Mann aus der Grafschaft Mjost, hergelangt auf dunklen Wegen. Sein Bett stand in der Ecke eines winzigen Zimmers, das Bauer Rasch für ihn, den Schweigsamen, hergerichtet hatte. Der Mann schlief allein, mit dem Rücken zur Wand. Wenn er erwachte, sah er die Zimmertür; also begann der Tag.

Wir waren Freunde, ich stammte aus dem Nachbardorf Hück. Beim Bauern Schupp war ich Knecht. Mjost und Hück, das passte. Wir aßen unser Brot zusammen und schwiegen. Man sah uns in der Schenke und, nach der Feldarbeit, auf der Bank am Dorfteich.

Wie alles, was zählte, nahm es uns mit über Stock und Stein, das gute Leben, das schlechte. Bekannt-unbekannt verlief es und war uns Bedrückung und Segen.

Noch heute denke ich, ohne den Mann aus Mjost wäre ich ein anderer geworden, kein besserer, schlechterer, nur ohne ihn als Freund, ärmer in meinem Glück. Eines Tages fand Rasch ihn in seinem Zimmer, friedvoll wie im Leben, hingestreckt, erloschen, tot.

Was blieb? Einem inneren Ruf folgend, zog es mich fort. Ich wurde Tagelöhner, wanderte durchs Land. Auf meinen Wegen, unter Brücken, auf Landstraßen, ist er mir nah, der ferne Bruder. Ich stelle ihn mir vor: Die Tür schlägt zu, er dreht sich zur Wand und spricht einen Abzählreim.

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