Christopher Breust

Wellen

Ich glaube, ich schaue mir das nochmal genauer an.
Wolltest du nicht gehen?
Die Wellen sehen schön aus.
War doch nur ein Kippenstummel.
Möchtest du, dass ich gehe?
Nein, bleib bei mir, bitte.
Jetzt ist sie weg.
Die Welle?
Auch.
Er ist auch weg.
Der Kieselstein da?
Ja.
Aber er schlägt eine neue Welle, siehst du.
Was siehst du darin?
Weiß ich auch nicht.
Etwas geht unter.
Und zieht einen Kreis.
Leise.
Der war aber laut.
Das Wasser wird erschüttert.
Kurz.
Und dann ist es wieder…
still.
Denkst du, vielen denken an sie?
Weiß nicht. Könnte sein.
Was weißt du eigentlich?
Du weißt auch nichts.
Ich weiß. Aber warum nicht? Warum können wir es nicht wissen? Was passiert mit ihnen, warum ist es so ungerecht? Warum ist das so oft passiert? Warum müssen wir darunter so leiden? Warum akzeptieren es alle? Warum können wir damit nicht abschließen?!
Weil wir nicht wie Wasser sind.
SAG DAS NICHT EINFACH SO
Komm her…
Ich. Kann es einfach nicht. Warum kann das jeder.
Schau, ein Blatt.
Ich will nicht schauen.
Es landet dort. Schau.
Die Welle war kleiner.
Und jetzt schwebt es dort so.
Ist er das?
Menschen sind doch keine Blätter.
Und keine Zigarettenstummel.
Und keine Kieselsteine.
Bleib bei mir, bitte.
Meinst du, du bist jetzt soweit?
Nein.
Es ist okay.
Ich muss aber.
Du musst gar nichts.
Doch. Dieses Mal bin ich dran.
Versuch durchzuatmen.
Ihre Uhr ist ganz rostig.
Wenn sie unten ist, dann ist das auch egal.
Ich bin nicht bereit dazu.
Doch.
Da.
Siehst du?
Ich.
Ich bin da.
Ich.
Ich bin da.
Es tut so weh.
Ich weiß.
Du bist da.
Du auch.
Ist sie wirklich weg? Für immer?
Dort unten ist es ruhig.
Gibt es da Wellen?
Nein.
Ist es wirklich besser so?
Ja. Sie waren schließlich zu viert

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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